Grüne: Heutige Beschränkungen völlig ausreichend

(grüne partei) Wohl nicht zuletzt wegen einer aufkommenden Konkurrenz haben die Grünen einen 16-Seitigen Beschluss zur Netzpolitik formuliert. Videospiele betreffend wird ausgeführt, dass diese Kulturgüter, in der Mitte der Gesellschaft angekommen und weitere Verbote falsch sein, da die aktuellen Beschränkungen ausreichen würden. Anders als bei früheren Papieren wird bei der erwünschten Medienförderung jedoch verschwiegen, dass diese allein politisch erwünschten Kinderspielen zu Gute kommen und First-Person Shooter verdrängen soll:

Computerspiele sind Teil der Spielekultur, und für uns Kulturgut. In Deutschland werden Computerspiele von Frauen wie Männern, jung wie alt gespielt. Wir begrüßen es, dass Computerspiele in der Mitte der Gesellschaft ankommen […]. Populistische Rufe nach einem Verbot von Spielen, die in der allgemeinen Öffentlichkeit als „Killerspiele“ bezeichnet werden, halten wir ähnlich wie die Bezeichnung für falsch. Die heutigen Grenzen für die Beschränkung des Verkaufs und der Werbung oder der strafrechtlichen Verfolgung von Spielen reichen völlig aus. Nicht zuletzt sehen wir Computerspiele und mediale Anwendungen als immer wichtiger werdendes Handlungsfeld der Kreativwirtschaft was auch mit den Instrumenten der Medienförderung gefördert werden sollte.”

Zum Beschluss

2009 wurde noch beantragt, “eine breite, gesellschaftliche Debatte anzustoßen, in der über das Verbot der sogenannten „Killerspiele“ diskutiert werden kann“. Hierbei gab man sich als Anhänger des Mythos zu erkennen, dass das Militär First-Person-Shooter Desensibilisierung nutze, wofür es nach Thorsten Quandtseriöse Belege […] nicht” gebe:

Die Unterzeichner halten die Möglichkeit für gegeben, dass angesichts bekannter Tatsachen wie die, dass „solche“ Spiele in der US-Armee eingesetzt werden, um die Tötungshemmung zu senken, ein Baustein auf dem Weg zu Ereignissen wie den Amokläufen von Winnenden oder Erfurt führen konnten.”

Zum Antrag

(Danke für den Hinweis.)

9 Gedanken zu “Grüne: Heutige Beschränkungen völlig ausreichend

  1. Naja, die Publisher von FPS ziehen in aller Regel mehr als genug Geld aus ihren Produkten.
    Da stört mich dann eine fehlende Förderung eher weniger, um ehrlich zu sein.
    Ich freue mich an dieser Stelle allerdings über das Grünen Statement

  2. Na ja, die Antragsteller von 2009 waren ja nur eine Minderheit. Das darf man der Partei im Allgemeinen nicht “anlasten”. Außerdem waren die Damen und Herren wohl einfach schlecht informiert. Es ist verständlich, dass jemand, der nichts mit Games zu tun hat, in Sorge gerät, wenn ihm jemand unter die Nase bindet, dass “solche” Games zur Senkung der Tötungshemmungen eingesetzt würden.

    Und dass Ego-Shooter nicht gefördert werden sollen, ist okay. Es ist meiner Meinung nach legitim, Spiele für Kinder zu unterstützen. Mir ist es nur wichtig, dass Fans von Shootern nicht länger in die Ecke der Kriminellen gedrängt und von manchen Akteuren mit Hasstiraden überzogen bzw. gänzlich entmenschlicht werden.

    Und btw: Eine gesellschaftliche Debatte hätte Leute wie Spitzer, Pfeiffer und Co. entzaubern können. Oder was meint ihr, wäre das Ergebnis, wenn diese Leute mit Vertretern der KJM oder BPJM diskutieren würden?!

  3. Insgesamt gefällt mir diese Zielsetzung allerdings besser als vorher. Und auf die genannte Förderung kann die Industrie wohl auch verzichten.

    Die Frage ist nur, inwiefern diesem Leitantrag auch Taten folgen werden.

  4. Warum sollten da Taten folgen? Die Grünen sagen lediglich das sie Status Quo aktzeptieren, also STGB §131, Zensur, BPJM, KJM usw… damit sind Grünen auch nicht besser als Pfeiffer und Co, Förderung in Form von Geld braucht die Industrie nicht. Die Industrie liefert ja Steuergelder beim Fiskus ab in Massen, im Gegensatz zu den die wichtigtuherischen Grünen, Zensurbehören wie die BPJM oder pseudowissenschaftlichen Demagogen wie Pfeiffer.

  5. Nun ja, die Grünen sprechen sich gegen Verbote aus, nennen Spiele Kulturgut und sprechen sich gegen den Begriff “Killerspiele” aus. Da sehe ich schon ziemliche Unterschiede.

  6. Entscheidend ist doch, was die Grünen dann in den Koalitionsvereinbarungen unterschreiben. Und das wird mit Sicherheit erheblich von dem jetzt Gesagten abweichen.
    Ich denke, der erste Satz im Artikel drückt es aus. Es ist die Konkurrenz, die gestärtkt werden muss – die Grünen sind mir eigentlich egal.

  7. Sehe ich genauso. Da heutzutage so viele Spiele wie noch nie beschlagnahmt werden oder zumindest auf Liste B indiziert werden, haben wir ja eigentlich schon ein Killerspielverbot. Den Verbotsbefürwortern geht es ja darum das möglichst viele Spiele aus dem Verkehr gezogen werden und somit ist es egal ob in den §131 ein Killerspielverbot explizit mit aufgenommen wird oder nicht, weil es praktisch schon vorhanden ist.
    Wenn jetzt eine Partei den Status Quo für gut befindet (wie die Grünen), dann sind sie faktisch für ein Killerspielverbot!!!
    => da hilft es nur die Konkurrenz bei den Wahlen zu stärken!!!

  8. “weitere Verbote falsch sein” wieso setzt sich niemand gegen die bestehenden Verbote ein?
    .
    Im VDVC Forum wurde es bereits mal gesagt. Wir dürfen uns nicht mehr nur gegen Verbotsausweitungen einsetzen sondern müssen aktiv gegen die bestehenden Verbote vorgehen. Man soll da auch den Freiheitsindex bedenken wie viele Bild gesteuerte Leute für Verbote sind…

    Happy Coding.

  9. Sehe das wie The_Real_Black.
    Diese sogenanten Jugendschutzgesetze sind nichts anderes als eine Form
    der Zensur. Solange der Meinungsfreiheit eines erwachsenen Bürgers
    nicht der selbe Stellenwert eingeräumt wird wie dem Wunsch nach
    Jugendschutz sind diese -in der Welt fast einmaligen- Jugendschutz
    Gesetze in Deutschland nicht akzeptabel.

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