Veranstaltungshinweis

Die „LAN-ge Nacht der Spielkultur“, die vom 07. – 09. Oktober in den Räumen der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe stattfindet, wartet endlich mit mehr Informationen auf. Der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) und Netquarter e.V. bieten eine 3-Tägige LAN-Party mit folgendem Programm:

Samstag, 08.10.2011

10:00 – 10:45
Browsergames, Community als Spielinhalt mit Benjamin Hinz.

11:00 – 11:45
3D-Leveldesign, Technik und Gameplay in klassischen Ego-Shootern mit Patrik Schönfeldt
(VDVC).

12:00 – 12:45
Casemodding/Casecon, Computergehäuse kunstvoll selbst gestaltet mit einem DCMM-Teilnehmer.

12:45 – 15:00
– Pause

15:00 – 16:30
– Videospiele als Kulturgut, Diskussion zur Spielekritikdebatte mit Christian Schmidt (ehemals GameStar), Gunnar Lott (Ex-Chefredakteur der GamePro), Valentina Hirsch (Pixelmacher), Peter Steinlechner (Golem.de, vormals PowerPlay).

17:00 – 17:45
– Remake, Der Reiz von Klassikern und warum man sie nachbaut mit Peter Schwanemann.

17:45 – 19:00
– Pause

19:00 – 19:45
– Hetzkampagne!, Computerspiele in Bild, RTL und Co mit Jens Stober (Hochschule für
Gestaltung)

20:00 – 20:45
– Wirkung von Mediengewalt, Shooter und Aggressivität mit Sebastian Felzmann (Hochschule für Gestaltung).

21:00 – 22:00
– Alle süchtig, oder?, Suchtdebatte aus Gamersicht.

Anmeldung und weitere Informationen

18 Gedanken zu “Veranstaltungshinweis

  1. Ich wüsste weder wie die Normvorgaben eines Christian Schmidt bezüglich „guter“ und/oder schön-„relevanter“ Spielekritik etwas über „Videospiele als Kulturgut“ aussagen würden, außer dass so über einen sehr bestimmten und einseitigen Kulturbegriff eine Diskussion geführt werden könnte – darauf begrenzt -, noch wie gerade ein Jens Stober, der bei seinen Serious Games doch mehr als bemüht gewesen ist sich von den häufig inkriminierten sozusagen „schlechten“ Games abzugrenzen etwas über eine „Hetzkampagne“ bezüglich Computerspiele erklären könnte. Wirklich nicht –

  2. Ich denke Christian geht es eher darum, dass Spiele von Spieleredakteuren überhaupt als Kulturgüter wahrgenommen und behandelt werden. Das Abkanzeln anhand irgendwelcher Moralvorstellungen kommt dann erst im 2. Schritt^^.

  3. @Rey Alp
    Ich glaube so weit war man irgendwie immer schon. Warum Zeit, Geld und Platz (etwa in Feuilletons) für etwas verschwenden, das man letzten Endes doch wieder nur für schlecht hält, weil man der Meinung ist dass es etwa vorwiegend niedere Instinkte anspricht. Und diese wiedergegeben etwa unerwünscht sind.
    Über harmlose Knobel-Abstraktionen wird gelegentlich ohnehin schon berichtet. Nur wegen der an den alten May-Karl nostalgisch erinnernden Western-Eskapaden von Rockstar alle heiligen drei Zeiten, oder wenn jemand wie David Cage (Heavy Rain, Fahrenheit) der weniger kommerzielle Absichten hegt nach Jahren mal wieder was fertig gestellt hat – darüber wird gegebenenfalls auch geschrieben werden. Dafür findet sich schon jemand –

  4. @Sascha M
    Diese Positionen sind alle leicht recherchierbar. Viel was anderes gibt es da gar nicht, und mit Hellseherei hat das auch nichts zu tun, eher mi Retrospektiven so
    Wie da ein Gespraech ablaufen wird, darueber habe ich mich im Uebrigen gar nicht geaeussert. Das interessiert mich aus den genannten Gruenden nicht im Geringsten –

  5. Das ist doch mal wieder typisch: Der militärisch-industriell-mediale Komplex darf ungestört seine Hetze verbreiten, aber kein einziger seriöser Experte wurde eingeladen um die empfindlichen Kinderseelen zu retten. Pfui!

  6. @Rey: Danke für den Link! lol: „Under capitalism, game-makers produce what is profitable. Under the joint dictatorship of the proletariat of the oppressed nations over imperialism, games glorifying Uncle $am will be history and game-makers will flourish without having to cater to mindless sex and violence.“

  7. @Epicus: Das ganze geht von Freitagabend bis Sonntagmorgen. Der Samstag ist sozusagen die (sehr lange) Nacht dazwischen und hat ein festes Programm spendiert bekommen, das auch die typischen Samstagnachmittag-in-die-Stadt-Fahrer anlocken soll. (Dementsprechend sind die Veranstaltungstitel zum Teil auch recht boulevardesk gewählt. Siehe Wort „Sucht“ im letzten Panel.)

    @Pyri: Man muss da ansetzen, wo die Menschen auch mitkommen. Unser Ansatz ist sehr pragmatisch und nicht fest an irgendeiner Ideologie ausgerichtet. Wenn er mit deiner Ideologie kollidiert, mache bitte konkrete Vorschläge.

  8. @Patrik Schönfeldt
    Ich weiß jetzt zwar nicht welche Ideologie mir hier so unterstellt werden sollte, aber vielleicht ja wie Christian Schmidt dass ich ein Linksradikaler wäre. Und das finde ich zauberhaft: ist es das, wenn man dafür eintritt Kreativen im Ausland erstmal nicht bloß einseitig zuzuhören, bevor man ein Urteil über ihre Arbeiten fällt. Sondern eben auch andere Stimmen, Meinungen, wenigstens versucht einzufangen?
    Ich denke nicht, dass es bei der Auswahl dieser Personen von der Hand zu weisen ist, dass dort bei der Veranstaltung eine Jugendschutz-Situation in Deutschland etwa grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden wird. Dass der Jugendschutz eben nicht in einen europäischen Kontext zum Beispiel gestellt werden wird, außer über Plattitüden wie von wegen dass da etwas harmonisiert werden sollte. Eine Harmonisierung kann bekanntlich auch so ausschauen, dass die deutschen Verhältnisse Resteuropa aufgezwängt werden sollten. Und so etwas nenne ich eigentlich ideologisch, und eben nicht pragmatisch: wo bleibt die Kritik an den eigenen Verhältnissen? An den eigenen Positionen im Land, die weitestgehend unhinterfragt bleiben. Oder wo gibt es da Kritik an einer Rede von „Jugendgefährdung“, „Jugendbeeinträchtigung“, „Verrohung“, „Abstumpfung“ oder „Gewaltverherrlichung“: ja auch diese Journalismus-Debatte hat gezeigt was von den Spielen auf beiden Seiten jeweiliger Positionen so eigentlich gedacht wird. Auch Petra Fröhlich hat in ihrer Reaktion auf den Schmidt-Text etwa davon gesprochen dass Spiele intellektuell nicht herausfordernd genug wären um darüber anders, nach Schmidts Verständnis besser, „relevanter“, zu schreiben. Weil sie sich offenbar etwa nicht vorstellen kann wie man einer Fußballsimulation so begegnen könnten. „Platt“ war da glaub ich das Attribut, und auch andere „Kriitk“ an Schmidt hat sich eher auf die Positionen zurückgezogen durch den Text persönlich gekränkt worden zu sein. Den Vogel schießt dabei sowieso jemand ab der angeblich Serious Games macht, das jedenfalls für sich selbst so in Anspruch nehmen möchte – in einem Zirkus der nonkommerziell praktisch ausschließlich auf Förderungen angewiesen ist, aber gerade im Unterschied zu einem „Battlefield“ oder „Call of Duty“ beispielsweise, das so eben nicht „serious“ wäre und wenigstens als „Ballerspiel“ diffamiert werden wird. Dass so jemand über Hetze sprechen soll sehe ich jedenfalls als einzige Verhöhnung an.
    Und wenn man sich das dann alles als zumindest Streben in eine Gesellschaftsmitte ausmalt, weil man ja keine Randgruppe repräsentieren möchte, dann finde ich das umso schlimmer und zeigt schon überdeutlich wohin der Hase letztlich laufen wird – eben weiterhin weg von den unliebsamen Spielen, die so keinen Deut mehr Respekt, Etablierung erfahren werden. Das Unterschlagene bleibt unterschlagen: ich sehe zwar auch eine gewisse Liberalisierung, die in letzter Zeit vielleicht stärker geworden ist, und ein Problem mit Videospielen in Deutschland hat eher ab- als zugenommen, dennoch geschah das dann offensichtlich eher ohne Zutun einzelner Gruppen so. Letzten Endes läuft alles auf die Feststellung hinaus, dass man Videospiele großteils für eher dumm hält, wenn schon nicht gewaltverliebt etc. Auch wenn mit ihnen neuerdings im Land liberaler umgegangen werden sollte. Und wenn das eine Pragmatik sein soll, dann bestenfalls die von Ressentiments –

  9. @Pyri
    Dann kam dir zum Thema der Text Lorbers am nächsten? Von wegen: Ich analysiere dich, bis ich schwarz werde – Widerstand ist zwecklos? Ich möchte dir im Kern nicht wiedersprechen, dass man überall eine Bedeutung finden kann, selbst wenn dies von den Autoren nicht bezweckt worden ist. Die Intention dürfte da im Übrigen sowieso egal sein, da es allein darauf ankommen dürfte, wie sich einem persönlich das Spiel präsentiert. Man kann das von mir aus auch gerne bei Spielen wie Call of Duty oder Battlefield machen, wobei sich hier m.E. auf die Dauer der Unterhaltungswert in Grenzen halten wird. Nach dem x. Review zu dieser Art spiele wir man schlicht immer zu dem Ergebnis kommen, dass es sich um einen US-amerikanischen Propagandaschinken handelt, der unbeholfen versucht mit übertriebenen Stilmitteln Tiefe vorzugaukeln, letztendlich aber einfach nur zum actiongeladenen Feuerwerk der moralischen Beliebigkeit verkommt, der letztendlich nur eine bessere Schießbude ist.

    Im Übrigen glaube ich, dass du dem VDVC etwas Unrecht mit der Annahme tust, dass sie den status quo für gutheißen. Das sieht man ja nicht zuletzt an der Petition. Die Vorträge werden vielmehr nach der Relevanz aktuell relevanter Themen ausgewählt sein, bei den nunmal Themen wie Sucht oder eben des Spielejournalismus gerade vorherrschend sind. Ein Vortrag zur moralischen oder kulturellen Berechtigung von Kultur wäre sicherlich interessant, aber abgesehen davon, dass das aktuell nicht diskutiert wird, müsste man dafür auch eine fähoge Person finden. Und ich kenne da aktuell kaum einen, der dafür eintritt oder dafür eintreten könnte. Das ist vielleicht erst recht ein Grund für so einen Vortrag, aber angesichts der kurzen Vorbereitungzeit hätte man das wohl nur schlecht adhoc auf die Beine stellen können.

  10. @Rey Alp
    Die Petition hat es jetzt aber nicht wirklich gegeben, oder? Kommt da noch was?
    Ich mein, mein letzter Informationsstand war der dass man über die Gründe weshalb da etwas verhindert worden ist vorerst nichts weiter verlautbaren wollte. Das entspricht auch dem Mangel an News hier zum Thema – oder von welcher Petition sprichst Du? Von der bei „Ich bin Gamer“ letztes Jahr? Oder doch von der welche immer noch „diese Woche“ freigeschaltet werden soll? http://spielepetition.de/Petitionstext.php
    Warum da etwas verhindert worden ist, dazu hätte ich mir jedenfalls kräftigere Außerungen schon (längst) erwartet. Stattdessen biedert man sich scheinbar weiterhin lieber irgendwelchen Leuten an, um sich eben in irgendwelchen Mitten von Gesellschaften festzusetzen. Und es passt halt auch nichts zusammen diesbezüglich. So erklärte der Grüne Bastian Dietz, dass sich bei der „Ich bin Gamer“-Petition die Frage stellt „warum Gewalt in Computerspielen verboten sein soll, wenn ähnlicher Inhalt um 15.00 Uhr auf Privat-TV-Sendern läuft. Es läuft also wieder auf die Frage nach Konvergenz hinaus und wie bzw. ob Jugendschutz intermedial erreicht werden soll.“

  11. @Sieh‘ mal ins Forum des VDVCs. Der „Mangel an News“ ist eher dem Umstand geschuldet, dass ich keine Publicity verschwenden wollte.

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