Lesehinweis

(loco) Rudolf Hänsel gehört zu den Personen, die Videospiele und deren Nutzung durchaus kritisch betrachten. In seinem neuen Buch – „Game Over!: Wie Killerspiele unsere Jugend manipulieren“ – dürften sich wohl schon dem Titel nach nur wenig Schmeichelhaftes über Spiele (-r) finden. Wobei gerade dieser schon entschärft worden ist: Im Vorfeld fand sich auch der Titel „Game Over!: Wie US-Killerspiele unsere Jugend zerstören“. Bastian Birke hat sich wohl auch gerade deswegen mit dem Werk Hänsels auseinandergesetzt, wurde aber dennoch enttäuscht:

Zur Rezension

46 Gedanken zu “Lesehinweis

  1. Noch keine negative Rezension bei Amazon, das muss sich ändern!
    Ein Verkaufsschlager wird es wohl eh nicht, obwohl sich die Deutschen ja gerne empören.

  2. Ich finde diesen Blog generell recht lesenswert. Der Autor hat Faktenkenntnis und argumentiert nicht mit „Schaum vor dem Mund“. so einer müsste mal in einer Fernsehdiskussion zum Thema sitzen aber da ist den Senderchefs der 17 Jährige Ex-Spielsüchtige ja genug um „unsere“ Seite zu repräsentieren :-D

  3. Bei der ganzen Jammerei der Spielegegner denke ich immer: Bin ich etwa der einzige Mensch, der in einem Elternhaus aufgewachsen ist?
    Hab nur ich Eltern und alle anderen (minderjährigen) Gamer sind Vollwaisen?
    Ich lese und höre so gut wie nie etwas von Verantwortung der Eltern.
    Gamer wissen ganz genau was Altersbeschränkungen sind (okay, und wie man sie umgeht) Eltern auch?
    Dazu kommt noch die Anschaffungsfrage. Ich hatte selbst mit 18 Jahren noch keinen eigenen PC und mein (Taschen-)Geld reichte nur für 1-3 Vollpreistitel im Jahr.
    Meine Eltern wussten zwar nicht mit jedem Spiel(-titel) was anzufangen, hatten aber immer mal wieder den berühmten Blick über die Schulter geworfen, um zu sehen, was ihr Sohnemann da so spielt.
    Und ja, ich musste auch mal beispielsweise die damals detaillierten Verwesungsanimationen in Warcraft 2 und AoE erklären. „Ich spiel das doch nicht, um stundenlang beim Verwesen zuzugucken, sondern um die Mission/Handlung zu schaffen. Die sind halt im Spiel, aber nicht der Kern des Spiels.“
    Anderseits hieß es aber auch schonmal „Und wie reich ist dein Fugger2-Char/ Schlacht in Warcraft 2 endlich gepackt?“
    Warum gehen wir heute scheinbar alle davon aus, dass pauschal Eltern kein Interesse an den medialen Beschäftigungen ihrer Kinder mehr haben? Nur weil die Negativbeispile in die Schlagzeilen kommen? Bitte nicht.

  4. @ Burach
    Dem möchte ich zustimmen.
    Ohne, dass meine Mutter wirklich Ahnung von der Materie gehabt hätte, wollte sie doch wissen, was ich da so spiele. Allzu hartes Zeug durfte ich schlicht nicht, und das ist auch gut so.

  5. Muss ich meinem 2 Vorposter zustimmen, deswegen kann ich immernur den Kopf schütteln, wenn Frau Pfeiffer z.B. von einer Aufgabe der Eltern spricht deren sie nicht gewachsen sind.

    Ich hab mir mit 8 Jahren eine PS One gekauft. Meine Mum hat immer drauf geachtet, dass ich auch Spiele kaufe, die für mein Alter geeignet sind (wenn sie dabei war). Und damals waren die USK Logos noch klein, immer gelb und auf der Rückseite der Hüllen. Heute sind die USK Logos verschiedenfarbig und 5 mal so groß vorne drauf und man muss sich schon fragen, wieso Leute immernoch zu blöd sind ein einfaches „Ab 16“ oder „ab“ 18″ zu lesen, während sich Gamer ärgern, dass es in dem Bereich noch keine Wendecover gibt.

  6. Leider sehe ich da auch Birkes Ausführungen einigermaßen kritisch und das Ganze erinnert mich ein wenig an Hartmut Gieselmann: so bezweifle ich stark, dass ein Zugang zu Computer- und Videospielen über Reenactment überhaupt Sinn macht
    Sicher kann man Videospiele leicht ideologisch missbrauchen, doch das steht für mich auf einem ganz anderen Blatt.
    Spielt man in Computerspielen etwa „Kriege“ „nach“, so spielt man wohl eher weniger Geschichte nach – inszeniert keine Geschichte (nachträglich beziehungsweise führt sie immer wieder neu und wiederholend auf) wie im Reenactment ansonsten üblich
    Da bei einem Spiel für gewöhnlich kein Ausgang gewiss ist.

    Darüber hinaus kann man in der Hinsicht auch wirklich nicht sagen, dass da bei Atomic Games und dem Irak-Spiel unbedingt etwas propagandistisch wäre, bloß weil Peter Tamtes Firma IRGENDWIE anteilsmäßig mit dem Ami-Militär verbandelt ist. Peter Tamte hat dazu auf der Triangle Games Conference 2009 doch längst bereits einiges klargestellt. Dazu: http://www.escapistmagazine.com/articles/view/conferences/tgc_2009/6020-TGC-2009-Peter-Tamte-Keynote
    Und das Spiel ist eben keineswegs schon erschienen – wer weiß ob es überhaupt je veröffentlicht werden wird nachdem Konami abgesprungen ist. An einen Retail-Release außerhalb der USA glaub ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr

    Also hier sind auch bei Birke ähnliche Vorurteile, Verschwörungstheorien und negative Bezugnahmen ohne Grundlage präsent aus meiner Sicht
    Und das habe ich auch in früheren Texten von ihm leider feststellen müssen – sieht man auch im übermäßigen Einsatz von Begriffen wie „konservativ“ oder „Zucht und Ordnung“-Lager (bei TP), wenn es darum geht die mit Medienressentiments zu benennen.
    Nein das stimmt eben ganz und gar nicht: der Kölner Aufruf ist in erster Linie eben keine konservative Angelegenheit, trotz Herrmann, Meves und den wahrscheinlich bis sicherlich allesamt eher konservativen SchweizerInnen. Und selbst dort hört sich das beim VGMG-Kreis um Näf direkt schon wieder sofort auf.
    Der Näf ist kein Konservativer, das wird der Birke auch nicht konstruieren können, sondern ein sozialdemokratischer Lehrer wie ich sie hier in Österreich auch kenne. Neben grün-alternativen LehrerInnen: und bei denen sind diese Ressentiments zum Beispiel massiv vorhanden – kulturelle Sauberkeitsvorstellungen vom gesunden, schönen Guten Leben – gerade auch kontinental aus Europa gegen die USA und deren kulturellen, sprachlichen, politischen Einfluss. Vor Japan wird sich da auch eher gefürchtet, etc. Dies Land ebenfalls als Wirtschaftsmacht kritisch beäugt – zusammen mit dessen Rolle im Zweiten Weltkrieg, den ganzen Kriegsverbrechen von damals und deren mangelhafter bis nicht vorhandener Aufarbeitung. Popkultur welche so eher als Unrat gesehen wird. Als „Schmutz und Schund“ eben. Diese Leute haben womöglich eine Affinität zu Italien oder Skandinavien, fürs Reisen (dorthin) fernab ausgetretener Tourismus-Pfade, gute Essen und Trinken, halten sich selbst für mehr oder weniger aufgeschlossen, ein Friedensgedanke steht bei denen hoch im Kurs, usw. usf. Sowie bildungsbürgerlich wenden sie sich eben gegen schädlich gedachte Produkte einer malevolent imaginierten Industrie. Und die sind es welche im deutschsprachigen Raum auch am meisten was gegen „Killerspiele“ haben – das sieht man auch dann zum Beispiel, wenn im WDR gehetzt wird und nicht im Bayerischen Rundfunk.
    Dann gibt es ja auch noch mehr als einen Grünen welcher sich ebenfalls gegen „Killerspiele“ bereits hervorgetan hat – von Bremen bis hinunter nach Baden-Württemberg, und und und.

  7. Pingback: Zu Militär und Propaganda « Jürgen Mayer

  8. allein in deutschland werden kährlich 50 millionen stück verkauft?!?
    jaja das übliche und zwar sowas von, dass teilweise passagen aus anderen artikeln übernommen wurden, wie das mit dme paten.

  9. sei ein bauer. er schreibt tim. k. habe eine besondere schusstechnik beherscht, die man nur in der polizei den USA und militär lernt. zum einen, wie will er das rausefuden haben, zum anderen, das war eine stinknormale baretta, was soll es da bitte für achso geheime elite-schusstechniken geben, meint er die, in der man die waffe waagrecht hält, damit es cool aussieht? und da er sich nicht erklären kann, wisso er amok lief und sich tötete erklärt er damit, dass er unter drogeneinfluss stand und von einem scharfschützen ermordet wurde. der soll mir mal erklären wer diese verschwörung vervoruft.

  10. eigentlich wollte ich ja eine rezession schreiben, hab aber kein bock meinen wirklichen namen dort zu veröffentlichen.
    falls einer von euch darauf bock hat, hab hier mal was vorbereitet.
    ——————————-
    Wer glaubt durch dieses Buch neues Wissen über angebliche schädliche Wirkungen von Videospielen zu erfahren, der irrt.
    In diesem Buch werden alten Geschichten als neue mit einem hübschen Schleifchen verkauft.
    Beispiele hier für sind:
    -die Videospielindustrie arbeitet mit dem US-Militär zusammen (wird schon Jahren behauptet)
    -die Videospielindustrie unterdrücke und erpresse anderen Medien und deren Vertreter (Journalisten)-(kennen wir auch schon)
    -Videospiele fördern reale Gewalt (wird auch schon lange behauptet)
    Und noch einiges an alten Geschichten mehr.
    Nun möge so mancher Leser auf wissenschaftliche fundierte Beweise für all diese Behauptungen hoffen, leider muss ich auch sagen: da sucht ihr vergeblich!
    Der Autor beschäftigt sich ausschließlich damit, alte Geschichten als neue zu verpacken und bleibt dem Leser wissenschaftliche fundierte Beweise schuldig.
    Auch verbleibt der Autor im großen und ganzen im „Allgemeinen“, nennt so gut wie keine Details und finde nur die Studien gut, die Videospiele als äußerst schlecht bezeichnen.
    Wer die letzten Jahre all die Sendungen und Zeitungsberichte über Videospiele verfolgt hat, der wird hier vergeblich nach neuen interessanten „Thesen, Mythen und Legenden“ suchen.
    ——————

  11. Also spezielle „militärische Schusstechniken“ habe ich bei der Bundeswehr mit Sicherheit nicht gelernt. Ich habe zwar keine Ahnung von Schützenvereinen, aber P8 oder G36 schiessen dort, war wie zu erwarten…

  12. Anmerkung: Die Kommentarfunktion müsste jetzt eigentlich auch im Loco-Blog allen offen stehen.

    @Pyri:
    Nun, ob Reenactment oder ergebnisoffener Ausgang im Spiel, Kriegsspiele, gerade mit aktuellem Hintergrund, bieten natürlich Projektionsfläche für Propaganda. Letztlich gibt es oft bei der Frage: „Propaganda ja oder nein?“ keine eindeutige Antwort. Da wird wohl über jedes Spiel einzeln bis ins letzte Detail geredet und gestritten, und genau das ist gut und notwendig. Das ist die richtige Richtung, weg vom unpolitischen Konsum problematischer Inhalte in Spielen, wie auch von pauschalen Verteufelungen á la Hänsel und Näf, die jede Kriegshandlung im Spiel als Rekrutierung für den echten Krieg hinstellen! Und Zensur und Verbote sind schon gar keine Lösung. Allerdings vermute ich, dass „Six Days in Fallujah“, wenn es denn noch erscheinen sollte, einen erheblichen propagandistischen Anteil haben wird (was freilich hier nur Spekulation ist).

    Sicher richtig ist die Kritik, dass die Zensoren nicht alle klassisch konservativ sind. Es hat schon mehr als eine Stadt gegeben, wo die Grünen entweder Paintball, Laserdrome oder ähnliches mit verboten oder in Spielhallen (also nur für Erwachsene) Strafsteuern auf „Killerspiel“-Automaten einführten. Last but not least setzte 2003 die rot-grüne Regierung eine Verschlimmbesserung des Gewaltdarstellungs-§131 um, die Einfügung des Begriffs „menschenähnliche Wesen“, so dass man damit auch Horrorfilme mit Zombies, Dämonen und ähnlichen Fantasiegestalten kriminalisieren konnte.

    Ein Extremfall totalitärer Haltung aus dem linken Spektrum sind sicher vorgebliche „Antifaschisten“, die alles und jeden kurz und klein schlagen, der ihnen nicht in den Kram passt (keineswegs nur harte Neonazis oder Skinhead-Schläger), oder die Kioske und Buchläden bedrohen, damit sie keine rechtslastigen Werke (selbst wenn sie völlig legal und nicht wirklich neonazistisch sind) mehr verkaufen. Hier ist einfach das Handeln dieser Leute wesentlich relevanter für ihren Charakter als ihre ideologischen Anstriche.

    Leute wie Näf oder einige Grünen- und SPD-Vertreter haben eben auch solche autoritären oder gar totalitären Ansätze mit einem „linken“ Hintergrund, wenn auch sicher weniger radikale Ziele als die militante „Antifa“ und keine Anleihen aus der organisierten Kriminalität.

    Nur ist in Deutschland das Spektrum offiziell recht klar aufgeteilt; insgesamt ist Medienzensur eben immer noch ein klassisch konservatives Thema. Auch, wenn viele Linksautoritäre ebenfalls damit sympathisieren, bleiben sie tendenziell eher still oder engagieren sich heimlich. In der Schweiz hat Roland Näf dieses Schweigen im linken Lager gebrochen und auch dort die fragwürdigsten Gestalten aus den Löchern geholt, um alle bürgerlich-autoritären Kräfte im Kampf für Medienzensur zu bündeln.

    In Deutschland kamen auch einige der übelsten Zensurhetzer eher aus dem linken und Antifa-Spektrum, man denke an Rainer Fromm (ZDF-Frontal 21 und anderes), der lange Jahre mit Beiträgen über die rechte Szene journalistisch tätig war. Das ist eben „Zucht und Ordnung“ nach linksbürgerlichem Denken.

  13. Nicht zu vergessen, dass ja überhaupt die ganze (heutige) BPJM auf eine Initiative von CDU/CSU zurückgeht. Sozialdemokraten lassen sich da aber leider auch zu oft verunsichern und stimmen (mangels besseren Wissens) dann eben auch für schärfere Gesetze.

  14. @BBirke

    Ein perfektes Beispiel für Propaganda ist das neue Medal of honor! Der Beweis dafür, das das Spiel vom Militär zensiert wurde (mit sicherheit nicht freiwillig) ist der, das die Waffen die original Sounds verwenden. Dafür, dass die diese nutzen dürfen, nimmt sich das Militär das Recht, am Drehbuch rumkritzeln zu dürfen. Es wurde sogar, weil in dieser Folge „Lessie“ ein Flugzeug vom Militär ausgeliehen wurde zensiert! Bei Medal of honor Airbourne wollten die auch erst die ori sounds nehmen, hams dann aber gelassen! Warum wohl! Zenur! So ist das halt. In einm Kriegsfilm mussten die eine szene rausschneiden, in der ein Marine Goldzähne eines Japaners aus dem Mund schneidet mit der Begründung:“ Ein Marine tut so etwas nicht!“ Natürlich gelogen. Aber so funktioniert Propaganda bzw Zensur bei Filmen, Spielen usw. Einzige chance: Habe viel Geld, und kauf dir alle Requisitien selbst! Ansonsten pech gehabt! Ist traurig ist aber so!

  15. Zum Hänsel kann man nur sagen: Was Hänslein nicht lernte, das lernt Hans nimmer mehr :)

    Einfach ein weiterer verstörter Verschwörungstheoretiker auf der Welt. Was solls. Der Alki unter der Brücke, der da vom Weltuntergang predigt, der stört mich ja auch nicht, warum also dann ein Hänsel?

    (wegen Verwechselungsgefahr: nicht bezogen auf SoldatHans ^_^)

  16. @BBirke

    Ich meine irgendwo mal ein Video gesehen zu haben, das die Hintergründe von Six Days in Falludscha beleuchtet hat. Demnach hatten die Entwickler mit Soldaten, die dort kämpften, im Rahmen der Entwicklung militärischer Programme zu tun. Die Entwickler waren von den Schicksalen der Soldaten so angetan, dass sie deren Geschichte erzählen wollten. Deswegen war bei dem Titel anfangs ja auch von einem „Doku“-Shooter gesprochen worden. Wie das Spiel hätte werden sollen und was es transportiert hätte kann ich nicht sagen, da es ja nicht herausgekommen ist. Ich habe wenig Hoffnung, dass es was geworden wäre, was mich angesprochen hätte. Aber nichtsdestotrotz stimmt es doch nachdenklich, wie solch ein „anderes“ Projekt mit schlichten Propagandavorwürfen gestoppt werden kann, wozu es zumindest der Intention nach ja etwas ganz anderes hätte werden sollen.

    Ich glaube das war das Video:
    http://www.youtube.com/watch?v=ZNqDMnukWT4

    Google zu „doku“:
    http://www.google.de/search?sourceid=navclient&aq=0&oq=six+days+in+fa&hl=de&ie=UTF-8&rlz=1T4GGLL_deDE348DE349&q=six+days+in+fallujah+doku

  17. Es muß ja nicht immer rechtskonservativ sein, wobei aber die Argumentationsmuster sich letztendlich decken: Da hat jemand zum einen ein „Steckenpferd“, einen Feind und führt alle Mißstände darauf zurück. Was ich zum Beispiel nach dem Attentat/Amoklauf in Tucson gehört hatte: Natürlich mal wieder „Gewaltmusik“ (ein Medienkritiker). Fehlende Bildung (ein Mensch, der sich seit 40 Jahren mit Kultur beschäftigt). Das vergiftete politische Klima. Und zum anderen geht es auch darum, daß Mißstände nach dieser Auffassung nie aus der eigenen Kultur kommen, sondern immer „von außen“ herangetragen werden, von Fremden.

    Erinnern wir uns beispielsweise auch daran, daß in den 1960er Jahren in der BRD die „Aktion saubere Leinwand“ ihr Unwesen trieb, für die es ganz klar war, daß Beatmusik, Filme mit Schießereien und nackter Haut, Groschenheftchen und ähnliches von den Kommunisten produziert worden waren, um die Jugend zu verweichlichen und ihren Wehrwillen zu untergraben. Während man auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs in der DDR felsenfest davon überzeugt war, daß sie von den Kapitalisten produziert worden waren, um die Jugend zu verweichlichen und ihren Wehrwillen zu untergraben…

    Und so ist es auch hier: Schon der Untertitel („US-Killerspiele“) von Hänsels Heftchen macht ja klar, daß es um ein Erzeugnis aus der US-Kultur geht. Also um etwas, das „von außen“ komme, das „unserer Kultur“ fremd sei, ihr „aufgedrückt“ werde. Und nicht zuletzt seien die US-Armee und die CIA dafür verantwortlich – beides Organisationen, denen man aus der Vergangenheit mit Skepsis begegnet, weil es schon vor Jahrzehnten politische Attentate, US-unterstützte Putsche, Mikrowellenversuche und „geheime Gehirnwäsche-Experimente“ gab — und man diesen Organisationen in diesen Kreisen wohl alles zutraut, beispielsweise auch Erdbeben zu verursachen oder die Jugend „fremdzusteuern“…

  18. ich würds gerne tun, aber ich kann mich nicht so gut ausdrücken. vorhin wurde beim dschungelcsmp eine ps3 mit little big planet 2 verlost, kommt das nicht erst am 21.?

  19. Ich kann mich bei solchen Büchern immer nicht der Wahrnehmung erwehren, dass die Nutzer von Spielen lediglich als willenlose Drohnen dargestellt werden. Egal ob wir nun manipuliert oder zerstört werden: Es klingt einfach so, als ob uns jegliche Fähigkeit zum kritischen Denken abgesprochen wird und wir alles blind aufsaugen, was uns vorgesetzt wird. Abgesehen von dem Mist, der in dem Buch verHänselt wird, sind solche Unterstellungen noch mal ein unschönes Extra auf dem Berg der Diffamierungen. Selbst als ich mit 12 Dark Forces (ab 18) gespielt habe, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich da sehe.

  20. @ Crusader:
    „Es klingt einfach so, als ob uns jegliche Fähigkeit zum kritischen Denken abgesprochen wird und wir alles blind aufsaugen, was uns vorgesetzt wird. Abgesehen von dem Mist, der in dem Buch verHänselt wird, sind solche Unterstellungen noch mal ein unschönes Extra auf dem Berg der Diffamierungen.“
    Nein… das ist kein „Extra“, dass ist eine Grundbedingung für den anderen Mist; eine zutiefst negative und primitive Anthropologie, gepaart mit einem entsprechenden Überlegenheitsdünkel, einem 3rd-person-Effekt.

  21. Ich denke vielfach ist es auch ein gewisser Mangel an Authentizität welche Spiele bloß liefern können würden, welcher da abgelehnt oder eben so „kritisch“ betrachtet wird: im Sinne eines Eskapismus – künstliche Scheinwelten als Gefahr.
    Da hinzu kommt dann noch die eigene Wahrnehmung dasdurch verwirrt und aus den eigenen Prioritäten im Leben sozusagen geworfen zu werden: dass es in Spielen bei der „Unterhaltung“ eben nicht darum geht was (ansonsten) für vermeintlich wichtig oder relevant gehalten wird, wie das Problem des Walfangs oder der Unterernährung in der Welt. Gesundheit und politische Signfikanz im Sinne von Stringenz, klaren Aussagen, politischer Agendas etc.
    Weil bei gerade zum Beispiel kriegerischen Videospielen kommt ja noch das politische Moment der Aussage einer gewissen Beliebigkeit hinzu: wenn man im Multiplayer mal für die Nazis, dann wieder für die Rote Armee in egalitär-kompetitiver Ausrichtung spielt. Wo alle Seiten im gewalthandeln sozusagen gleichberechtigt sind. Das empfinden diese Leute auch als Provokation, irritiert und macht sie letztendlich auch wütend
    Sie suchen deshalb auch beständig nach politischen Aussagen in den Games um sie gegen sie verwenden zu können. Nach der Möglichkeit einer solchen Gewalt durch sie sozusagne: nach dem Motto „seht her welch verwerfliche Propaganda und Kriegsvorbereitung das doch ist“. Spiele nicht als Spiele betrachtet.

  22. @Vicarocha
    Wird dieser 3rd-Person-Effekt nicht eigendlich eher uns Gamern unterstellt? ;)
    .
    @Pyri
    „wenn man im Multiplayer mal für die Nazis, dann wieder für die Rote Armee in egalitär-kompetitiver Ausrichtung spielt. Wo alle Seiten im gewalthandeln sozusagen gleichberechtigt sind. Das empfinden diese Leute auch als Provokation, irritiert und macht sie letztendlich auch wütend“
    .
    Darin zeigt sich auch eines der typischen Missverständnisse von Außenstehenden wie dem Buchautoren. Die Gleichberechtigung beider Seiten in Multiplayer Spielen ist zwangsläufig notwendig, um diesen Spielmodus spielbar zu machen. Wäre eine Seite krass benachteiligt, würde sie nicht gespielt werden, denn wie viele würden schon gern die Seite spielen, die von den Vorgaben her fast zwangsläufig verliert bzw. immer problemlos gewinnt?
    Die Gleichberechtigung macht zudem noch eine andere Sache deutlich, denn durch diese werden die Teams austauschbar und haben mit den genannten historischen Parteien nichts mehr gemein, abgesehen von Uniformen und z.T. der Ausrüstung. Und Austauschbarkeit heißt nichts anderes als das die Teams auch Blau und Rot sein könnten, denn auch wenn dies ein Bruch mit dem Spielkontext wäre, bliebe die grundlegende Spielmechanik identisch.

  23. @Crusader
    Ja. Dennoch würde ich mich nicht darauf versteifen wollen, weil dann kann man auch wieder sagen wieso die ganze Gewalt und historischen Bezüge etwa „notwendig“ wären, wenn man doch auch abstrakt mit rot und blau, schwarz und weiß wie beim Schach spielen könnte. Dann bräuchte es auch keine realistisch abgebildeten Waffen, sondern man könnte bloß mit symbolischen Stielen zum Beispiel aufeinander zeigen und so tun als ob man schießen würde.
    Da hat (früher wenigstens) Mathias Mertens mal formuliert, hier etwa http://www.bpb.de/themen/FP13JJ,0,Transkript%3A_Sind_Computerspiele_anders.html , dass die „Gewalt“ in den Spielen stets (zumindest annähernd) gleich sei, in Pac-Man wie in Doom.

    Und da sage ich: nein. Es geht schon auch mit um die fiktionalen Welten
    Allein diese Welten sind es auch welche in Spielen etwas sichtbar machen und sie als Ausdrucksform mit Inhalt auch definieren. Ob Science-Fiction-Szenario oder Afghanistan-Krieg
    Im Fussball wird schließlich auch geschossen, geht es um gewinnen oder verlieren – ein Unentschieden gibt es manchmal auch in Shootern – bloß wird das dort durch die Oberfläche(n) verschleiert, unsichtbar gemacht. Die militärischen Grundlagen jeglicher sportlicher Auseinandersetzung eigentlich

    Videospiele leisten so auch grundlegend wertvolle Zivilisationskritik aus meiner Sicht.

    Und dann gibt es ja auch noch die individuelle(re)n Einzelspieler-Erfahrungen…

  24. Nachtrag @3rd-Person-Effekt
    Ich vermeide es persönlich auch davon zu sprechen, weil das leicht auch gegen die Gamer (wie von Günther L. Huber zum Beispiel) verwendet werden KÖNNTE.
    Ob Huber das explizit schon getan hat, weiß ich jetzt zwar nicht, aber theoretisch wäre es zumindest schon möglich das auch so umzudrehen.
    Darüber hinaus: es ist nicht zwingend notwendig, dass ein Huber zum Beispiel – als „Kritiker“ – überhaupt über sich selbst spricht dabei. Zumindest nicht über sich als Person. Die Überlegenheitsdünkel können auch ein Kollektiv betreffen von dem Huber sich vielleicht höchstens als Teil eines Größeren betrachtet, wie Gesellschaft, die deutsche Gemeinschaft, eine scientific community welche nicht von der bös gedachten Industrie abhängig wäre, oder was auch immer, und wovon dann auf die Gamer oder Teile davon als untersuchte (kleinere) Gruppe geblickt wird.

  25. @Crusader,
    so sehe ich das auch, wie man uns Spieler darstellt.
    Doch dahinter steckt ein simpler journalistischer Trick: Emotionen!
    Würde man uns als gesunde Menschen darstellen, die wissen was sie da spielen, was die da sehen, dann würden Leute wie Hänsel doch keinen Deppen finden, der ihre Amenmärschen abkaufen würde.
    Also stellt man uns als Opfer, die wie Drogensüchtige nach dem ersten Spiel nicht mehr alleine von der Nadel.
    Außerdem ist das Buch was der Hänsel da zusammengeschustert hat totaler Bullshit!
    Denn da steht nichts, absolut gar nichts neues drin, was wir nicht schon seid Jahren zu hören und zu lesen kriegen.
    Im Prizip hat der doch nichts weiter gemacht, als all das was in den letzten Jahren über Spiele erfunden wurde in zu einer Klorolle zusammenzurollen und diese verkauft der nun als „Buch“.
    Durch solche Menschen wie diesen Hänsel macht unsere Zivilisation eher einen riesen Rückschritt bzw. solche Leute würde ich eher als „Bremser“ bezeichnen.

  26. Natürlich steht da nichts Neues drin. Aber der wiedergekäute Brei aus altbekanntem Unsinn und wohlfeiler Empörung erfüllt doch auch seinen Zweck: Demnächst können die anderen Mitglieder des von Vicarocha trefflich charakterisierten Zitationszirkels die nächste Runde Ringelpietz-mit-Anfassen spielen. Sie haben ja jetzt den nächsten Meilenstein der Wissenschaft für die Fußnoten in ihren eigenen „Studien“, aus dem sie zitieren können. Schon ein wenig inzestuös, das Ganze.

  27. ich denke sein sohn hatte die harte linie des vaters satt und hat genau deswegen das getan und gesagt wo er genau weiss das dies seinem vater in große schwierigkeiten bringt bzw. um seinen vater zu provozieren.
    meine antwort an den sohn: gute arbeit, auch wenn du vielleicht andere hintergründe dafür hast.

  28. hoffentlich!
    bestimmt gibt es auch regelmäßig lanpartys im herrmann´s keller XD
    vielleicht will herrmann deswegen alle diese dinge verbieten, lol

  29. Vielleicht begreift Herr Herrman nun allmählich, wie weltfremd seine Ansichten sind.
    Das gilt allerdings nur, wenn er bisher fest an das geglaubt hat, was er als Politiker verkörpert. Da habe ich allerdings so meine Zweifel.

  30. Bei jemandem, der den Kölner Aufruf unterschreibt, aber nach eigenem Bekunden „voll und ganz hinter dem Engagement und dem Hilfseinsatz unserer Bundeswehr in Afghanistan“ (abgeordnetenwatch.de) steht, sind Zweifel mehr als angebracht.

  31. Das Problem ist dass wir die Studie nicht vorliegen haben.
    Im Text ist von Korrelation die Rede. Eine Kausalität ergibt sich daraus aber noch lange nicht.

    Beispiel: 30% der Kinder spielen, und 30% sind auch häufige Schulschwänzer.
    Heisst das jetzt das Spiele dazu führen dass man die Schule schwänzt oder dass Leute die nicht zur Schule gehen (z.B. weil sie da gemobbt werden) zuhause sind und deswegen spielen? Oder hat es vielleicht überhaupt nichts miteinander zu tun? Sind das überhaupt die selben 30%? Oft bekommt man darauf keine zufriedenstellenden Antworten.

    Gruß
    Aginor

  32. Wenn ich für die Schule nicht lerne sondern lieber zocke, Filme gucke, Comics lese, im Wald spazieren gehe, in der Stadt herumlungere oder auf den Boltzplatz austobe etc. ist es klar das die Noten irgendwann in den Keller gehen, man ist halt nicht mehr auf Prüfungen und Tests ausreichend vorbereitet.

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