Newsschwemme #16

– Studie: “Haltung zu Krieg unabhängig von Computerspielen“, süddeutsche.
– GamesCom: Battlefield 3 mit Kampfjet beworben – Grüne protestieren, playfront.
– Polizist bringt Ausschreitungen in London mit GTA in Verbindung, GamePolitics.
– Krawalle Ausdruck “einer Freiheit, die nicht mehr zwischen virtueller und realer Welt unterscheide“, welt.
– Schweiz: Christlicher Polizeiverband will “The Darkness II” verbieten, 20min.
– Westdeutsche Zeitung über eSport, Westdeutsche Zeitung.
– Breivik konnte in “Call of Duty: Modern Warfare […] das Massaker selbst proben“, Regine Pfeiffer.
– vdvc-Webseite mit neuem Design, vdvc.

45 Gedanken zu “Newsschwemme #16

  1. Also zum ersten Link…

    “Zum Glück” hat das mal einer erforscht. Aber der Grund, dass man dies überhaupt erkunden musste ist schon traurig. Aber dieser Artikel bestätigt mein demographisches “Weltbild”. Und damit möchte ich niemandem auf die Füße treten oder ähnliches, aber… so hab ich es eben erfahren, auch als ich bei der Bundeswehr war.

    Und der Rest… mehr oder weniger dasselbe Thema wie immer… “Computerspiele sind die Wurzel allem Übels unserer Gesellschaft”… Und UNS wirft man unreflektiertes Nachplappern vor. Da wird einem echt übel bei.

    Zu GB… tja, das passiert wenn man “jeden Tag” seiner Unterschicht in die Fresse tritt. Seit es durch rassistisch motivierte Personenkontrollen oder anderem.

  2. Anmerkung zu 20min: Rechts zum Artikel gibt es neben dem Video auch eine Darstellung von den gamern. ich habe das zuerst echt übersehen…

  3. @TheWretched
    Ja finde ich auch sehr gut, dass das mal so explizit untersucht wurde anscheinend. Es gibt soviele Fragen die eben erst gar nicht gestellt werden…

    Um ganz GB geht es dabei glaub ich weniger, sondern das ist eine hausgemachte englische Geschichte.
    Der Artikel von Thomas Kielinger bei der Welt fasst praktisch alles Negative zusammen was ich in der “Debatte” dazu jetzt schon quasi gehört habe – es geht immer nur ums “hart durchgreifen”, mehr Möglichkeiten von Verfolgungen und um eine Klage über dessen (angebliche) Verhinderung.
    Jegliches Sprechen einer “Unterschicht” so scheint ihr bereits untersagt zu werden – sie soll sich einfach an bestimmte Vorgaben halten. Punkt. Aus. Basta –
    Was das noch mit Demokratie zu tun haben soll bleibt mir rätselhaft, und wie das die Menschen auch aufhetzt kann man in den Kommentaren dazu ablesen: den ersten haben sie jetzt wohl löschen müssen, da war anscheinend die Klage über einen “Sozialismus” welcher diese Zustände in England erst ermöglicht hätte zu deutlich enthalten.
    Nur um Polizeigewalt etc, geht es, und dann wird der “Unterschicht” noch ein “Wertemangel” vorgeworfen. Eigentlich absurd in meinen Augen – alles zusammen.
    Dass man “Unterschichten” überhaupt schon so ausmacht betrachte ich als Problem.

  4. hahaha, was die gruene da sagt ist lustig. ich stell mir grad vor wie ea und activion sich gegenseitig hochruesten und am ende einer den dom zerbombt

  5. Ich möchte zur Welt auch noch auf die dortige Sprach-Auswahl hinweisen, denn nicht nur die “Gewalt” sei demnach in England “exzessiv”, sondern auch die “Rücksicht gegenüber Straftätern mit Migrationshintergund” in Großbritannien…

  6. Die originale Pressemitteilung: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10220&cHash=2b49fe2c7139ff28a065478bed613c51

    Die Studie schafft es wohl als Anekdote in mein Diss.-Kapitel zur “Kriegsverherrlichung” i.S.d. § 15 Abs. 2 Nr. 2 JuSchG – Tatbestand einer sog. “schweren Jugendgefährdung”; ein Indizierungskriterium übrigens, das sehr gut die fehlerhaften, von Ressentiments durchzogenen Defizite der Wirkungshypothese veranschaulichen kann, die dem Konstrukt der Indizierung zugrunde liegen… als folge auf das “Krieg spielen” die Jubilierung realen Krieges. Man könnte jetzt natürlich einwenden, dass die Studie nicht die Wirkung “kriegsverherrlichender” Spiele analysierte, sondern die “militärische[r] [Ego-]Shooter-Spiele”, resp., dass (afaik) das letzte in der BRD wegen “Kriegsverherrlichung” indizierte Spiel eben kein Egoshooter, sondern mit “Command & Conquer: Generals” ein real-time strategy Spiel war, diese Gegenargument würde aber zu kurz greifen: Einerseits bleibt es auch bei dem genannten Spiel und den anderen, in den 80ern wegen “Kriegsverherrlichung” noch zu beweisen, was diese denn so von ihren Genrekollegen unterscheiden soll, dass sie sich für eine “Kriegsverherrlichung” qualifiziert haben und die anderen nicht (die Indizierungsentscheide liefern darauf keine plausiblen Antworten), so dass viel mehr das “Krieg spielen” als solches schon hinreichend den Tatbestand erfüllt haben soll. Andererseits könnte man mit der rudimentären, saloppen “Argumentation”, mit der bisher Spiele als “kriegsverherrlichend” indiziert worden sind, problemlos ein Gros “militärische[r] Shooter-Spiele” inkriminieren.

    Ich werde jedenfalls versuchen, meine Finger auf die Studie zu legen.

  7. Sehr fein auch die Fußnote Nummer 12 von Frau Pfeiffer:

    “Symptomatisch dafür ist das Forum Stigma Videospiele, in dem, wie ich finde, eine gewisse Wagenburgmentalität gepflegt wird.”

    Ähm… ja…

  8. Sehr nett so eine Studie zu veröffentlichen, die gut in die Vorarbeiten meiner Diss. passt.
    .
    Mehrere der anderen Texte gehören leider wiedermal zur Sorte “Ich kann nicht zwischen Realität und Spiel unterscheiden und behaupte einfach mal etwas zu Spielen.” Der GTA Bezug ist gerade deswegen so lustig, weil in GB doch alles angefangen haben soll, weil ein Polizist einen Mann erschossen hat. Es sind eben nicht Gangster, die Gewalt gegen andere anordnen, sondern es war die “Gegenseite”, die einschreitet wenn einer der GTA Protagonisten den Auftrag ausführt.
    Über das, was die Regine “pfeiffert”, musste ich herzhaft lachen, bis mir dann einfiel, dass es wohl erst gemeint und keine Form der Satire sein soll. So viel Mutmaßungen und Unterstellungen habe ich schon seit längerem nicht mehr gelesen und offenbar reduziert sie MW2 auf eine einzige kurze Szene. Wie kritisch die von den Spielern gemeinhin rezipiert wurde, welche Änderungen es in der deutschen Fassung gibt und welche Konsequenzen sich daraus auf die Wahrnehmung der Szene ergeben oder in welchem Spielkontext sie stattfindet scheint egal zu sein. Verschwörungstheorien rund um Selbstzensruren, Amoktraining und die scheinbar grenzenlose Verkommenheit bestimmter Spiele kennzeichnen ihre Ausführungen. Offenbar hat sie, entgegen ihrem Wunsch in der damaligen Diskussion hier bei Stigma, rein gar nichts gelernt.

  9. @Ash
    “Gut” würde ich den Kommentar nicht nennen. Er ist eher ein Sinnbild dessen worauf Vicarocha hingewiesen hat…
    Und beschreibt Beschwichtigungsmaßnahmen die man so meiner Erfahrung nach nur allzu gern und sehr oft ergreift, in dem Fall noch eher mit einem eher negativen Ergebnis auch bezüglich IB als “zynisch”, etc.: dass “World of Tanks” “kriegsverherrlichend” wäre wird eben nicht bestritten. Stattdessen lieber auf “Action-Thriller” verwiesen die ja auch Werbung für Gewalt machen würden. Ganz nach dem Motto: “haltet den Dieb”, halt bloß einen anderen – für kurz…

    Wenn das so weitergeht jetzt in Köln sehe ich demnächst schon K. Wecker vor den Toren der Messe mit Protestliedern konzertieren. Und von wegen: Köln = offen und liberal.

  10. Grüne protestieren gegen Battlefield 3. LoL… Ich bewundere mich sehr über Grünen.
    In lange Vergangenheiten sprachen die Grüne wie immer gegen Verbot
    von computerspielen aus. Heute sehe es völlig bei Grünen andera aus.

    Premier Cameron sagt in seinem Parlament in London,
    daß “gewaltverherrliche” Medien (Also von die Computerspiele reden)
    angeblich schuld an die Krawalle wäre. Lol…

    mfg Pirat72

  11. Es müsste eine Studie erstellt werden, die einmal den Background der Studienersteller beleuchtet (Parteizugehörigkeit, Parteisympathien, politischer Standpunkt, beruflicher Werdegang, weltanschauliche Interessen, finanzielle Abhängigkeiten…) in Verbindung mit den Ergebnissen der von ihnen erstellten Studien. Ich würd’ sie mir durchlesen.

  12. @Pirat72
    Ich hab mir das Unterhaus heute erst gar nur kurz mehr auch antun wollen. Selbstbeweihräucherungen noch und nöcher – Problemverschiebungen etc. Im Grunde mein Eindruck: Politik ratlos –

  13. Ich hatte einige Zeit überlegt, ob ich den Niveau-Limbo kommentieren sollte. Deshalb nur die Kurzfassung (die kürzeste Fassung dürfte dem berühmten Ausspruch von Max Liebermann ziemlich ähnlich klingen):

    Ich finde, die Vorstellung von der “Wagenburg” paßt auch ganz gut zu dieser Vorstellung von dem “Idyll”, in dem es keine Probleme gibt, das aufgebaut wird, wenn man – bezeichnenderweise auch noch “US-“(!) – “Killerspiele” letztendlich für alles verantwortlich macht. Ich hatte das Gefühl, daß mit der “Wagenburgmentalität”, die Spielern unterstellt wird, diese als “Eindringlinge” in diese perfekte, harmonische Welt dargestellt werden sollen. Denn der Begriff ruft bei mir ein bestimmtes Bild in Erinnerung, nämlich aus dem Western: Die Fremden, darauf erpicht, den Indianern ihr Land wegzunehmen, mit “überlegenen Waffen” ausgerüstet, gegen die die Indianer nichts ausrichten können und so fort.

    Hier müßte ich aber wohl auch Hopf/Huber/Weiß aus einem ihrer galligen Pamphlete gegen Spieler zitieren. Sinngemäß heißt es dort: “Ganz klar, Projektion.” Die “Wagenburgmentalität” würde nämlich ganz gut zu der anderen Seite passen: Man selbst sieht sich als eine gewisse Elite, als die Einzigen, die “sich ihren kritischen Blick bewahrt” hätten und “die Wahrheit” erkennen könnten, als Verteidiger der gesellschaftlich wünschenswerten Werteordnung. Nach außen wird in diesem Zirkel eine feindliche Welt aufgebaut, gegen die man sich verteidigen müsse. Und das tut man dann auch, indem man halt hin und wieder die Flinte raushält und schießt – sind ja alle Anderen eh blöd, man kann sie ggf. auch beleidigen, vor den Kopf stoßen oder instrumentalisieren. Man will sich auch gar nicht damit auseinandersetzen, man selbst handelt ja moralisch und das ist alles absolut richtig. Dabei merkt man gar nicht, daß es schon längst im eigenen Haus, hinter den eigenen geblümten Gardinen, brennt. (M.a.W. könnte der Gedanke für Großbritannien also lauten: Da lobt man die Demokratie, und die Menschen hätten so viele legale Möglichkeiten, sich zu äußern. Nur wirft man wohl auch keine Steine, wenn man das Gefühl hat, man würde zur Kenntnis genommen oder man könne irgendetwas erreichen, wenn etwas im Argen liegt, indem man die örtliche Polizei oder das Bürgerbüro anspricht oder dem lokalen Abgeordneten schreibt?!)

    Vergleiche dazu das Zitat von John Wayne: “Ich denke nicht, dass wir etwas falsch gemacht haben, als wir ihnen dieses große Land weggenommen haben. Da waren eine Menge neuer Menschen, die viel Land brauchten. Die Indianer waren egoistisch und wollten es behalten.” (http://de.wikipedia.org/wiki/John_Wayne) Es würde eigentlich auch dem Selbstverständnis der Medienkritiker entsprechen, wären sie die Angegriffenen, die die Moral gegen die “Diktatur der Unanständigen” verteidigen. Da schwingt nämlich auch die Vorstellung mit, die Ureinwohner hätten ja nicht die Moral, sie mußte ihnen von den Weißen erst gebracht werden.

    Zitat: “Die Polizei hat ihn getötet, aber sie macht, was sie will. Sie kann alle möglichen Behauptungen in die Zeitung setzen: Er war dies, er war jenes … auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist.” (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1527162/) Ich finde es jedenfalls unheimlich “toll”, wie “treffsicher” (immer dieselben) Leute die einzig wahre (immer dieselbe) Ursache für alle Probleme der Welt erkennen, und wie sie es schaffen, diese ihre Erkenntnis auch noch auszusprechen, ohne mit der Wimper zu zucken.

  14. @purchaser
    Stimmt, dass wäre sicherlich mal ein lohnendes Projekt, doch vermutlich wird sich da keiner rantrauen, weil dabei mit Sicherheit so viel Unschönes zu Tage gefördert würde, dass der Verfasser in Teilen der wissenschaftlichen Community den Ruf als Nestbeschmutzer weg hat und anschließend kaum noch einen Fuß auf die Erde kriegt. Immerhin sind gerade unter den Kritikern einige namenhafte Leute, die sich bestimmt nicht gefallen lassen würden, wenn ihnen jemand mangelnde Neutralität durch Partei- Religions- oder Lobbygruppenhörigkeit unterstellt.

  15. @Martin Ebers
    Sehr schöner Vergleich, wobei mir auf Deutschland bezogen auch die Kleingärtner Mentalität in den Sinn kommt. Die Spielekritiker sind dabei die Verfechter von Recht, Ordnung und althergebrachten Werten, während die Spieler die Parzellenbesitzer sind, die es wagen, die Hecke höher wachsen zu lassen und das Gras nicht ganz so oft zu mähen. Kurzum: Die Querköpfe, die anecken und die der Vereinsvorstand ganz schnell loswerden will, weil sie die bestehende Weltordnung ins wanken bringen.

  16. Da sagt diese grüne Dauerempörte:
    “Dieser Kampfjet ist nie gebaut worden um Spiele zu bewerben, sondern um Menschen zu töten – und das ist das Erschreckende an der Sache. Es wurde eine Grenze überschritten zwischen dem, was Jugendliche sehen sollten und was nicht.”

    Jugendliche sollen keine Kampjets sehen? Dann sollte flott mal ein Gesetz rausgebracht werden dass es Jugendlichen unter 18 Jahren verbietet in den Himmel zu schauen. XD

  17. Ach die werte Frau Pfeiffer. Ich hab sie wirklich lieb, aber selbst meine Oma ist aufgeschlossener und aufgeklärter als R. Pfeiffer. Der Attentäter wollte maximale Aufmerksamkeit und dafür musste er auch die üblichen Verschwörungstheoretiker mit Nahrung versorgen, um die Aufmerksamkeit durch sein Manifest zu maximieren.
    Frau Pfeiffer ist auf den perfiden Plan hereingefallen.
    Das Manifest liefert einen Nährboden für fast jeden Kritiker – Thema beliebig. Videospiele, Einwanderung, Wirtschaft, eifnach alles bekommt in dem Manifest eine kleine Widmung, sodass jeder Spinner da draußen sofort sagen kann: “ich habe es schon immer gewusst, die Welt geht unter weil:…”.
    Ohne Videospiele hätte es den Anschlag ebenso gegeben. Der einzige Unterschied wäre aber, dass Videospiele nciht erwähnt worden wären, weil es sie ja nicht gegeben hätte. Videospielvorbilder braucht zudem niemand. Man schaue nur mal in den Blog von Frau Pfeiffer oder diverse Zeitungen an und man findet sein Vorbild: Der Attentäter wird durch die ständige Namensnennung und das Verbreiten seiner Ideologien “unsterblich”. Ein größeres Vorbild gibt es nicht.

    Ich finde es einfach schrecklich, dass manche Kritiker wie der Pawlowscher Hund bei jedem Attentat schon Probleme haben, ihren Speichelfluss zu verbergen. Man meint fast, die Kritiker hören einen Schuss und quasi automatisch beginnt das Gehirn Unfug zu verbreiten.

    Und immer dieses “niemand behauptet es gäbe einen monokausalen Zusammenhang!”-Gelaber, was nach einem billigen Disclaimer aussieht, nur um dann doch etwas zumindest vergleichbares zu behaupten… widerlich.
    “Niemand behauptet, es gäbe einen Monokausalen Zusammenhang, aber der Attentäter hatte die Bilder aus einem Videospiel im Hinterkopf”. Äh was?
    Da kann man gleich schreiben: “Niemand hat hier die Absicht dir weh zu tun, aber ich breche dir jetzt den Arm!”.

    Natürlich haben Videospiele einen Einfluss. Genau wie die Farbe der Turnschuhe, das Wetter oder der gestiegene Preis für Knäckebrot. Nur bei der Einordnung, wie stark der Faktor denn bitte sein solle, verrennt sich die Wissenschaft und ist nicht einmal in der LAge, Aggression sauber zu definieren und die Messung der Aggression sauber von Fehlerquellen zu lösen. Da wird der Blutdruck und Puls als Aggression angenommen usw.

    D.h. ich frage mich viel eher, warum sich R. Pfeiffer nicht mit dem gestiegenen Preis für Knäckebrot befasst… naja vermutlich weil nicht auf Knäckebrot, sondern auf Videospiele konditioniert wurde. Beim Pawlovschen Hund beginnt der Speichelfluss ja auch nur bei speziellen Auslösern.

  18. Ich finde, Frau Pfeiffer hat sich ziemlich zurückgehalten. Abgesehen von dem kleinen Seitenhieb, den wohl kaum jemand lesen wird, finde ich beim Überfliegen nur eine Sache kritisch: nämlich dass uns vorgehalten wird, jetzt nicht wieder in eine Diskussion über die Folgen von Spielen einzusteigen.

    Problematisch, weil mir der Anlass echt nichts mit Spielen zu tun zu haben scheint. Und vor allem, da alle anderen Leute und Medien uns die genannten Diskussion ja standhaft verweigern. Wir wissen doch alle, dass es nicht zu einer Diskussion kommen wird, wenn wir das jetzt ansprechen.

  19. Icarus: das ist aber genau der Trick. Sie fordert im Endeffekt, dass wir eine für uns schädliche Diskussion selbst in die öffentlichkeit zerren und dann selbst an dieser Diskussion nicht teilnehmen dürfen (bzw. nicht eingeladen werden, oder nur als das arme wirre Opfer, siehe diverse Talk-Runden).
    Im Endeffekt sollen die Spieler selbst den Kritikern ein Podium bieten.

    mMn absolut perfide.

    Denn wenn wir jetzt eine Diskussion in die Öffentlichkeit zerren würden, die Videospiele betrifft, dann würden wir selbst – wenn auch indirekt – einen Zusammenhang zwischen der Tat und Videospielen konstruieren bzw. den Anschein erwcken als gäbe es diesen Zusammenhang.

    Und dann wird Frau Pfeiffer und ihre Genossen/Genossinnen im Geiste nur folgendes sagen:
    “Nur getroffene Hunde bellen!” und dazu ein süffisantes Lächeln auflegen.

  20. Frau Pfeiffer hat dies anscheinend auch nur geschrieben, weil für sie zu wenig auf dieses Thema in den TV-Nachrichten eingegangen wird, also giftet sie selber etwas nach und liefert damit unnötig dem Attentäter von Norwegen eine weitere Plattform. Dieses Verhalten finde ich ebenso menschenverachtend, wie die Annahme, man könne Empathie wie ein Computerprogramm einfach löschen und mit irgendeiner Software durch “Killermentalität” überschreiben bzw. ersetzen.

  21. @Martin Ebers:
    “Ich finde es jedenfalls unheimlich “toll”, wie “treffsicher” (immer dieselben) Leute die einzig wahre (immer dieselbe) Ursache für alle Probleme der Welt erkennen”
    Da dein ganzer Kommentar über Frau Pfeiffer geht schätze ich auch dass du sie (u.a.) mit dem Satz meinst:
    Der Satz ist genau das, was Frau Pfeiffer in meinen Augen meint. Dass man hier teilweise in einer solch selbstgebastelten Welt lebt, dass man die Wendungen, die die Diskussion nimmt (bzw. was die einzelnen Leute wirklich sagen) gar nicht mehr wahrzunehmen brauchen meint. Manchmal scheint man sich irgendwie damit zu begnügen was irgendwer vor 10 Jahren mal gesagt hat. Und das ist in meinen Augen schon ein Punkt an dem manch einer noch Potenzial hat.

  22. Sein “ganzer Kommentar” geht nicht(!) exkl. “über Frau Pfeiffer”… abermals lesen bitte.

    Und ungeachtet dessen: Was eine Frau Pfeiffer, ein Hopf/Huber/Weiß und Co. “wirklich sagen”, ist dasselbe, was sie “vor 10 Jahren mal gesagt” haben (OK, “Frau Pfeiffer” ist ein relativ neuer Akteur – inhatlich bietet sie aber nichts neues), wobei dein “mal” die Sache antürlich auf den Kopf stellt; hier zieht man sich nicht an einer einmaligen Aussage, einem Nebensatz o.ä. hoch, sondern ein einer imemr und immer wieder perpetuierten Argumentationsstrategie – inhaltliche, argumentative etc. Wendungen gibt es da nicht, die Variationen sind marginal (ein Weiß fügt da z.B. nur mal ein neues Medium in seine Pamphlete ein); das ceterum censeo und cantus firmus der “Kritiker”, das ist das Thema.

    Abgesehen davon weiß ich schon, was du meinst, aber Martins Satz ist so ziemlich das unpassendste Bsp., um sich daran hochzuziehen… da suche dir lieber eine überdramatisierte Interpretation harmloserer Kommentare, als einen Kommentar zu einem deutlich kritikwürdigen Kommentar. ^^

  23. @Vic: was ich meine ist dass es ein Unterschied ist ob ich Spiele als immer gewaltbereit machend beurteile oder da andere Voraussetzungen hinzuziehe bspw., sorry, an dem Punkt (nur der Punkt) kann ich dich nicht verstehen, das hat mit marginal nix zu tun. Frau Pfeiffers aktueller Kommentar hier ist sonst für mich unverständlich, da gebe ich vollkommen recht.
    @Icarus: Naja, wenn ich mir z.B. Prof. Pfeiffer vor 10 Jahren anschaue und heute, das ist ein himmelweiter Unterschied in meinen Augen. GEnauso ist das, was aus der Politik kommt, ganz anders als die ersten Sachen von Beckstein. Sei es in der Defition des Spiels, in dem was eingeschlossen wird, wie schädlich man es ansieht… Da hat sich einiges getan. Und Leute, die Spiele als einzig wahre Ursache für alle Probleme sehen kenne ich keinen einzigen :-)

  24. @Mars: Es macht nicht viel Unterschied, ob Spiele als einzig wahre Ursache für alles Mögliche bezeichnet werden oder nicht, wenn daraus am Ende Verbotsforderungen von Spielen gestrickt werden. S. maSu weiter oben, Stichwort “Disclaimer”.

  25. (1) Ich finde auch, daß der Unterschied zwischen “Mediengewalt ist die einzige Ursache” und “Mediengewalt ist eine zentrale Ursache, im Kontext anderer Ursachen” (siehe das in Teilen einfach beleidigende Pamphlet “Gamer und die Wissenschaft” aus der genannten Werkstatt) nur graduell ist. Und von Christian Pfeiffer ist mir die Äußerung “Wenn er kein Spiel gehabt hätte, dann wäre er auch kein Amokläufer geworden” (in “Frontal 21”) doch sehr präsent.

    Zum anderen: Frau Pfeiffer ist ein Beispiel dafür, daß ja von Seiten der Medienkritiker letztlich alles, jeder Inhalt und jede Darstellung, auf die Goldwaage gelegt, im Sinne der eigenen Anschauung interpretiert; Inhalte und gängige Sujets von Genres falsch dargestellt oder so zurechtgeschnitten werden, daß die gewünschte Darstellung dabei herauskommt; oder auch eine Motivation unterstellt wird, die einfach nicht vorhanden ist. Etwa eine Behauptung, daß “der alte Jude” (den m.E. keiner der hier Vertretenen als “Juden” erkannt hat) in GTA IV nur vorhanden sei, damit(!) rassistische Gewalt gegen ihn ausgeübt werden könne. (Ich finde die Kritik daran, daß Personen dargestellt werden, die von Manchen als “irgendwie jüdisch aussehend” gedeutet werden können, auch seltsam doppelbödig (siehe 3.). Man sollte es also auch nicht völlig willkürlich ansetzen.)

    (2) Wendet man diese Strategie allerdings selbst an, daß kann man den Eindruck gewinnen, daß nicht nur der Gesamtzusammenhang, sondern schon einzelne Worte, die die Medienkritiker in ihren Veröffentlichungen benutzen, sehr wohl eine bestimmte Haltung gegenüber ihren Meinungsgegnern vermitteln. Und die ist nicht irgendwie “dialogorientiert”. Eine “Diskussion” findet mit ihnen gar nicht statt, weil es nicht einmal einen Ansatzpunkt gibt. Wie gesagt, die Spieler wollten auf die Medienkritiker zugehen und mit ihnen diskutieren, das wurde allerdings mit scharfen Worten zurückgewiesen. (Interessanterweise werden die Veröffentlichungen der Medienkritiker aber auch im wissenschaftlichen Mainstream kaum zur Kenntnis genommen, da sie eben auch dort nicht am Diskurs teilnehmen.)

    (3) Ich sehe da auch eine absolut widersprüchliche Haltung von Seiten derer, die jetzt die Einlassungen des Attentäters als Untermauerung für ihre Medienthesen anführen. Der Rest wird gar nicht zur Kenntnis genommen, alles nur wirres Geschreibsel. Jedenfalls habe ich von keinem Medienkritiker gehört, daß man etwas gegen die unintegrierten Immigranten tun müsse, obwohl er in seinem Pamphlet diese doch für die Misere Europas verantwortlich macht. Aber eine Autorin mit dem Künstlernamen Bat Ye’or, die seit Jahrzehnten sogenannte “islamkritische” Bücher schreibt, und auf die er sich x-fach beruft, machte das in einem Interview: sie wies zum einen die eigene Verantwortlichkeit zurück und meinte dann ganz platt, offenbar seien ja die Immigranten und die linke Politik an dem Massenmord schuld, schließlich habe Breivik das ja auch geschrieben. Rein logisch betrachtet, wäre dieser Schluß gar nicht einmal von der Hand zu weisen, aber er ist vollkommen ideologisch orientiert, weil die Autorin das ja auch schon seit Jahrzehnten schreibt. Und jetzt ziehen wir mal eine Parallele: Dort, wo er darüber schreibt, daß und wofür er die bösen Spiele angeblich eingesetzt habe, da nehmen die Medienkritiker ihn für vollkommen rational, das alles als gut und richtig, das müsse man ganz besonders untersuchen. Denn ohne – habe er seine Tat ja angeblich gar nicht begehen _können_, weil es ihm an der geistigen Abstumpfung gefehlt habe. Es wird völlig ausgeblendet, daß der Mann ein komplett abgeschlossenes Weltbild hat, daß er natürlich mit seinen Waffen auf dem Schießstand trainiert hat — und daß er andererseits “World of Warcraft” und andere Spiele doch eher als “Alibibeschäftigung” darstellte, warum er sich nicht mehr mit Bekannten abends zum Bier treffen könne, während er in seinem Keller an seinem Sprengstoff kochte. Letztlich kommt es also gar nicht auf den Geisteszustand des Täters oder auf “die Wahrheit”(TM) an, sondern darauf, wie man die Welt interpretiert.

    (Die Konsequenz daraus wäre ebenso merkwürdig: Angenommen, er hätte mit einer Erbsenpistole Schießen geübt. Würde man dann allen Kindern einen Sack Erbsen in die Hand drücken, aber die Abbildung von Erbsen verbieten, weil die vermeintlich “total aggressiv” mache?)

    (4) Vielleicht sollte ich einmal mein Französisch ein bißchen aufpolieren, neulich ist ein Buch von Antoine Bueno mit dem Titel “Le petit livre bleu: Analyse critique et politique de la société des Schtroumpfs” erschienen, in dem der Autor, der von sich behauptet, nichts liege ihm ferner als “die Schlümpfe” zu verurteilen, anhand teilweise marginaler Ähnlichkeiten oder angeblicher “Auffälligkeiten” in der Darstellung “nachweist”, daß die Gesellschaft der Schlümpfe kommunistisch, stalinistisch und antisemitisch sei: Papa Schlumpf trage immerhin eine rote Mütze und einen Bart, der ihn “wie Karl Marx” aussehen lasse, und nicht zuletzt sehe Gargamel, der Erzfeind der Schlümpfe, ja auch aus wie eine Stürmer-Karikatur eines Juden (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1518735/). Und es wurden ja auch in vielen vergangenen Fällen marginale und scheinbare Ähnlichkeiten mit Medieninhalten zu “Beweisen” umgedeutet, daß der Medieninhalt da eine Rolle gespielt habe. Und wie oft stellt sich dann heraus, daß diejenigen die inkriminierten Inhalte überhaupt nicht konsumiert hatten. Es könnte vielleicht sogar eine Satire auf eine Medienkritik sein, die so vorgeht.

    (5) Wobei ich selbst die Theatertheorie Schillers auf Computerspiele angewendet habe, indem ich die These aufstellte, Spiele und die Entscheidungen in ihnen könnten durchaus als “moralisch” beurteilt werden – das Beispiel mit dem vermeintlichen “alten Juden” in GTA IV wäre dann wohl so etwas wie “Tschechows Pistole”: alles, was auftaucht, habe demnach auch eine Bedeutung oder werde schließlich sogar zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Bueno stellt im Interview auch auf die “Tim-und-Struppi-Affäre” ab, wobei es darum ging, daß frühe Comics der nämlichen Reihe naiv rassistisch-kolonialistische übernommen hätten, – hört,hört – gewaltverherrlichende Darstellungen enthalten und in der Zeit des zweiten Weltkriegs entstandene Arbeiten schließlich auch antisemitische Klischees abzubilden scheinen: Der Zeichner hat sich später davon distanziert, etliche Geschichten wurden überarbeitet – unter anderem 1973 auf Druck von US-Verlagen Schwarze aus Bildern entfernt, weil man dort keine Vermischung von Schwarzen und Weißen sehen wollte (http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_und_Struppi). (Das Beispiel mußte ich jetzt einfach erwähnen, um noch einmal auf die “Doppelbödigkeit” solcher Kritik Bezug zu nehmen.) Erinnern wir uns aber an eine Beobachtung in Märchen, in denen Hexen vorkommen, daß diese um so häufiger bzw. die dargestellten Hexen um so boshafter seien, je heftiger in der Zeit und in der Region ihrer Entstehung der Hexenwahn wütete. Das heißt aber auch, daß Medieninhalte ein Produkt der Kultur sind, sie bilden bestimmte Vorstellungen ab: wie bestimmte Gruppen von Leuten “aussehen”, aber auch, was akzeptable Handlungsfäden sind. Da schießt sich entsprechend der aufrechte Cowboy mit den Indianern oder mit den Banditen, und in welchem U-Boot-Film kommt nicht die Wasserbombenszene vor? Dabei ist es sogar fast austauschbar, in einem Film (“Unternehmen Petticoat”) wurde einmal sogar das U-Boot von den eigenen Leuten bombardiert…

  26. @ Mars:
    … auch m.M.n. ist das lediglich ein Feigenblatt, wenn man nur die zweitabstruseste aller dieser Wirkungsglaubensbekenntnisse, eben das die Rezeption von Gewaltdarstellungen in den Medien monokausal in realer Gewalt münde, pseudorelativiert; noch abstruser ist nur die Idee medieninduzierter, direkter (1:1) Imitation im klassischsten Sinne des Stimulus-Reaktion-Modells. Pseudorelativierung übrigens deswegen, weil man dieses Feigenblatt in diesen Zirkeln nur pro forma erwähnt, dann aber bei den weiteren Ausführungen i.d.R. ignoriert, mediale Gewaltdarstellungen zumindest als bedeutendste, als notwendige “andere” oder gar als hinreichende Voraussetzung realer Gewalt kommuniziert. Eine Farce wird das ohnehin schon dann, wenn man dann die “anderen Voraussetzungen” gar nicht erst thematisiert und aneinander mißt etc.. Ich sehe das da also letztlich wie Martin: Der Unterschied ist ein gradueller… und ein relativierbarer. Was genau kannst du daran nicht verstehen?

    BTW: M.E. besteht zwischen dem “Prof. Pfeiffer vor 10 Jahren” und dem heutigen auch kein “himmelweiter Unterschied”, im Gegenteil. Er ist der selbe alte opportunistische Populist, der seinem als “Pfeiffern” bekannt gewordenem Argumentationshabitus frönt und sich selbst inszeniert. Hüpft zum jeweils ausschlachtenswerteren Thema und verbreitet dort den gleichen Unsinn, wie beim zuvor ausgeschlachteten Thema.

    Und was das Thema “was aus der Politik kommt” betrifft: Es ging ja weniger um die Debate, als um diverse ihrer Akteure, die typischen Verdächtigen. Während sich an der Debatte was getan hat (dazu gibt es hier in den news eine Diskussion), war ja gerade der Punkt, dass diverse Akteure immer noch den gleichen Unsinn verzapfen, wie vor und während der Debatte und wie auf Knopfdruck bereit stehen. Bei den “Kritikern”, um die es hier geht, hat sich ja gerade nichts geändert… wird sich wohl auch nie.

  27. @Martin: Von wann ist die Äußerung?
    vergiss nicht dass es Leute sind die sich mit Medien beschäftigen. Das wäre so als würdest du Gamern unterstellen sie würden nur über Games schreiben. Versuch das mal, ist kein Spaß :-) Sei doch froh wenn die Leute sich auf ihren Bereich konzentrieren. Wer soll denn vernünftiges von sich geben wenn er sich in jedem Bereich auskennen sollte? Keine Chance. (die Realität der Kommentare zu Games hiervon unberührt).
    @Vic:
    Ich finde das überhaupt nicht marginal. Graduelle Unterschiede sind nun mla das, worauf es in der Welt ankommt. Der Linke und der Recht CDU-Flügel sind einfach nciht identisch, auch wenn viele Unterschiede nur graduell sind. Gerade dir als sehr gründlichem Wissenschaftler müsste doch klar sein dass es eben fast nur graduelle Unterschiede sind. Und um das klarzustellen: mir geht es hier nicht um Huber und Weiss, da sehe ich eigentlich überhaupt keine Entwicklung der Einstellung. Mir geht es um die Pfeiffers z.B., da sehe ich bedeutende Änderungen in der Einstellung. Klar, wenn du die Debatte auf Verbot ja oder nein reduzierst dann ist es egal welche Begründung man hat. Aber diese Sicht greift meines Erachtens zu kurz. Ob ich sage: “Spiele führen immer direkt zu mehr Gewalt” oder ob ich sage: “Ich gehe davon aus dass Spiele bei diesem Typen noch was verstärkt haben” da sehe ich ehrlich gesagt so gut wie keinen Zusammenhang mehr. In einem Fall hab ich ne Monokausalität, im anderen sogar einen anderen notwendigen Faktor addiert.
    Da es wissenschaftlich und menschlich extrem schwierig ist alle Faktoren immer gleichzeitig zu betrachten oder gar noch in der Größenordnung abzuschätzen finde ich nichts daran auszusetzen sich auf einen FAktor zu konzentrieren, natürlich immer in dem Wissen um das was fehlt. NAtürlich sollte ich das nach außen hin dann so kommunizieren. Aber gerade Herr Pfeiffer tut das in meinen Augen ziemlich gut. Ich erinnere mich an einen Auftritt bei N-TV wo von 10 doer 15 Minuten 3-4 Spielen gewidmet waren, er sprach fast nur über Soziales etc.

    Was “Pfeiffer” ist weiß ich nciht. Vielleicht kannst du mir das mal erklären. Ich sehe das nur als Kampfbegriff, da ist ja “Killerspiel” sinnvoller definiert inzwischen. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen. Übrigens vermute ich dass er eher von den Sendern angesprochen wird wie die anspricht. Das nur nebenbei. Ich wurde während der Diss auch schon angerufen, zwar nicht vom Fernsehen, aber mein Chef wurde bei seinem Interview auch angefragt, da war kein aktives Suchen.

  28. @ReyAlp
    Solche Kooperationen können problematisch sein, dass stimmt. Nur: Wenn eine Freiwilligenarmee eingeführt wird, dass werden auch jedes Jahr so und so viele Freiwillige gebraucht. Und da der Staat sicherlich kein Interesse daran hat, aus jedem Jahrgang nur die Dümmsten und politsch rechts Eingestellten zu bekommen, finde ich es schon legitim, dass auch an Schulen geworben wird. Auch die Verankerung einer Armee in der Gesellschaft sollte imo nicht unterschätzt werden, weil dort nicht nur militärischer Drill, sondern auch Dinge wie Disziplin, Verantwortungsgefühl und Gemeinsinn und fielfach auch eine fachliche Kenntnisse vermittelt werden. Allerdings sollte in gleichem Maße, wenn nicht mehr, der Freiwilligendienst generell beworben werden, weil gerade in sozialen Einrichtungen viel “für’s Leben” gelernt werden kann. Zwischen Schule und Ausbildung etwas entsprechendes einzuschieben, gerade auch wenn es freiwillig ist, halte ich für sehr sinnvoll.
    P.S. Ich war Zivi.

  29. @ Mars:
    “vergiss nicht dass es Leute sind die sich mit Medien beschäftigen.”
    Sprechen wir immer noch über einen gewissen Zitationszirkel, die PFEIFFER-Geschwister und Gesinnungsgenossen? Da halte ich es doch für eine Verklärung zu behaupten, sie würden sich mit Medien beschäftigen… die geben ihre Ressentiments zum Besten, haben von der Materie (Medien einerseits, Rezipienten andererseits.. und um das noch zu garnieren, letztlich auch von der Gesetzeslage) keine Ahnung. Das fängt bei Problemen mit der Aussprache inkriminierter Spieletitel an, geht über falsche Genrezuordnungen, über Reduktion, Dekonstextualisierung und Erfindungen von Spieleinhalten, bis hin zu Ressentiments die Spieler betreffend. Die World of Warcraft-“Expertise” eine Christian PFEIFFER in hart aber fair dürfte jedem noch präsent sein…

    Pfeiffern:
    “‘Pfeiffern’ ist eine Mischung aus abschweifen, flunkern und irritieren, bei dem ein Redner die abwegigsten Zusammenhänge herzustellen versucht, um seine Botschaft zu kommunizieren. Je weiter her geholt, desto besser: Der Fragesteller wird so verwirrt, dass er nicht nur seine ursprüngliche Frage vergisst, sondern auch kritiklos die Meinung des Befragten als seine eigene übernimmt.”
    http://www.gamersglobal.de/meinung/die-hohe-kunst-des-pfeifferns

    Exakt so würde ich die Kommentare eines Christian PFEIFFER in der Öffentllichkeit z.B. bzgl. des Themenkomplexes Computerspiele definieren. Der Begriff hat sich ja bei Spielern in der dt. Forenlandschaft mehr oder weniger etabliert, liest man jedenfalls öfters.

    Abgesehen davon würde ich auch schon sagen, dass man da bei den “Sendern” (also der Presse) u.ä. schon manches Mal gezielt dieses und jenes anspricht, aber dass das “eher” der Fall sein soll, würde ich dann doch verneinen: Der Mann hat eine Agenda, die er auf Biegen und Brechen durchboxen will und er schweift früher oder später ohnehin zu diesem und jenem Thema ab, rezitiert sein ceterum censeo (ob es passt oder nicht… darum ha auch ceterum censeo). Wenn man ihn sich einlädt, dann weiß man ja, was man geliefert bekommt, entsprechend berüchtigt ist er ja… so ein Uwe SCHÜNEMANN hat ja auch nicht zum Spaß ein KFN zur Evaluation der USK bestellt.

    “mir geht es hier nicht um Huber und Weiss, da sehe ich eigentlich überhaupt keine Entwicklung der Einstellung.”
    Damit hätten sich deine Ausführungen eigentlich erledigen können, da stimmen wir nämlich überein (und damit anscheinend auch im Ansatz); insg. ging es nämlich um die Akteure an sich. Wo wir nicht übereinstimmen, ist die Bewertung des konkreten Einzelfalls PFEIFFER-Geschwister.

    “Da es wissenschaftlich und menschlich extrem schwierig ist alle Faktoren immer gleichzeitig zu betrachten oder gar noch in der Größenordnung abzuschätzen finde ich nichts daran auszusetzen sich auf einen FAktor zu konzentrieren […].”
    Wenn wir hier über konkrete Studien und deren Defizite debattieren würden und es bspw. um das Resümee einer Studie ginge… bitte. Aber auch dann wäre das kritikwürdig (ist ja eines der gravierenden Defizite der MGWF). Hier reden wir aber nicht von diskutablen wissenschaftlichen Ergebnissen, sondern sich selbst inszenierenden Meinungsäußerern, vom Pfeiffern, vom unzulässigen Reduzieren, vom Diabolisieren von Medien. Ich erinnere mich da an etliche Interviews, an DIskussionsrunden u.ä.; als Wissenschaftler ist PFEIFFER für mich nicht ernstzunehmen, sorry… nicht mal ansatzweise.

  30. @Vic: danke für die Ausführungen, wir sind uns tatsächlich nur in Bezug auf die Pfeiffers uneinig. Da du’s immer sehr genau nimmst dennoch 2 Anmerkungen:
    1. “Da halte ich es doch für eine Verklärung zu behaupten, sie würden sich mit Medien beschäftigen” Wir arbeiten da an 2 verschiedenen Fragen. Mein Ausgangspunkt war, dass ich es Leute kaum vorwerfen kann wenn ihr Thema nur Medien sind und sie nicht ständig auch noch über sämtlichen anderen Punkte reden (wobei da gerade ein Herr Pfeiffer ja relativ viele Themen hat, mögen es auch immer dieselben sein so nebenbei). Und da hatte ich argumentiert dass das völlig in Ordnung ist, nennt sich Spezialisierung. Schließlich würde ich dich auch nicht unbedingt in eine Talkshow einladen wenn es um Apfelkuchenrezepte geht (falls ich dir hier unrecht tue such dir ein anderes Beispiel^^), sondern dein Thema ist Jugendschutz und Zensur (zumindest so ähnlich :-) ). Du argumentierst dass die Leute ihren Job schlecht machen. Ok, ja, aber ist ne andere Fragestellung.
    2. Danke für die Definition, wobei ich die für so unspezifisch halte dass ich sie einfach unsinnig finde. Da habe ich schon konkretere Killerspiele-Definitionen gehört. Für mich ist die Inhaltslos.

  31. M.M.n. ist die Definition nicht unspezifisch: “Killerspiel” ist ein pejorativer Blankettbegriff… man kann je nach Gusto jedes Spiel als solches bezeichnen, darum ist er auch für jede ernsthafte Diskussion ungeeignet und disqualifiziert seinen Nutzer. Der wird nicht ohne Grund vorweigend von Leuten gebracuht, die bei näherem Nachfragen woll keine drei Spiele zusammenkriegen würden.

    Pfeiffern hingegen beschreibt m.E. ziemlich präzise einen Argumentationsstil, den man tatsächlich auch beobachten, erleben kann; nicht nur bei Christian, sondern auch bei seiner Schwester Regine. Bei beiden kann man sich ja in unzähligen Interviews u.ä., die von ihnen existieren, selbst davon überzeugen (bei Christian relativ themenunabhängig). Bei letzterer durften dass einige hier ja auch im Forum erleben, ich auch schon in natura auf der gamescom.

  32. Ich finde die Defintion murks, einfach weil da teilweise sogar über die Intentionen eines Menschen spekuliert wird. Also praktisch sehe ich da keine Anwendungsmöglichkeit, zumindest in der wörtlichen Form. Außerdem: du glaubst doch nicht im Ernst dass “pfeiffern” weniger pejorativ wäre als Killerspiel? Vor allem wenn du es noch mit der Verbreitung in Gamer-Forem teils legitimiert hast, und dass Gamer da tatsächlich das neutral oder so meinen, ähm, nein. BEsser als Killerspiel ist das wahrlich nicht.
    Außerdem könntest du genauso gegen “pfeiffern” argumentieren: es wird vorwiegend von Leuten gebraucht die öfters mal Blödsinn erzählen ;-) Also nicht alle, aber mit dem Wort wird imho genauso Schindluder betrieben wie mit Killerspiel.

  33. … da kommen wir wohl auf keinen grünen Zweig:
    Ich habe den Begriff nicht “mit der Verbreitung in Gamer-Forem teils legitimiert”, sondern lediglich den Sachverhalt festgestellt, dass Christian PFEIFFERs idiosynkrasischer Argumentationshabitus als “Pfeiffern” bekannt gewordenen ist. Und dann habe ich den Begriff selbst genutzt, weil ich da – anders als du – der Meinung bin, dass er sehr präzise diesen Argumentationshabitus skizziert und gleichermaßen die (m.E. überaus berechtigte) Abwertung dieses “Stils” (und – das kann ich ganz offen zugestehen – meine persönliche Antipathie der Person PFEIFFER gegenüber, wie sie sich in den Medien präsentiert) transportiert, die man transportieren will. Der Begriff erspart einem einfach lästige, wiederholte(!) Schreibarbeit; statt auf seine immer gleiche Rabulistik, Fehl- und Falschinformationen, Manipulationsstrategien u.ä. immer und immer wieder im konkreten Einzelfall hinweisen zu müssen, ist es viel bequemer, einfach darauf hinzuweisen, dass er mal wieder “gepfeiffert” hat – ist wohl auch eine Form der Resignation beim Kampf gegen Windmühlen (ich habe übrigens lange bevor sich “Pfeiffern” etablierte in meinem – nie sonderlich aktiven Blog – darauf hingewiesen, dass da das Motto nomen est omen zu gelten scheint – ja, Polemik darf auch mal sein); für mehr taugen seine Äußerungen nämlich m.E. regelmäßig nicht, genau das ist ja das Problem (und der Punkt, an dem wir auseinanderdriften) – m.M.n. gibt es da nichts neues im Osten. Im alltäglichen Gebrauch ist der Begriff also insg. m.M.n. zu… naja… gebrauchen halt und zwar dergestalt, dass der Gesprächspartner i.d.R. (sofern er die Person denn kennt… und davon gehe ich in diesen Gesprächszusammenhängen aus, da er ja relativ berüchtigt – im wahrsten Sinne des Wortes – ist) auch direkt weiß, was man meint. Das legitimiert den Begriff für mich. Das da auch Personen den Begriff benutzen, die selbst argumentativ bestenfalls fragwürdig sind, damit kann ich leben. Anders als beim Begriff “Killerspiel” (ich halte das immer noch für einen unzutreffenden Vergleich), der eben ein Blankettbegriff ist (das Augenmerk lag nicht auf der Charakterisierung als Pejorativum) und alles mögliche an Inhaltsvorstellungen bzgl. Spielen evozieren kann… ich halte den Begriff “Pfeiffern” also quasi für berechtigt, dass macht den Unterschied. Das dem Argumentationsstil auch von seiner Schwester gefrönt wird, macht den Begriff m.E. nur noch attraktiver, da es dann gar auf etwas geschwisterspezifisches hinweist.
    Aber natürlich könnte man den beiden auch einfach nur oben genanntes vorwerfen: Rabulistik, Fehl- und Falschinformationen, delirante Argumentationsmuster, vom Thema abschweifen etc.; zu viel Arbeit… “Hach, der schon wieder…” tut es wohl auch.

  34. “… da kommen wir wohl auf keinen grünen Zweig:”
    Brauchen wir zum Glück ja nicht, dank Meinungsfreiheit müssen wir ja nicht mal dieselben Ideen verbreiten. Das Schöne an Demokratie. Aber hat mich trotz aller Unterschiede wie immer gefreut.

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