Symbolfoto #7

Unsere Rubrik der mehr oder weniger gelungenen Symbolfotos ist um einen Eintrag reicher. Hier handelt es sich zugegeben um einen besonders offensichtlichen Fall: Welches Kind spielt denn heutzutage noch an einem Röhrenmonitor – wissen Journalisten eigentlich, was diese Dinger wiegen? Ernsthaft: Das Bild scheint keine authentische Situation zu zeigen. Das Bild würde aber wahrscheinlich sowohl nach dem deutschen Pressekodex als auch in Österreich nicht als Symbolbild gekennzeichnet werden müsste, da es erkennbar keine dokumentarische Abbildung ist. So besagt Punkt 3.3. des Ehrenkodex:

“3.3. Fotomontagen und Bildbearbeitungen, die von flüchtigen Lesern/innen als dokumentarische Abbildungen aufgefasst werden, müssen deutlich als Montagen oder Bearbeitungen kenntlich gemacht werden.”

(Dank an buzzti.)

17 Gedanken zu “Symbolfoto #7

  1. Die Bildagentur hat übrigens auch passenderes im Petto (Wobei das CS Bild ziemlich misslungen ist, Bedienung wird nicht vorgegeben und ist wohl nen Screenshot):
    http://www.colourbox.com/search/find?orientation=all&resolution=all&editorial=no&order=weight&supplier=0&status=4&q=violent+video+games
    Und hier das Original mit Variationen. Sogar mit Teddy!
    http://www.colourbox.com/search/find?orientation=all&resolution=all&editorial=no&order=weight&supplier=0&status=4&q=video+game+violence

  2. Oh man das Foto is so beknackt, dass ich darüber echt nur lachen kann. Ich mein wirklich ein Kind in ner “Tarnhose” und Stiefeln steht auf nem Monitor von VorVorgestern und hat ne Softair in der Hand. Also ein noch dümmeres Symbolfoto geht kaum noch. Mich würde mal interessieren ob der Artikel in dem das Bild verwendet wurde ebenfalls so “hochwertig” war.

  3. @ Rey
    Gefunden ^^. Hm der Artikel ist gemessen an dem dummen Bild nicht mal sooo schlecht. Hier und da sind ein paar Wörter falsch plaziert (gewaltverherrlichend und Gewalttätig z.B.) alles in allem ist der Artikel nicht so negativ wie man es anhand des Bildes erwarten hätte können.

  4. Ich find das Bild gar nicht mal so schlecht. Die Situation ist lächerlich in der Komposition, also wird direkt die Aussage der Autoren, dass Kinder sowas nicht spielen sollen unterstützt. Quasi ne Art visuelles Kabarett.

  5. Naja, Ego-Shooter gehören wirklich nicht in Kinderhände. Allerdings hat das Bild auch die Bedeutung, dass Kinder mit solchen Spielen zu Soldaten erzogen werden, was wiederum nicht stimmt. Außerdem haben die Fotografen dem Kind doch selbst Spielzeugwaffen gegeben.

  6. Was stört dich daran? Dass das Kind ohne Fotografen keine Waffen hätte? Die Alternative wär dass sie an jedem Haushalt klingeln und fragen: “Tschuldigung, sitzt ihr Sohn grad mit der Kalaschnikow vorm Computer, wir bräuchten mal n Bild”
    Wär sicher lustig :D Deinem Satz 2 würd ich aber klar zustimmen.

  7. haha, so geil ,das bild wo des kind schreit. mir wär der bildschirm garnicht aufgefallen. wenn die leser zuerst das bild swhn denkt keiner an spiele, sondern eher an spielzeugwaffen

  8. “Was stört dich daran? Dass das Kind ohne Fotografen keine Waffen hätte? ”

    Nein, das ist nur eine kleine Spitzfindigkeit. Wenn man mit einem Bild aussagen will, dass Kriegsspiele bzw. Kriegsspielzeug dafür sorgen, dass sich Kinder in Killer verwandeln oder fragwürdige Werte lernen, ist es doch als jemand, der so etwas bekämpfen will, recht kontra produktiv einem Kind ein Kriegsspielzeug in die Hand zu geben, oder?^^

  9. “… Die Alternative wär dass sie an jedem Haushalt klingeln und fragen: “Tschuldigung, sitzt ihr Sohn grad mit der Kalaschnikow vorm Computer, wir bräuchten mal n Bild””

    Und weil sie so ein Kind nirgendwo antreffen, staffieren sie ein Kindermodel entsprechend aus. Das ist Journalismus vom Feinsten. Erinnert sehr stark an den Kormoran vom Golfkrieg oder auch den LAN-Counterstriker aus der Panorama-Sendung – was nicht ist, aber so sein soll, wird eben gestellt.
    Symbolfotos, eh das Widerlichste am Auftragsjournalismus.

  10. Das Foto erinnert mich irgendwie an ein Foto aus einer Tageszeitung zu Unreal Tournament aus dem Jahre 1999, das sah sehr ähnlich aus. Nun ja, Mist wiederholt sich halt. :o)

  11. §1666 BGB
    (1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.

    *

    Und ich wette, es gibt noch eine Reihe weiterer Gesetze die festlegen, dass die Eltern dafür verantwortlich sind, ihrem Kind eine altersgerechte Erziehung / Beschäftigung zugänglich zu machen.
    Warum sind die Spiele Schuld, wenn sie von Kindern gespielt werden? Steht doch groß drauf “ab 18 Jahre”
    Solche Dinge sind ganz einfach ein Fall fürs Jugendamt: “grob fahrlässige – wenn nicht gar vorsätzliche – Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht.”
    Oder auch “Gefährdung der Entwicklung des Kindes durch Unterlassung und/oder Vernachlässigung.”
    Eltern haben Schuld – nicht die Programmierer oder die Spiele.

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