Streit um Bundeswehr-Propagandafilm (Update)

Das im Youtube-Kanal der Bundesregierung veröffentlichte Video “Die Bundeswehr online” hat heftige Kritik hervorgerufen: Man habe sich einer fragwürdigen Ikonographie bedient: Diese gleiche “teilweise einem Ego-Shooter und entwerfen so ein Zerrbild des Dienstes bei der Bundeswehr“. Die SPD hat sich mittlerweile auch geäußert. Es werde “eine Klientel angesprochen, die anfällig für Gewaltbereitschaft ist, und sich nicht um die besondere Bedeutung der Bundeswehr in der Gesellschaft” kümmere. Welch’ Zufall: Nutzer von Ego-Shootern sind ihrerseits regelmäßig darüber besorgt mit Personen über einen Kamm geschoren werden, die sich für reale Gewalt gegen echte Menschen begeistern können. An die Adresse der SPD können wir Entwarnung geben: Erst jüngst hat eine Studie gegeben, dass Actionspiele die Einstellung zu Militarismus, Krieg und Terrorismus nicht beeinflussen, diese hängt vielmehr von “Alter, Bildung und Autoritätsorientierung” ab. Das inzwischen vom Netz genommene Video würde, wenn es Nutzer von Ego-Shooter ansprechen würde, also bei der falschen Zielgruppe ankommen. An dieser Stelle sei auch noch auf ein Video hingewiesen, das ich 2009 unabhängig von stigma erstellt habe.

Zum Video “Die Bundeswehr online” (Momentan wieder verfügbar)

17 Gedanken zu “Streit um Bundeswehr-Propagandafilm (Update)

  1. Wurde nach “Augen Geradeaus” von der Pressestelle ohne Begründung vom Netz genommen. Es sind einfach wild zusammengeschnittene Szenen von Explosionen, Panzern, Infanterie, Flotte, Fallis etc. – und von einem Neugeborenen oO… – die mit bissl Rock-Geschrabbel unterlegt sind, in das kurz die Nationalhymne eingeblendet wird. Für mich hat das nichts von Shooter-Ikonographie sondern von gewollt, aber nicht gekonnt. Wobei ich in diesem Fall sehr froh darüber bin, dass die es nicht drauf haben.

  2. “Die Bundeswehr in der Gesellschaft” ? Die Gesellschaft will von der Bundeswehr nichts wissen, besteht sie doch nur aus Nazis, Kriegstreiber, Biersäufern, Waffennarren, Möchtegernrambos, Schlägern, Verbrechern, größenwahnsinnigen Briefträgern, Machos in Uniform, emotionalen Krüppeln und sonstigen Militaristen. Oder etwa doch nicht? Kann man die in irgentwelche Auslandseinsätze überhaupt schicken? Doch gerade die SPD hat die politische Verantwortung für eine deutsche Beteiligung an Auslandseinsätzen zu übernehmen, tun sie aber nicht, stattdessen sind wieder die pöhsen Killerspielvergewaltigungterroristengamer schuld an den ganzen Leid in der Welt. Wiedereinmal perferkt perfide Politikheuchelei.

  3. @skully: Du weißt, dass unser Militär ein Abbild unserer Gesellschaft ist? Was ich an deinem Beitrag toll finde ist, dass du anderen Polemik vorwirfst aber selber mit Polemik um dich wirfst. Also kannst du dich in Reihe der Heuchler einreihen. Herzlichen Glückwunsch!

    Das Video hatte ich gesehen und denke mir nur “so what?”. Habe dort nichts gesehen was ich nicht schon vorher sah. In welcher Art und Weise auch immer.

  4. Nachdem die Wehrpflicht abgesetzt wurde, ist es nicht mehr ein Querschnitt der Gesellschaft, da nur die Leute hingehen, die wirklich hinmüssen, wie z.B. Leute ohne Schulabschluss, Schulabbrecher…

  5. @Diavid

    Es soll auch noch Leute geben, die sich freiwillig bei der Bundeswehr melden, weil sie die Armee interessiert. Außerdem kann die Armee nicht nur aus Idioten bestehen, da man z.B. um General werden zu können mitlerweile studiert haben muss.

  6. @Sepion OMFG, mein Kommentar war ironisch gemeint. Natürlich sind im Militär sehr viele vernüpftige Menschen. Dadurch das die Bundeswehr z. B. politisch problematische Leute aussortiert ist sie wahrscheinlich besser als die Gessellschaft. Mein Kommentar sollte nur den SPD/lala/SoldatensindMörder/GamersindMörder Realitätsschwund Blickwinkel hervorheben.

  7. @Diavid: “Nur” solche Leute ist wohl übertrieben gesagt, aber es ist wohl wahr dass sich bei den Neuzugängen einiges verändert hat. Wenn dann auch noch ein großer Teil wieder verschwindet weil ihnen der Umgangston nicht passt oder sonstwas ist das echt nicht der Hit. Dass das so ist geht inzwischen auch der Truppe selbst auf den Keks. Nicht zuletzt auch, weil die “Reform” einfach so durchgedrückt wurde wie man es in Berlin für richtig hielt – natürlich am besten bis gestern.

    @El Konsolero: Nicht nur als General. Aber studiert zu haben ist – wie Rey schon sagte – sicher keine Garantie, und außerdem nicht das Entscheidende für die tatsächliche Eignung zum Offizier.

  8. Finde die Idee eines Werbefilmchens für die BW nicht verwerflich, sondern sogar notwendig, jetzt, wo es keine Wehrpflicht mehr gibt. Der Clip ist aber imo ungemein schlecht gemacht. Wirkt alles sehr planlos zusammengeschnipselt und mit nerviger Musik unterlegt. Das sagt vor allem aus, dass die Ersteller keine Ahnung von dem hatten, was sie da taten. Wenn jemand bei dem Clip Assoziationen zu Shootern herstellt outet sich auch diese Person als Ahnungsloser, denn abgesehen von Militärthema hat das nicht wirklich was mit Shootern gemein.

  9. Also, ich habe das Video nicht gesehen. Aber wenn darin nur Action gezeigt wird halte ich das auch nicht für eine gute Werbung für die Bundeswehr.
    In einer Armee, in der einem beigebracht wird eben NICHT wie Rambo mit dem Maschinengewehr alleine auf irgendwelche Araber los zu gehen, wirkt es ein wenig irreführend einen Werbespot zu zeigen, der so aussieht wie ein Trailer zu Battlefield 3.

  10. Es wird nicht “nur” Action gezeigt. Das heißt nicht nur Kämpfe und Explosionen. Das kommt auch vor, aber es halt viel Bewegung drin und die Schnitte sind schnell. Von daher orientiert es sich in etwa an dem was international Standard ist.
    Was problematisch ist, ist die grauenhafte Musik und dass Schnitt und Musik nicht immer im Takt sind. Und vor allem fehlt eine richtige Botschaft dabei. Es wirkt zwar etwas amateurhaft, aber es ist sehr ähnlich zu vielen anderen YouTube Videos die Militär zeigen. Und das ist der Punkt. Solche Videos sind beliebt und ansprechender als das was die BW sonst produziert

    Herr Arnolds Vorwürfe sind erbärmlich. Er ist berühmt berüchtigt davor jede Gelegenheit zu nutzen sich selbst zu profilieren und jeden kleinen Vorfall zu einem riesigen Skandal aufzubauschen. Von daher ist ein Verhalten gar nicht überraschend. Es wird seinem Ruf bei den Soldaten aber nicht gut tun

  11. In dem “Werbevideo” wird ja eben nicht nur Action und Ballerei gezeigt. Man sieht auch Zivilisten, die den deutschen Soldaten die Hand reichen, einen deutschen Soldaten mit einem Baby auf dem Arm und vieles mehr. Was das Filmchen wohl zeigen soll ist, dass die Facetten der Bundeswehr genauso weit sind wie bei jedem anderen Job …

  12. Mir ist irgendwie nicht klar, inwiefern das im Video Gezeigte mit einem Ego-Shooter vergleichbar wäre. Ich meine ich weiß ja dass ich in einem Land lebe, dessen Bevölkerungsgroßteil einen nahezu religiösen Antimilitarismus pflegt ohne eigentlich genau zu wissen warum, aber muß man wirklich jede Werbemaßnahme der Bundeswehr direkt zum Skandal erheben? Alle wollten die Wehrpflicht abschaffen, jetzt ist sie ausgesetzt. Eine Berufsarmee braucht Freiwillige. Freiwillige muß man irgendwie werben, vor allem wenn Militärdienst so unattraktiv ist wie hierzulande, dank mangelhafter Ausrüstung, schlechter Bezahlung und schandhaft geringem Rückhalt aus der Bevölkerung. Wo ist hier bitte das Problem? Und was hat das mit einem Ego-Shooter zu tun?

  13. @Geist
    Für mich war eher die Kritik, dass das Video auf Ego-Shooter spielende, und damit für den Militärdienst (weil asozial) nicht geeignete, Personen abzeilen würde, Grund für die News. Da dürfen sich imho die verschiedensten Personen in vielfältiger Art und Weise beleidigt fühlen.

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