Nintendo-Briefkasten eingestellt

Nintendo pflegt seinen Ruf als kinderfreundlicher Anbieter. Schon zu N64-Zeiten galt die Konkurrenz (allen voran die Playstation) als erwachsener, doch meist ist es ein Fehler, Kinderfreundlichkeit als Nachteil für Erwachsene zu verstehen: Wo Mario und Pokémon zu hause sind, kann es ja trotzdem Metroid Prime, ZombiU und andere (z.B. düstere) Titel für Erwachsene geben. Dass es tatsächlich mal Konflikte geben kann, beweist der Nintendo-Briefkasten:

Nintendo hat davon erfahren, dass einige Kunden, darunter auch Minderjährige, Freundescodes über Internet-Foren ausgetauscht und daraufhin „Nintendo-Briefkasten“ dazu genutzt haben, anstößiges Material auszutauschen. Nintendo hat verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie dies zu verhindern ist, und sich dazu entschieden, diesen Service einzustellen, da er den direkten Austausch von Fotos ermöglicht und bewusst missbräuchlich verwendet wurde.

Man stelle sich nun vor, Google würde seinen E-Mail-Dienst einstellen, weil Minderjährige damit „anstößiges Material“ austauschen können – undenkbar. Nintendo aber ist der Ruf als kinderfreundlicher Anbieter wichtiger, als die erbrachte Leistung. Fast schon ist zu befürchten, dass Nintendo auch den Webbrowser einstellt, sobald öffentlich thematisiert wird, dass man damit Porno-Seiten anzeigen kann. Nintendos Strategie, Problemen aus dem Weg zu gehen, mag zwar populär sein, der pädagogische Nutzen ist aber zweifelhaft: Auch vor einer Nintendo-Konsole sollten Eltern ihre Kinder nicht einfach abladen – egal wie kinderfreundlich sie wirkt.

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