„Killerspiele“ sind für Minderjährige?

(fr) Uwe Vorkötter widmet sich im Leitartikel eigentlich PI-News, kommt aber nicht umhin die dunklen Seiten des Netzes generell zu umreissen. Wie beinahe zu erwarten finden sich hier auch ein Verweis auf „Killerspiele„, die sich nach Auffassung des Autors offenbar vornehmlich an „Halbwüchsige“ richten. Dass Ego-Shooter dagegen regelmäßig nur an Erwachsene verkauft werden dürfen und sich oftmals auch an diese richten, wird nicht erwähnt:

„Wie das reale Leben und die Gesellschaft auch, hat das Internet seine dreckigen und stinkenden Ecken. Es ist ein Tummelplatz für Kriminelle, für Betrüger und Abzocker aller Art. Es steckt voller Pornografie, es hält die übelsten Killerspiele für Halbwüchsige bereit – und es bietet eine Plattform für politische Extremisten jeglicher Couleur.“

20 Gedanken zu “„Killerspiele“ sind für Minderjährige?

  1. Es soll wohl ausgesagt werden, dass Halbwüchsige problemlos an diese Spiele gelangen und nicht dass sie für Kinder gemacht wurden.
    Trotzdem sehr fragwürdiger Artikel, wenn es erlaubt ist gegen den Paptsbesuch zu demonstrieren, muss es auch erlaubt sein gegen den Islam zu demonstrieren.

  2. @Darkfire
    Das dachte ich im ersten Moment auch – aber müsste das dann nicht auch für die erwähnte Pornographie gelten? Erwähnt wird es da jedoch nicht, sondern einzig und allein bei den „Killerspielen“.

  3. Es ist ein Unterschied ob ich formuliere: „…hält die übelsten Killerspiele für Halbwüchsige bereit“ oder „… hält für Halbwüchsige die übelsten Killerspiele bereit“. Ich selbst würde derart feine Nuancen nicht in jedes Zitat legen, aber man kann es tun. Da, wo das gechriebene Wort mehrfach kontrolliert und nochmal überprüft werden kann, sollte man dann aber auch Absicht unterstellen dürfen.
    Aber mal ehrlich, wer das Internet nicht als Ort freier Infromation begreift, sondern darin nur dreckige und stinkende Ecken voller Pornografie (da sollte er explizit noch „Kinder“ hinzufügen) sieht, der hätte gestern Abend auch bei Anne Will sitzen und die Piraten duzen können. Zum Vergleich: Das reale Leben ist kein Tummelplatz für Kriminelle, Betrüger und Abzocker, es steckt nicht voller Pornografie, es hält nicht die übelsten Killerspiele für Halbwüchsige bereit und es ist nicht die Plattform für politische Extremisten aller Art.

  4. hab den artikel gestern auch gelesen und ueberlegt den hier zu verlinken. lustig wie die regierung mit argumenten, wie religion ist privatsache bzw. trennung zwischen staat und religion kommt, aber dann staendig islamfunktionaeren in den arsch kriechen und sich verarschen lassen.

  5. Da Jugendliche eigentlich allgemein keinen uneingeschraenkten Zugriff zum Internet haben duerften, einfach weil eine Kontrolle nicht möglich wäre(wie beim Fernsehen – wobei auch diese versagt), ist diese Diskussion überfluessig. Dass Jugendliche im Internet sind, liegt an den Eltern. Diese müssen sich Gedanken machen, ob und wie sie ihren Kindern den Gefahren des Netzes aussetzen wollen. Sowohl Pornographie, als auch Videospiele mit Gewaltinhalten koennen also nicht in Bezug zu Jugendlichen benutzt werden.

    Wobei auch ich „Halbwuechsige“ eher auf die geistige Beschaffenheit der Spieler deute. Ich weiß jetzt nur nicht, was realitaetsferner ist.

    Im Uebrigen sind solche Spiele auf Jugendliche zumindest teilweise ausgerichtet. Das hoffe ich zumindest. Wenn das nicht der Fall ist, so scheinen die Macher von den neueren Call Of Duty Teilen eine ganz schlechte Meinung ihrer Spieler zu haben.

  6. Ganz unrecht hat der Mann aber nicht. Er überspitzt in seinem Kommentar natürlich, aber ich denke, jeder erfahrene Internetnutzer wird ihm zustimmen, dass es auch für Kinder und Jugendliche kein Problem ist, an Computerspiele zu gelangen, die nicht für ihr Alter bestimmt sind. Über Pornografie bin ich sogar schon unabsichtlich gestolpert, da ist es noch einfacher.
    Dass dies nicht in der Verantwortung der Hersteller liegt, ist mir (und Vorkötter bestimmt auch) klar. Deswegen darf man aber die Problematik m.M.n. nicht vollkommen ausblenden.

    „Aber mal ehrlich, wer das Internet nicht als Ort freier Infromation begreift, sondern darin nur dreckige und stinkende Ecken voller Pornografie (…) sieht“
    Er sieht es nicht NUR als Ort voller dreckiger und stinkender Ecken. Der erste Satz heißt „Wie das reale Leben und die Gesellschaft auch, hat das Internet seine dreckigen und stinkenden Ecken.“ und diese Aussage ist durchaus legitim.

  7. @CanFo
    Im Inland ist es selbst für Erwachsene schwer an bestimmte Spiele/Filme zu gelangen aber natürlich übers Ausland aufgrund anderer Gesetze und/oder niedrigere Freigaben oder gar illegal aus dem Netz ist es dagegen sehr leicht.

  8. @CanFo
    Das lese ich dann aber anders. Da steht: „Tummelplatz… steckt voller… hält bereit… bietet eine Plattform…“ Das Internet insgesamt bezeichnet er als Tummelplatz, nicht die dreckigen und stinkenden Ecken allein. Da müssen wir dann schon genau sein.
    Und wenn wir jetzt den Vergleich zum realen Leben ziehen – ich sagte es ja bereits – steckt das reale Leben voller Pornografie, hält es die übelsten Killerspiele für Jugendliche bereit, wie Vorkötter hier schreibt? Oder ignoriert er die bestehende Gesetzgebung bequemerweise? Trennt er sich gedanklich nach dem ersten Satz vom realen Leben und der Gesellschaft, um sich allein auf das Internet zu konzentrieren?
    Es steht so da.

  9. Der Autor des Artikels wollte doch nur polemisch auf den Putz hauen. Denn ohne sowas hören doch viele Leser nach dem 5. Satz auf. Ansich listet er dort nur alle Angste rund um das Internet auf, ob man da eine Wertung drin sehen will oder lediglich eine Auflistung dessen, was in den Medien als das pure Böse angesehen wird, das möchte ich nicht beurteilen, da es eine Geschmacksfrage ist. Auch wird mMn bei dem Zitat nicht klar, ob das seine Meinung ist, oder ob er damit eher eine Karikatur der Medienlandschaft darstellen möchte, die sich um jeden Scheiß kümmert, aber nicht um Foren in denen derart schäbige hetze verbreitet wird wie bei PI.
    Während dauernd über böse Pronos im Internet und ultimativ böse Killerspiele berichtet wird/wurde, sind Webseiten wie PI, die ziemlich gefährliches Gedankengut zum „besten geben“ nie in den Medien. D.h. solange mehrere Interpretationen korrekt sein könnten, möchte ich dem Auto mal nichts böses unterstellen.

    D.h. die Bedeutung dieses Absatzes in dem Artikel ist mehrdeutig und ich denke man tut dem Autor unrecht, wenn man sich nun nur über die Aussage zu Killerspielen echauffiert, statt sie im Zusammenhang zu sehen.

  10. Der kurze Satz im Eingangstext klingt eher nach einem Mann, der in einer ganz anderen Welt lebt und lediglich alles zusammengetragen hat, was es negatives über das Internet zu sagen gibt.
    Gutes Gegenbeispiel: es gibt immer noch Menschen die glauben, dass alle Afro-Amerikanischestämmige Menschen alles HipHopper,Drogen -und Waffendealer, Ladendiebe, Mörder, Vergewaltiger und und und sind.
    Und zwar wirklich alle!
    Das das natürlich nicht zutrifft, braucht man wohl nicht weiter diskutieren.
    Aber offenbar sind diese Leute und dieser Autor vom selben Schlag.
    Vom Schlag der :“Vorverurteiler“

  11. Oder er karikiert lediglich die Vorverurteiler, die alles sehen, jede noch so dämliche Verschwörungstheorie aufgreifen, aber die wirklichen Gefahren oder Probleme ignorieren?!

  12. Es ist mal wieder köstlich zu sehen wie die Printindustrie gegen das Medium hetzt dass sie ersetzten wird. Es sind nur Rückzugsgeschäfte.
    Die Printindustrie ist wie die Kutschenindustrie nach der Erfindung des Autos dem stetigen Niedergang preisgegeben und das kratzt gewaltig am aufgeblasenen Ego.

  13. Es wird nicht beschrieben was als „dreckig und stinkend“ so alles angesehen werden wuerde, sondern was eben so waere.
    Wuesste auch ueberhaupt nicht wie noch viel mehr so geschimpft werden koennte: und das ist eben genau die Geisteshaltung welche ich fuer gewoehnlich als menschenverachtend und klar demokratiefeindlich verurteile. Das kann sich aus meiner Sicht so auch nur mehr mit anderer Ktitik an tatsaechlichem politischen Exzremismus oder Populismus widersprechen, und ist halt auch selbst dann nur mehr populistisch fuer mich zu nennen. Da mangelt es dann auch prompt an jedweder Glaubwuerdigkeit bei der Vorstellung dieser Werte und Normen.
    Du meine Guete – das ist doch keine Analyse –
    Erlebte das auch jetzt im Urlaub wieder, wenn ich da so Gespraechsfetzen von zumindest einer aelteren, gerade bessersituierteren Generation aus Deutschland oder der Schweiz leider mitkriegte, wie fest etwa die Feindbilder Amerika und Playstation verankert sind, wobei die Playstation noch dazu (auch) als amerikanisch identifiziert wird…
    Finde es erschreckend wie auch hier solche Aeusserungen, ob mit oder ohne Amis, PI, Sarrazin oder Israel scheinbar mit uebergangen werden, auch von denen die sich ansonsten doch daran stoeren: nicht wer die inkriminierten Games zocken wuerde verstehe ich als Problem, sondern wo diese in ihrer Beschaffenheit verortet werden. Ich mein – was soll das? Wie sollen sie und nicht die „harmlosen“ Farmvilles und Co. mehr Anerkennung in einer sich fuer ueberlegen haltenden gesellschaftlichen Mitte bekomnen wenn man sagt: ja, es ist zwar Dreck, aber nur fuer Erwachsene. Was waere dadurch schon, durch den erwachsenen Dreck, gewonnen? Wieso wird dem nicht widersprochen?

  14. Was bei dem Text offenbar noch hinzu kommt ist, dass unliebsame Ausdrucksformen in einer Welt des Betruges gesehen werden, also zusaetzlich zum inkriminierten Sexus oder der vermeintlich gemeinten Gewalt. Und das kennt man auch von einem Realismus, der Genre, solche Fiktionen als Eskapismen angefangen ablehnt. Nicht nur als „gefaehrliche“ Ausfluechte, sondern eben auch als Illusionen, Luege oder Betrug an wirklicher(er) Welt, Wirklichkeien etc.

  15. @Pyri
    Das die meisten Leute denken das die PlayStation aus den USA kommen würde kann ich nur bestätigen, ob aber der „Haß“ auf dieses Gerät geringer wäre wenn die Leute wüßten das die PlayStation aus Japan kommt und eben nicht aus den USA wage ich aber zu bezweifeln.

    PS:Warum bist du im Hotel? Urlaub?

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