IGN fragt Abendzeitung nach dem “Warum”

(via bildblog, ign) Die Presse berichtet anlässlich von Gewalttaten nicht selten über die von den Tätern genutzten Videospiele, auch wenn ein Zusammenhang zwischen diesen und der Tat nicht immer ausdrücklich behauptet wird. Nichtsdestotrotz wird dadurch oft nahegelegt, dass das Hobby etwas mit der Tat zu tun habe. Auf Nachfrage geben die Redaktionen dann aber gerne an, dass ihnen nichts ferner liege als diesen Eindruck zu erwecken, sondern man den Lesern bloß – wertungsfrei – einen Einblick in die Lebenswelt des Täters bieten möchte.

Ähnlich liegt es nun auch bei einem Bericht der Münchener Abendzeitung. Am 25.01.2013 hat diese einen Artikel veröffentlicht, der als einzigen Inhalt die Beschreibung der Beziehung eines “mutmaßlichen Mörders” zum Videospiel “Final Fantasy XIV” hat, obwohl er selbst nach Angaben der Redaktion das Spiel “nur mal ausprobiert hat“. Wie man durch diesen ausführlichen Bericht über etwas, was den Täter offenbar nur peripher interessiert, dem eigenen Anspruch, “die Fragen der Leser nach dem „Warum“ und nach dem „Wer“ möglichst umfassend zu beantworten“, erfüllen möchte, dürfte nur die Redaktion selbst wissen. Zumindest ist damit, dass im Zusammenhang mit Gewalttaten über Videospiele deshalb berichtet wird, weil diese für den Täter keine Bedeutung haben, eine neue Stufe erreicht. Vielleicht könnte man dann zukünftig darüber berichten, weshalb Wurstwasser, GEZ oder FDP an solchen Taten nicht “schuld” sind – oder es einfach lassen?

IGN
Abendzeitung

2 Gedanken zu “IGN fragt Abendzeitung nach dem “Warum”

  1. Hab gerade einige weitere Artikel über den Mordfall von der Abendzeitung gelesen, bei einer Stand als Überschrift, der Täter war ein Ausnahmefall, welcher Mord und welcher Mörder sind bzw. waren nie Ausnahmefälle.

  2. Tja, eine absolut berechtigte Frage mit einer absehbaren Antwort der Redaktion. :/ Schon sehr fragwürdig, das offenbar alles behauptet werden kann, ohne das die Quellen genannt werden müssen.

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