Fußballspiele gefährlicher als Shooter

(eurogamer/metro) Bereits 2009 stellten Simon Goodson und Sarah Pearson von der Huddersfield University fest, dass Rennspiele mehr Agressionen als Shooter auslösen. Das damalige Fazit:

 “Surprisingly the results showed that the driving game made participants more agitated and aggressive than the game with graphic violence. Given the high levels of realism in modern games a re-evaluation of the relationship between videogames and violence is needed.”

Was zum Teil etwas unterging: Es wurde auch virtuell Tischtennis gespielt, was bei den Spielern ebenfalls zu stärkeren Reaktionen führte, als es bei dem Shooter der Fall war. Mittlerweile wurde  in einer weiteren Studie die Wirkung eines virtuellen Fußballspieles der von Shootern gegenüber gestellt:

“As participants reacted with more agitation during the football game it seems the effects of violent video games have been misrepresented in the past.”

13 Gedanken zu “Fußballspiele gefährlicher als Shooter

  1. … die Studie fällt wohl in die gleiche Sparte von Studien, die absolut absolut dämliche Aggressionsmaße verwenden, wie die restlichen Studien der Mediengewaltwirkungsforschung:

    “They measured the heart rate, respiration and brain activity of 40 male and female participants who were randomly allocated to play either an XBox 360 violent video game or a football game.

    The results showed killing someone caused little brain activity but conceding a goal or foul caused high activity.”

    … so ein Müll. Das ist keine Meldung wert, so wie auch Studien, die zu gegenteiligen Ergebnissen kommen, keine Meldung wert sind. Wozu sollen “heart rate” und “respiration” gut sein? Das könnte maximal etwas zum Erregungsgrad aussagen (q.e.d.). Welche “brain activity”? Es besteht keine eindeutig interpretierbare Beziehung zwischen Hirnaktivitäten und Aggressionen.

    Bleibt natürlich abzuwarten, ob die beiden Autoren ihre Ergebnisse auch wirklich so interpretieren, wie das in den diversen Meldungen dargestellt wird… aber wozu sonst sollte man so einen Quatsch verfassen. Das dafür auch noch Forschungsgelder rausgegeben werden, ist der eigentliche Skandal.

    Read more: http://www.metro.co.uk/tech/862249-football-video-games-make-players-more-aggressive-than-violent-ones#ixzz1LNRpx1Eu

  2. Frage mich ob diese Meldung wieder die Gutmenschen auf den Plan ruft die meinen das Videospiele schon für sich eine Gefahr darstellen.

  3. @Vica

    Ich erinnere mich auch irgendwo gelesen zu haben, dass sowohl das “zu niedrige” als auch das hohe Ansteigen von Herzfrequenz schon als Hinweis auf eine negative Wirkung gedeutet wurden. In einem Fall wohl als Beleg für eine Abstumpfung, im anderen an Freunde an der Gewalt. Ich glaube als Laie einfach mal, dass die Studie in der Tat recht wenig über latente Gewaltneigungen aussagt – eher etwas über Herz- und Atemfrequenz. Da jedoch auch durch die selben Methoden die Ergebnisse bei Studien mit nachteiligeren Ergebnissen erzeugt werden – über die hier ja auch berichtet wird – habe ich in diesem Fall ebenfalls nicht auf eine News verzichtet. Die Geeignetheit der Wirkunsgforschung mag man anzweifeln können – wie Fritz:

    “Auf die klare Frage, ob denn bestimmte Video- und Computerspiele aggressiv, unsozial, unempathisch (oder dick, dumm und unglücklich) machen, gibt es nicht die gewünschte klare Antwort (und wird es auch nicht geben).”

    Aber dass möchte ich doch jedem selbst überlassen un ihm die Entscheidung nicht dadurch abnehmen, dass ich Studien völlig ignoriere.

  4. Das war von mir weniger als Vorwurf an dich gemeint, dass du dazu ‘ne Meldung verfasst.
    Ich halte dieses Studientennis nur generell nicht für sinnvoll… in erster Linie sind Fachjournale, Institute u.ä. Ziel meiner Kritik; wenn da so ein Quatsch nicht gefördert wird, werden meine Nerven auch verschont. ^^

    Und ja, dass ist schon sehr richtig, dass man solche Ergebnisse in die eine oder aber auch genau die entgegengesetzte Richtung interpretieren “kann”: Mit etwas Böswill wird eine gesunkene oder gar gleichbleibende Herzfrequenz nach der Mediengewaltexposition dann z.B. als Desensibilisierung gedeutet, eine erhöhte Frequenz selbst als Aggression und ähnliche Späße… ist natürlich alles Quatsch und da muss man erst garnicht damit anfangen, dass die Unterschiede in den Frequenzen zwischen den Probanden und den Kontrollgruppen maginal sind und die ermittelten Werte ohnehin denen entsprechen, die ein Mensch normalerweise im Ruhezustand hat. Insofern ist es auch richtig, dass solche Ergebnisse jetzt die Willkür der Ergebnisinterpretation verdeutlichen, stimmt schon.

  5. Ich denke da zum Beispiel auch an eine Ernäherungswissenschaft: es geht in Zusammenhang mit Menschen doch oft um bestimmte Vorstellungen von “Auswirkungen” und da gibt es auch immer irgendwelche Interessen dahingehend.
    Vor allem bezüglich Gesundheit.
    Es ist aus meiner Sicht in erster Linie ein öffentliches Interesse das da zum Vorschein kommt, sowie in zweiter Linie Politik: (solche) Wissenschaft will ja nicht nur finanziert werden, sondern auch legitimiert sein.
    Die Wissenschaft selbst würde ich jedenfalls nicht angreifen, sondern es sind gesellschaftliche Begleitumstände welche sie begünstigen: würde man etwa nach anderen Dingen fragen, anderen “Auswirkungen”, zum Beispiel wie “glücklich” Games machen – anstatt wie “aggressiv” – käme dabei wohl ebenfalls viel Unsinn heraus.
    Aber fragen kann man es schon finde ich.

    Bloß sollten diese Fragen in Beziehung gesetzt werden – da ist das Problem vorhanden denke ich: genau dort, an der Schnittstelle einer Kommunikation, wie Ergebnisse transportiert werden. Und da würde ich halt eher einen Journalismus verantwortlich machen. Sicher gibt es zudem auch noch einzelne gesondert zu betrachtende Gruppen, wie das KFN oder den bekannten deutschen Zitationszirkel mit Gentile etc. Gruppen die für mich in erster Linie überhaupt Politik machen (wollen).

  6. Hehe, ja das ist mal echt toll:
    – Hohe Herzfrequenz und Atmung = Aggression:
    –> Sex macht aggressiv? Da hat das so gut wie jeder.
    .
    – Hohe Gehirnaktivität = Aggression:
    –> Hmmm… Da müsste man mal Studenten während einer Klausur betrachten. Macht das aggressiv? Oder Kunstkritiker beim Betrachten der Mona Lisa. Ich wette da steigt die Aktivität. Macht also die Mona Lisa aggressiv? Sind diese Leute also Frauenhasser? (ich seh schon die Schlagzeile: 80% der Kunstliebhaber sind Frauenhasser!!)
    –> Jemand der sich über ein lanweiliges Kinderspiel der schlechten Graphik oder schlechten Steuerung wegen aufregt würde also darauf schließen lassen, dass das Kinderspiel aggressiv macht, genau wie der der sich über sein schlechtes Abschneiden im Test aufregt. (Lieblingsbeispiel MarioKart: Ich fluche bei keinem Spiel so viel und so vulgär wie bei diesem. Viel schlimmer als bei Shootern oder anderem. Warum wohl?)
    .
    Ok, nehmen wir die Gegenteile:
    – Niedrige Gehirnaktivität/Herzfrequenz/Atmung deutet also auf Abstumpfung hin…
    –> Wer also durch Gewöhnung an ein Spielprinzip beim spielen ruhig ist, der ist Abgestumpft.
    –> Wer sich bei einem langweiligen Spiel langweilt ist also auch abgestumpft. Evtl. hat er einfach ein Spiel erwartet und keinen langweiligen interaktiven Kinderfilm.
    –> jemand der zur Entspannung spielt, also dem Spielprinzip folgend, trainiert in den Abläufen, und das gesehene abstrahiert, die Figuren als unecht wahrnimmt und nicht als Personen (denn sie sind ja keine), sprich: Der GEBILDETE MEDIENKOMPETENTE Spieler ist automatisch abgestumpft? Was ist denn das für eine Argumentation?
    Umgekehrt wäre derjenige der sexuelle Lust bei Gewaltdarstellungen empfindet genauso ein normaler Mensch wie derjenige der über jedes Pixelmännchen in Tränen ausbricht und Alpträume hat wenn ein Moorhuhn dran glauben muss. Jemand der sich über das Spiel aufregt weil die Männchen hässlich aussehen oder aus Frust über die hakelige Steuerung würde dann als normal (weil empathische Reaktion zeigend) empfunden werden.
    .
    .
    Beides macht für mich keinen Sinn. So einfach geht das nunmal nicht.
    .
    Gruß
    Aginor

  7. Und das ist nur das eine Ende der Kette. Die Kriterien, nach denen die verwendeten Spiele als “Gewalttätig” oder eben nicht, eingestuft werden sind genauso willkürlich und heterogen.

  8. mich machen rennspiele auch agressiv. weil mich die meisten shooter langweilen. heißt das jetzt, dass ich abgestumpft bin? die ham ihre studie wahrscheinlich mit nem lügendedktor durchgeführt. dieses jahr gibts ein fettes, battle bf3 gegen cmw3. bin gespannt, was pro7 diesmal bringt. ich bin ja für bf3. übrigens kann man mit kinect und einem freeware-programm motion-capturing-aufnahmen machen. das sollte mal gesagt werden.

  9. FUßBALL GAMES? UNSINN.
    wenn ihr mich fragt ist Tetris ziemlich gefährlich. Weil es den Kommunismus fördert XD.

  10. Spannender wäre es gewesen, wenn direkt mit Fußball anstatt mit Fußballspielen verglichen worden wäre. Dann könnten die Leute jetzt nicht, wie von Doktor Trask angesprochen, mit dem “Computerspiele sind generell böse” kommen und wir hätten ein Killerargument mehr gegen Studien, die wie diese gesteigerte Herzfrequenz als Zeichen für Aggression sehen.

    Aber vermutlich war das selbst den forschern klar, dass die Messung der Herzfrequenz bei einer sportlichen Tätigkeit wohl ein bisschen ungeeignet ist.

  11. @Doktor Trask
    Warum müssen jetzt eigentlich die Gutmenschen für allen Quatsch herhalten? Und seit wann fallen CDU/CSU/SPD Politiker da mit drunter?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.