Spielen von „FarCry 2“ auf Vorabend der Tat gelegt

(vienna) Bei „Vienna Online“ findet sich unter dem Titel „Programmiert auf weihnachtlichen Massenmord“ ein leicht tendenziöser Artikel, der Videospiele mit Amokläufen in Verbindung bringt. Als Aufhänger wird auf den Umstand verwiesen, dass der Täter von Winnenden am Vorabend des School Shootings „FarCry 2“ gespielt habe: „Drei Stunden lang spielte Tim K. […] „Far Cry 2“. Am nächsten Morgen drückte der Junge […] wieder ab. Der Amoklauf […] kostete 15 Mitschüler das Leben. “ Tatsächlich waren es – auch wenn es der Haarspalterei nahe kommt – drei Tage:

Die 30-köpfige Sonderkommission geht davon aus, dass K. zuletzt am 8. März ein Ego-Shooter-Spiel zu Hause spielte.“

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11 Gedanken zu “Spielen von „FarCry 2“ auf Vorabend der Tat gelegt

  1. Far Cry 2 macht drei Stunden am Stück Spaß? ;-)

    Die Spieleverpackungen auf dem Foto zeige übrigen Splinter Cell (Xbox 1), Warcraft III, Drakensang, Anno und Jade Empire (Xbox 1). Also alles keine „klassichen Killerspiele“.

  2. Tja, das ist kein Wunder. Nicht jeder kann ueber alles bescheid wissen.
    Viele Poster hier sind von Waffen nicht begeistert. Als Waffen-enthusiast habe ich es zum Teil unter Spielern schwer – und das obwohl ich in Waffen keine Toetungsmaschinen sondern Sportgeraete und Sammelobjekte mit hochkarätigem Geschichtsbezug sehe. So muss es also auch Leute geben, die mit de(/m)n Spielen nichts anfangen koennen.

    Die Ueberaschung ist blos, dass ein Haufen ungebildeter, fauler, schlecht recherchierender Journalisten es schafft einem ganzen Volksteil eine solche Luege aufzutischen und diese aufrecht zu erhalten und sogar dafuer zu sorgen, dass sie von z.B. Politikern adaptiert, und von Besser-wissenden mit Apathie behandelt wird – so dass man, zwischenzeitlich, meinen koenne wir seien kurz vor einem Verbot. Wieso sollten sich bestimmte Politker auch dazu aeußern? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass so laecherliche Ideen weit verbreitet sind. Ich halte es eher fuer natuerlich nicht den Mund aufzureißen. Es gibt nunmal nicht mehr so viele „Jugendliche“(diese Art Jugendlicher, die nach Medien, schließlich spielen nur dise, bis in die spaeten 30 und weiter gehen) in Deutschland, da ist ein neutrales Auftreten eine einfache Taktik.

  3. @kuemmel
    Im Filmbereich gibt es in Deutschland immer noch viel mehr (real existierende) Verbote als im Videospiel-Bereich.
    Da sehe ich leider auch, dass sich nicht dagegen eingesetzt werden mag. Es gab zwar mal den eingetragenen Verein Medialog, doch der hat sich schnell wieder aufgelöst. Dann gibt es immer wieder die Stimmen welche sagen: solange es mich nicht betrifft – bei Sammelobjekten erscheinen Verbote so sogar noch erwünscht zu sein, da diese Werte steigern (würden)
    Auch in der Filmwissenschaft gibt es heutzutage praktisch niemanden, der sich für weniger Verbote in Deutschland engagieren würde. Inhaltliche Auseinandersetzungen erfolgen meist auch eher punktuell, wo nur wenige Filme goutiert werden, zum Beispiel die von David Cronenberg – von dem heute auch nichts mehr indiziert ist glaub ich. Die möchte man noch rehabilitieren sozusagen, aber damit hat es sich auch schon. Ein inkriminiertes Gros bleibt da außen vor, muss sich damit abfinden so oder so ungeliebt zu bleiben. Trauriger Weise.

  4. Denkt man sich die ersten Zeilen weg, dann geht der Rest des Artikels sogar noch. Da wird ja eher darüber geschimpft, dass die bestehenden Verbote von den Händlern ignoriert werden. Und auch die Umstrittenheit der Auswirkungen wird angesprochen. Schade, dass dieses Wissen bei den ersten Zeilen ignoriert wurde.

    Schade, dass man sich registrieren muss, um Kommentare schreiben zu können. Sowas wie
    „Mit Killerbrot auf den Geschmack gebracht“
    läge mir jetzt echt auf der Zunge. Da könnte man bestimmt einen tollen Killerbrot-Gegenartikel zu verfassen.

  5. @Icarus
    Der Artikel greift den österreichischen Versandhandel massiv an, der etwa auch freie Sendungen mit nach dem Gesetz pornografischem Material erlaubt. Wichtig ist hierbei bloß die Blickdichte von Verpackungen.
    Es ist auch zu hinterfragen was da mit „Nazi-Spielen“ gemeint sein könnte. Titel wie „Wolfenstein“ werden hierzulande jedenfalls (auch) nicht so verfolgt, unmöglich gemacht, wie in Deutschland.
    Die „Kinderfreunde“ sind dabei eine Parteiorganisation der österreichischen Sozialdemokratie.

  6. ausserdem stimmt die szenerie von der schule nicht mit der von farcry2 überein.
    im spiel sind dschungel, savannenabschnitte, etwas sumpf und wüste und alte dörfer.
    hmm wo ist die moderne stadt mit der schule?
    ach ja wie herrlich doch die dummheit und intolleranz mancher menschen ist.

  7. Ach Far Cry 2. Ich habe das Spiel mal durchgespielt. Habs dann aber gegen was anderes umgetauscht. Das war im vergleich zu Far Cry 1 und Crysis nicht der große Renner. An Tim K.s Stelle, wäre man mit einer anderen Methode vorgegangen, die nicht so viel aufwand für den menschlichen Verstand oder Selbstmordgedanken gebracht hätte z.b. mit einer Pumpe als Hauptwaffe für schnelleres bluten, eine Machete für den Nahkampf, Molotows um Wege abzuschneiden und zu guterletzt die Beretta, die für mich eher wie ein verbliebenes fundament Ks darstellt als eine blutüberzogenes Mordinstrument. Und die Polizisten hätter er noch irgendwie abhängen können. Ist nicht so als ob Ich ihm bewundere sondern im vergleich zu Breviks Oslov Massaker das Werk eines Amateurs , den wir seine Tat immer hinterfragen tun samt mit den Klischees samt mit der unwissenheit.

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