Hamburger Piraten mit Gamespolitik im Wahlprogram

Die Piraten schärfen ihr Profil im Bezug aus Videospiele. Und erfreulicherweise geht es dabei nicht um irgendwelche ollen Kamellen, um gut auszusehen. Auf dem vergangenen Landesparteitag der Piraten Hamburg wurden zwei Forderungen ins Wahlprogramm der Partei aufgenommen, die sie so bisher vom Rest der Parteienlandschaft abheben.

Unter der Überschrift „eSport anerkennen“ fordern die Piraten die Anerkennung des wettbewerbsorientierten Computerspiels (eSport) als Sport. So sollen zum Beispiel Clans leichter als bisher die Möglichkeit bekommen, als gemeinnützige Vereine anerkannt zu werden. Zudem sollen bestehende Sportvereine ermutigt werden, E-Sport in ihr Angebot aufzunehmen.

Zweitens wollen sich die Piraten für den „Erhalt des Digitalen Erbes“ stark machen. Angesprochen wird hier das Problem der kurzen Haltbarkeit von digitalen Medien: Während Bücher und Gemälde Jahrhunderte überdauern können, wird Software, die auf den Markt kommt, schon in einigen Jahren nicht mehr laufen. Das trifft vor allem dann zu, wenn sie nur auf Servern gespeichert ist, die jederzeit abgeschaltet werden können.

Zwar bedeutet die Aufnahme dieser Punkte in ein recht umfangreiches Wahlprogramm noch nicht viel, dennoch kann man hoffen, dass diese wichtigen Anliegen nun mehr Beachtung erreichen können.

3 Gedanken zu “Hamburger Piraten mit Gamespolitik im Wahlprogram

  1. Ich frag’ mal ganz dumm: Sind das überhaupt landespolitische Themen? Ich weiß es aus dem stehgreif jetzt wirklich nicht, inwiefern die Hamburger Piraten in diesem Bereichen was ausrichten könnten.

  2. Ich würde schätzen, dass es überwiegend im Kompetenzbereich des Bundes liegt. Die gewählten Formulierungen sind auch entsprechend gewählt (“dafür einsetzen, dass”). Teile lassen sich aber auch auf Landesebene umsetzen — zum Beispiel Archivierung des Digitalen Erbes (durch entsprechende Förderung).

  3. Per se kannst du da einige Dinge durchaus auf Landesebene durchsetzten. Bei der eSport/Sport-Problematik ist es wiederum eine Frage des Ansatzes: Trittst du über den Bund an den DOSB hran um ihn zur Anerkennung zu bewegen, oder versuchst du auf Landesebene den jeweiligen Landessportbund dazu zu überreden, so dass du aus dieser Richtung Druck aufbaust, dass er seine Meinung ändert. Top-Down oder Bottom-Up. Ich würde es eher mit letzterem versuchen.

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