Randnotizen #3

Zu Vorkommnissen, bei denen der eine oder andere eine Relevanz entdecken könnte:

– (monalisa) Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller äußerte sich im Interview mit „Mona Lisa“ zu der Frage, ob durch gewaltdarstellende Medien wie Videospiele die Hemmschwelle gesenkt werde: „Das Opfer darf kein Mensch sein, niemand in den man sich hineinfühlen kann […]. Und diese Bedingungen werden meines Erachtens durch die Killerspiele tatsächlich gefördert„.

– (ltsh/ln/shz) Der SPD-Politiker Torsten Albig hat auf seiner Seite Werbung schalten lassen, auf die er inhaltlich keinen Einfluss hat. Dabei wurde auch ein Video angezeigt, das für einen Shooter wirbt. Während die SPD sich für die Panne entschuldigt, gibt sich die CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen empört: „Seit Jahren wissen wir, was solche ,,Killerspiele“ in jungen Menschen verursachen können„. Bei den Presseartikeln konnten wir leider nur Werbung für „Need for Speed“ und nicht auch für Shooter finden – das Battlefield im Hintergrund wird kaum gelten.

6 Gedanken zu “Randnotizen #3

  1. “Seit Jahren wissen wir, was solche ,,Killerspiele” in jungen Menschenverursachen können“
    – was denn? Ich empföhle der Frau sich aus der Politik zu ziehen. Das scheint zu Realitätsverlust zu führen. Wir wissen naemlich gar nichts. Deswegen haben besonders ältere Erwachsene Probleme sich mit dem Thema objektiv zu befassen.

    “Das Opfer darf kein Mensch sein, niemand in den man sich hineinfühlen kann […]. Und diese Bedingungen werden meines Erachtens durch die Killerspiele tatsächlich gefördert“.
    Öhm – faellt von euch Jemandem ein Spiel ein, indem versucht wird Mitgefuehl fuer seine Opfer zu erregen? Also im Shooterbereich, meine ich? Rollenspiele gibt es da ein paar.
    Wenigstens drückt sich dieser Mensch [in dieser Hinsicht] richtig aus. Es handelt sich nicht um eine pauschale Aussage, sondern um eine pauschale Vermutung, die es zu unterstuetzen gilt. Auch wenn meine Meinung weit von dem abgeht, was Haller sagt.

    Die Formulierung faellt aber auf:
    Die Bedingung, es handele sich um einen Menschen, welcher Gefuehle erwecken kann, werde geföhrdert? Eto…

    Zusammen eigentlich ein gutes Beispielfür das Fehlen von bestimmten Dingen bei unseren geehrten Ideologie-besessenen Weltverbesserern.

  2. @kuemmel
    „Öhm – faellt von euch Jemandem ein Spiel ein, indem versucht wird Mitgefuehl fuer seine Opfer zu erregen?“
    Der Versuch Mitleid zu erregen bedingt nach meiner Erfahrung entsprechende Intentionen der Entwickler. Ob die gewünschte Reaktion dann allerdings beim Spieler provoziert werden kann, steht auf einem anderen Blatt.
    Mir gings etwa bei Bioshock so: Es gibt mehrere Charaktere, die Opfer vom Spieler werden bzw. werden können und mit denen ich Mitleid hatte, weil sie durch ihre Entscheidungen (die ursprünglich anders gemeint waren und gänzlich aus dem Ruder liefen) zu tragischen Figuren geworden sind. Das Problem beim Leveldesign lag für mich vor allem darin, dass ich meist keine wirkliche Entscheidungsmöglichkeit über das Leben der Figuren hatte, sondern bestimmte Figuren töten musste, damit es im Spiel voran geht.
    Soweit wird bei der Berichterstattung leider selten gedacht.

  3. Ich hatte Bioshock jetzt nicht direkt als Shooter im Kopf gehabt, Du hast aber recht. Das ist ein Shooter. Ansonsten gaebe es halt noch Dragon Age, wo es Charaktere gibt, die man toeten kann, deren Geschichte einen interessieren. The Elder Scrolls ist auch so ein Spiel, und und und.

    Call Of Duty, Battlefield, Crysis, […] alles Spiele die diesen Fokus nicht haben, aber wegen ihrer vermeitlichen Gefaehrlichkeit bekannt sind.

  4. Pingback: Zum deutschen Titel von „Disney’s Epic Mickey“ und… Ja gut, auch ein bisschen was zum „Killerspiel“-Kritiker Reinhard Haller | Der Almrausch

  5. Herr Haller ist finde ich, ein Intelligenter Mann, und Ich glaube nicht das er ein Verbot von Ego-shootern oder ähnlichem seltsame Ideen fordern würde. Immerhin, in seinem Buch „Das ganz normale Böse – Warum Menschen morden“ hat er sie meines wissens nicht einmal erwähnt.
    Außerdem hat er in dem Interview ja auch die Berichterstattung der Medien „Kritisiert“ (wenn man es so nennen will): „Wenn es beispielsweise einen Schulamoklauf gibt, dann spielt natürlich die Möglichkeit weltberühmt zu werden, eine ausnehmend wichtige Rolle. Es würde wahrscheinlich keinen Schulamoklauf geben, wenn niemand darüber berichtet.“

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