Noel Gallagher gibt Videospielen Schuld an Krawallen

(GamePolitics) Noel Gallagher zu den Ausschreitungen in London:

„We live in this age of violence—and I don’t care what other people say: Brutal TV and brutal videogames are a reason for this pointless violence as well.“

2008 hatte er sich ähnlich geäußert:

„If kids are sitting up all night smoking super skunk and they become so desensitised to crime because they’re playing these video games, it’s really, really scary.“

19 Gedanken zu “Noel Gallagher gibt Videospielen Schuld an Krawallen

  1. „We live in this age of violence“ – ich dachte das Mittelalter wäre vorbei? Aber wenn Noel Gallagher das sagt, dann wird es wohl noch Mittelalter sein…

  2. Waren die Gallaghers nicht diese zwei Brüder, die hauptsächlich dadurch auf sich aufmerksam gemacht haben, sich gegenseitig die Fresse zu polieren, Drogen zu nehmen und Fans anzupöbeln? Wahre Vorbilder in Sachen Gewaltlosigkeit und Moral eben ;)

  3. Korrigiert mich, aber ist das nicht der ehemalige Musiker, der sich regelmäßig besoffen und mit seinem Bruder und diversen anderen Leuten geprügelt hat? Hat er wohl in Street Fighter gelernt. ;)

  4. Wer war nochmal Noel Gallagher? :)

    Ich glaube, wir hätten weit weniger Probleme, wenn nicht andauernd die Sprüche von jedem Hinterbänkler durch die Medien gezerrt würden.

  5. Gallagher gab vor dem 2008 Statement Maggie Thatcher die Schuld an Messerstecherein in London, kommt aus einem konservativen Umfeld, und sprach sich für Blair und Obama aus die eher links progressiv einzuordnen sind. Der redet je nach Stimmung jeden und allem nach. Wie ein Papagei….

    Ich finde es schade das uns Talente wie Amy Winehouse verloren gehen, Leute wie der immer noch auf die Nerfen gehen dürfen und das bei warscheinlich gleich hohen Drogenkonsum.

  6. Er muss es ja wissen, ich mein sein Bruder Liam ist ja berüchtigt dafür öfters mal in Schlägereien verwickelt zu sein und Noel ist auch kein Kind von Traurigkeit. Beide haben in der Vergangenheit (wies heute aussieht ka) exzessiv Drogen konsumiert.

  7. @ Hector
    Nicht unbedingt an der Dürre, aber wie wir ja wissen, geben wir Spieler ja all unser Geld für Videospiele aus und können daher nicht mehr für notleidende Kinder spenden und da wir ja unsere ganze Zeit „verdaddeln“ treten wir auch nicht für den Umweltschutz ein.

  8. Ist das nicht so ein langhaariger Bombenleger der außer Stromgitarre spielen, Saufen und Pöbeln nichts kann ?
    Wundert mich nicht das der Vorurteile hat, wenn man den ganzen Tag diese Negermusik hört wird man ja ganz wirr im Kopf. ;-)

  9. Man mag es etwa auch nicht für weltoffen halten sich mit „Gewaltspielen“ so zu beschäftigen, aber diese Vorstellung rührt wenn dann bestenfalls ebenso von einem konservativ-eingeschlossenen Denken her: das ist ja wohl alles zusammen nicht fortschrittlich, denn weshalb die Leute Gefallen an dunklen Themen finden wird dabei schon nicht gefragt.
    Man meint man kann mit der Gewalt in den Medien, vermeintlich positiv verkehrt, gleich die gesamt Gewalt aus der Welt schaffen: glaubt offenbar leider wirklich, dass dann alles gut wäre oder was – oder zumindest besser. Ja was ist denn – wenn ich da an die Schulmassaker in Deutschland denke. Sind die trotz oder wegen der jahrzehntelangen Indizierungspraxis passiert?
    Eine Frage die immer noch niemand stellt. Warum?
    Es wird geglaubt oder womöglich noch „wissenschaftlich“ zu beweisen gesucht, ohne das eigentlich überhaupt fragen zu können, dass Games nicht friedlicher machen würden, aber wieso eigentlich Unzufriedenheit da ist scheint dabei auch nicht zu berühren.
    Wenn ich immerfort aggressive Musik höre werde ich auch nicht ruhiger werden – das glaube ich mit Dr. Miehling zusammen jederzeit.
    Doch weshalb hört oder spielt jemand überhaupt das dann? Sucht sich die entsprechenden Medien so aus, wenn er oder sie es schon nicht aus anderen Gründen tut, sondern eben weil da Wut im Bauch bereits präsent ist –
    Wie sehen viele Leben heutzutage aus? Familien werden gegründet, Karrieren verfolgt. Normalität angegangen, aber allen gelingt das eben nicht. Manche wollen oder können es nicht, aber die werden auch nicht die männlichen (?) Täter sein um die es hier geht.

    Ich halte Familiengewalt für gewöhnlich ja für schwerwiegender und vielfältig problematischer, aber darum geht es zugegebenermaßen hier ja auch nicht. Sondern um eine andere Form von Gewalt, das heißt auch in England da wahrscheinlich: wenn jemand nicht gerade wie O. J. Simpson aus anderen Gründen irgendwo einbricht werden auch diese Plünderer Gründe haben die mit ihrer persönlichen Unzufriedenheit eher zusammenhängen als mit was anderem. Und da schlicht niedere Instinkte zu unterstellen ist doch auch bestenfalls naiv: was den Leuten fehlt ist Aufmerksamkeit.
    Menschen wollen anerkannt werden. Respekt ist nicht etwas das sich jemand erst verdienen müsste sonder was jeder haben sollte. Alle in ihren Lebenserfahrungen. Respekt und politische Anerkennung.

  10. hey leute heute wird das e-sport tunier auf zdf gesendet (oder auch nicht ) jedenfalls stehen die wetten fest naja mal gucken wie sie die cs matches dem publikum präsentieren werden………..

  11. Nun, auch wenn ich seine Meinung nicht teilen kann so ist es doch durchaus sein gutes Recht, das zu glauben. Es ist ja auch durchaus naheliegend dass jemand der in den Medien (und dazu gehören auch Games selbstverständlich) dauernd Gewalt sieht auch dadurch ein wenig angestachelt werden kann.
    Wie viel ist natürlich die Frage, ich sehe diesen Faktor eher als gering (evtl sogar vernachlässigbar gering) an und dafür gibt es ja auch durchaus Hinweise.

    Was aber gerade er (der ja selbst auch mal gewalttätig wurde) wissen müsste ist dass ein gewalttätiges Umfeld (wie das was er und seine Brüder in ihrer Jugend erdulden mussten) viel eher für Gewalt verantwortlich ist.

    Was ich jedoch sehe ist ein Einfluss der Medien: Sie helfen die Gewalt hochzuschaukeln, weil gerade durch Facebook, Blackberry und Co. jeder alles mitbekommt was tatsächlich oder auch nur angeblich auf den Straßen passiert. Und wenn alles das ungefiltert und unreflektiert in Echtzeit auf einen einprasselt wundert man sich nicht dass da auch der eine oder andere dumme und übereilte Entscheidungen trifft.
    Das ist eben die Schattenseite der Informationsgesellschaft. Man muss dem mit einer entsprechenden Medienbildung entgegenwirken. Die Fähigkeit Nachrichten zu bewerten und sein Handeln entsprechend zu koordinieren ist eben Teil der Medienkompetenz und die muss man lernen. Die Nachrichtenwege sind wie sie sind und sie sind auch gut so. Aber damit umgehen muss man halt können.

    Also ein Stück weit finde ich hier die Medienkritik durchaus angemessen, nur eben nicht in dem Sinne und mit den geplanten Folgen wie das so einige, darunter der Britische Premierminister tun.

    Gruß
    Aginor

  12. http://www.davidlammy.co.uk/Speech_during_the_General_Debate_on_Public_Order

    Am 11. August gab es im Unterhaus eine Sondersitzung über „Public Order“. In einem Bericht im Guardian wurde die Rede des Tottenham Abgeordneten, David Lammy, als eine der besten bezeichnet. David Lammy sprach sehr konkret über seine vaterlose Kindheit in Tottenham und über die Menschen, die für ihn Vorbilder gewesen waren. Aber er sprach auch von einer „Grand Theft Auto culture that glamorizes violence.“ Der Guardian ist keineswegs eine spiele-feindliche Zeitung. Aber sie hatten den Begriff „Grand-Theft-Auto-Culture“ in die Übeschrift gesetzt.

    Hier ein Auszug aus der Rede:

    „Many young men showed restraint and respect for others because they have grown up with social boundaries and a moral code.

    They have been taught how to delay gratification.
    To empathise with others rather than terrorise them.
    Those values are shaped by parents, our teachers and our neighbours.

    It is when these relationships break down that our young people draw their values from elsewhere.

    o A Grand Theft Auto culture that glamorises violence.
    o A consumer culture fixated on the brands we wear,
    not who we are and what we achieve.
    o A gang culture with warped notions of loyalty, respect and honour.

    A civilised society should be policed not just by uniformed officers, but by notions of pride and shame and responsibility towards others.“

  13. @Regine Pfeiffer
    Danke für den Link. Ich bezweifle jedoch, dass wenn man GTA durchgespielt hat, die Aussage unterschreiben würde, dass das Spiel Gewalt als glamourös darstellt. Ob die meisten Spieler das Spiel auch durchspielen steht natürlich auf einem anderen Blatt. Ein Freund von mir, der in England lebt, hat mir übrigens noch ganz andere Hintergründe mitgeteilt. Ein Geschäft das im Rahmen der Unruhen ausgeraubt wurde, hatte schon der Londoner Bürgermeister als Jugendlicher geplündert. Abgesehen davon hat sich wohl auch eine Reihe britischer Politiker recht großzügig bei öffentlichen Geldern bedient. Wer braucht ein GTA, wenn es solche Politiker gibt die damit prahlen festgenommen wordne zu sein, obwohl sie sich tatsächlich versteckten:
    http://www.guardian.co.uk/politics/2011/aug/10/uk-riots-boris-johnson

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