AAW Flyer: Aussagen von Gamern sind bedeutungslos

Das Aktionsbündniss Winnenden hat einen neuen Flyer herrausgegeben, mit dem sie Lehrer über die Gefahren von “Gewaltspielen” aufklären möchten. Neben einem scheinbaren Zusammenhang zwischen diesen Spielen und Mobbing, zeigt der Verantwortliche Dr. Rudolf H. Weiß auch, warum die Gamer selbst in dieser Diskussion ignoriert werden können:

Erwiesen ist:
3. dass subjektive Aussagen und Selbstinterpretationen von Gamern („Ich bin nicht  aggressiv geworden“) bedeutungslos sind – auch nach dem Genuss von zu viel Alkohol fühlt man sich fahrtüchtig.

Flyer für die Lehrkraft

5 Gedanken zu “AAW Flyer: Aussagen von Gamern sind bedeutungslos

  1. Mhhhh…. Ohne den Mitgliedern des AAW zu nahe treten zu wollen – es ist durchaus denkbar, dass die Opfer solcher Geschehnisse ebenfalls gewisse Probleme haben, diese Sachverhalte mit der nötigen emotionalen Distanz und einer wissenschaftlichen Herangehensweise zu betrachten.

  2. Hi

    die Argumentation des Verantwortlichen klingt doch sehr unlogisch. Das werden in einem Gespräch sicherlich auch die angesprochenen Lehrkräfte bemerken. Zumal ohnehin fragwürdig ist, ob Lehrkräfte den Schülern das Spielen von PC Games ausreden könnten. Das Problem das hier zutage tritt, ist, dass sich viele Leute auf die Spiele “eingeschossen” haben und jetzt mit aller Macht versuchen irgendwie dagegen anzukämpfen.

    LG,
    Tommy

  3. Ich finde es schlimm das die Meinung der Gamer unterdrückt bzw. unbeachtet werden soll. Das ist Verletzung der Meinungsfreiheit.

    Mal abgesehen davon das der Herr Weiß anscheint immer noch keine Ahnung hat von dem was er von sich gibt!

  4. Man muss bedenken das die Angehörigen natürlich einen Schuldigen suchen.

    Aber mal paar Überlegungen zum Flyer:
    Der Vergleich zum Alkohol hinkt. Denke das kann man nicht miteinander vergleichen, da Spielen wenn dann eher eine geistige Droge ist, während Alk zusätzlich körperlich wirkt.
    Schaue wir doch mal z.B. zum Fussball. “Die haben wir vom Platz geputzt”, “Die werden wir fertig machen.” Hört sich auch aggressiv an. Ich bin sicher solche Aussagen gibts nicht nur beim Lokalsport, sondern auch von Bundesliegerprofis, leider hab ich nichts zitierfähiges. Aber da sollte man mal die Interviews betrachten, dann hat man etwas.

    Dann das Einstiegsalter von 12-14 Jahren, finde ich zu früh, aber in den Schulen ansetzen ist minder effektiv. Wo liegt denn das Einstiegsalter von Alkohol und Tabak? Und gegen die wird vorgegangen in der Schule. Und auch in den Elternhäusern. Mit 14 zu Hause rauchen oder betrinken, das hätte Anschiss gegeben. Also tat man es wo anders. Naja mit Alk und Tabak ging das ja, aber mit dem PC wo anders hingehen ist schon etwas aufwendiger.
    Eltern können da also optimal was gegen machen. Aber Lehrer sind da nicht der richtige Ansatzpunkt. Und das soll dann wieder fächerübergreifend gemacht werden. Neben dem Fächerübergreifenden AntiDrogen, AntiArbeitslos Projektwochen. Wann wird denn da wieder was sinnvolles gelernt? Ich z.B. fand die Berufs und Bewerbungsberatung wenig zielführend. Habe dennoch einen guten Ausbildungsplatz erhalten.

    Und so schnell wird das ganze Schul-Kampagne wirkungslos:
    Während den Pausen erzählt Kevin stolz seinen Mitschülern, das er den PC seines Bruder benutzt weil der zur Bundeswehr gegangen ist. Regelmäßig treffen sich die Mitschüler nachmittags um dies schlimmen Spiele zu Spielen, richtig aufregend und spannend so ein verbotenes Spiel. Thomas stellt fest, “So eklig und und schlimm ist dieses Counterstrike gar nicht, warum wollte uns der Lehrer das nicht zeigen? Als neulich die Taube vor unserer Haustür überfahren wurde war da mehr Blut.” “Die Lügen doch alle” meint Denis. Nach und nach verbreitet sich diese Infos. Über von der Spielindustrie ungewollte Wege gelangen verschiedenste Spiele bei den Schülern.

    Nur wie kann man Kinder davon abhalten Gewaltspiele zu spielen? Für alle Verbieten? Einen Millardenmarkt aufgeben? Strafsteuer? Feststellen das es wie beim Rauchen nichts bringt? Verbieten? Ach dann fehlen uns Steuergelder?
    Und dann wandern alle in Tauschbörsen, die Spielentwickler können es auch jetzt nicht verhindern, halten sich da raus, vlt ändert sich die Preispolitik (Spiele billig, Onlinegebühren, zahlbar über Paypal und anderes Internationales zeugs) So haben sie doch noch Einnahmen aus Deutschland. Politik kann nichts machen, weil sofort wieder alle rummeckern wenn Internet zensiert werden soll.(Und das Meckern wird, mit zunehmender Akzeptanz des Internets im öffentlichen Leben, immer lauter).
    Also immernoch Eltern in die Pflicht nehmen. Aber “Eltern” ist eine größere Wählergemeinschaft.

    Dann fallen mir im Flyer die Zahlen auf.
    “Bei 20-30% der 12-18jährigen Nutzer virtueller
    Gewaltspiele kann man von einem allgemeinen
    Aggressivitätsanstieg in Form aggressiver
    Ichdurchsetzung ausgehen”
    Da würde mich mal die Zahl von alle 12-18 jährigen interessieren. Und was ist das überhaupt 20-30%? Damit eine signifikante Abweichung vorliegt, müsste die ja unter 10-20% liegen.

    20% Mobben, ähnlich wie bei den anderen Prozenten wieder die Frage, wie ist der Anteil der Mobber über alle Kinder gerechnet?
    Und überhaupt wie viele Kinder sind Gamer?

    Somit finde ich die Zahlen offengesagt bedeutungslos.
    Strahlenbelastung in Bayreuth fast doppelt so hoch wie in Bielefeld.
    (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Strahlenexposar.png)
    Ist das viel? Man weis es nicht. Aber durch übermäßige Strahlung wird man Krank. Führt das zur Copy&Past-Krankheit?
    Während des Schriebens festgestellt: Ich lebe in einer strahlungsarmen Gegend von Deutschland.

  5. Auch “schön” in diesem Flyer ist folgendes:

    “Allgemein beobachtet man nachweislich eine
    • zunehmende Schülergewalt und
    • einen Verlust humaner Werte”

    Und das soll also “nachweislich” explizit NUR an den Videospielen liegen???
    Das ist wirklich SEHR allgemein beobachtet. Aber dafür nachweislich!

    Mal ernsthaft, vielleicht sollte “man” (die Verfasser) nochmal selbst die Schulbank drücken, erstens um sich eine bessere, exaktere Wortwahl fernab von schlechter Schreibweise & allgemein gehaltenen Stammtischparolen anzueignen und zweitens, um mit Medienkompetenten Lehrern zu lernen, dass Computer, Spiele und die/wir Gamer nicht beißen und auch niemanden töten!
    Nichtsdestotrotz finde ich gut, dass dieses Bündnis etwas unternehmen möchte, um Mobbing & Co. zu thematisieren und Lehrer zu sensibilisieren. Darum geht es doch, oder? Oder etwa nur darum, uns Gamer am liebsten “totschlagen” zu wollen? …
    Oft werden ja Amokläufer oder Gewalttäter erst durch Mobbing von sogenannten “normalen” Schülern oder Kollegen und schlechten Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen “erzeugt”; sowas ist ein Reifeprozess negativer, destruktiver Art. Und hinterher hat – wie immer – niemand etwas geahnt bzw fanden den oder die alle schon immer irgendwie “merkwürdig”… Natürlich muss sich so jemand auch selbst um Hilfe bemühen, das darf keine Entschuldigung für dann eigenes extremes Verhalten sein. Aber: Für sensiblere Menschen (“Du Opfer!” …) scheint es keine Toleranz (mehr) in der Jugend/Gesellschaft zu geben, DAS ist das Grundproblem. Gewalt entsteht da, wo keine Toleranz mehr existiert. Und Lehrer schauen viel zu oft weg oder haben kein Interesse sich einzumischen (“Die machen doch nur Spaß!”).
    Insgesamt gesehen ein sehr viel umfassenderes Problem, als das AAW wahrscheinlich wahrhaben möchte.

    ‘Videospiele’, dass ich nicht lache…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.