Rotes Kreuz beklagt fiktive Kriegsverbrechen

(via greeninja87, kotaku/pixelperfectmag/ifrc) Nachdem sich bereits eine Studie der Verletzung des Humanitäres Völkerrechts in Videospielen widmete, wurden Kriegsverbrechen in Videospielen nun auch auf einer Konferenz des Roten Kreuzes diskutiert. Es würde eine “Trivialisierung von Völkerrechtsverletzungen” erfolgen, weshalb Wege gefunden werden sollten um diese virtuellen Verstöße zu reduzieren. Es gebe im Grunde zwei Alternativen:

“Ein Ansatz könnte sein Spielestudios und Produzenten zu ermutigen Völkerrecht bei der Entwicklung und dem Design von Videospielen zu berücksichtigen, ein anderer Regierungen anzuhalten zur Regulierung dieser stets wachsende Industrie Gesetze und Vorschriften einzuführen.”

Auch wenn man sich letztetendlich offenbar noch auf keinen Weg einigen konnte, besteht doch eine allgemeine Bereitschaft Abhilfe zu schaffen:

Videospiele und Völkerrecht: Wie sollten wir reagieren? Während wir mit Nachdruck weltweit für die Förderung des Humanitären Völkerrechts eintreten, besteht eine Gruppe von ungefähr 600 Millionen Gamern, die in der virtuellen Welt möglicherweise Völkerrechtsverletzungen begehen. Wie genau Videospiele Individuen beeinflussen, ist ein heiß diskutiertes Thema, aber erstmals wird unsere Rolle und Verantwortung, gegen die Verletzung von Völkerrecht in Videospielen vorzugehen, thematisiert. Auf einer Nebenveranstaltung wurde gefragt: “Was sollen wir tun und was ist das beste Mittel?”. Obwohl regionale Gruppen ihre Erfahrungen und Meinungen mitteilten, gibt es keine einfache Antwort. Es besteht allerdings ein allgemeiner Konsens und die Motivation aktiv zu werden.”

Zur Einstimmung auf die Problematik wurde übrigens ein Film erstellt, bei dem sich Kommentare erübrigen sollten:

32 Gedanken zu “Rotes Kreuz beklagt fiktive Kriegsverbrechen

  1. Das Kernproblem bei diesen Aussagen (wie z.B. auch von PETA) ist, das ja per se angenommen wird, dass für nur in der Phantasie existierende Menschen die gleichen Rechte und ethischen Ansätze gelten wie für reale. Ich bin mir sicher, dass man sich über diesen Unterschied ja gar nicht bewusst ist. Würde man diese Idee konsequent weiterführen, könnte man Menschen bereits für “Gedankenverbrechen” zur Verantwortung ziehen.
    Um es plakativer zu sagen: Wer bei NPCs Menschenrechte anwenden will, muss auch alle anderen Gesetze, wie z.B. die der Steuer anwenden und ihnen Wahlrechte etc. einräumen.

  2. Ich gehe schon davon aus, dass für diese Leute nicht (nur) die Darstellung an sich, sondern die möglicherweise hinsichtlich des Verhaltens gegenüber realen Menschen vermittelte Botschaft das Problem darstellt. Ich sehe hier einfach ein Unvermögen zwischen Realem und Fiktiven zu unterscheiden: Ich wäre wirklich daran interessiert, ob diese wahrscheinlich meist links-alternativ sozialisierten Besorgnisträger auch mit der gleichen Vehemenz ihre Kinder davon abhalten “Monopoly” zu spielen, da diese hierdurch ja zu rücksichtslosen Kapitalisten erzogen werden. Man scheint schlicht zu vergessen, dass z.B. bei Multiplayer-Shootern die soziale Ebene nicht das Fraggen, sondern das gemeinsame, friedliche Spiel ist.

  3. Das Völkerrecht in Videospielen mitzuberücksichtigen, so als eine Art zusätzliches Hindernis, wäre vielleicht sehr interressant, zumindest für Story-Modi. Das Problem ist ja, dass die heutigen 1P-Shooter eher mit dem Multi-Player punkten, als mit der Story, d.h. selbst wenn ein moralisches Gerüst im dramatischen Geflecht eingebunden wäre, könnte die Aufmerksamkeit eher gering ausfallen.

  4. Okay, ich bin dafür. Kein Videospiel darf kriegsverbrechen darstellen/thematisieren.
    ABER: Das gleiche gilt dann bitte auch für Film, Fernsehen, Bücher, Zeitungen, … das klingt nach einer Säuberungsaktion.

    Gedanken-Sagrotan, nun auch für ihre Fantasie!

  5. Hm, man hätte natürlich lesen können dass da “reduzieren” statt “entfernen” steht. Man hätte sich außerdem überlegen können ob es dafür, dass ein Genre etwas thematisiert, das tatsächlich in jedem Vertreter vorkommen muss. Man könnte sich natürlich auch überlegen ob, wenn eine Gleichsetzung hinsichtlich Realität und Fiktionalität erfolgt, das tatsächlich ein Mangel derer ist die das ansprechen oder ob es vielleicht die Sorge geben könnte dass Leute unterschiedlich reagieren, also Manche trennen oder nicht. Man könnte natürlich auch fragen ob die Art, wie Krieg aktuell dargestellt wird ist und ob man da etwas tun kann ohne gleich alles zu verbieten, man hätte also überlegen können ob die Welt Schwarz-weiß ist oder nicht.

    Aber zum Topic: Interessant wäre natürlich was die genau unter einer “Trivialisierung von Völkerrechtsverletzungen” verstehen. Massenexekutionen in einem Multiplayer sind mir jetzt noch nicht untergekommen, Spione exekutieren geht auch nicht. Zivilisten kommen oft auch nicht vor. Insofern wären mehr Infos ganz nützlich.

  6. Mit dem Hinweis darauf, dass es sich nicht um reale Menschen dabei handelt, wird sich so niemand aus der Affäre ziehen können: die Frage welche daraufhin (und berechtigt) gestellt werden würde ist die, weshalb das überhaupt nötig wäre.
    Das Problem bei diesen Wahrnehmungen liegt doch wesentlich tiefer. Alles was an negativen Inhalten in Videospielen vorhanden ist und etwa über Belohnungen verwendet wird, wird als positiv gemeint verstanden, so interpretiert, und eben nicht als negativ. So läuft das auch mit sämtlicher Empörung in Hinblick auf Gewalt: und am Ende würde das sehr viel betreffen, viel mehr als nur Minen legen etc. Es dürfte dann ja gar keine Punkte für gegnerische Treffer praktisch mehr geben. Da dies pietätlos dem Verlust des anderen Lebens gegenüber wäre.
    Und das müsste auch Mario-Spiele schon betreffen, etc.

    Im Gegenteil müssten diesbezüglich andere Sichtweisen transportiert werden, ein anderer Blick auf diese Fiktionen versucht werden zu vermitteln. Ich bezweifle aber, dass man dort offen genug ist, gewillt wäre, dabei überhaupt zuzuhören: eine Mine in einem Kriegsspiel hat nicht unbedingt eine andere (positivere) Bedeutung als im realen Leben. Auch sie kann dort in erster Linie eine Warnung sein, Gefahr symbolisieren, kein Werkzeug zur Erreichung eines Zieles darstellen. Videospiele verschweigen letztere Möglichkeit bloß (auch) nicht. Nur muss diese Botschaft den Spielen als Fiktionen halt auch erst von Gamer-Seite zugetraut werden: wie mir scheint ist das ja auch hier oft nicht der Fall, und deshalb wird sich lieber auf die Idee verlegt “was solls, ist doch nur ein Spiel”. Videospiel-Inhalte können so nicht verteidigt werden und sollen es vermutlich auch nicht: dieser Satz hat nur wenig Aussagkraft und macht eigentlich nur eines – angreifbar, weil durch das “nur” wohl ohne es zu merken dem Vorwurf es dabei mit etwas Trivialem zu tun zu haben bereits zugestimmt wurde. Mit dieser Äußerung.
    Das Rote Kreuz scheint aus den Videospielen ja mittlerweile bereits verschwunden zu sein: ich stellte das zuletzt in “Battlefield 3” wieder fest, dort ist es grün. Die früheren Beschwerden der Vereinigung müssten hier im Archiv auch noch zu finden sein.
    Aus meiner Sicht gibt es ja zu wenig Integrationen von Kriegsverbrechen in Videospielen. Viel zu wenig – das müsste aber auch erst vermittelt können werden.
    Des weiteren hätte das Rote Kreuz bei genau solchen Vorwürfen natürlich auch immer einen Erklärungsnotstand dahingehend, weshalb diese Ausdrucksform überhaupt “trivial” oder “trivialer” sein soll als andere.

  7. Solche zweifelhaften Studien sagen einiges darüber aus, was für Vorstellungen bei den Leuten in Schlüsselpositionen vorherrschen…
    .
    Ich spiel’ grad Silent Hunter und mache mir dabei keine Gedanken um die Besatzungen der Schiffe und deren Angehörigen, die Opfer des realen U-Bootkrieges wurden. Warum? Weil es im Spiel keine Menschen gibt! Stattdessen bin ich neugieriger auf das Thema geworden und werde wohl bald Bücher zu den historischen Hintergründen lesen.
    Anstatt immer irgendwelche Dinge auf Spiele zu projizieren, sollte mal die Rezeption jener Inhalte durch die Gamer differenziert untersucht werden.

  8. Jo, erinnere mich gar nicht mehr, aber das war doch diese Aktion vor zwei Jahren IIRC dass sie uns “Killerspieler” als menschenverachtend oder so abgelehnt haben, und daher keine Spende wollten oder sowas in der Art. Hab ich schon verdrängt.

    Gruß
    Aginor

  9. So schnell sind 600’000’000 Menschen kriminalisiert!
    Wir könnten Kriegsverbrecher sein in einem Krieg, welcher sein könnte.

    Jetzt wissen wir auch endlich warum es in Libyen Krieg und Kriegsverbrechen gab..
    Gadaffi hat zu viel CoD und Battlefield gespielt…

  10. Sollte man sich fast überlegen eine eigene karitative Stiftung zu gründen. Aber dann muss man sich wieder den Vorwurf gefallen lassen, man würde damit nur das schlechte Image polieren wollen (Altruismus-Effekt)

  11. Will das rote Kreuz endlich Menschenrechte für Computerpixel einführen?
    Nun, dann würd ich erst mal auf die Arbeitszeiten schauen.
    Diese armen, gequälten Pixel müssen jeden Tag bluten und sterben. Ohne Pause, selbst an Wochenenden und Feiertagen.

    Liebes rotes Kreuz, baut doch endlich mal ein paar SOS-Dörfer für sie …

    Ach ja, und vergeßt nicht, den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßbourg anzurufen … Millionen Computerspieler müssen verklagt werden. Bestimmt findet ihr ein paar Pixel, die eine Zeugenaussage machen. Ihr wißt schon … einfach Neustart klicken, dann können auch tote Pixel noch aussagen, wie oft sie sterben mußten ;).

  12. Ja, wir halten die Genver Konvention ja auch sooooooooooo ein! Ich hasse Menschen, die von der Propaganda so verblendet sind, dass sie diesen müll wirklich glauben und dann meinen, das wäre die realität! Ist diesen Pennern eigentlich Guantanamo Bay ein begriff? Wahrscheinlich nicht! Das riesen Folternetzwerk der Engländer und Ammies und wer da noch so drin steckt? Bei Krieg brauchen wir gar nicht erst anfangen! Es hält sich ja nicht mal Deutschland dran! Aber für die ist die einhaltung realität! Wie dumm muss man eigentlich sein um das zu glauben? Wie scheisse? Ja, wahrscheinlich noch zu optimistisch! Rallen die eigentlich, dass das was sie da verlangen “””PROPAGANDA””” ist? Meine Fresse, alle tun sie so als wollen sie was gegen das Militär tun und dann machen sie genau das, was dem Militär gefallen würde! Nämlich einen sauberen Krieg da stellen! Brainfucked! Mehr sag ich dazu nicht mehr!

  13. Hab mir das Video eben reingezogen und ich bin SCHOKIERT! Die haben bei Arma 2 einfach mal eben im editor nen Larzarett aufgebaut und es beschossen! Wollen sie jetzt den Editor verbieten, weil möglich ist sowas zu machen? Brainfucked!

  14. Soldat-Hans: Beruhig dich mal O.o

    Und dann: Natürlich ist hier wohl jedem klar, dass das Rote Kreuz hier nichts anderes fordert, als dass die Fantasie eines jeden Menschen sauberer ist, als die Realität. Das das unmöglich ist und totaler Mist, das weiß hier auch jeder.
    Nur bei einigen Personen beim DRK scheinen gewisse “Probleme” vorzuliegen, Realität und Fiktion zu trennen und vernünftig einzuordnen…

  15. Hm, im Multiplayer kann man die Spiele eh nicht dazu bringen, gemäß echten Regeln zu handeln. Die Spielen in einem Battlefield 3 ja nicht einmal ansatzweise nach echten Taktiken, obwohl das hier und da wohl angebracht wäre. Ist mMn. auch nicht nötig, da ist eben alles so überstilisiert, dass das niemand für realistisch halten kann (Defibrilator heilt Kopfschüsse usw.)

    Im Single Player, nun, da bring man Völkerrecht ein wenn es passend ist. So darf man in MW1 von der AC130 aus keine Kirche beschießen. (Die im Spiel dann passenderweise als Spawnpunkt für die NPC Gegner fungiert) In BF3 wird zumindest einmal erwähnt, dass ein Feuergefecht mit einer Russischen Einheit technisch gesehen noch kein Krieg ist. Aber darum ging es dem roten Kreutz wohl nicht wirklich.

    Ich fände das aber mal spannend. Ich denke schon immer, wie geil ein Militär Shooter wäre, indem die Aktionen des Spielers wirklich was an der Story drehen. Sodass wenn man, z.B., aus versehen eine Geisel erschießt das Spiel einfach weiter geht und man mit dieser Entscheidung “leben” muss und das Spiel auch angemessen darauf reagiert. So nach dem Motto: Man sprengt ein Haus nur so zum Spaß in die Luft und wird dafür von seinen Vorgesetzten für den Rest des Spiels mit Argwohn behandelt.

  16. Sich in Spielen immer an Regeln zu halten, die für die Realität gelten, würde ja auch dem Grundprinzip des Spiels widersprechen. Wie sehe das z.B. bei “Mensch ärgere dich nicht aus”, Antrag auf Bleiberecht bei drohendem Rauswurf?

  17. @hecter specter: nun ja einige Spiele treten mit dem Anspruch an, bestimmte Bereiche der Realität abzubilden, wie z.B. CoD, BF, ArmA usw. Eigentlich wäre es doch durchaus interessant und spannend Kriegsverbrechen und moralische Dilemma, die während eines Konflikts immer wieder vorkommen, zu thematisieren. Ironischerweise passiert das kaum in genannten Spielen, sondern eher in RPGs wie der Witcher-Reihe.

  18. Ich oute mich mal als aktiver Rotkreuzler und Ego-Shooter-Spieler.
    Ich finde es schade, dass viele hier genau das machen, was Sie unter anderem dem RK vorwerfen. Erstmal lospoltern ohne sich wirklich zu informieren.
    Das RK ist weltweit für die Einhaltung der Genfer-Konventionen zuständig. Diese regeln, was in bewaffneten Konflikten “erlaubt” ist und was gegen das Völkerrecht verstößt. Das hat nix, aber auch garnix mit Menschenrechten zu tun. Die Genfer Konventionen verbieten an keiner Stelle den bewaffneten Konflikt, schliesslich sind Sie genau dafür geschaffen worden. Wenn also ein U-Boot ein Kriegsschiff versenken finde ich das immer noch grausam, es ist aber nicht gegen die Genfer-Konventionen, anders als z.b. ein Passagierschiff oder ein Lazarettschiff.
    Das Wissen über die Genfer-Konventionen ist das, was die Delegierten in Kriegsgebieten schützt. Es steht jedem frei, sich mal von seinem PC zu erheben und selber in ein echtes Kriegsgebiet zu fahren. Für diese Menschen sind die Konventionen ihre einzige Lebensversicherung.
    Ich fände es eher interessant, wenn ich bei Battlefield nicht auf Sannis oder Zivilisten schiessen dürfte, etwas Denken und Taktik würzt doch das Spiel :) Vieleicht bin ich aber auch zu anspruchsvoll, ich mag gute Storylines und nicht nur stumpfes Geballer.

    LG Olli

  19. @Oliver
    Der Witz ist doch, dass Genfer Konventionen und Haager Landkriegsordnung real bewusst ignoriert werden bzw. von den USA die letzten Abkommen gar nicht erst ratifiziert wurden bzw. auch in Gutachten festgestellt wurde, dass diese nicht für Taliban gelten. Soll humanitäres Völkerrecht jetzt unabhängig davon gelten, ob die (fiktive) Partei sich (real) an Völkerrecht halten muss? z.B. bei Shootern im 2. WK wird man sich glaubwürdig kaum an erst 1949 beschlossenes Recht halten können, wobei Befehlshaber der Wehrmacht afaik tatsächlich wegen nachträglich erlassener Vorschriften verurteilt wurden. Abgesehen davon haben Verstöße – zumindest nach meiner Wahrnehmung – selten folgen. Siehe weißer Phosphor in Falludscha oder eben da die Erklärung, dass es kein Pardon geben werde. Oder man schaue sich allein an, was nur beim Extremfall My Lai rausgekommen ist: Hausarrest mit anschließender Begnadigung für gerade mal einen Soldaten. Ich weiß natürlich, dass auf Sanitäter nicht geschossen werden darf, die dann aber auch keine Waffen tragen dürfen. Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich finde den Gedanken an solch ein Spiel interessant – aber wenn man die beachtung humanitäres Völkerrechts in einem Spiel fordert, weil es tatsächlich auch beachtet werden würde, sollte man mal sicherstellen, dass das tatsächlich der Fall ist. Abgesehen davon passt bei der heutigen asymetrischen Kriegsführung das Gebot Waffen offen zu tragen und das Verbot der meuchlerischen Tötung kaum noch in reale Konflikte und noch weniger in fiktive. Allgemein sollte man sich doch eher dafür einsetzen, dass Völkerrecht gegenüber realen Menschen beachtet wird, bevor man sich um fiktive sorgt.

  20. @rey alp:
    Ich stimme Dir völlig zu, dass man sich um die Genfer Konventionen in der Realität kümmern muss. Aber das heisst auch Aufklärung und auch “virtuelle” Welt. Ein “solange es in der Realität nicht zu 100% klappt brauchen wirs in der VR auch nicht” ist zu kurz gegriffen. Die Erfahrung zeigt, dass die Genfer Konventionen oft auch beachtet werden. Ok, grade die “Vorzeigedemokratie” USA ist ein erschreckendes Beispiel an Ignoranz. Sannitäter dürfen übriegens zum Eigenschutz bewaffnet sein. http://rk19-bielefeld-mitte.de/info/Recht/Genfer_Konventionen/Abkommen_1/24-32.htm
    3 der Konventionen waren übriegens auch im WW2 schon gültig. Unter anderem zum Thema Kriegsgefangene und Seefahrt.

  21. @Oliver
    mea culpa – ich hatte da eine ausufernde Diskussion verdrängt. Wobei der Selbstschutz etwas anderes als das ist, was man in den gängigen Spielen präsentiert bekommt. Zumindest gefühlt sind die Sanitäter ind TFC und W:ET die stärkten “Kampfklassen”. U.a., weil sich bei diesen automatisch die Lebensenergie regeneriert. Um ein Szenatio glaubwürdiger zu machen kann es imho bei manchen Spielen nicht schaden die einzubauen, aber angesichts des Umstands, dass es in Spielen nicht wirklich verwundete nicht, es keine Möglichkeit gibt sich zu ergeben und das fehlen von Zivilisten offenkundig ist, dürfte der Anwendungsberiech da recht begrenzt sein. Ok: Aus manchen Spielen müssten Flammenwerfer und Molotovcocktails gestrichen werden und die Charakterklasse des Sanitäters könnte eigen werden, doch letztendlich sind das speziell im MP noch Spiele, die sich zum Glück vom Krieg unterscheiden, so dass da auch die Anwendung der Konventionen nur bedingt Sinn machen kann.

  22. mal ohne blöd – ich finde die Lässigkeit mit der über Kriegsverbrechen in Ego-Shootern hinweggegangen wird schon länger sehr faszinierend. Besser wäre es, wenn sich die Gruppe, die sich für die moralisch überlegenen hält eben auch an die entsprechenden Bedingungen gebunden fühlt. Könnte man ja so machen, Fraktion B erhält nur olle AKs und nutzt dafür aber Minen – zumindest im Singleplayer. Dann gibts wenigstens eine Reflektion des Spielers mit der Tatsache, dass eben Landminen nicht überall gleich betrachtet werden, ich bin mir sicher, dass der Großteil der Spieler sich dessen überhaupt nicht bewußt ist – Es geht mir persönlich nicht darum, dass der Spieler jetzt erzogen wird sondern dass er vielleicht in diesem Zusammenhang auch mal über den Tellerrand des Zockens hinweg schaut.

    Anderes Beispiel, WoW. Ja, genau: Da gibts eine Quest, in der man so ein bissel foltern muss. Muss, weil man will ja die Questbelohnung. Finde ich mindestens genau so fragwürdig, weil es eben als ‘gerechtfertigt’ und ‘der guten Sache dienlich’ dargestellt wird und so eben den moralischen Unterbau für Gunantanamo etc. liefert und man auch nicht die Option hat eben nicht zu foltern ohne die Quest einfach abzubrechen.

    Ansonsten glaube ich, dass selbstauslösende Landminen/Folter primär dem Unwissen/der Nationalität der Spielehersteller und sekundär Gamebalancewünschen entspringen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/M18_Claymore
    In den USA wird das Ding eben immer noch mit Stolperdraht eingesetzt.

    PS: Realistisch sind diese Spiele sowieso nie. Was waren doch gleich “schwere Verluste”? 20% der Einheit kampfunfähig?
    Niemals wird man die echten Reaktionen in einer Kriegssituation abbilden können wie z.B. Todesangst ohne dem Spieler fast vollständig die Kontrolle zu rauben. Wäre doch mal was: D-Day als Diashow mit minutenlangem Fokus auf die abgesprengten Körperteile während der Spieler verzweifelt versucht die Figur dazu zu bekommen das zu tun, was für ihn ‘gut’ wäre. Und wenn man stirbt ‘ne Woche pausieren bis man wieder darf.

    PPS: Niemand beschäftigt sich mit dem Thema, weil die Minen, die man legt ja nicht mal die verblödeten eigenen Teammitglieder erwischt sondern die Minen klug genug sind sogar zwischen Freund und Feind zu unterscheiden…. Deswegen, was auch geil wäre: Abspann zuende, Schnitt auf eine Szene, in der der Spieler mitten im Spiel irgendwann eine Landmine hinsetzt, Schnitt, Tageszeitenwechsel, Bildunterschrift: “drei Wochen später”, Geräusche von spielenden Kindern, eine Explosion, schwarzer Bildschirm mit einem Spendenkonto für Minenopfer.
    Krasser Schnitt, aber ich glaube das würde die Leute durchaus zum nachdenken anregen, ohne eben ihnen Vorschriften im Spiel zu machen.

  23. @blah
    – Darüber, dass Spiele (auch trotz anderlautender Werbung) die Realität nicht abbilden wollen, sollen und auch nicht können, brauchen wir zum Glück nichts diskutieren.
    – Etwas grotesk finde ich dagegen den Gedanken, dass – auch wenn du die direkte Formulierung ablehnst – mit Ego-Shootern allgemeine Wissenslücken der Bevölkerung über humanitäres Völkerrecht geschlossen werden sollen. Sicher, man könnte Spiele extra dafür entwerfen (Serious Games) oder aus Gründen der Glaubwürdigkeit der Spielwelt integrieren, wenn es sich bei dem einen oder anderen Titel anbietet (Bei Killzone z.B. wohl weniger). Nur etwas provokant gefragt: Warum sollen allein Shooter die “Bürde” tragen Political Correctness zu propagieren, wo doch in Filmen und der Realität ganz andere Zustände herrschen?
    – Dein Beispiel finde ich übrigens ganz interessant: Würde das heißen, dass bei einem Spiel nach deiner Idee zum Afgahnistankrieg die USA Gegner nach deren Recht “legal” foltern, verbrennen und als ungesetzliche Kombatanten erschießen sowie Streubomben und Landminen einsetzen dürfen, während die russische und iranische Fraktion die kämpfenden Parteien nach den Konventionen behandeln, aber dennoch Landminen einsetzen können, so dass allein diejenigen auf deutscher Seite auf Landminen verzichten und die Konventionen achten müssen? Und was passiert bei den jeweiligen Ländern, wenn man gegen die Regeln verstößt? Bei vielen Shootern wird ja das Spiel abgebrochen, wenn man auf Zivilisten schießt. Glaubwürdiger finde ich da schon, was in “Hearts of Iron” passiert, wenn man einem Land den Krieg erklärt (Hat zwar nichts mit den Konventionen zu tun, aber es bietet sich an): es erscheint die meldung: “Die internationale Gemeinschaft wird dies nicht akzeptieren” und es passiert gar nichts. Ich fände es übrigens fast kritischer, wenn in Videospielen ein sauberer Krieg bei aktuellen Konflikten konstruiert werden dürfte, den es real so gar nicht gibt. Da könnte sich bei Spielern die Fehlvorstellung festsetzen, dass sich Länder wie Russland oder die USA an das gesamte Völkerrecht gebunden fühlen und dementsprechend handeln würden.
    – Und noch ein Punkt – Nur weil in Spielen die Möglichkeit besteht sich nicht völkerrechtskonform zu verhalten bedeutet dies weder, dass man das auch tut, noch dass man das gut findet. Auch ohne Intevention des rotes Kreuzes ist bei meinem Wolfenstein-Stammserver übrigens der Flammenwerfer gesperrt und Mollis gibt es genausowenig wie Gas und vergiftete Messer (Bei bestimmten Mods vorhanden). Liegt imho aber afaik nicht an dem Bedürfnis den Genfer Konventionen entsprechen zu wollen, sondern weil diese Dinge etwas imba sein können.
    – Noch eine Anmerkung zu den Minen: Das mit den Minen ist ein kleines Problem in Wolfenstein – Enemy Territorry: Wenn FF an ist können auch Teammitglieder die Mine auslösen. Es sind immer einige Neulinge auf dem Server, die die mit einem nur fürs Team sichtbaren Fähnchen markierten Minen für Power Ups halten und diese einsammeln wollen. Es kostet echt Nerven die von ihrem Vorhaben abzhalten bzw. die Minen danach erneut zu verbuddeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.