Bewährung wegen Einfluss von “World of Warcraft”?

(mjv.rlp.de/rhein-zeitung) Vom Landgericht Mainz wurde ein 21-Jähriger wegen versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Der Verteidiger sah hierbei die Rolle des Videospiels “World of Warcraft” nicht ausreichend berücksichtigt und hofft auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als 2 Jahren, die dann auf Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der BGH hat der Verteidigung nun offenbar Gelegenheit geboten diesen Umstand darzulegen: Nach einer Pressemitteilung des Landgerichts Mainz wird die Verhandlung bis zur Einholung eines dahingehenden Gutachtens ausgesetzt: “Der BGH möchte die konsolidierten Lebensumstände des Angeklagten seit der Tat bei der Bemessung der Strafe berücksichtigt wissen“.

Zur Pressemitteilung
Rhein-Zeitung

8 Gedanken zu “Bewährung wegen Einfluss von “World of Warcraft”?

  1. WOW als Bewährungsgrund? Naja, also dann sollte man doch Counter-Strike glatt als Freispruchgrund durchgehen lassen.

    Ich denke es wurden einfach etwas zu wenig die Lebensumstände gewürdigt im Verfahren und dann kann das durchaus geprüft werden. Dass sich die Medien direkt auf WOW stürzen, das liegt einfach an den hochgelobten Medien dieses Landes, denen ich wünsche, dass sie mit oder ohne Leistungsschutzrecht direkt einfach pleite gehen.

  2. Das ist eine uralte Strategie, so läuft es ja auch immer, wenn jemand unter Alkoholeinfluss Mist baut. Der konnte gar nichts dafür, es war der Alkohol…..
    Jetzt wird versucht, auf ähnliche Art und Weise die Schuld auf ein Computerspiel zu lenken.
    Ich hoffe mal, dass das Gericht diesem Schwachfug nicht folgt.

  3. Na klar, er war nicht zurechnungsfähig er hat seine Eltern für Onyxia und Arthas gehalten und musste sie umklopfen?! Super, wir setzen alle Straftäter auf freien Fuß die jemals einen Controller oder eine Maus in der Hand gehabt haben. Das ist das Fundament das eine gesunde Republik braucht! Wer die Ironie findet darf sie behalten.

  4. Wenn er Realität und Fiktion nicht auseinanderhalten kann sollte er dann aber in Sicherheitsverwahrung kommen würde ich dem Rechtsverdreher entgegnen…

    Schwachsinn hoch 10

  5. Komplementär dazu auch dieser Artikel, vom selben Tag – 8. April: http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-World-of-Warcraft-Virtuelles-Gemetzel-fuer-Millionen-_arid,579705.html
    In diesem mit “Gemetzel” betitelten Text fehlt am Ende nicht nur ein “auf” vor dem Punkt, sondern kommt das Wort “Krieg” insgesamt 3x vor. Fast so als wäre “World of Warcraft” der Pinnacle des Kriegsspiels, gäbe es nichts anderes das dieser Bezeichnung (weit) eher gerecht werden würde: mag sein, dass es in Azeroth während der Spiele immer Krieg gegeben hat, aber das spiegelt nur eine Situation wider wie sie in Europa und Amerika, also dort wo “World of Warcraft” vornehmlich rezipiert wird, sie zumindest auch einmal gab. Eine Zeit in der Friedensjahre mit der Lupe zu suchen waren. Wo fast immer irgendwo ein Krieg stattfand – gegen wen und wozu auch immer. Und von dem solche Zeitungen heute nichts mehr wissen wollen, in Spielen (oder Unterhaltung?) scheinbar von überhaupt nichts Negativem.
    Dabei habe ich in den vielen Stunden, welche ich in Azeroth bislang zugebracht habe, vom Krieg jedenfalls herzlich wenig mitbekommen. Ja, Militärpräsenz ist vorhanden, aber der Krieg war irgendwo weit weg – den musste ich nicht einmal sehen wenn ich eines der Ferntransportmittel benutzt habe. Demnach habe ich “World of Warcraft” bislang nur “falsch” gespielt, denn “richtig” oder zumindest “richtiger” hätte ich mich an diesem Krieg beteiligt – so wie es bei der Zeitung geschildert wird. Das “Spiel”.
    Macht das dann auch jeden historischen Roman der in so einer Phase spielt automatisch zu einem “Kriegsroman”? Wohl kaum: die Ablehnung, ja regelrechte Abscheu, welche derlei Videospiele bei solchen Regionalzeitungen in Deutschland hervorzurufen scheinen vibriert bei mir förmlich, wenn ich deren Texte auf meinen Bildschirm habe…

  6. @Pyri: Ich habe WoW von 2005-2009 gespielt. Ein sich androhender, zuspitzender Konflikt zwischen Allianz und Horde wurde mit jedem Addon versprochen, aber wirklich dazu gekommen ist es (bis 2009) nicht. Bis auf einzelne Scharmützel in instanzierten Schlachtfeldern war davon wenig zu spüren. Lustig fand ich auch immer, dass man in der “Welt der Kriegskunst” (auf PvE-Servern) nicht mal vom Gegner angegriffen werden konnte, ohne Zustimmung (also eher eine sehr konsensuale, fast pazifistische Welt). PvP-Server gab es anfangs leider nicht in Kombination mit RP-Servern.

    @topic: WoW als Messerstech-Simulator? Dabei würde sich doch FarCry 3 dafür viel besser eignen…

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