Kuriose Studie

(golem) In einer neueren Studie wurde ermittelt, ob gewaltdarstellende Videospiele zu realer Gewalt führen. Das interessante dabei ist, dass die Autoren zwar einen Zusammenhang zwischen Nutzung und Aggressionen festgestellt haben, es aber dennoch nicht zu einer Zunahme von Gewaltätigkeiten kommt. Die einfache Erklärung: Es besteht schlicht keine Gelegenheit die Agressivität real auszuleben, da die jeweiligen Personen eben mit ihrem Spiel beschäftigt sind und sie diese darüber hinaus auch virtuell abbauen. Das Ergebnis der Studie:

„Overall, violent video games lead to decreases in violent crime.“

Zur Studie

17 Gedanken zu “Kuriose Studie

  1. Auch wenn ich die Studie nich genauer betrachtet habe, ist zumindest das ergebnis eines mit dem ich ausnahmsweiße einmal einverstanden bin, ich meine, wer hat nicht schonmal in GTA jemanden verprügelt weil er einem hinten rein gefahren ist? :D

  2. ist das jetzt gut oder schlecht ???????¿¿¿¿¿¿¿¿???????¿¿¿¿¿¿?? ¿¿??¿
    politiker könnten es trotzdem als argument benutzen . auch wenn du es entkräftest wird er / sie trotzdem sagen das es aggressiv macht und deswegen einen veboten fordern

  3. Und unser Rey_Alp hat es schon vorher gewusst und in seinen Videos das Aufkommen von Actionspielen mit der Abnahme der Jugendgewalt in Verbindung gebracht! :)
    .
    @thanatos
    Da steigst du noch aus? Wozu gibt es denn die SMGs? ;)

  4. Ich fasse es nicht. Videospiele führen zu Aggressivität, die von den Spielern aber nicht ausgelebt wird, weil sie mit Spielen beschäftigt sind, das Spielen wiederum führt zu Aggressionabbau.
    Ich mach keine PDF-Dateien auf, aber wenn das so da drin steht, können wir uns beruhigt zurücklehnen: Zumindest die Studienveranstalter sind definitiv nicht mehr ernstzunehmen… (Studienentertainer, wäre auch ein hübscher Name.)

  5. purchaser:
    Ich finde das Ergebnis durchaus logisch.
    Wenn ich spiele, dann will ich gewinnen, steigere mich uU etwas rein, aber lasse es zeitgleich am Spiel aus. Das Spiel spornt meinen Ehrgeiz an und sorgt zeitgleich für entspannung.
    Und jetzt habe ich nur mal „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt und noch kein Videospiel ;)

    Jedes Spiel kann aggressiv machen, sobald man mitfiebert, denn Aggression wird idR bescheuert gemessen. Blutdruck, Adrenalin oder sonstiger Kram, wie sehr man anderen Menschen auf Befehl weh tun würde usw…

    Ob das nun wirklich Aggressivität ist, das sei mal dahingestellt. Aber jeder(!) wird beobachtet haben, dass jedwede(!!!!!) Freizeitbeschäftigung Stress erzeugen, aber auch abbauen kann und bei Ehrgeiz usw wird idR beides geschehen, nur dass der Abbau von Stress „obsiegt“.

    Das man für solche Weisheiten allerdings Wissenschaftler braucht, dass war mir so nicht klar. Evt. sollten wir mal eine Studie dazu anfertigen, auf welch bescheuerten Grundannahmen Studien erstellt werden :P

    Quasi eine Stuudie über Captain Obvious…

  6. Stimmt schon, wenn man an einem Abend mit Freunden Monopoli Spielt und einer der Mitspieler auf der eigenen Straße landet, eine hohe Miete zahlen muss, die ihn möglicherweise aus dem Spiel werfen kann, dann kann es bei guter Laune passieren, dass man aufspringt, lacht und in die Hände klatscht. Auch das ist aggressives Verhalten.

  7. @maSu
    Ja, erstens braucht man für solche Erkenntnisse wahrhaft keine wissenschaftliche Studien – das klärt meine Oma in zwei Minuten beim Sockenstopfen – und dann sollten wir vielleicht, bevor wir fortfahren den Agressionsteufel an die Wand zu malen, darüber reden, was unter Agression zu verstehen ist. Das, was da in der Studie beschrieben wird, nennt man im realen Leben sportlicher Ehrgeiz. Schlussendlich beweist die Studie die Harmlosigkeit von Videospielen. Nur schade, dass die Betreiber solcher Studien nicht sorgfältiger mit dem Begriff Gewalt umgehen – den assoziiert eine Frau Pfeiffer nämlich noch immer anders.

  8. @purchaser: Nein. Um das Verhalten großer Gruppen von Menschen zu beschreiben kommst du, es sei denn es sind sehr einfache Dinge, letztlich über Studien nicht herum.

  9. Und das sind eben alles „sehr einfache Dinge“, worauf wie ich glaube purchaser auch hinweisen wollte, wobei da meiner Erfahrung nach vielfach schonmal etwa gar nicht gefragt wird wie sich „Agression“ von „Agressivität“ unterscheiden würde: im Forum wurde vorhin ein Video verlinkt, in dem „Ego-Shooter“ als Synonym für „dumme Spiele“ vorstellig gemacht wurden. Scheinbar unbefangen, weil zumindest „so“ ist das eben so…
    Genau das sehe ich mehr oder weniger als die traurigen Ausgangslagen FÜR solche „Studien“ – auf die Idee anderer Arbeiten kommt man dabei scheinbar gar nicht.

    Des weiteren laufen diese Einschätzungen aus meiner Sicht jedenfalls immer auf ein Denken hinaus, das heute in Amsterdam leider freigesprochen wurde…
    Dass bei solchen Untersuchungen überhaupt von Videospielen auf Verbrechen geschlossen wird – wie man sieht noch vielfältig: Videospiele haben mit Kriminalität in der Sache doch gar nichts zu tun. Zumindest nicht mehr und weniger als etwa Religionszugehörigkeit. Oder Sexualität. Oder …
    Wir sind diese und jene Gruppe welche „die da“, eine andere, eben negativ sieht. Deren An- oder auch nur Grundlagen, Wünsche, Interessen, Wollen, Absichten und Organisationen. Denn „wir sind“ bekanntlich „wir“ – wer auch immer sich da konkret worunter alles versteht…

  10. ich muss gestehen dass ich die Studie noch nicht gelesen hab, aber wenn ich den Abstract richtig verstehe geht es hier darum, welcher effekt dominiert. Dass es verschiedene gibt ist trivial, brauchts keine Studie. Aber wer größer ist ist und bleibt ne empirische Frage.

  11. Nach der Katharsistheorie von Aristoteles würde das durchaus Sinn machen. Die Idee hinter dem Drama ist auch, dass die Zuschauer negative Gefühle durch Ausleben verarbeiten. Und psychologische Aggressionsbewältigung arbeitet heute auch mit solchen Techniken. Da wird beispielsweise ein Kissen verdroschen, zu dem sich die Person vorstellt, es wäre ein Mensch, auf den sie Wut hat.

    Also macht das durchaus Sinn. Und da haben wir auch ein schönes Beispiel, warum in Studien auch geschaut werden muss, in welche Richtung ein Zusammenhang läuft. Ein Beispiel: es gibt einen Zusammenhang zwischen der Größe eines Brandes und der Anzahl an Feuerwehrleuten, die zu dem Brand geschickt werden.
    Nun kann man auf die Idee kommen, immer möglichst wenig Feuerwehrleute loszuschicken, weil das ja den Brand klein hält. Die Folgen kann sich ja jeder ausmalen.

    Also: Videospiele zu verbieten, ist vielleicht nicht nur sinnlos, sondern auch kontraproduktiv, weil aggressiven Leuten damit eine Möglichkeit genommen wird, ihre Aggressionen auf harmlose Art abzubauen.

  12. Wie wäre es mal mit einer Studie, die den offensichtlichen Zusammenhang von Hooligankrawallan und Fußballspielen feststellt? Und anhand dieser Studie wird dann ein Verbot aller Fußballspiele gefordert.
    Ich wette, die Hooligans gehen dann brav nach Hause und fangen an zu häkeln. Aber unter keinen Umständen werden sie sich einen anderen Auslöser suchen, um ihrer Gewalttendenz nachzugehen.
    Schließlich machen doch ausschließlich die Fußballspiele die Hooligans aggressiv, oder?

  13. @Phaidros
    So eine Studie gab es schon und auch die Forderung nach Fußballverbot oder zumindest nach Spielen unter Ausschluß der Öffentlichkeit, müßte so gegen 2009 gewesen sein als diese studie sammt der (Teil)Verbotsforderung aufkam.

  14. Das kann aber nicht ernsthaft und breitflächig diskutiert worden sein, oder? Ich hab davon zumindest nichts mitbekommen. Und sowas hätte ich mir gemerkt.

  15. Und nun, lieber Mars, stellt sich die Frage:
    Ist der empirisch nachgewiesene Effekt überhaupt relevant?
    Das wäre meiner Meinung nach die wichtigste Frage überhaupt. Was hilft es denn ein „minimales Ansteigen der Aggresivität“ festzustellen, wenn dieser Faktor unter den ganzen restlichen Eindrücken eines Menschen schlichtweg bedeutungslos wird?

    Die Praxis deutet nämlich exakt darauf hin: Wenn es einen Effekt gibt, ist er irrelevant.

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