Lesehinweis

(telepolis)

Fördern Computerspiele, in denen die Spieler selbst Gewalt ausüben, aggressives Verhalten? Wird also Gewalt, die man sieht oder die man in einer simulierten Spielewelt aus der Ich-Perspektive ausübt, auch im Verhalten in der wirklichen Welt nachgeahmt? So waren die meisten Studien ausgerichtet, die klären wollten, ob es einen Zusammenhang zwischen Computerspielen und Aggression gibt. Aber auch in der Wissenschaft schallt es aus dem Wald, wie man hineinruft. Frägt man anders, können auch die Ergebnisse anders ausfallen.”

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9 Gedanken zu “Lesehinweis

  1. Ich komme mit dem Hot Sauce Paradigm nicht klar. Wird denn da auch nachgefragt, wer von den Probanden die schärfere Variante einsetzt und diese Person mit verschiedenen Spieletypen getestet, um halt sicher zu gehen, dass sie nur aus Aggression heraus die Chili-Bestrafung wählt? Ich kann mir auch vorstellen, dass es Spaßvögel gibt, die die Situation neu bewerten und die Sauce aus einer Laune heraus zusammenstellen, ohne dabei noch von den vorher gespielten Games beeinflusst zu werden? Ist das wirklich aggressives Verhalten? Wenn ja, wieviel auf der Gewaltskala?

  2. Da steht…”frägt”……… “FRÄGT”!

    Zur Studie möchte ich rezitieren, was ich im Forum geschrieben habe:
    Das sog. hot sauce Paradigma sieht man bislang nicht all zu oft im Bereich der Computerspiele angewendet… und so wirklich “anerkannt” ist es eigentlich auch nicht, da gibt es doch schon seit längerem berechtigte Zweifel u.a. bereits an der Konstruktvadilität des Paradigmas (und ich fange jetzt erst gar nicht an von der Problematik individueller Sensibilitäten der Nozirezeptoren…); die Prboleme mit der externen Validität merken die Autoren ja sogar selbst an (immerhin).
    Tatsächlich wird ja schon seit Jahren gemutmaßt, dass “Wettbewerb” ausschlaggebend ist für die Evozierung “aggressiven Verhaltens” (z.B. die Applizierung der hot sauce …) und nicht die “Gewaltdarstellungen”… insofern ist die Studie tatsächlich ein Novum, dass sie dies endlich mal untersucht… oder viel mehr meint zu untersuchen. Die Probleme sind nämlich ganz klassischer Natur, angefangen beim Äpfel-mit-Birnen-Vergleich der verschiedenen Spiele, die sich in etlichen anderen Faktoren, als den erhobenen (wobei die Erhebungsmethode ja auch immer diskutabel ist) unterscheiden u./o. ähneln etc.; in all den Jahren ist mir in dem Bereich ohnehin erst dieses Jahr eine einzige Studie unter die Augen gekommen, die wenigstens ansatzweise soetwas wie eine tatsächliche Vergleichbarkeit zwischen “violentem” und “nicht violentem” Stimulus hergestellt hat (die Diplomarbeit von Malte ELSON), wobei auch hier wohl eher unterschiedliche Abstraktionsgrade von Gewaltdarstellungen miteinander verglichen wurden… immerhin besser, als den Probanden ein Mal einen der letzten Mortal Kombat-Titel mit und ohne violence lock zu präsentieren und vom Absenz von Blutdarstellungen usmtandslos auf einen geringeren Violenzgrad zu schließen………

  3. @purchaser
    Ich sehe in dem “Paradigma” noch ganz andere Probleme: was ist mit Esskulturen die ihre Speisen traditionell kräftiger würzen? Für die ist dieses measurement dann schonmal weniger geeignet, oder wie? Wie kann so ein Denken überhaupt paradigmatisch werden – international ist das aus meiner Sicht jedenfalls nicht. Eher was ganz anderes.

  4. Ich war letztens wieder bei so nem aggressiven Thai-Imbiss essen, unglaublich wie scharf die ihren Curry teilweise machen…
    Seriously, das Hot Sauce Paradigm ist doch einfach nur behämmert.

  5. Ja die Sache mit der Aggressivität ist recht kompliziert. Aus eigener Erfahrung würde ich auch bescheinigen, dass Aggressivität ihre Ursache nur bedingt ,wenn überhaupt, in der Gewaltdarstellung hat. Ich vermute viele hier können bestätigen, dass so eine verflixte Stelle in z.B einem Mario Spiel eher Aggressivität (verursacht durch Frust) auslöst als der Grad der Gewaltdarstellung.
    Darüber hinaus gibt es ja nicht nur die eine Form von Aggressivität. Aus meiner eingeschränkten Erfahrung heraus würde ich behaupten, durch Frust ausgelöste Aggressivität steht der Leistung eher im Weg. Kontrollierte Aggressivität im Wettbewerb kann dagegen leistungssteigernde Effekte haben.
    Kurz gesagt kann Aggressivität doch sowohl positive als auch negative Aspekte haben. Wie wird damit in diesen Studien umgegangen?
    Auf den ersten Blick kommt dieses hot sauce Paradigma recht kurios vor. Wenn ich das richtig verstanden habe geht es doch darum einem anderen in gewisser Weise Schmerzen zu zufügen. Gibt es da nicht auch die Variante, wo man die Lautstärke eines unangenehmen Tones erhöhen kann?
    Mit Bestrafung oder Leid zufügen, bringe ich jedoch andere Empfindungen in Verbindung als die, die durch Frust oder Wettkampf bei mir ausgelöst werden. Aggressivität empfinde ich als etwas unmittelbares sozusagen in der Hitze des Momentes. Die “Bestrafung” durch Dosierung im Nachhinein hat so etwas Kalkuliertes. Für mich sind das zwei unterschiedliche Dinge. Es ist schwer zu verstehen in wie weit solche Methoden valide Messmethoden darstellen, aber vielleicht habe ich nur eine falsche Vorstellung von Aggressivität?

  6. Eigentlich war ich ja am schnellste… ^^
    Der Hinweis auf unterschiedliche Sensibilitäten der Nozirezeptoren ist ja gerade auch der Hinweis auf z.B. unterschiedliche Esskulturen u.ä..

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