“Panzer Corps: Wehrmacht” – Auf Wertung verzichten?

(eurogamer) Bei eurogamer muss man sich für die Bewertung des Strategiespiels “Panzer Corps: Wehrmacht” rechtfertigen. Nicht für die Höhe der Bewertung, sondern dafür, dass der Titel überhaupt mit einer Wertung bedacht wurde. Der Politikwissenschaftler Jan Rahtje sieht in dem Titel eine Verharmlosung der Verbrechen der Wehrmacht, da bei der Darstellung des Krieges der Völkermord ausgespart wird. In einem Artikel bei eurogamer kommen nun Kritiker und Kritisierter zu Wort und stellen ihre Standpunkte dar.

Jan Rahtje:

Der Vernichtungskrieg der Deutschen wird in einer verharmlosenden Art dargestellt. Ebenso wenig werden die Folgen einer Welteroberung Hitlers für Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere reflektiert. […]  Der Holocaust ist nicht vorhanden. Hitler wird im Falle eines Sieges zu einem “normalen” Feldherrn und nicht zu dem Massenmörder, der er war. Der Zweite Weltkrieg darf – zumindest bei den Nachfahren der Täter – nicht ohne diese Fakten dargestellt werden.”

Martin Woger:

Ja, ich habe das nicht thematisiert. So wenig wie das Spiel das thematisiert. […] Die Frage, warum überhaupt ein solches Szenario gewählt wird, wenn es den Hintergrund sonst nicht beleuchtet, ist mit den Worten “taktischer Realismus” einfach zu beantworten. […] Auf diese Ebene heruntergebrochen, ist es wie Schach vor einem anderen Hintergrund. […] Es bleibt am Ende jedem selbst überlassen, ob er sich mit diesem Szenario zu unwohl fühlt.”

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50 Gedanken zu ““Panzer Corps: Wehrmacht” – Auf Wertung verzichten?

  1. Ich muss bei dem Müll direkt an Anno denken. Da wird auch keine Sklaverei/Ausbeutung von Minderheiten bzw Ureinwohnern thematisiert. Ist das Spiel deswegen nun schlechter? Nein. Dieser Godwins-Law-Fetisch mancher Personen ist schon abartig.
    RTCW thematisiert die Judenverfolgung auch nicht. Und? Okay, in dem Spiel gibt es mechanische Zombies, das reicht wohl als Ersatz?!

    Wo waren diese weinerlichen Gutmenschen eigentlich in der Vergangenheit? Es gibt hunderte Videospiele (wie auch Filme), die den 2. Weltkrieg als Setting verwenden und viele, ja die meisten geschichtlichen Hintergründe völlig ignorieren bzw. nicht thematisieren. Da wurde nicht gejammert… … irgendwie… ein mix aus “peinlich” und “erbärmlich”.

  2. Tja, ich finde es zwar auch immer schade wenn alles so sauber abläuft und bin da eher der Realismusfan, aber wenn es nicht drin ist, dann ist es eben nicht drin. Warum man sich jetzt darüber so gewaltig aufregen muss weiss ich nicht. Aber ich denke das ist einfach so.
    Erinnert mich an eine Sendung im Fernsehen wo mir Leute erzählen wollten was für Wörter ich nicht mehr benutzen darf weil sie von den Nazis für irgendwas verwendet wurden. Das finde ich einfach lächerlich. Ich sage weiterhin Sonderbehandlung wenn ich etwas gesondert behandle, und ich sage auch Selektion wenn ich etwas selektiere. Waren noch ein paar dabei.
    Es ist ein Spiel und keine Dokumentation, das sollte man einfach nicht zu ernst nehmen. Ich rege mich doch auch nicht über die Sendung mit der Maus auf weil es in der Realität keine kleinen blauen Elefanten gibt, oder über Bob der Baumeister weil in Wahrheit Betonmischer nicht reden können.

    Davon abgesehen ist jemand der “Nachfahren der Täter” als Begründung für ein Verhalten anführt für mich eh unten durch. Entweder darf jeder oder keiner. Man muss sich für Hitler nicht mehr oder weniger schämen oder sich weniger oder mehr erinnern nur weil man Deutscher ist oder eben nicht.

    Gruß
    Aginor

  3. Soweit ich mich erinnere behandelt “Das Boot” auch nicht den Holocaust – trotzdem zählt der Film zu den erfolgreichsten und best rezensierten deutschen Filmen.

  4. Ich finde es schade, dass die Kritik so pauschal und zum Teil oberflächlich (“ist doch nur ein Spiel”) zurückgewiesen wird. Wenn wir wollen, dass Spiele ernst(er) genommen werden, dann müssen wir auch damit leben, dass sie in ernsten Kontexten kritisiert werden. Ein Künstler, der einen unkritischen Film über die Nazis malt oder ein KZ als Ölschinken malt, muss sich solche Fragen auch gefallen lassen. Oder sagt da jemand “Das ist doch nur ein Bild. Dass soll eben bunt sein und Spaß machen”?

  5. Die politische Seite des 2. Weltkrieges wird in dem Spiel garnicht thematisiert da sie für die Strategische sowie taktische Mechanik nicht nötig ist. Vor nicht all zu langer Zeit wurde RUSE von Ubisoft herausgebracht und hatte genau die gleiche geschichtliche Epoche zum Thema, in beiden Titeln gibt es keine Politik, keine verfassungsfeindlichen Symbole. Warum ist das eine jetzt ein Problem das andere nicht? Rathje selbst war unter anderen für “Super RTL” und damit für “Bertelsmann Medien” tätig, dieser Mensch ist wieder so ein Heuchler der uns Computerspieler auf der einen Seite versucht Menschverachtung nachzuweisen wären er selbst kein Problem hat von einen Medienkonzern Geld zu bekommen dessen Menschverachtung durch Medienformate wie “Explosiv”, “Super Nanny”, “DSDS” und anderen hetzerischen niveaulosen Blödsinn längst bewiesen ist.

  6. @Marchantia
    Prinzipiell stimme ich dir da zu. Nur imho sollte man da differenzieren: Während manche Spiele, die sich an dem Erzählen einer Geschichte versuchen auch an diesen Anspruch gemessen werden sollten, ist es etwas absurd den gleichen Maßstab bei einem Titel anzulegen, der als animiertes Schachbrett ganz andere Zielsetzungen verfolgt. Mit anderen Worten: Nur weil ein Medium eine künstlerische und anspruchsvolle Auseinandersetzung mit manchen Themen erlaubt muss nicht jedes in diesem Medium vorhandene Werk entsprechen. So werde ich mich ja wohl kaum für den fehlenden Anspruch meines Einkaufszettels verantworten müssen, nur weil Goethe au Papier den Faust zustande gebracht hat. Ich hätte da gerne etwas Toleranz: Auch die Daseinsberechtigung von nicht tiefsinnigen Produkten zu akzeptieren, wobei wir uns alle natürlich auch Spiele mit geistigen Anspruch abseits der Strategie – hinsichtlich moralischer Fragen – wünschen.

  7. @Rey: Wobei der Einkaufszettel vs. Goethe Vergleich etwas hinkt. Auch ein “animiertes Schachbrett” kann neben einer funktionalen, spielmechanischen Ebene auch Inhalte transportieren und einen gewissen Anspruch haben. Gerade auch ein bewusstes Reduzieren in ein rein strategisches Schema kann doch den Spieler zum Nachdenken anregen… Wobei mich gerade eher die Frage umtreibt, was denn ein “normaler Feldherr” ist.

  8. @Aginor: was mich aber an diesen pseudo-Gamer-Empörungen immer stört – und auf der Schiene scheinst du mir etwas zu sein – ist dass so getan wird als sei 1. Jede kritische Stimme gleich die mörder Aufregung wär (das scheint erstmal ein Statement Zweier!! Personen zu sein), und 2. als wäre das nur bei Games so. Ich meine mich fast dran erinnern zu können dass auch im 20. Jahrhundert in Deutschland vereinzelt zu anderen Themen diskutiert wurde…

  9. Deutschland und seine ww2-phobie!
    Muss ich bei den “Call of duty” Teilen das Vergewaltigen Deutscher Frauen von den Russen reflektieren? Nö! Auch die Gezielte Ermordung Flüchtender und der Kriegsgefangenen von Stalingrad wird einfach nicht Thematisiert! Stalin wird im Falle eines Sieges zu einem “normalen” Feldherrn und nicht zu dem Massenmörder, der er war. Es bleibt am Ende jedem selbst überlassen, ob er sich mit diesem Szenario zu unwohl fühlt!

    Schwachsinnig diese Eurogamer Wertung! Echt schwachsinnig! Soll ich bei Age of Empires 3 weitermachen, wo die Ethnische Säuberung und Ausbeutung der Indianer nicht Thematisiert wird? Alle spiele, mit Mittelalter als Hintergrund, wo die Verbrechen der Kriche eher nicht Thematisiert werden?

  10. Jan Rathjes Stellung zu “Killerspielen”, USK 18 und einem niederländischen Entwicklerstudio sind beschämend. Ich weiß nicht, wie er diese besondere “deutsche” Sichtweise auf historische Geschehnisse begründen will. Wir leben in einer globalen Welt und können als Deutsche nicht einfach alles ausblenden, was mit unserer Geschichte zu tun hat, wenn es ein niederländischer Entwickler in einem Spiel (!) eben anders sehen will.
    Nun sind in diesem Krieg Panzer verschiener Armeen aufeinandergestoßen. Wie müsste man denn seiner Meinung nach ein Spiel zuordnen, in dem ein deutscher Panzer auf einen sowjetischen trifft, also auf Jan Rathjes Verständnis reduziert, Hitler gegen Stalin?

  11. Das ist jan icht zu fassen! Habe diese Kritik die ich da oben geschrieben habe auch bei dem Artikel hingesetzt und? Die haben ihn gelöscht! Lol diese idioten!

  12. Ja was soll ich sagen, ich bin Nachfahre von Tätern und Opfer und das ist ein Spiel… In Il2 wird der Holocaust auch nicht thematisiert. Gut, das ist ein recht plumper Vergleich, aber die Prämisse des Spiels benötig meiner Meinung nach keine Shoaimplementierung. Wenn man was für die Geschichstbildung der Bevölkerung tun will könnte man den Lehrplan überarbeiten. Wird das dritte Reich eigentlich heutzutage in der Oberstufe durchgenommen? Ich hab mein Abi gemacht ohne in der Schule je etwas über die Zeit zwischen Kriegsbeginn und Ende zu erfahren, “war ja sone unerfreuliche Zeit, da schweigt man besser” (Zitat Geschichtslehrer Klasse 10 und in Abwandlung Klasse 11 auf Schülernachfragen zum Thema)

  13. Versteh die Aufregung nicht ganz, das Spiel hat doch ein USK-Siegel oder täusche ich mich da???
    Warum greift der Typ dann Eurogamer an? Kein Wunder, dass Politikwissenschaftler so einen schlechten Ruf haben.

  14. Wie man’s macht, macht man’s verkehrt. Ich will mir die Aufregung gar nicht vorstellen, gäbe es in dem Spiel beispielsweise Konzentrationslager als Möglichkeit zur Ressourcengewinnung. Diesen Teil der Geschichte bewusst nicht zu thematisieren, war vergleichsweise die bessere Lösung.

    Stichwort Geschichte: Wo ist eigentlich die NS-Symbolik in diesem Spiel? Ich habe es mir nur kurz angesehen, aber es scheint weder Hakenkreuze, noch SS-Runen oder sonstige Symbolik von Nazi-Deutschland zu geben. Darüber ärgert sich der Herr (der so unbedeutend ist, dass er mir nicht einmal der Mühe wert ist, hochzuscrollen, um seinen Namen zu copy-pasten) nicht, wenn es ihm derart dringend um die korrekte Darsellung von Geschichte geht? ^^

  15. @buzzti
    Vielleicht gehört Martin einer älteren Generation an. Ich weiß etwa von meinen Eltern, dass das Thema bis weit in die Siebziger Jahre hinein an hiesigen Pflichtschulen in Österreich auch völlig ausgespart wurde. Kann mir vorstellen, dass das auch in Deutschland ähnlich gewesen ist.
    Wenn das Thema hätte drankommen sollen, soll das Schuljahr bereits vorüber gewesen sein…

  16. Meine Schwester hatte das Thema jedes Jahr, als bestünde die deutshce Geschichte nur aus dem dritten Reich. Ich selbst hatte es m. E. dreimal.

    Also ja – es wird nicht nur thematisiert, es wird überthematisiert.

  17. @Mars:
    Deine Reaktion wundert mich etwas, denn Du bist eigentlich lange genug hier um zu wissen dass diese Einstellung in sogenannten “intellektuellen Kreisen” keineswegs ein Einzelfall ist. Entweder wird Spielen schon von vornherein der Tiefgang abgesprochen, oder es wird unterstellt dass alle Spiele den tiefstmöglichen Tiefgang haben müssen.

    Im Übrigen stört mich Dein Wort pseudo-Gamer-Empörung, und das nicht nur aus orthographischen Gründen sondern weil es mehrdeutig aufgefasst werden kann. Ich bin weder ein pseudo-Gamer noch bin ich pseudo-empört. Ich bin gar nicht empört dass hier über den Tiefgang von Spielen mit historischem Hintergrund geredet wird, und auch nicht dass hier kritisiert wird, sondern dass man die große Nazi-Gesamtschuld-Keule auspackt. Und das ist – Thema Games oder nicht – leider keineswegs ungewöhnlich. Ich finde das einfach arm. Der Kritiker regt sich hier viel zu sehr auf.

    Gruß
    Aginor

  18. @Aginor: Ich schätze du hast verstanden worauf ich mit meiner, zugegebenermaßen natürlich nicht perfekten, Wortschätzung hinauswollte. Und dass du hier auch nicht die Hauptzielperson und mit Punkt 2 auch gar nicht angesprochen warst war auch inbegriffen.
    Ich weiß dass diese Haltung oft vorherrscht, aber: das war ein einzelner Leserbrief, wie er in Deutschland tausende Male am Tag vorkommt. Der hätte auch nie Beachtung gefunden wenn er nicht von x Gamerseiten dupliziert und ausführlichst kommentiert würde. Ich stimme ihm auch nicht zu, aber es ist eine Meinung, und wenn sich hier immer x Leute berufen fühlen alles zu verdammen was ihnen nicht passt geben wir bestimmten Äußerungen ein Gewicht und eine Plattform die sie gar nicht nötig hätten. Das ist aus Marketing-Gesichtspunkten (bzw. Lobbyarbeitstechnisch) nicht sinnvoll und erschwert auch ein vernünftiges Miteinander. D.h. ich möchte doch mal die Idee einwerfen ob wir die Demokratie, bzw. den Bürger, den wir wollen und in unseren Ideen voraussetzen, nicht tatsächlich sogar erschweren durch manche Aktion hier.

  19. @ Anonymous:
    Haben sie? Bezweifel ich (als Politologe), aber hauptsache mal eine “Profession” negativ kommentieren, von der man wahrscheinlich gar keine Ahnung hat?! Was hat der Kommentar des Politologen Jan Rahtje bitte mit Politikwissenschaft zu tun? Es ist eine private (und m.M.n. recht unreflektierte) Meinungsäußerung; es hätte auch der Maurer, der Raketenwissenschaftler, der Informatiker, der Bankangestellte etc. Jan Rahtje sein können. “Aiman Abdallah moderiert Galileo… kein Wunder, dass Informatiker so einen schlechten Ruf haben.” Merkst du was?

  20. Politikwissenschaft ist der erste Schritt Richtung Arbeitslosigkeit.
    Und ja, die erzählen ziemlich viel Unsinn wenn der Tag lang ist.
    Wobei es natürlich auch wichtige und notwendige Geisteswissenschaften gibt, das möcht ich gar nicht bestreiten.
    Hätte ein Bankangestellter sowas geschrieben, wäre es seine Privatmeinung gewesen. Aber als Wissenschaftler sollte man schon in der Lage sein zwei Sekunden bei Amazon zu schauen, ob das Spiel ein USK-Siegel hat bevor man indirekt einer Spielewebsite droht, weil sie ein “böses” Spiel bewertet hat.

  21. @Sunstar: ähm, ich hab mal versucht den Herrn zu googeln, bin gescheitert. Also vielleicht ist der z.B. einfach nur Student der Politikwissenschaften? Wenn er sich als Politikwissenschaftler vorstellt heißt das nicht automatisch dass er aktiver Wissenschaftler ist.

  22. @ buzzti und Pyri, mein Abitur habe ich in BaWü gemacht, das war 2001, ich bin Jahrgang 1980 :). Meine Vermutung ist grundsätzlich die das der Geschichtsuntericht den ich hatte nicht stellvertretend für das Schulsystem ist, aber ich muss zugeben das ich bislang zu faul war um mich über den Lehrplan zu informieren.

  23. … und wieder ein unqualifizierter Sunstar-Kommentar. *seufz*
    “Hätte ein Bankangestellter sowas geschrieben, wäre es seine Privatmeinung gewesen.”
    Ungeachtet potenzieller akademischer Grade (s. Mars Kommentar) u.ä. ist der diskutierte Unsinn Jan Rahtjes Privatmeinung; er “hätte”, “könnte”, “müßte” (und nur so zur Info… der – m.M.n. wie gesagt bestenfalls unreflektierte – Kommentar von Rahtje hat nichts mit etwaigen Altersfreigaben zu tun… den Kommentar überhaupt gelesen? Indirekte Drohung? WTF?)… hat er aber nicht, was u.U. einen Schluss bzgl. der Person Jan Rahtje ermöglichen könnte. Aber manch einem gereicht das ja als Beleg für Spontanressentiments bzgl. Politikwissenschaftlern, ohne dass man wohl (so jedenfalls die Erfahrung) vorher überhaupt ein Mal bewußt Politologen und ihre Profession wahrgenommen hat, außer vielleicht in Sekundeninterviews im TV vor Wahlen o.ä. (hervorragende Bewertungsgrundlage… Applaus), was dann wiederum Schlüsse über den Vorverurteiler zulassen könnte. *kopfschüttel*

    Und danke Mars, ähnliches hätte ich jetzt auch noch ergänzt.

  24. Ich denke, dass ein Spiel, welches die Shoah thematisiert, wenig Aussichten hätte, in diesem Land nicht postwendend verboten zu werden.
    Sicherlich, hier werden “unschöne” Dinge ausgeblendet. Nun schreibt aber der Herr Rahtje: “Wenn dem in “Call of Duty” oder “Medal of Honor” Widerstand geleistet wird, ist dies nur legitim.”
    Demnach ist etwa das Ausblenden schwerwiegender Kriegsverbrechen seitens der Sowjets legitim?

    Mir will und will nicht einleuchten, warum die Kriegsverbrechen anderer Nationen soviel weniger entsetzlich sein sollen?
    Mal im Ernst, wenn Herr Rahtje sich mal mit My lai oder Nanking beschäftigt, müsste er dieselben Forderungen gegenüber JEDEM Kriegspiel in dem gesamten Kontext gültig machen.

  25. @Activ[E|H]ate

    Ganz einfach:” Es wird uns halt für den Beginn des 2WK die alleinige Schuld gegeben! und
    2. Wir haben den Krieg verloren!
    Man trichtert uns in der Schule halt immer noch ein, das wir uns schuldig fühlen müssen. Persönlich sehe ich das anders, denn ich habe im WK2 nie jemanden umgebracht oder überfallen oder was auch immer! Habe dort auch nicht gelebt. Die Kriegsverbrechen der anderen Nationen sind in meinen augen genauso schlimm wie die die wir begangen haben und sollten auch nicht unter den Teppig gekehrt werden. Aber wir haben den Krieg halt verloren, also sind wir halt böse und der Rest der Welt nicht. So wars nach dem WK1 auch. Mal sehen, was der 3te WK bringt. Wenn wir verlieren (mit den USA) Dann können wir uns in der Schule anhören, was für Verbrecher die USA denn schon immer gewesen sind und die Verbrechen der Siegermächte werden einfach im Klo runter gespült oder Ignoriert! Also genau so wies heute mit dem WK2 ist.

  26. Was ich sagen will ist:
    Ich fände es verständlich, wenn er jegliches Spiel, dass den 2. Weltkrieg thematisiert ablehnt, als respektlos bekundet oder sonst noch was.
    Was mich stört, ist die Einseitigkeit

  27. “Der Vernichtungskrieg der Deutschen wird in einer verharmlosenden Art dargestellt. Ebenso wenig werden die Folgen einer Welteroberung Hitlers für Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere reflektiert. […] Der Holocaust ist nicht vorhanden. Hitler wird im Falle eines Sieges zu einem “normalen” Feldherrn und nicht zu dem Massenmörder, der er war. Der Zweite Weltkrieg darf – zumindest bei den Nachfahren der Täter – nicht ohne diese Fakten dargestellt werden.”

    Ich nehme noch Wetten an: würde das alles “thematisiert” werden, würde Herr rahtje meckern, dass man so etwas nicht thematisieren dürfe :).

  28. Oh, es gibt ein paar Spiele die den Massenmord durch das dritte Reich thematisieren.
    Hitler Diktator und KZ Manager. Stehen beide allerdings auf dem Index oder sind sogar als Nazipropaganda verboten.

    Hitler Diktator war der Mod eines in Basic für den C64 geschrieben Spiels.
    Das Originalspiel war Imperator, und der Spieler ein römischer Kaiser.
    In Imperator konnte man seine Steuereinahnen erhöhen in dem man eine ordentliche Christenverfolgung gemacht hat, in Hitler-Diktator wurde daraus eine Judenverfolgung…

    Außerdem, was haben Spiele die im zweiten Weltkrieg angesiedelt sind mit den Nazis zu tun ?
    In der Version für Deutschland wird jedes Hakenkreuz und jede SS Runen durch harmlose Symbole ersetzt, Nazi-Propaganda Poster in Wehrmachtbaracken werden entfernt, genau wie die Soundfiles die aus Radios historische Hitlerreden verbreiten.
    So entsteht durch die Deutsche Zensur ein Bild eine Wehrmacht die nicht mit den Nazis zu tun hatte- das sollte man vielleicht mal thematisieren.

  29. Was hat denn der Beruf Politikwissenschaftler mit dem Thema zu tun?
    Das Spiel verharmlost die Kriegshandlungen der Deutschen, das freut alle Nazis in diesem Lande, aber jemand der die NS-Zeit kritisch sieht, kann sich von so einem Spiel nur beleidigt fühlen.
    Die Rechtfertigung “Ist doch nur ein Spiel” zieht bei einem Mortal Kombat, aber nicht bei so einem Spiel.

  30. Níchtthematisierung != Verharmlosung
    So übrigens auch die h.M. z.B. bzgl. des Indizierungskriteriums der Kriegsverherrlichung (die auch die Verharmlosung umfassen soll, ohne an dieser Stelle jetzt auf die Problematik des Kriteriums eingehen zu wollen)… nur so als Info.

  31. dann verharmlosen die Indiana Jones Filme auch die Kriegshandlungen der Deutschen, weil sie Wehrmachtsoldaten und Gestapooffiziere als inkompetente Trottel darstellen und die Verbrechen der Wehrmacht und Nazis nicht erwähnt werden ?
    Und das freut alle Nazis in diesem Land, während die Kritiker der NS-Zeit sich von Steven Spielberg beleidigt fühlen ?

    Warum ist Panzer General:Wehrmacht verharmlosend – weil ein selbsternannte Experte das so definiert ?
    Ein Panzer General das historisch korrekte Möglichkeiten bietet – z.B. durch besonders eifriges Umsetzen des Kommissarbefehles oder durch bereitstellen von Infanterietruppen für Massenerschießungen schneller Karriere zu machen dürfte vermutlich bei anderen Experten für Moralfragen auch nicht auf Zustimmung stoßen.

  32. “Es gibt eigentlich keine Verharmlosung der Kriegshandlungen ansich, sondern primär um eine Verharmlosung des Nationalsozialismus. Hitler wird im Falle eines Sieges zu einem “normalen” Feldherrn und nicht zu dem Massenmörder, der er war. Es gibt in Deutschland keinen vernünftigen Grund, in Computerspielen Nazi sein zu wollen. Gar keinen.

    Übrigens: Wer sich sonst noch von solchen Spielen angesprochen fühlt, zeigt die Namenswahl einiger Spieler/Innen im Multiplayer-Modus. Dort machen auf Seiten der Nazis viele keinen Hehl aus ihrer Sympathie für den Nationalsozialismus.”

  33. Nichtthematisierung=Verharmlosung ist leider auch der Grundtenor dieses Bandes, wenn es um “Kritik” an Videospielinhalten darin geht: http://www.amazon.de/Nazisploitation-Image-Low-Brow-Cinema-Culture/dp/1441183590/ (unbezahlte Nicht-Werbung)
    Es geht da vor allem um Angriffe auf eine Fan-Kultur, welche Nazi-Inhalte “unkritisch” und stets affirmativ aufnehmen würde. Die Integration des Nationalsozialismus wird so nicht als Ambivalenz oder wirkliches WidersacherInnentum angesehen, sondern als Verlängerung freudiger Tänze damit. Ähnlich wie Georg Seeßlen vor vielen Jahren in “Tanz den Adolf Hitler” (nach dem DAF-Song “Der Mussolini”) schrieb. Das betrifft sehr sehr vieles, geht von Indiana Jones bis hin zu dem Vernehmen nach illegaler Gewaltpornografie aus Ungarn. Ja auch ein Steven-Spielberg-Film wie der dritte Indiana Jones mit seiner Figur Elsa wird so diffamiert, wenn Elsa etwa mit Dyanne Thorne in den “Ilsa”-Filmen verglichen wird. Die trotteligen Nazis aus etablierten Fernsehproduktionen wie “Ein Käfig voller Helden”, auf deren Sets der Nazi-“Ilsa”-Film entstand scheinen dem gegenüber keine oder deutlich weniger Verharmlosung darzustellen: alles andere wird dort so über einen Kamm geschert. VideospielerInnen werden sich so unter Umständen nicht bloß mit dem Nationalsozialismus, sondern auch mit Vergewaltigungen in Verbindung gebracht sehen. Es gibt eigentlich bloß eine richtige Ausnahme darin: Tarantino’s “Inglourious Basterds” welches wohl wegen seiner narrativen Integration einer Fassbinder-Melodram-Ästhetik noch goutiert wird.
    Ich fürchte, dass Stimmen wie von diesem Politologen in Hinkunft noch häufiger zu hören sein werden: ich glaube sie könnten letztlich auch zu einer massiven Bedrohung der traditionellen Ausdrucksform von Videospielen in diesen Themenbereichen führen, wesentlich eher als etwa die Kritik an Gewaltdarstellungen aus den letzten Jahrzehnten. Und das Nazi-Thema sollte eigentlich auch erst der Anfang sein: ja die so ebenfalls unkritische Wahrnehmung eines Kolonialismus in den Anno-Spielen etc. wäre etwa ein nächster Schritt.
    Ideologisch ist das ja immer ein dogmatischer Realismus, soll heißen: Videospiele sollen auch als Fiktionen Geschichte möglichst umfassend so darstellen wie sie wirklich gewesen ist. Und dabei möglichst viel berücksichtigen um ein möglichst korrektes Bild davon zu vermitteln, herzustellen: damit sie auch auf Meta-Ebenen sozusagen richtige(re) Verweise bringen können.

    Wie unsinnig und gefährlich diese Behauptungen von “Realität” sind, kann ich gerade als kritischer Historiker nicht oft genug betonen: doch wird sich in diese Richtung geäußert, wird Menschen perfider Weise gleich unterstellt historische Verbrechen zu legunen, weil zwischen Fiktion und Wirklichkeit dabei halt auch nicht unterschieden wird.

    Die Kritik an diesen Bildern des Nationalsozialismus setzt aus dem autoritären Umfeld einer Nachfolge der Cultural Studies auch sehr früh an, wie ich meinen möchte: so betrifft sie etwa schon die antifaschistischen “Captain America”-Comics. Da ein Rassismus der Nazis darin ausgespart wird könnten die in der Nachfolge auch nicht wirklich antifaschistisch sein – bis hin zum Film “The Spirit” wo etwa ein Samuel L. Jackson als SSler auftritt, würden Nazis auch als Villains so glamourisiert werden (O-Ton Marcus Stiglegger)
    Ein Nationalsozialismus würde so erst attraktiv gemacht werden und in der populären Kultur wäre das auch ein Programm: den Nationalsozialismus (wieder) en vogue zu gestalten. Auch in Hinblick auf die Wiedergabe dieses Zitats: “Es gibt in Deutschland keinen vernünftigen Grund, in Computerspielen Nazi sein zu wollen. Gar keinen.” Ich halte dieses Sätze ja für ungeheuer diskriminierend, dahingehend dass eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus so mit Gewalt verhindert werden soll. Dahingehend, dass über solche Sätze stets eine Identifikation damit unterstellt wird, wenn Rollen gespielt werden. Letztlich soll Denken so auch verhindert werden. Und Menschen als politische ExtremistInnen verfolgt, auch dann wenn etwa gelegentlich dazugesagt wird, dass sich die persönliche Ideologie doch nicht mit den so unerwünschten Inhalten unbedingt decken muss.
    Und wenn man aus dem Umfeld dann weiterliest kommt man etwa vom Amerikanisten Michael Fuchs aus Graz auch auf Stimmen die wiederum an Regine Pfeiffer aus Deutschland erinnern: “Wolfenstein 3D”, “Call of Duty: World at War” werden so etwa auf eine Ebene von Tierquälerei reduziert, wenn von “dog killing” diesbezüglich gesprochen wird.
    Eine Kritik an dieser Kritik scheint wiederum vielfach nicht zugelassen zu werden: ich habe meinen dritten Blog deswegen seit Ende letzten Jahres praktisch nicht mehr richtig fortführen können, glaube ihn nun – nachdem ich mich neuerlich gezwungen sah drei Artikel zu privatisieren – besser gleich gar nicht mehr mit neuen Inhalten zu versorgen. Diese Leute, anscheinend vor allem ihre eigene AnhängerInnenschaft (!), also deren Fan-Boys und Girls, können allesamt äußerst unangenehm werden und denunzierend wirken. Ich wäre auch vorsichtig was in Hinkunft hier über diese Denkweisen etwa noch veröffentlicht wird.
    Das sind Menschen die bewegen sich einerseits immer nur in bestimmten Zirkeln, andererseits lassen sie meinem Eindruck nach so tatsächlich kein anderes Denken zu. Wirklich nicht: ihre Ideen bestätigen sich nämlich andauernd selbst. Siehe auch den “Darkstar”-Comment oben. Wer diese “Meinung” nicht teilt ist wenn schon kein Nazi zumindest AußenseiterIn.

  34. -snip-
    Serien wir beispielsweise “Hogans Heros” (Ein Käfig voller Helden) zu unterstellen sie würden die NS Zeit verharmlosen ist in meinen Augen der Gipfel der Ignoranz, da spielt ein Robert Clary mit der selbst in einen Konzentrationlager gefangen war, er hat es mit Glück überlebt. Oder wie ist es mit Robert Banner ein Österreicher (Sgt. Schulz) der vor den Nazis flüchten musste, genau wie Werner Klemperer (Col. Klink). Es ist für die Protagonisten der Serie ganz sicher eine grosse Freunde gewesen sich auf diese künstlerische Weise an ihren ehemaligen Beinigern zu rächen.

  35. Beitrag von 13. Januar, 2012 – 01:15 ist nicht von mir – wir haben jetzt zweimal Icarus. Bitte nicht zusammen werfen – und wenn der zweite Poster unter dem Namen weiter zu posten gedenkt, bitte kurz Bescheid geben, dann sollten wir uns auf unterschiedliche Nicks einigen.

  36. Es ist wohl “verleumden” gemeint, weil um eine Wahrheit dieser Leute welche so “verleugnet” werden könnte wird es dabei hoffentlich nicht gehen: im übrigen kann ich diesbezüglich beruhigen. Wie ich oben eigentlich schon schrieb wird “Hogan’s Heroes” (Ein Käfig voller Helden) meiner Erfahrung nach dabei kaum angegriffen. Wegen der personellen Verbindungen, aber inhaltlich vielleicht auch wegen der Anknüpfungspunkte zu Ernst Lubitschs “Sein oder Nichtsein”.
    Sie bedient auch das gängige Wohlgefallen in einem zeitgenössischen Deutschland gegen die Kollektivschuld-These, dass eben nicht alle Deutschen Nazis gewesen sind und es da auch bessere gab – sie stellt die Deutschen besser dar als vielfach sonst aus der Zeit üblich, gerade bei US-Produktionen.
    Die Fragen womit ich mich beschäftige betreffen eher die umwundene Situation, dass so Sachen kritisiert werden die ohnehin schon vielfach unterschlagen wurden, kulturell nicht reüssieren konnten – wie eben noch Videospiele die im gegenwäritgen Deutschland vielleicht strafrechtlich verfolgt werden, würden sie den Nationalsozialismus eigentlich offen thematisieren, oder oft längst in Vergessenheit geratene Exploitation-Filme: weshalb wird kein zeitgenössisches “Napola” angegriffen, werden keine Melodramatisierungen diesbezüglich kritisiert, usw. usf.

  37. @ Martin.

    Das is komisch, ich hab mittlere Reife in BW gemacht (2005) und in der 10. sind wir komplett von Aufstieg Hitler´s bis hin zum Ende des 2. Weltkriegs durchgegangen (danach natürlich noch weiter spielt hier aber keine Rolle)

  38. @El-Konsolero
    Als ich (ein paar Jahre vor Dir) die mittlere Reife und danach das Gymnasium gemacht habe, da hatte ich in Geschichte das ganze insgesamt etwa drei mal durchgekaut. Natürlich sehr selektiv nur auf die Deutschen bezogen, (vom Rest der Welt war in Geschichte nie viel zu erfahren) und immer mit dem Fokus auf das Schuldgefühle wecken. Hört sich also fast an als gäbe es da mal zumindest in BaWü eine positive Entwicklung zu verzeichnen.

    Gruß
    Aginor

  39. Nachtrag:
    Aber jetzt wo ich so daran denke fällt mir ein: Mir geht es wie Martin.
    Sehr viel Innenpolitik, die Geschichte des eigentlichen Weltkriegs (also wer hat wann und wo gegen wen um was gekämpft) kam auch eher zu kurz.
    Also lieber den Krieg nicht erwähnen, es ging quasi die Hitler-Story von 1920 bis Kriegsbeginn, ab dann nur noch Holocaust und nebenher “dass halt Krieg war” mit Entbehrungen und Bombardierungen, aber es gab weder die Luftschlacht um England noch die Ardennenoffensive, mit etwas Glück durfte man die Namen von wichtigen Wendepunkten (Stalingrad z.B.) in einem Nebensatz hören. Das wars aber ansonsten. Der ganze Rest (Nordafrika und Pazifik) fiel komplett weg, und wenn es mich nicht interessiert hätte, dann hätte ich nie erfahren dass vor dem WK2 in China gekämpft wurde, was als Hintergrundwissen für den gesamten Pazifikschauplatz essentiell gewesen wäre.

    Gruß
    Aginor

  40. -snip—-
    @Aginor: mir geht es vom Schulerlebnis so wie dir. Wobei ich mich jetzt frage, ob es überhaupt Sinn macht den Kriegsverlauf durchzunehmen. Was bringt das? Das, was wir vom Nationalsozialismus und der Zeit lernen sollten hat weniger mit deren strategischen Mängeln zu tun, die helfen den meisten im Alltag wohl weniger, als mit dem ideologischen Drumherum. Da sehe ich jetzt nicht ganz das Problem.

  41. @ Aginor

    Natürlich ist Geschichte immer Landes und/oder Kontinent bezogen oder glaubst du, dass die Japaner was über das Mittelalter in Europa lernen. Nö die lernen da natürlich die Geschichte ihres Landes z.B. über die Sengoku-Ära die in der Schlacht von Sekihagara ihr Ende fand und Tokugawa Ieyasu als Sieger hervorging und damit sein Shogunat für die nächsten 200-250 Jahre zementierte.

    Der Kriegsverlauf kam bei uns auch eher kurz obwohl die wichtigsten Dinge Überfall von Polen/Tschechien, Besetung Frankreichs, Stalingrad, Pearl Habour, Landung in der Normandy (wahllose auslistung) dabei waren. Aber mal ehrlich ein halbes Schuljahr reicht bei 45. – 90 min pro Woche Geschichte auch nicht um die Zeit von 1933 – 45 auch nur ansatzweise adequat zu behandeln. Besonders nicht wenn danach der Kalte Krieg folgt, der aus deutscher Sicht nicht minder spannend mit der Teilung Deutschlands ist. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass der Geschichtsunterricht an meiner Realschule zufriedenstellend war. Ich denke aber auch, dass der behandelte Stoff viel vom Lehrer abhängt. Gerade in den 80ern und 90ern wird man das Thema als Lehrer wohl eher so knapp wie möglich halten wollen, da man die Nachwirkungen des Krieges zumeist noch selbst miterlebt hat und deswegen besonders die “Deutschland ist Schuld”-Schiene in Erinnerung hat.

  42. das hört sich für mich so an, als finde die mamade findet das spiel bedenklich weil dadurch rasstisitsches und antisemitistisches gedankengut entfacht wird, dass anscheinend in jedmem deutschen schlummert.

  43. Ich hab ein wenig über die Möglichkeit nachgedacht den Holocaust einzubauen, es wäre machbar den namenlosen General Feldmarschall mit den Massenmord an den Juden zu konfrontieren und ihn dann vor die Wahl zu stellen, mit seinen Truppen zu den Allierten überzulaufen, in einen ähnlichen Szenario wie daß des 20. Julis. Oder eine Art Bürgerkrieg, es wäre nicht weiter hergeholt als die Landung in Norwegen 43 Operation Juptier (Alliertes Szenario PG2 bei schneller Lösung der Mittelmeeroffensive) oder ein theoretischer 3. Weltkrieg zwischen West Allierten und Soviets nach dem Fall des 3. Reiches wie es in anderen Genre Vertreter ohnehin als Szenario eingegbaut wurde.

  44. @El Konsolero & Mars:
    Ich bin der Meinung dass der – wohlgemerkt GROBE – Kriegsverlauf oder wenigstens die verschiedenen Schauplätze erwähnt werden sollten. Und das würde denke ich nicht den Rahmen sprengen. Es muss nicht so ins Detail gehen. Es ist aber für das Verständnis der Beziehungen der Völker zueinander interessanter als dreimal KZ-Mitheul-und Schuldeinprägtour. Einmal reicht.
    Es würde z.B. die Haltung vieler Griechen oder der Balkanbevölkerung gegenüber Deutschland erklären.
    In Asien sind die Dinge ähnlich gelagert, dort sind die Japaner und die Chinesen sowie Briten und Amerikaner diejenigen, die bei ihren diversen Offensiven etc. die Einstellung, Lebensweise und spätere Politik der jeweiligen Staaten mitgeprägt haben.
    Es geht also nicht primär um die Militärhistorie an sich sondern um die Auswirkungen. Niemanden juckt jetzt noch der Schlieffenplan, aber er erklärt warum die Holländer und Belgier nicht so super gut auf uns zu sprechen sind teilweise (ok, sehr simples Beispiel weil es für uns so offensichtlich ist, aber das ist das Prinzip.)

    Klar, dass z.B. Amerikaner und Japaner in Geschichte was anderes lernen als wir das ist klar, und nationale Geschichte ist auch wichtig. (Ich weiss es – wohl ähnlich wie Du ElKonsolero) daher dass ich gerade von diesen beiden Ländern auch einiges gelesen habe. Geschichte ist ein Thema das mich sehr interessiert, auch die von anderen Ländern. (Geschichtsfans empfehle ich übrigens auch sehr die Geschichte von Mexiko. Sehr interessant und erklärt auch einen Teil der Mex-US-Beziehungen)

    Btw: Geschichte ist eh undankbares Fach in der Schule, weils ja naturgemäß immer mehr wird. :-D Griechen und Völkerwanderung sind bei uns z.B. auch weggefallen.

    Gruß
    Aginor

  45. Es ist bedauerlich das Geschichte in der Schule zu kurz kommt.
    IMHO auch einer der Gründe warum vereinfachte Verschwörungstheorien für komplizierte Probleme so leicht angenommen werden.
    Wer sich für US Amerikanische Geschichte interessiert:
    http://usaerklaert.wordpress.com/ ist ein Blog von einem Ami in Deutschland – und er geht sehr ausführlich auf die drei wichtigsten Kriege der USA ein:
    French – Indian War, Unabhängigkeitskrieg und Bürgerkrieg.

  46. Der Krieg in China und Südostasien ist auch für die spätere Weltgeschichte sehr relevant. Was da am Ende geschah ist ein Grund weshalb in den 50ern die Vietminh in Indochina erstarkten, was schließlich zum Vietnamkrieg geführt hat. Und es ist der Grund für die Teilung Koreas. Es gibt auch heute noch einige Gebietsstreitereien zwischen Russland, China und Japan um diverse Inseln. Den Pazifik-Krieg die USA zu reduzieren greift zu kurz

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