Gibt es Computerspielabhängigkeit?

(re:publica/spon/kfn) Ein Vortrag hierüber gab es von Dr. Jan-Hinrik Schmidt des HBI bei der re:publica XI, der nun auch online angesehen werden kann. Er war unter anderem selbst an einer Studie zu dem Thema beteiligt, die bei SPON angesichts vom KFN abweichender Zahlen viel Beachtung fand. Hier wurden die Ergebnisse der Studien durch Christian Stöcker gegenübergestellt, zum Missfallen des KFN. In einer eigenen Stellungnahme wird nicht die Studie, sondern deren Darstellung durch SPON angegriffen. Der Artikel sei „wider der journalistischen Sorgfaltspflicht“ entstanden.

Zum Vortrag (Video)
SPON-Artikel (Christian Stöcker)
Stellungnahme des KFN

10 Gedanken zu “Gibt es Computerspielabhängigkeit?

  1. Grossartiger Weise kann ich gerade die letzten 10 Minuten des Youtubes Videos nicht sehen und die KFN-Stellungnahme ist off – mein Internet?

  2. KFN Stelllungnahme funzt ohne probleme bei mir…
    Liest sich aber sehr witzig teils, so beschwert sich das KFN das der wortlaut der fragebögen geändert wurde. Was natürlich nötig war da der original wortlaut ja eher für 9. klässler gedacht war, aber die meisten erwachsenen kommen sich dann doch komisch vor ungefragt geduzt zu werden bei einer befragung ;)

    Das liest sich teilweise schon nach erbsen zählen auf ganz hohem niveau, aber ich glaube das ist so wohl üblich in diesen kreisen.

  3. @Icarus
    Einige Dinge hat ja selbst der Typ vom HBI angegeben. Z.B., dass die heruntergrebochenen Zahlen gerade wegen der geringen Teilnehmerzahl nicht belastbar ist. Ansonsten fehlt es mir aber am Sachverstand um mich dazu fundiert äußern zu können. Falls du da Qualifikationen vorweisen kannst und zuviel Zeit hast würde ich mich aber freien eine Analyse von dir hier präsentieren zu können^^.
    edit:
    Die letzten 10 Minuten gehen jetzt auch wie das pdf bei mir. Die letzten Worte sind echt sehenswert. Das mit der Frage nach der moralischen Wertigkeit des Handelns und der künstlichen und schiefen Trennung zwischen real und virtuell.

  4. Sachverstand ist grenzwertig, habe ein Nebenfach in Diplom-Psychologie, wo man sich viel mit sowas beschäftigt. Zeit geht aber leider überhaupt nicht.

    Bei einem kurzen Blick auf die Fazits scheint mir folgendes:

    Nr. 1 geht am Thema vorbei. Es wird nicht der Kritikpunkt adressiert, dass bei der KFN eine Gruppe mit ohnehin häufigem Spielkonsum betrachtet wurde. Die KFN meint, die Zahlen wären bestätigt worden. Kritik war aber nicht, dass die Zahlen an sich falsch sind, sondern dass sie auf der falschen Annahme erhoben wurden – und natürlich kommt die andere Studie, nimmt man die gleiche falsche Basis, zu dem gleichen falschen Ergebnis.

    Nr. 2 kann ich gerade nicht nachprüfen. Die Aussage vom KFN-Pfeiffer wurde jedenfalls nicht revidiert und reicht als Beweis der These – wenn sie denn stimmt.

    Nr. 3 kann ich nicht auf einen Blick bewerten, da muss man in die Methodik rein.

    Das nur als Ansatz, was mir sofort in den Sinn gekommen ist, ohne Verifikation, einfach mal drauflos. Viel mehr als kleines Stückwerk kann ich im Moment leider nicht beisteuern.

  5. Ich finde den gesamten Vortrag sehr erfreulich.
    Wo ich finde, dass man noch weiter arbeiten könnte – aber das betrifft auch eher eine Wahrnehmung von Computerspielabhängigkeit denn diese als Gegenstand – ist
    – erstens bei einem Verhältnis zum Glücksspiel, dass mir immer noch unklar erscheint. Liegt beim Glücksspiel das Hauptinteresse in möglichen Geldgewinnen? Was treibt die Menschen an etwa Automaten so sich hinzugeben?
    – Zweitens das Verhältnis zu stoffgebundenen Abhängigkeiten. Also Alkohol und Tabak richten im Körper ja (chemische?) Veränderungen an, während es hier doch eher „nur“ um alternative bis eben problematische Lebensweisen geht. Für Individuen und/oder Gesellschaft, wenn Individuen dieser dadurch verloren gehen.

  6. Meine Laieneinschätzung ist die:

    – alles, was Spaß macht, kann psychisch abhängig machen, und
    – wenn man in einer Ausweichhandlung etwas Wichtiges bekommen kann, was man im echten Leben nicht erlangt, zieht man sich darauf zurück.

    Und wollte man das verhindern, so müsste man alles verbieten, was Spaß macht und dem Nutzer positive Rückmeldungen gibt.

    Mein Lieblingsvergleich ist da Fußball und der Kult, der da in Deutschland drum gestrickt wird. Da haben wir auch Leute, die dem ihr Leben verschreiben (und eine ziemlich hohe Gewaltrate). Eigentlich das, was Computerspielen immer unterstellt wird. Dazu würde ich gerne mal einen Vergleich sehen.

    Denn ‚komischerweise‘ schreit da niemand nach einem Verbot.

  7. Interessant, daß das KFN sich nie beklagt, wenn in Artikeln die immer wieder kolportierten, unbewiesenen oder längst widerlegten Mythen über Computerspiele wiedergekäut werden… SCNR.

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