Lesehinweis

(Guardian) Der Guardian hat mit dem ehemaligen SAS-Mitglied Andy McNab gesprochen, der DICE bei der Entwicklung von „Battlefield 3“ beraten hat. Ein Auszug:

„And the big arguments about games inducing violence – they’re a load of nonsense; violence has always been there. And possibly, the reason the crime rate is declining in the US is that people are now staying in and exploring violence through games rather than going out and beating people up.“

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(Dank an Activ[E|H]ate)

2 Gedanken zu “Lesehinweis

  1. Der Singleplayer von BF3 ist einerseits überraschend gut.
    Er er ist von der Erzählstruktur nichtlinear aufgebaut, d.h. ein Teil der Geschichte erlebt man in nicht chronologischer Reihenfolgen.
    Die Charaktere sind glaubwürdig und nicht überzeichnet, auf falsches Pathos wird verzichtet und es gibt auch das eine oder andere bittere Ende.

    Gleichzeitig bleibt er hinter dem Standard zurück, den die Singleplayermodis der Vorgänger BF 2142 und BF 2 gesetzt haben.
    So ist es bei Battlefield 3 nicht möglich mit den Bots zu kommunizieren. Weder kann man Gegner markieren, damit sie von den Bots bekämpft werden, noch kann man die Bots um Munition, Medpäckchen oder Unterstützung bitten.
    Auch kann man nicht das Kommando über die Gruppe übernehmen und die Bots durch Bewegungsbefehle führen.
    Damit bereitet der Singleplayermodus in keinster Weise auf den Multiplayermodus vor. Zudem ist es nicht mehr möglich auf dem eigenen Rechner einen Server mit Multiplayerkarten zu erstellen, um dort in Ruhe das Fliegen zu üben – eine Funktion die in BF 2 und BF 2142 noch enthalten gewesen ist.

    Was den Realismus angeht so bleibt Battlefield 3 hinter älteren Titeln wie Black Hawk Down (von 2003 !)zurück.
    Obwohl ein Großteil der Missionen in stark Bevölkerten Gebieten stattfinden gibt es keine Zivilisten. Der Spieler muß also keine Rücksicht beim Einsatz von Waffen nehmen und kann hemmungslos alles mit Handgranaten oder Rakentenwerfern in Schutt und Asche legen.
    In Black Hawk Down hätte ein solches Vorgehen schnell zu toten und verletzen Zivilisten und damit einem Game Over geführt.

  2. Was der Herr da anspricht, hat schon Aristoteles als Katharsistheorie formuliert.

    Und das ist auch eine schöne Gegentheorie zu den im Allgemeinen verbreiteten – dass das Verbot von Computerspielen auch zu mehr gewalt führen kann, weil den Leuten ein Ventil fehlt, mit dem sie ihre Aggressionen ungefährlich abreagieren können.

    Was der Stand der Forschung zur Katharsistheorie heute ist, weiß ich nicht – ich weiß aber, dass das Grundprinzip „Verarbeitung durch Ausleben“ heute u. a. im psychologischen ANTI-Aggressionstraining eingesetzt wird.

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