Gamereactor befragt Politiker

(Gamereactor) Nicht nur der VDVC, auch Gamereactor hat im Vorfeld der Wahl Politiker zu ihrer (persönlichen) Einstellung gegenüber Videospielen befragt. Auch Gewaltdarstellungen waren ein Thema, bei dem es jedoch leider zu Unklarheiten kommt, wenn weder Interviewende noch Interviewte den Umstand berücksichtigten, dass es bereits ein Verbot gibt. Es ist dann nicht immer erkennbar, ob sich die Aussagen nur auf ein weiteres oder auch auf das bestehende Verbot beziehen.

Union

Während man bei der Union bei der Fragestellung bleibt und tatsächlich nur die persönliche Einstellung zu Gewaltdarstellungen angibt (“Ob und wann ein Spiel verboten wird, ist nochmal eine andere Frage.”), sind andere Stellungnahmen weitergehend.

SPD

Bei der SPD schafft man es dabei sogar, das bestehende Verbot für Erwachsene auszublenden. Beschränkungen bestehen scheinbar allein im Sinne des Jugendschutzes:

    “Wie alle anderen Medien thematisieren auch Computerspiele das Thema Gewalt. Aus diesem Grund haben wir einen wirksamen und gut funktionierenden Jugendmedienschutz in Deutschland.”

FDP

Die FDP führt dagegen selbstbewusst eine Reihe von Gründen gegen ein Verbot an, wobei diese – wohl unbeabsichtigt – auch bei dem bestehenden zutreffen:

    “Die FDP lehnt dies ab, da ein Verbot inhaltlich sinnlos und auch praktisch wirkungslos ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen nicht zu Amokläufern werden, weil sie Egoshooter spielen. […] Ein nationales Verbot würde dadurch leicht umgangen werden, dass die Spiele auch alle im Ausland erhältlich sind.”

Grünen

Auch die Grünen sind lustig: Während man beim VDVC angab, dass man für das bestehende Verbot sei – es sei bloß “eine Gesetzesverschärfung für das Verbot […] nicht notwendig” – gibt man sich bei Gamereactor bezüglich erwachsenen Gamern liberal:

    “Computerspiele sind ein Kulturgut wie Filme und Bücher, in denen auch Gewalt vorkommen kann. Ob man diese spielen, sehen, lesen möchte, muss letztlich jeder Erwachsene selbst entscheiden.”

Piraten Die Linke

Selbst bei den Piraten der Linken muss man staunen: Auch wenn man gegen Verbote ist, wurde scheinbar der Umstand vergessen, dass es bereits ein Verbot gibt. Oder reicht dieses für die Freibeuter nicht aus, um einen aktuellen Bezug herzustellen?

    “Zum Kulturkampf taugt das Thema nicht. Auch deshalb haben wir einen prohibitiven Umgang mit gewalthaltigen Spielen immer schon abgelehnt. Die Debatte um ein Verbot ist zum Glück und im Unterschied noch zu vor einigen Jahren inzwischen sehr randständig geworden.”

Die Linke Die Piraten

Auch wenn die Linke die Piraten im Grundsatzprogramm Verbote ablehnt ablehnen, geht sie gehen sie – wie auch die Union – nicht auf ein Verbot ein und es wird die persönliche Ansicht mitgeteilt:

    “Die Frage ist ein wenig tendenziös, denn sie unterstellt, dass Gewaltanteile in Computer- oder Videospielen prinzipiell schädlich sind. Das sind sie nicht. […] Ich persönlich würde mir von der Spieleindustrie wünschen, auch in gewaltfreie Entwicklungen zu investieren.”
    Zu den ungekürzten Antworten

5 Gedanken zu “Gamereactor befragt Politiker

  1. “Ich persönlich würde mir von der Spieleindustrie wünschen, auch in gewaltfreie Entwicklungen zu investieren.” Gähn – so ähnlich hört man es doch seit Jahren von den Grünen, teils auch von Unions-Politikern…

  2. Die meisten Spiele sind doch bereits Gewaltfrei, nur sehr wenige Spiele zielen auf Erwachsene Käufer ab und von diesen Spielen sind nach wie vor die meisten zensiert oder erscheinen hier gar nicht erst. Die sollten sich erst einmal genauer informieren.

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