Weitere Studie

(gamespot, via gamona) Eine Studie des Bostoner Simmons College kommt zu dem Ergebnis, dass gewaltdarstellende Videospiele die Sympathie für andere Menschen senken und Gewalt als Mittel der Vergeltung oder zum Selbstschutz als eher gerechtfertigt erscheinen lassen. Befragt wurden 166 Schulkinder im Alter zwischen 7 und 15 Jahren, wobei als gewaltdarstellende Videospiele Call of Duty, Grand Theft Auto, Counter Strike, Mortal Kombat: Deception und World of Warcraft angesehen wurden. Die Wissenschaftler geben jedoch zu Bedenken, dass es sich um eine recht kleine Stichprobe handelt und möglicherweise nicht der Inhalt, sondern die Dauer des Spielens für die Effekte verantwortlich sein könnte.

– Text bei gamona (Deutsch)
– Text bei gamespot (Englisch)

19 Gedanken zu “Weitere Studie

  1. Haben die auch nach Buecher gefragt? Fernsehen? Das ist doch eher eine inhaltliche Sache, die sich nicht auf die Perspektive selbst bezieht. TAFF halte ich da fuer viel bedenklicher. Man denke an die Beitraege zu „Emos“. Die paar die wir in der Schule hatten verschwanden in den hinteresten Ecken als von diesem Mist zitiert wurde. Ich halte das fuer viel schlimmer, als ein Ansporn an einen sportlichen Wettkampf. Da hier zur Unterdrueckung von Randgruppen aufgerufen wird. Abgesehen von der Ausdrucksweise(„noob“,“fucking cheater“) ist so ein Spiel wie auf dem Rasen. Wobei wir auch schon anfangen uns als „glitcher“ bezeichnen *lach*.

    Ich frage mich außerdem, ob dass so ungewoehnlich ist. Ich mein: Im speziellen Maenner sind eher so, dass sie sich einmal dreschen und dann die Geschichte vergessen. So reagierte ich allerdings in der Grundschule – da habe ich noch keine Spiele gespielt. Wohl aber Fernsehen geguckt und Buecher gelesen. Waere interessant zu wissen wie die Verteilung innerhalb der Altersgruppen ist. Ich denke ich haette frueher (mit 6-8) eher gesagt, dass ich Jemandem ins Gesicht schlage, als mit 15 oder heute.

  2. Immerhin erkennen die Forscher an, dass nicht nur die Gruppe ziemlich klein ist, sondern dass es diverse Faktoren geben könnte, die die stichhaltige Ergebnisse erschweren. Aber mal im Ernst: Warum werden solche Studien überhaupt in Angriff genommen, wenn dabei nur so halbherzig vorgegangen wird? Neben den genannten Aspekten frage ich mich, wie man allen ernstes 7 Jahre alten Kindern jene Spiele vorsetzen kann. Einerseits wird immer betont, dass die Altersfreigaben nicht umsonst bestehen und dann sowas…

  3. Wenn wir unseren Kindern einreden, dass Todesstrafe und Kriege gerechtfertigt sind, dann brauchen wir uns um die Auswirkungen gewalthaltiger Videospiele keine Gedanken mehr machen.

  4. Frage 1: Bist du aggressiv?
    Frage 2: Spielst du Videospiele?

    Wurden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, dann wird das doch mal als der ultimative „Beweis“ gewertet… . Sorry mal, aber das ist keine Wissenschaft, das ist absoluter Müll. Egal wie „gut und ausführlich“ diese Fragebögen ausfallen würden, es wäre immer möglich, dass die wahre Ursache für das Verhalten damit nicht abgefragt wird bzw. werden kann, da komplexe Zusammenhänge wohl kaum auf einem Fragebogen für Kinder abgefragt werden können.

  5. @Icarus: von World of Warcraft mal abgesehen (dessen Killerspielcharakter wohl ohnehin zur Debatte steht) sind die zumindest hier zu lange alle von der USK nicht mit Jugendfreigabe versehen worden, soweit ich das noch weiß. Muss allerdings gesethen, dass ich keine Ahnung habe, wie das eigentlich in den USA geregelt wird/ist oder wie diese Spiele dort bewertet wurden.

  6. Naja, das bedeutet im Wesentlichen, dass selbst bei einem korrekten Ergebnis der Studie unsere derzeitigen Gesetze vollkommen ausreichend sind, oder?

  7. @Icraus
    Die meisten genannten Games sind in den USA ab 15 Jaren freigegeben, einige davon sogar ab 12, hier wären allerdings sogar die eingedeutschten ab 18 Fassungen noch zensiert.
    Der Verkauf von Spielen an KInder/Jugendliche die nicht alt genug sind ist in den meisten US-Staaten völlig legal(Stichwort: Eigenverantwortung von Handel und Eltern), in einigen wenigen gibt es zumindest Strafzahlungen wenn man ertappt wird, diese Zahlungen belaufen sich aber nur ziwschen 500 bis 1500 Dollar, kein Vergleich zu unseren bis zu 50.000 Euro Strafzahlungen (Die aber in dieser Höhe bisher nicht angewandt wurde).

  8. Worauf ich hinaus will, ist, dass diese Studie hier bei uns nur sehr eingeschränkt gegen uns verwendet werden kann, selbst wenn das Ergebnis korrekt ist. Da alle genannten Spiele bei uns bereits verboten sind.

    Die können höchstens noch anfangen, wegen der Auswirkungen auf junge Kinder eine Auswirkung auf Erwachsene anzunehmen oder zu ignorieren, dass die Spiele bei uns bereits verboten sind – wäre ja nicht das erste Mal.

  9. Viele Leute sind ‚unseren‘ Argumenten aber auch schlicht nicht zugänglich;
    Man mag bspw. bei FPS den gnadenlosen Charakter nicht; das Fehlen jeglicher Möglichkeit, Gefangene zu machen etc.
    Gegen diese – vll intuitiven – Bedenken kommt man auch mit pro / contra Studien schwerlich an.

  10. 166 Probanden WTF? Das überhaupt Studie zu nennen is ne Frechheit. Das selbst die ausführenden Wissenschaflter die Studie (indirekt) anzweifeln is dann wohl die Krönung.

  11. @Tentakelzombie
    FPS (Ego-Shooter) beschreiben für gewöhnlich keine geordneten Situationen in Verbänden, sondern individuelle Not. Und das meist auch singulär: wen sollte man denn beispielsweise in „Bioshock“ auch gefangen nehmen? Absurd.
    Das ist auch das Abstruse an Forderungen die Genfer Konventionen in Games durchzusetzen: ich behaupte mal, dass die Genfer Konventionen in allen dafür relevanten Spielen auch existieren. Oder weshalb sollten sie es nicht? Ich kenne kein Spiel das Vorgänge in einem Krieg welche dagegen verstossen etwa nicht als Verbrechen oder zumindest absonderlich ausweisen würde, geschweige denn Titel welche gegen die Genfer Konventionen auftreten würden.
    Auch Strategiespiele geben Krieg als solchen kaum wieder sondern ausschließlich einzelne militärische Operationen. Deren Summe ergibt dann sozusagen den „Krieg“. Das mag als Euphemismus angegangen werden, doch ich betrachte diesen zum Beispiel auch schonmal als bloße Unterstellung gegenüber Fiktionen: womöglich wollen sie eben nichts anderes auch als solche Operationen vermitteln.
    Gerade bei etwas so Abstrahiertem wie „Hearts of Iron“ ist das ebenfalls so: deren Schlachtfelder sind obendrein frei von Zivilbevölkerung. Deren Hinterlassenschaften dienen womöglich lediglich als Kulissen. Historizität weist das wenig auf. Historische Schlachtfelder sind wohl nur selten dermaßen leblos gewesen abseits der militärischen Handlungen – selbst bei diesen widerlichen Gentlemen-Scharmützeln vergangener Jahrhunderte wird das nicht der Fall gewesen sein. Und dann wird perfider Weise noch eine angebliche „Kriegstugend“ angeprangert welche Games vermitteln würden.
    Man hört den Kreativen dabei auch nicht zu meiner Erfahrung nach: so wird gerade bei Titeln wie „Medal of Honor“ immer wieder behauptet man wolle Kriege darstellen. Noch dazu möglichst „realistisch“. Nein das möchte man vielfach ausdrücklich nicht, sondern Anderes wie beispielsweise Geschichten von SoldatInnen erzählen.

  12. Das einzige Game welches Kriegsgreuel beider Parteien zeigte war bisher Shellshock Nam`67,leider oft etwas plakativ nach dem Motto seht her, wir schocken euch indem wir euch jetzt mal zeigen wie ein ganzes Dorf niedergemacht wird oder wie Kriegsgefangene aus Spaß gerichtet werden, das mag zwar alles vorgekommen sein aber die Umsetzung im Game erinnert eher an einen Hollywoodfilmspaß als an einen echten Krieg, das ganze war da meist nur hingerotzt und wirkte genauso wie Jahre später bei der Call of Duty MW 2 Flughafenszene nur gestellt, Gewalt der Gewalt wegen aber nicht um irgendwie, irgendwas wirklich aussagekräftiges rüberzubringen, in Deustchland wurde das Game natürlich auf dem Index gesetzt und schrammte nur knapp an der Beschlagnahme vorbei.

  13. Sorry, aber Gewalt als Selbstschutz würde ich auch benutzen wenn ich nie Computerspiele gespielt hätte…
    Ich mein, wenn einer mit einem Messer auf mich zugerannt kommt, ist er selbst Schuld wenn das Messer in ihm landet…

  14. @DFD
    Das ist auf jeden Fall richtig, sich alles gefallen lassen ist auch falsch, der absolute Verzicht auf Gewalt begünstigt zbsp. Mobbing, wenn die Leute meinen man lasse sich alles gefallen nur weil man friedlich ist hat man schnell ein sehr großes Problem, eine auf die Fresse sorgt oft für Ruhe und Frieden. Wie heißt es so schön, willst du den Frieden mußt du für den Krieg rüsten, Paradox aber wahr.

  15. @Doktor Trask
    Die Shellshock-Spiele wollte ich nie spielen – seh sie aber immer hier irgendwo in einem Laden. Ich glaub beim Gebrauchthändler meines Vertrauens ^^ Sollte man sich das denn einmal angeschaut haben müssen? Ich meine spielerisch – abgesehen von diesen Gewaltszenen. Soll ja in Richtung Survial-Horror gehen.
    Ansonsten fällt mir noch „Men of Valor“ der „Allied Assault“-Macher 2015 ein. Manche Szenen in „World at War“ sind sicher auch grenzwertig, oder bereits weit darüber hinaus… Leider bin ich militärhistorisch nur schlecht ausgebildet worden.

  16. @Pyri
    Nur Teil 1, Teil 2 hat mal vom Setting abgesehen nichts mit Teil 1 zu tun, Teil 1 ist ein Kriegsgame, Teil 2 ein Horrorspiel, nur halt in Ego-Ansicht. Teil 1 ist aber auch Spielerisch und Atmosphärisch deutlich besser als Teil 2. Shellshock Nam’67 läuft übrigens auch auf der Xbox 360 perfekt, nur für den Fall das jemand lieber die Konsolenfassung spielen möchte, erhältlich war das Game für PS2, PC und Xbox, auf dem Gamecube ist es nicht erschienen, das wollte Nintendo nämlich nicht(Wegen der Gewalt).
    Men of Valor haut den Spieler zwar in den Ladebildschirmen sehr viele Fakten über den Vietnamkrieg um die Ohren, im Spiel selber geht es aber eher wie in einen Aktionfilm zu, die Einsätze sind zwar Historisch angelehnt aber mehr auch nicht, moralische Konflikte gibt es hier eigentlich nicht, zudem ist die deutsche Version sehr stark zensiert worden. Auch Conflict Vietnam hat außer Ballern kaum was zu bieten.

  17. Das zweite Shellshock ist ein Totalausfall, das erste stammt von den Killzone 3 Machern und ist ein solides Kriegsspiel aus der 3rd-Person Perspektive.

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