15 Gedanken zu “Programmhinweis

  1. Die Ankündigung liest sich immerhin so, als ob auch Befürworter von digitalen Medien zu Wort kommen. Bleibt abzuwarten, wie die Gewichtung der unterschiedlichen Akteure in der Sendung ist. Allerdings ist der Aufbau der Ankündigung schon seltsam: ein Kritiker, auf den immer wieder verwiesen wird (Spitzer) und zwei andere, die DM befürworten bzw. einigermaßen differenziert einordnen und trotzdem steht da dann so ein Schlusssatz: „Also alles halb so schlimm? Manfred Spitzer warnt vor der Entwarnung und schließt sein Buch mit einem unmissverständlichen Appell: ‚Jeder Tag, den ein Kind ohne digitale Medien zugebracht hat, ist gewonnene Zeit.'“ Das klingt doch so, als ob die Redaktion Spitzer zum „Oberexperten“ erkoren hat und die Anderen unter „sonstige Meinungen“ ablegt. :/

  2. @Spitzers Aussagen sind der übliche populistische Alarmismus wie man sie von einen Pseudowissenschaftler erwartet. Ein wenig wissenschaftlich nicht haltbarer Irrsinn nur um schnelles Geld mit einen Buch zu verdienen, die Medien machen da nur gerne mit. Genau wie bei Pfeiffer oder Sarazin.

  3. Ich würde mein Kind auch nach Möglichkeit von digitalen Medien fernhalten, weil ich glaube dass Kindheit vor allem in der freien Natur erfahren werden sollte.
    Ich wuchs mit dem analogen Fernsehen auf, verbrachte aber auch viel Zeit im Freien. Eigentlich die meiste Zeit auf der Strasse – damals ging das noch, da hier nicht so viel Autoverkehr war wie heute.

    Mit den politischen Vorstellungen dieses Menschen aus Ulm da, und dessen Weltideen, hat diese Einstellung aber herzlich wenig zu tun: im Gegenteil denke ich wird eine solche Einstellung missbraucht um sich öffentlich zu profilieren. Seine Behauptungen über die Eigenschaften anderer Menschen, von Dummheit angefangen – Gewalttätigkeit ist da nur ein Endpunkt -, sind das eigentliche Problem. Oder was soll an dieser Medienfeindlichkeit besser sein als an Ressentiments gegen andere Menschengruppen?

  4. Also ich las meien sohn so 1 stunde pro ta xbox spielen, natürlih nur kinderspiele wie Sonic, bei schönen Wetetr gehts aber immer raus

  5. Der Beitrag war verdammt gut. Beide Seiten wurden beleuchtet und spitzer bekam eine Menge Kritik und das nicht nur von den seriösen Forschern, selbst die Kommentatorin hat spitzer entzaubert und ihn als Missionar statt als was wissenschaftlicheres bezeichnet und seine Thesen, also die generelle Verteufelung als wenig hilfreich bezeichnet. TTT ist mMn meist ohnehin eine der besseren Sendungen der öffis.

  6. Ich hoffe der Beitrag landet bald in der Mediathek, ich bin mal gespannt…

    ‘Jeder Tag, den ein Kind ohne digitale Medien zugebracht hat, ist gewonnene Zeit.’
    Dieser Satz gehört zu den dümmsten Dingen die ich zu dem Thema gehört habe.
    Wir leben in einer Welt mit Digitalen Medien und daran wird sich auch nichts ändern..
    Das Internet ist kein Trend oder eine vorübergehnde erscheinung, es ist eine Naturgewalt
    die unser aller Leben verändert oder beeinflusst, nicht immer zum besseren aber so ist
    das mit vielen dingen. Ich finde es wichtig anzuerkennen das Kinder in einer Welt mit
    Google, Facebook und Youtube aufwachsen werden darum würde ich versuchen meine Kinder
    auf diese dinge vorzubereiten aka erziehung. Sie würden sicherlich keinen uneingeschränkten
    zugriff auf das Inet bekommen und ich würde ihre Rechner mit Filtern, Sperren o.ä. dingen absichern
    um sie vor sachen wie pornographie oder gewalt zu schützen. Das Problem wär aber egal wieviel
    mühe ich mir damit geben würde aller warscheinlichkeit würde ich scheitern weil es immer noch
    genug Eltern da draussen gibt die sich nicht mit der Thematik ausernander setzen und
    deren Kinder mehr ahnung von PC und internet haben als sie und diese sind es dann
    die ihre Freunde/Mitschüler den dingen aussetzen werden vor denen ich versucht habe meine
    Kinder zu schützen. Diese Eltern haben schlicht weg angst vor dem Thema Internet weil es
    etwas neues ist mit dem sie es vorher noch nie zu tun hat. Es ist diese angst die sie dann
    dazu treibt nach dingen wie Killerspiel-Verbot, Netzsperren usw. zu rufen und leute wie Spitzer
    sind es dann die sich eine goldene Nase verdienen indem sie Bücher schreiben in denen
    sie diese leute in ihrer Angst bestärken und ihnen sagen das es ok ist angst zu haben
    weil neue medien seien es Videospiele oder das Netz von grund auf böse sind.
    Es ist nicht die verantwortung der Eltern sich weiterzubilden, sich mit dem Thema auserander
    zu setzen um so bessere Eltern für ihre Kinder zu sein, nein. Neue Medien sind böse und
    es ist aufgabe von dritten (der staat) uns davor zu schützen.
    So können sich Mama u Papa zurücklehnen den das sie sich nicht die Mühe gemacht haben die
    Rechner ihres nachwuchses ordentlich zu schützen ist nicht ihr fehler wenn ihre kids
    gewaltätige Spiele spielen oder sich Pornos aus dem Netz ziehen ist die Schuld des
    staates weil wir kein Killerspiel verbot oder keine Netzsperren haben.

  7. Ich hab ihn mir jetzt vor kurzem auf der ARD-Mediathek angesehen und muss sagen, in vergleich zu anderen Beiträgen im Fernsehen fand ich ihn doch erstaunlich gut.

  8. Schon tragisch, dass wir uns über Darstellungsweisen freuen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten und nur das offensichtliche darstellen… zeigt einem, wie schlecht die „Berichterstattung“ sonst ist.

  9. Vic: Das Leben ist hart ;)

    Aber ganz allgemein ist eigentlich immer (in den heutigen Medien) eine tendenziöse Berichterstattung zu erwarten. Denn Medien, auch Nachrichten und Reportagen wollen vom Zuschauer gesehen werden und kämpfen um das Interesse des Zuschauers.
    Um in der Zuschauergunst weit nach oben zu kommen, muss man entweder einen Skandal aus dem Hut zaubern, oder den Zuschauer in seinem Weltbild bestätigen. Nur dann besteht die Chance, dass der Zuschauer das interessant findet und gerne wieder einschaltet.

    Daraus folgt dann aber leider, dass Sender mit eher älteren Zielgruppen eben gerne über Jugendliche und deren unsäglichen Freizeitbeschäftigungen lästert. Und die typischen BILD-Leser wollen ihren täglichen Skandal und bekommen diesen auch wieder geliefert. An die Wahrheit denkt da schon lange keiner mehr. Die Wahrheit ist entweder zu langweilig oder passt der Zielgruppe einfach nicht ins Weltbild.

    Seltsam bei der Sache ist nur, dass kritische Berichte über Videospiele im Netz trotz der Zielgruppe dennoch häufig vorkommen, denn die Schere im Kopf zwingt auch uns dazu, „politisch korrekt“ zu handeln, was nichts anderes ist, als der dummen Masse zu folgen (siehe GameOne zum Flughafenlevel in CoD:MW 2).

    Darum wird auch häufig von Gamern direkt aus vorauseilender Demut gesagt, dass Videospiele ja auch nicht perfekt wären, obwohl das offensichtliche eigentlich nicht gesagt werden muss, denn nichts ist perfekt… aber man muss sich ja anbiedern oder macht es reflexartig…

  10. @Vicarocha
    /sign

    Es war zwar das erste Mal, dass ich eine solche Koryphäe in einer Fernsehsendung personell negativ beleuchtet gesehen habe (Stichwort „Missionar“), aber ein schaler Beigeschmack bleibt bei mir trotzdem – oder heißt es nächste Woche bei „ttt“: „Erich von D. Gegen die etablierte Mythen- und Altertumsforschung“?
    Was ist demnach überhaupt der Sinn einer solchen Sendung: etliche Exemplare von „Digitale Demenz“ werden dadurch so oder so mehr verkauft werden, wenn sie Anfang August erscheint. Gebunden und gleichzeitig etwa für den Kindle. Auch nach einer eher schlechten Werbung war es dennoch eine weitere Plattform für diese Thesen oder in dem Fall besser „Fakten“. Über welche Ethik ein Psychiater einen medizinischen Befund wie von diesen Krankheiten gar gesellschaftspolitisch anwendet, ohne dass seine Approbation deshalb in Frage gestellt wird, wurde ja nicht eruiert. Demenz ist schließlich kein Heuschnupfen sondern mitunter tödlich, also abgesehen vom „Anfixen“: würde ein Titel wie „Digitaler/s Krebs/AIDS“ auch keine deutsche Behörde auf den Plan rufen? Gibt es denn gar keine Rechtsprechung die sich gegen Vergleiche mit Krankheiten stellt? Nun, in Bayern gibt es wohl keine Ärztekammer…

  11. Ein Beispiel für „fragwürdig“ liefert wieder mal RTL, wo ich gestern beim zappen zufällig landete. In einer dieser Scripted Reality Serien hatte ein Mann angebliche Eheprobleme, weil er zu viel am MS Flugsimulator spielte. Link (Szene ab 18:50): http://rtl-now.rtl.de/letzte-chance-fuer-unsere-ehe/letzte-chance-fuer-unsere-ehe.php?container_id=92532&player=1&season=1
    Achtung Klischee-Alarm!
    .
    P.S. Hatte das versehentlich bei Randnotiz #5 gepostet, dort finden sich noch einige weitere Infos zum Off-Kommentar. Sry für Doppelpost.

  12. Zu viel MS Flugsimulator und Klischee ?
    Las mich raten, die Frau sollte sich als Stewardess verkleiden und Schnittchen bringen ? ;-)

    Im Spiegel gibt es diese Woche auch einen erstaunlichen Beitrag über das Unbehagen einer Mutter wenn ihr Kind mit Videospielen spielt.
    Wer jetzt eine Verdammung von Videospielen erwartet liegt falsch, es geht mehr um die Realisierung das sich das Kind in dem Moment unerreichbar wird, da es eine eigenen kleine Welt betritt an der die Eltern nicht teilnehmen.
    Am Besten selber lesen, ist in der Printausgabe.

  13. Ob es jetzt das fliegen im MS Flugsimulator ist oder ein anderes Hobby: Es gibt schon immer das Problem dass Männer ihr Hobby wichtiger ist als ihre Beziehung bzw. Ehe.
    Ehe-/Beziehungspartner von Modellbauern wissen da z.B. exzellent Bescheid. Der FSX ist wie eine Modelleisenbahn: Man kann endlos Zeit und Geld hineinstecken um sich immer mehr Teile zu besorgen und sie zu benutzen.
    Ich fliege (genau wie andere Männer in meiner Familie) leidenschaftlich gern den FSX, und ich sehe durchaus das beschriebene Problem, auch ohne Stewardessverkleidung geht das der Frau auf den Geist wenn man das Wochenende komplett mit dem FSX/der Modellbauwerkstatt/MMO-Raids/dem Reitverein/Briefmarken/Dackelclub verbringt. Vielleicht nicht beim ersten mal aber irgendwann bestimmt.

    Es ist also ein immer aktuelles Thema, mit dem FSX nur eben im „neuen“ Gewand. Klischee? Ja. Unrealistisch? Nein. „Mein Mann, sein Hobby und ich“ war eine Sendung die das auch schon mal aufgegriffen hat. Nebst Lego-Filmern, Extrem-Briefmarkensammlern, Modelljets im Maßstab 1:8 usw.

    Gruß
    Aginor

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