Newsschwemme #17

– “Slavery: The Game” – Fake Trailer aus den Niederlanden, kotaku.
– Auch Kia wirbt mit mit Videospiel-Clip, wv.
– Sigmar Gabriel: “Spiele in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, gamersglobal.
– Vorwurf: Rassismus in Deux Ex, techland.
– Psychologe: Fehlen des Mitgefühls als Gefahr von Shootern (ab Min. 9), radiobremen.
– Weiteres Video zur Tagung des AAW, youtube.
– Patrik zu Christian Schmidts Abrechnung, blog.
– Greenninja zu Christian Schmidts Abrechnung, Windmühlen? Zum Angriff!!!.

11 Gedanken zu “Newsschwemme #17

  1. Ich frage mich ja was das mit dem Fake-Trailer soll, soll das witzig sein, will man damit provozieren, die Gamesindustrie noch weiter schaden, Kritiker entlarven und oder bloßstellen? Letzteres wird so nicht klappen da uns niemand glaubt, den Kritikern allerdings schon und mit solchen Trailern spielt man denen in die Hände, da ist es dann egal ob es das Spiel gibt oder nicht, die Bilder reichen aus um uns und der Industrie noch mehr zu schaden.

  2. Abgesehen von der blödsinnigen Überschrift ist der Kia Clip echt lustig. “Kia: Lässiger Hamster-Dance im Killerspiel”? Ist das überhaupt ein Spiel? Sieht eher aus wie eine normale gerenderte Szene mit Bezügen zu Spielen, die speziell für den Spot produziert wurde. Von einem “Killer-Videospiel” kann also keine Rede sein. Game-Noobs bei WuV.
    .
    Gabriel? Ist das nicht einer der Leute, die gern Sachen sagen, die gut klingen, aber darüber hinaus keine Substanz haben? Die Aussage zu Spielen klingt irgendwie so, wie “die Regierung ist unfähig.”
    .
    Rassismus in DX? Erinnert mich irgendwie an die Kritik von dem Schmidt. Ist Letitia schwach gezeichnet? Vielleicht. Aber: Wenn der Autor ihre Armut und Ausdrucksweise mit ihrer Hautfarbe und gesellschaftlichen Chlichés assoziiert, warum kritisiert er dann nicht auch das viele Chinesen im Spiel gierige Gangster sind, die den Westen verachten? Das alle Punks aggressiv reagieren, wenn man sie anspricht? Das alle Waffenverkäufer sehr zwielichtige Gestalten sind? Klar wird da verallgemeinert! Warum? Weil die genannten Charaktere bzw. Gruppen mit Ausnahme jener, die für die Story relevant sind, vor allem als Beiwerkt für die Spielwelt dienen. Würde ein kleiner Nebencharakter wie Letitia mit einer ausführlichen Biografie ausgestattet, dann würde das von der eigentlichen Story ableneken. Ich habe mich bislang vielleicht 3 Min. mit ihr unterhalten und glaube dabei alles Interessante erfahren zu haben. Damit hat sich ihre Bedeutung für die Spielwelt afaik erschöpft.
    .
    Ui das AAW hat seine große Satire fortgesetzt. Herrlich! Lache immer wieder neu darüber! Wie die es wohl immer schaffen so ernst zu bleiben? Wahrlich große Meister ihres Fachs! :D

  3. Das Video vom AAW ist wirklich köstlich …
    Besonders die Aussage “Kinder die mit 8 Jahren zu viel Fernsehen sind 21 Jahre später meist im Knast.”

    “Meist” deutet ja an, dass die Warscheinlichkeit über 50% liegt.

    Ich lass mich dann mal Verhaften.

    Grüße
    AttonRand

  4. “Fehlen des Mitgefühls als Gefahr von Shootern”
    Ich habe absolut kein “Mitgefühl” mit programmierten Pixeln. Wozu auch? Das ist virtuell. Bits und Bytes.
    Mitgefühl hebe ich mir für die Realität auf und für Lebewesen.

  5. Interessante Gedanken, die ich in einem Feature mit dem Titel “Serienkiller Superstar” gehört habe: Man ist natürlich bestrebt, Gewalt als “nicht zu unserer Kultur gehörig” darzustellen, weil man vordergründig einen möglichst großen Abstand dazu gewinnen will. Je mehr eine Gesellschaft diese Gewalt einem neuen Phänomen zuschreiben “kann”, um so mehr glaubt sie auch, sie könne das als negativ Empfundene beherrschen oder abschaffen (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/freistil/1503716/).

    Was die Studien betrifft: Wenn diese wirklich enthielten, daß die Mehrheit derjenigen, die in ihrer Kindheit “zu viel” ferngesehen haben, mit 30 Jahren im Knast säßen, würde ich mir wohl über die Repräsentativität so meine Gedanken machen. Es gibt im übrigen ähnliche Aussagen von Aktivisten, die z.B. gegen eine gesellschaftliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften ganz ähnlich argumentieren, mit Studien, aus denen alles Brimborium – inklusive der Beschreibung, worum es eigentlich ging – gestrichen wurde, um eine möglichst knackige Aussage zu produzieren. Also auch hier:

    Es gibt derartige Studien, wie bspw. in Eron und Huesmann (“Longitudinal Relations Between Children’s Exposure to TV Violence and Their Aggressive and Violent Behavior in Young Adulthood: 1977-1992”, in: Developmental Psychology Vol.39(2), 2003, p.201-221) (auch aus dem Dunstkreis von Anderson und Bushman, man vergleicht auch genauso gerne mit dem Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs usw., und man geht auch eher von der Imitationsthese aus) nachzulesen: Demnach gibt es zumindest zwei relativ groß angelegte Studien, eine begonnen 1960, und eine 1977, wobei dann auch Hypothesen über die Ursache von Veränderungen zwischen den beiden Studien angestellt werden. Und, wie erwartet, geben auch diese Werte die Behauptungen nicht her…

    Was das AAW mit der Aussage abliefert, ist natürlich eine der üblichen Verkürzungen, so als gäbe es einen einfachen Pfad “monkey see – monkey do”. Auch sollte man wohl berücksichtigen, daß es auch vom sozialen Umfeld, der eigenen Aggressivität, oder auch der Sicht auf Medieninhalte abhängt, wie groß der “Effekt” ist. Es wird dabei zwar erwähnt, daß man die Effekte rund um die Welt finde, aber auch, daß sich der Effekt zwar bei israelischen Stadtkindern, nicht aber bei Kindern gefunden habe, die in einem Kibbuz aufgewachsen seien… (Es scheint ein bißchen vernachlässigt zu werden, daß man seine Kinder auch erziehen muß?!) Und man sollte auch die Größe des behaupteten Zusammenhangs betrachten. Ein Zusammenhang von r=0.21 sagt demnach etwa 4.4% der Varianz der Aggressivität vorher – während die Aggressivität als Kind mit einem Zushg. von r=0.50 schon 25% der Varianz bei Erwachsenen erklärt (Huesmann and Eron, “Cognitive Processes and the Persistance of Aggressive Behavior”, in: Aggressive Behavior, Vol.10, 1984, p.243-251). (Und über andere Modelle, anhand derer die Daten betrachtet werden können, wird nicht unbedingt gesprochen, ob diese vielleicht “innerhalb akzeptabler Abweichungen” passen würden: vgl. Huesmann, “Imitation and Effects of Observing Media Violence on Behavior”, 2003, p.8.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.