Duke Nukem Forever – Näf: Wäre eine Vergewaltigung ok?

(20min) Auf diesem Niveau wird über Duke Nukem Forever in der Schweiz diskutiert – dass in dem Spiel weder Gewalt gegen Frauen geschweigedenn eine Vergewaltigung vorkommt, wird dabei zur Nebensache. Denn Roland Näf, Präsident der SP im Kanton Bern und Initiator der Vereinigung gegen mediale Gewalt, gibt anlässlich der klischeehaften Rollenbilder zu bedenken: “Wäre es ebenso harmlose Satire, wenn die entführten Babes zur Beruhigung noch vergewaltigt würden?”. Der schweizer Gamerverband GameRights kommt mit einer Einschätzung zwar auch zu Wort. Das jedoch nur stark verkürzt, weshalb auf der eigenen Webseite der vollständige Text veröffentlicht wurde. In den deutschen Medien zeigt man sich dagegen etwas weniger aufgeregt: So finden sich bei Zeit-Online nur in den Kommentaren fragwürdige Äußerungen. Der Autor selbst beendet seine Betrachtung mit diesen Worten:

“Oder, wie der Duke sagen würde: “It’s time to kick ass and chew bubblegum.””

25 Gedanken zu “Duke Nukem Forever – Näf: Wäre eine Vergewaltigung ok?

  1. Damit würde ich unterstellen, dass das so wortwörtlich von Näf gesagt worden sei, was es aber nicht wurde. Ist es so besser?

  2. @Rey
    Ah ok, dachte mir bloß so als indirektes Zitat… Ja ist schon deutlich besser

    Die GameRighs-Stellungnahme geht mir übrigens zu sehr auf den Näf und dieses Boulevard ein.
    Worum geht es denn beim Duke formal? Doch um die Menschheit, und da im besonderen (entführte) Frauen zu retten (!). Dabei stellt sich auch die Frage WER sexuell devot sein darf: ich denke jeder Mensch, auch Frauen, sollten das sein dürfen – wenn sie es denn wünschen.
    Das deutet – jedenfalls für mich – eher auf ein fragwürdiges Menschenbild bei Näf und Konsorten hin. Auch was sich dort über Gamer offenbar so alles gedacht wird. Vergewaltigungen hin oder her: “Fur TV” thematisierte mal Vergewaltigungsfantasien. Auch Catherine Breillat in “À ma soeur”, da sogar bei einer Minderjährigen glaub ich.
    Sicher wäre die Integration von so etwas in die Welt eines Duke wohl mehr als unpassend, dennoch gibt es das (ebenfalls) auf der Welt und es sollte – auch in Games – die Möglichkeit bestehen das zu thematisieren. Beschwichtigungen, eine Abwehrhaltung dahingehend und zu sagen: nein nein, Vergewaltigungen gibt es nicht, es geht bloß mit Schrotflinten auf Stripperinnen zu schießen so dass sich diese in Geldscheine auflösen, im “3D”-Teil, finde ich gelinde gesagt auch etwas strange.
    Was sagen denn so Empörungen auch aus? Worauf deuten sie hin: doch bloß darauf was alles in den Leben der sich Empörenden keinen Platz haben sollte. Was wiederum unmittelbar zu langweilig-einseitigen Leben der sich Empörenden führt, zumindest für die welche die Empörungen so nicht verstehen. Normen welchen sich Andersdenkende halt nicht unterwerfen wollen – dahingehend nicht devot (sic!) sein wünschen. Letztlich also auf eine Umdrehung der Vorwürfe.
    So Leute wie der Näf werdn auch immer etwas finden worüber sie sich (wieder) empören würden – soviel kann gar nicht verboten werden… Siehe Frau Pfeiffer und ihre “Crysis”-Hühner. Müsste irgendwo im hiesigen Forum zu finden sein.

  3. Der Näf, der Näf…
    .
    Solche Statements lassen mich immer wieder jauchzen und frohlocken, dass ich trotz meines bedeutend geringeren Alters als die Kritiker bedeutend mehr über Spiele weiß und es nicht nötig habe, mit Nichtwissen Aufmerksamkeit zu erregen.

  4. Danke Näf!

    *vor steinen weg duck*

    doch man muss ihm danken was könnte denn jetzt ein besseres Zugpferd für die kommende Petition muss man erst mal finden! Man sollte es von Gamer seite noch ein wenig aufbauschen und dann weiter verbreiten. ZB Gamestarforum die haben erst wieder alte Threads über einen Kinderbuchautor ausgebuddelt.

    Happy Coding.

  5. @ Booomboy
    Wenn es solch einen Gott geben würde, würde ich mir wünschen, es gebe ihn nicht. Besser wäre es da, wenn eine transzendente allmächtige Wesenheit Näf die Erkenntnis schenkt und er dann von seinen Kritiken gegenüber Videospielen ablässt.
    Zu Näf: Mich verwundert vor allem eines an Näfs Stellungnahme. Zum einen stellt er sich Jugendliche vor, die Duke Nukem verehren, andererseits aber den Humor, den Witz und diese überzeicheten Motive nicht als solche wahrnehmen. Ich meine, ich bin schon seit meiner Jugend Fan vom Duke, hatte aber bisher nie das Gefühl, dass die Inhalte in den Spielen alle Enrst gemeint sind bzw. waren.
    *Und außerdem: DAS IST DER DUKE, JUNGE! Der darf das!
    Das ist wie bei Helmut Schmidt und dem Rauchen. Der pafft sogar in öffentlichen Räumen mal eine, trotz Nichtraucherschutz! Es gibt einfach Leute, die Sachen dürfen, was sonst keiner darf. Und mit was, mit Recht!*
    [Der mit “*” markierte Bereich entstammt einem kurzen Fanboy-Fieberanfall]

  6. @Pyri

    kannste vielleicht einen link zu frau Pfeifers Hühnern geben
    ich habe es leider nicht gefunden.

    wenn du es tust
    danke ich schon mal im vorraus
    also

    nochmals DANKE

  7. @Der_typ
    Hihi, ich versuchte vorhin schon auf Anfrage aus dem Forum was aufzutreiben – ohne Erfolg: immerhin habe ich die “Hühner-Frage” jetzt gefunden: hier bitte sehr http://www.razyboard.com/system/morethread-regine-pfeiffer-gut-boese-moral-gewissen-lebendige-spielwelten-rey_alp-2184406-5696936-20.html
    Gleich als Erklärung, O-Ton vom 12.7.2009 22:28: “Warum schreiben Sie mich nicht an, sondern sprechen so spöttisch über mich?
    ich bin überhaupt nicht labil, sondern äußerst gesund. Schätzen Sie dohc mal meine Fitness nach dem, was ich hier geschrieben habe (…) Ich könnte hier auch von Desensibiliserung sprechen, wenn Ihnen das nichts ausmacht, dass man ein harmloses virtuelles Huhn einfach so abballern darf.
    Ich fand es zynisch, dass es so lebendig und mit den unglaublich friedlichen Hühner-Lauten daherkam und trotzdem zum Abballern freigegeben war.
    Der junge Mann, der mir das vorgeführt hat, war etwas irritiert über meine Reaktion und sagte: Ja, vielleicht bin ich schon so abgehärtet.”

  8. Wie kommt der Näf auf “harmlose Satire”? Duke Nukem ist eine bitterböse, derbe, schwarzhumorige Satire. Und das ist gut so :D

  9. @hecterspecter
    “DAS IST DER DUKE, JUNGE! Der darf das!”
    .
    So ist es! Wer den Duke für seinen Umgang mit Frauen kritisiert, würde auch John McLane bitten die bösen Jungs festzunehmen, statt sie mit sarkatischen Sprüchen und roher Gewalt zu malträtieren. Hat die Schwarzer eigentlich auch schon was dazu gesagt?

  10. Der Macher der Moorhühner hatte doch schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass in den Spielen keines der Hühner stirbt. Es handelt sich um ausgebildete Stunthühner, die den Tod nur sehr real vortäuschen. Dass Frau Pfeiffer über diesen interessanten Aspekt nicht unterrichtet ist, passt in ihr mediales Erscheinungsbild.
    .
    Zu Näf fällt mir nur Peter Molyneuxs Zitat ein: Man muss wählen können.
    Warum nicht auch die Option einer Vergewaltigung? Denn dann und nur dann hat man die Möglichkeit sein eigenes Handeln und seine Entscheidungen zu hinterfragen. Wenn solche Extremfälle von vornherein ausgeklammert werden, sind wir nicht mehr Herr über uns selbst sondern laufen gleichgeschaltet hinter den neuen Führern her. Ich weiß nicht, ob das jetzt zu makaber klingt, aber auf die stereotype Frage: Und willst du dann in den Spielen auch Kinder vergewaltigen können? antworte ich zumindest immer mit: Ja! (Und das sage ich, der beim Tod von Nei fast geheult hätte!) Die Möglichkeit etwas zu tun heißt ja nicht, es dann auch tun zu müssen. Theoretisch könnte ich auch meinen kleinen Sohn aus dem Fenster schmeißen. Das Leben sieht diese Möglichkeit vor, aber trotzdem macht es keiner. Das ist der Unterschied.

  11. Näf ist genau so ein Weltfremdes A**loch wie Pfeiffer, bin froh wenn irgendwann solche Leute nicht mehr da sind aber das wird noch sehr viele Jahre dauern und wenn ich mir meine eigene Altersklasse so ansehe, ich glaube wir werden auch genug “Berufsidoten” in die Welt entlassen.

  12. @purchaser
    In Fallout 3 werden zum Beispiel Kinder als NPCs anders behandelt als Erwachsene.
    So kann ein Design auch moralische Implikationen haben.
    Ich spielte zuletzt mal wieder Modern Warfare 2: nach dem berühmt-berüchtigten “No Russian” gibt es aus meiner Sicht viel interessantere Szenen in südamerikanischen Slums. Dort bricht zum bislang einzigen Mal bei Call of Duty eine Zivilbevölkerung tatsächlich als “Störfaktor” sozusagen in ein Geschehen ein, und ich glaub auch in der internationalen Version erfolgt ein “Game Over” schießt man dort versehentlich auf diese.
    Bei den Hühnern eines Crysis stellen sich jedoch ganz andere Fragen: diese können wie alle anderen Tiere in dem Spiel, Schildkröten zum Beispiel, auch aufgenommen und geworfen werden etc. Dann sind sie ebenfalls tot. Das kann auch als Kommentar für eine Verwerflichkeit in dieser Welt gesehen werden – und zwar für eine sozusagen “selbstverständliche” Verwerflichkeit und muss gar nichts mit moralischen Grenzen zu tun haben. Alles eben Entscheidungen Kreativer: eine Freiheit wie sie wohl auch “Der weiße Hai”, die süßen Tapire in “2001” http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7b/Central_American_Tapir-Belize20.jpg etc. repräsentieren. Ja selbst “Die Spitzin” einer Marie von Ebner-Eschenbach: Tode von Hunden womit Generationen hiesiger SchülerInnen in Österreich gequält wurden…

  13. Schade, daß ich damals nicht im Forum gelesen habe, wie Frau Pfeiffer sich über das tote Federvieh erregt hat. Meine Frage wäre dann gewesen, wie sie sich dabei fühlt, den “jungen Mann” zu Tierquälereien angestiftet zu haben. Trägt sie damit nicht die gleiche Verantwortung für das Geschehen wie derjenige, der den Abzug (= also die Maus) bedient? Zumindest der deutsche Gesetzgeber bejaht diese Frage völlig eindeutig, nämlich im strafrechtlichen Sinne; ein reales (nicht virtuelles) Handeln immer vorausgesetzt.
    .
    Einerseits setzt sie auf sehr emotionale Weise die Spielhandlung mit realem Handeln gleich (“dass es so lebendig und mit den unglaublich friedlichen Hühner-Lauten daherkam und trotzdem zum Abballern freigegeben war.”). Andererseits nimmt sie für sich in Anspruch, als wissenschaftliche Beobachterin über dem Geschehen zu schweben, anstatt direkt beteiligt zu sein, sonst müßte sie sich der Frage nach der Verantwortung des Anstifters ja stellen. Die Einnahme dieser gottgleichen Perspektive ist ihr aber gerade nur im Experiment möglich, eben weil das Handeln des jungen Mannes sich nur in der Spielwelt auswirkt.
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    Frau Pfeiffers Empörung haftet deshalb der Eindruck grundlegender Unehrlichkeit an.

  14. purchaser, der Unterschied ist auch: Ein Spiel wird dir niemals die Möglichkeiten bieten können, wie das Leben, von daher müssen Abstriche gemacht werden in dem was vom Entwickler möglich gemacht werden kann und was nicht. Für das Spiel und den Entwickler stehen nur begrenzt Ressourcen bereit, und damit müssen die für das beabsichtigte Spielerlebnis benötigten Elemente gegeben werden. Ob jetzt die Möglichkeit einer Vergewaltigung in einem Massenmarktspiel wie Duke Nukem oder GTA (wobei ich mich da an die Hot Coffee Mod erinnere) wichtig für das Spielerlebnis wäre, wage ich zu bezweifeln, von dem abzusehenden finanziellen und ruflichen Schaden für Firma und Spiel mal ganz abgesehen, dürfte dieses kleine Detail einer simulierten Welt mit ohnehin niemals gänzlicher Entscheidungsfreiheit den Aufwand nicht wert sein.
    .
    Ganz davon ab gibt es genügend Vergewaltigungsspiele, die sich darauf und nur darauf konzentrieren, eben dies als Spielerfahrung zu bieten. Da kannst du deine Entscheidungen und Handlungen vorher sogar ganz real abwägen, ob du so ein Spiel spielen möchtest, und musst nicht extra IN ein Spiel um “vor die Wahl” gestellt zu werden.

  15. @buechse
    In der Hot Coffee Mod für GTA war’s keine Vergewaltigung sondern ganz “regulärer” Sex zwischen dem Protagonisten und seiner Freundin.

  16. ich frage mich wie viel blödheit oder im falle näfs, wie viel abgedroschenheit darf ein mensch noch haben UM NICHT als hirntot zu gelten!

  17. @Booomboy
    Wie sagte Albert Einstein so schön: “Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.”
    Na ja, ich glaube nicht dass es wahrhaft dumme Menschen wirklich gibt –

  18. “Müßte man nicht auch Nagelscheren verbieten, nachdem schon einmal jemand mit einem japanischen Küchenmesser einen Raubüberfall begangen hat?”

    Meiner Meinung ist das einfach ein letztlich nicht argumentationsfähiges Schein- und Dammbruchsargument: Erstens wüßte ich (im Medienvergleich) auch von keinem Text, Theaterstück, Film o.ä., in dem eine Vergewaltigung positiv oder “satirisch” dargestellt würde. Zweitens mal wird sich bei allem irgendjemand finden, der sich daran stört. Drittens kann man nicht jede Eventualität einkalkulieren (und muß es dementsprechend auch gar nicht). Viertens folgt nicht aus der Zulassung (der Darstellung) der einen “kriminellen(?!) Handlung” die Zulassung einer anderen.

  19. P.S.: Das “(?!)” in Bezug auf “kriminelle Handlungen” bezieht sich darauf, daß eine Handlung in der realen Welt anders beurteilt werden könnte als in einer virtuellen Welt. Würde man an jede fiktive Figur und jede fiktive Welt die gleichen moralischen Ansprüche anlegen wie sie in der realen Welt herrschen, müßte man (hier nun ebenfalls ein Dammbruchsargument) dann nicht auch beispielsweise Robin Hood als einen schweren Verbrecher verurteilen? Er soll ja, soweit im Mythos erzählt, Staatsdiener verletzt und/oder getötet und Staatsgelder geraubt haben. Dann ist die Menschheit sich nicht einmal darüber einig, in wieweit beispielsweise im Kampf gegen Terroristen die Menschenrechte oder das Kriegsrecht gültig sind. Und schließlich gehen die Spiele eben auf gängige Sujets ein, wie sie in der Literatur ansonsten auch vorkommen.

  20. Ich finde es interessant, das Näf sofort der Gedanke einer Vergewaltigung kommt, wenn er knapp bekleidete Frauen in Kontext eines Videospieles sieht.
    IMHO sollte er solche Spiele besser nicht spielen, bei dieser Phantasie…

  21. Manchmal sind solche sofortigen “Gedanken” bzw. “Phantasien” ein Anzeichen für ein nicht so gutes persönliche Attribut.

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