NLM: RTL-Beitrag „ärgerlich, aber keinesfalls rechtswidrig“

(nlm) Die für die eingereichten Programmbeschwerden zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt hat den RTL-Beitrag geprüft und dabei keinen Verstoß gegen die Programmgrundsätze feststellen können. Dennoch habe man für die Empörung der Gamer Verständnis und empfinde die Entschuldigung RTLs als ebenso richtig wie notwendig. Der Direktor der NLM Andreas Fischer hierzu:

„Der Beitrag ist durch seine unverblümte Tendenz sicher ärgerlich, aber keinesfalls rechtswidrig. In einer freiheitlichen Medienordnung können und müssen derartige Berichte toleriert werden. Ich hoffe sehr, dass die Gamer-Szene, die ja selbst für Freiheitsrechte eintritt, dies am Ende akzeptieren kann.“

Zur Pressemitteilung

(Dank an DerMarc42.)

34 Gedanken zu “NLM: RTL-Beitrag „ärgerlich, aber keinesfalls rechtswidrig“

  1. Wäre doch lustig, wenn z.B. Pro7 so einen Bericht über RTL-Zuschauer produziert, total ernst ohne Comedyanspruch. Mit Serdar Somuncu als Kommentator. Wie sagte er so passend, „Asoziale sind asozial für Asoziale.“ oder „Scheiße hat Gesichter.“ ;) Würde mich mal interessieren wie RTL darauf reagiert.

  2. Da hat der Herr Fischer sich geschickt ausgedrückt. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Beitrag nicht rechtswidrig ist. Der Beitrag ist wirklich unfassbar schlecht und RTL bekommt zurecht viel Gegenwind dafür, und dabei wird es wohl bleiben.

  3. Na dann kann Rufmord.tv demnächst in ne Synagoge gehen und sich über raffgierige Juden lustig machen. Ist natürlich alles nur ein Scherz und wenn sie ihn nicht verstehen haben sie keinen Humor.

  4. Ich denke, das ist im Wesentlichen auch das, was man erreichen musste. RTL hat eingesehen, dass es mit seinem Scherz zu weit gegangen ist und hat sich dafür entschuldigt. Wenn sie jetzt noch in Zukunft solche Beiträge unterlassen und dafür, wenn schon Satire, dann Gute rausfeuern, dann geht das in Ordnung, zumindest für meine Verhältnisse. Wenn das doch nur immer so unkompliziert ablaufen würde…

  5. Eben, ich hätte auch nichts dagegen, als Gamer kräftig durch den Kakao gezogen zu werden, aber dann doch bitte von Leuten, die wenigstens ein paar Berührungspunkte mit der Materie haben und nicht tatsächlich gewisse Leute verabscheuen.

  6. Ich stimme hier Lonegunman81 sogar zu,
    Gamer düren genauso durch den Kakao gezogen werden wie alle anderen, und ja da gehören auch herbere Verallgemeinerungen und SEitenhiebe dazu, das ist eben so. Gibt es bei anderen Leuten tagtäglich, seien es Amerikaner, Deutsche, Türken, Mantafahrer, Blondinen, Christen, Übergewichtige oder Angehörige einer bestimmten Partei.
    Klischees und Verallgemeinerungen sind einfach Teil solcher Sendungen.
    Wo die Grenzen sind ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Da darf man schon diskutieren drüber, wann geht es zu weit und wann nicht?

    Gruß
    Aginor

  7. @Aginor

    RTL geht IMMER zu weit. Gamer haben Humor, ich glaube es gibt keine „Szene“, die sich so sehr selbst parodiert, wie die Gamer. Wir sind keinesfalls dünnhäutig, was angemessene Kritik an unserem Lebensstil oder Hobby angeht. Aber dieser Beitrag war nicht ironisch, er war nicht satirisch und lustig war er schon gar nicht. Er war einfach nur diffamierend.

  8. Aber klar akzeptiere ich, dass der Bericht und die darin enthaltenen Äußerungen nicht gegen das Medienrecht verstoßen. Schließlich riechen die RTL-Moderatoren ja auch schlecht und standen irgendwann mal vor der Wahl, eine Beziehung einzugehen oder sich im TV wichtig zu machen …
    Ach ja, manchmal machts Spaß, sich ans recht zu halten m(

  9. Ich finds in Ordnung so. RTL hat entsprechende Resonanz bekommen, und dass die NLM da nix machen kann, leuchtet mir auch ein. Hauptsache, jemand hat gemerkt dass es so nicht geht
    :-)

  10. Nicht falsch verstehen, ich fand das auch daneben. Aber jetzt gezielt Gamerfeindlichkeit vorzuwerfen finde ich übertrieben, wie The Sorrel richtig schreibt macht RTL das IMMER.

    Gruß
    Aginor

  11. Ich bin mir sicher, kein Redakteuer bekommt es so gut hin Gamer zu verunglimpfen, wie sie es selbst in diversen Youtube-Kommentaren tun.

    Ist ähnlich förderlich wie Morddrohungen als Reaktion auf Aussagen wie „Muslime sind gewalttätig“. ;-)

  12. Ich bin mir sicher, dass die Aufregung und der Protest der Gamer alles andere als rational waren – vielleicht hat es deswegen (mit der Entschuldigung) funktioniert …

  13. „In einer freiheitlichen Medienordnung können und müssen derartige Berichte toleriert werden. Ich hoffe sehr, dass die Gamer-Szene, die ja selbst für Freiheitsrechte eintritt, dies am Ende akzeptieren kann.“

    Mehr muss zu der ganzen RTL-Geschichte nicht gesagt werden imho

  14. Nein. Die „Gamer-Szene“ tritt meiner Erfahrung nach eben nicht dafür ein andere zu beleidigen. Weder als Freiheitsrecht noch sonst was – und einmal mehr sollen über die NLM fiktionale Vorgänge offenbar mit realer Gewalt ausgespielt werden. Traurig. Sehr traurig.

  15. Aso, derartige Berichte müssen also toleriert werden. Mit der Toleranz ist es aber vorbei, wenn andere Menschen Spiele spielen die den eigenen Geschmak oder die eigenen ethischen Vorstellungen nicht treffen.

  16. Eben (auch) nicht – wie immer noch diese News zeigt http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=1769
    Oder man ebenfalls Beschlagnahmungsbeschlüssen entnehmen kann, wo ganze Passagen als „Begründungen“ für ein Spiel Jahre später bei einem anderen offenbar wiederverwendet worden sind. Wo bloß Namen von (gewalt)handelnden Protagonisten (allesamt Männer) ausgetauscht wurden. Auch da können Gerichte wie man sehen konnte zum Beispiel immer das schlimmste in einem rezipierenden Publikum annehmen – den Spielen Menschenverachtung etc. so vorwerfen als ob es ein Tatbestand wäre, andere Interpretationen völlig unmöglich machen – ungestraft und gerechtfertigt. Unrecht als Recht.

  17. @Hector: glaube ich nicht. Verbote werden ja auch in Deutschland nur dann (so zumindest mein Eindruck) ernsthaft diskutiert wenn es darum geht ob Spiele eine direkt Verhaltsnauswirkung haben und damit direkt (und nicht nur über Geschmack und Empfinden) in andere Leben eingreifen. Leute, die nur mit Geschmack argumentieren haben es hier noch nicht dazu gebracht ernsthaft angehört zu werden, zumindest so dass wirklich ein Verbot im Raum steht.

  18. Ob „wir Gamer“ derartige Beiträge tolerieren müssen. Klar, meiner Meinung nach, aber „wir“ müssen sie nicht kritiklos tolerieren. Wenn RTL meint das Thema „Gaming“ satirisch aufzuarbeiten, dann geht das in Ordnung. Aber „wir Gamer“ haben auch immer das Recht, „uns“ zu beschweren, wenn „wir uns“ beleidigt fühlen, denn nicht immer, eigentlich fast nie, ist Satire auf Anhieb als solche erkennbar. Natürlich sollten „wir Gamer uns“ darauf einstellen, dass es zum Leben innerhalb der Gesellschaft dazugehört, auf den Arm genommen zu werden, mit der Voraussetzung, dass die Scherze im Rahmen bleiben und das es nicht, wie Pyri es ja anmerkt, in Beleidigungen ausartet. Dahingehend müssen wir (nicht nur die Gamer) uns erst die Kompetenz aneignen. Die letzten Jahre waren eher voll mit tendenziösen und vor allem ernst gemeinten Beiträgen, da sind „wir Gamer“ wohl sehr empfindlich geworden.
    Ich hatte mich ja am Anfang noch gefragt, ob es satirisch gemeint war. Pyri war darauf auch eingegangen. Hier im Comment-Bereich war das. Ich war mir da aber nicht ganz sicher. Die Klischees waren so plump in Szene gesetzt, dass ich an der Ernsthaftigkeit des Beitrages zweifelte, aber ich begann immer mehr den Beitrag ernst zu nehmen. In Zukunft werde ich noch stärker auf meinen Verdacht beharren, wenn ich irgendwie das Gefühl habe, dass ein solcher Beitrag irgednwie satirisch sein könnte.

  19. @hecter specter

    Ich habe es schon einmal gesagt: Eine Beleidigung bleibt eine Beleidigung. Das ändert sich auch dann nicht, wenn diese Beleidigung scherzhaft gemeint ist. Wenn jemand nicht in der Lage ist, jemanden so zu parodieren, dass die Gefühle dieses Jemanden nicht verletzt werden, soll er das gefälligst lassen. Ein „War nur’n Scherz“ hinterher zu rufen machts nicht besser, vor allem wenn man davor noch groß herum posaunt „Ihr seid ja eh zu blöd, um das zu verstehen!“

    Das hat nichts mit fehlender Kompetenz unsererseits zutun, sondern mit fehlender Kompetenz von RTL, Witze über etwas zu machen, was sie nicht verstehen. Wenn ich einem Holocaust Überlebenden scherzhaft vorwerfe, dass er für sein Schicksal ja selbst verantwortlich war, hat er allen Grund, auf mich wütend zu sein. Das schaffe ich dann auch nicht aus der Welt, in dem ich sage, dass das nur ein Scherz war.

    Und im Fall dieses Berichtes war das nicht nur Inkompetenz gegenüber Gamern. Man hat uns nicht in einer Art und weise Beleidigt, die NUR uns Gamer beleidigt, sondern in einer Art und Weise, die JEDEN Menschen auf dieser Welt beleidigen würde. Und, sorry, wer das für einen guten Witz hält, hat im Journalistischen bereich nichts zu suchen.

  20. @ The Sorrel
    1. Ich habe gesagt, dass Satire nicht in Beleidigungen ausarten soll.
    2. Ich habe auch gesagt, dass RTL nicht nur das Recht hat, Satire über Gamer und Gaming zu machen, unter der unter 1. erwähnten Bedingung, sondern auch, dass sich die Gamer auch beschweren dürfen, wenn sie sich beleidigt fühlen, dass gilt natürlich auch für jeden Nicht-Gamer.
    3. Ich sehe nicht nur bei Gamern eine fehlende Kompetenz, Satire übers Gaming zu erwarten, sondern auch bei RTL, gute Satire über Gaming bzw. Gamer zu machen

  21. @Sorrel: „Wenn jemand nicht in der Lage ist, jemanden so zu parodieren, dass die Gefühle dieses Jemanden nicht verletzt werden, soll er das gefälligst lassen“
    Hast du dir mal überlegt was diese Forderung für konsequenzen hat? IRgendjemand fühlt sich immer beleidigt. Wenn du das, was du gesagt hast wirklich ernst gemeint hast dann können wir heute die Kommunikation einstellen. Würdest du auch stigma-videospiele zumachen nur weil ich ab jetzt behaupte dass mich die manchmal doch etwas platte Kritik an kritischen Aussagen hier beleidigit (was sie nicht tut, nur als Beispiel)? Ich hoffe nein. Ein Mensch muss auch mal Kritik aushalten können, dass Gefühle verletzt werden passiert, dafür gibt’s Entschuldigungen. Wenn das sofort verboten werden soll dann sehe ich für ein Zusammenleben ehrlich gesagt wenig Chancen.

  22. Wird so ein Verhalten über Videospiele definiert? Nein. Denn das war ja wohl gemeint wenn es heißt „die ja selbst für Freiheitsrechte“ eintreten würde, als Szene: die Freiheit für „Killerspiele“. Gehässige Leute gibt es immer und überall –

  23. Das stimmt schon. Rechtswidrig war das sicherlich nicht. Und das hat denke ich niemand seriöse behauptet. Ob es ethisch korrekt war ist allerdings etwas komplett anderes

  24. Die Begründung der NLM kann ich so stehen lassen. Und natürlich müssen wir als Gamer-Community mit Kritik umgehen können (sind wir ja nicht anders gewohnt).

    ABER, der Bericht von RTL war einfach nur boshaft. Die Erklärung von RTL, dass der Bericht lustig gemeint war ist nichts weiter als eine DREISTE LÜGE. Der Bericht war genau so gemeint wie wir Gamer ihn aufgefasst haben.

    Ich finde, dass der zuständige Redakteur gefeuert werden sollte. Nicht nur wegen des Beitrags, sondern weil dieser dann über Facebook auch noch kräftig nachgelegt hat (Beleidigungen, etc.). Erst als dann von allen Seiten Kritik auf ihn eingeprasselt ist und die NLM aktiv geworden ist, hat er (und RTL) sich entschuldigt mit den Worten „war ja nicht so gemeint“.

    Dieses Beispiel macht uns eines klar, beim Fernsehen können machen was sie wollen und kommen immer ungestraft davon.

  25. Ach, derartige Beiträge „müssen in einer freiheitlichen Medienordnung toleriert werden“? Ersetzen wir mal das Wort „gamer“ durch „Homo“, „Jude“ oder „Türke“. Bin gespannt, was dann in Deutschland los wäre… :)

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