For Uncut! veröffentlicht Umfrageergebnisse

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In dieser Woche wurden die Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht, die „for UNCUT!“ Ende 2013 durchgeführt hat. Ziel der Umfrage war es, das derzeitige Spiel- und Kaufverhalten der Mitglieder der Gruppe herauszufinden und ein Meinungsbild zum Thema „Altersverifikationssysteme (AVS) für Erwachseneninhalte“ zu erstellen. Die Studie beeindruckt mit einer Zahl von über 1800 Teilnehmern und stellt die Ergebnisse solide und umfangreich auf.

Überblick über die Ergebnisse

Da die Umfrage in einer Gruppe durchgeführt wurde, deren Mitglieder sich gegen Bevormundung erwachsener Spieler durch Jugendschutz einsetzt, überrascht wenig, dass über 90% der Teilnehmer aus Deutschland kommen. Nichtsdestotrotz geben nicht einmal einer von fünf Spielern an, eine deutsche Lokalisation zu bevorzugen. Die durchschnittliche Spielzeit beträgt 18 Stunden pro Woche.

Eine von der Gruppe angedachte Lösung für das Problem, dass nachträglich oder vorsorglich Eingriffe für den freien Verkauf auf dem deutschen Markt vorgenommen werden, ist die Verwendung von Altersverifikationssystemen.

Elektronischer Personalausweis – Verbreitung

Elektronischer Personalausweis – Verbreitung

Hierbei zeigt sich jedoch, dass der grundsätzlich in Frage kommende elektronische Personalausweis bisher wenig attraktiv scheint. Der Anteil an Personen, die einen solchen besitzen, zeigt deutlich, dass ein neuer Personalausweis wegen der neuen Funktionen nicht oder nur kaum angeschafft wird. Im Gegenteil, liegt der Maximalwert der Verbreitung in der mutmaßlich technikaffinen Gruppe bei maximal einem Drittel eines Jahrgangs. Das deutet vielmehr darauf hin, dass sich viele Mitglieder noch einen alten Ausweis aus Pappe geholt haben, ehe dieser abgeschafft wurde.

Über drei Viertel der Umfrageteilnehmer haben bereits auf den Kauf von Spielen verzichtet, weil sie nur eine geschnittene Version erhalten hätten. Der Durchschnittliche Umfrageteilnehmer kauft laut Auswertung sogar vier bis fünf Spiele im Jahr nicht oder im Ausland und rechnet vor, dass der Deutsche Fiskus über 800 000 Euro an Umsatzsteuer eingenommen hätte, wenn diese Spielkäufe doch in Deutschland getätigt worden wären. Rechnet man die Zahlen aus der Umfrage auf den Gesamtmarkt an Actionspielen in Deutschland hoch, kommt man auf 30,5 Mio Euro Steuerausfälle im Jahr, wobei „for UNCUT!“ hierbei zur Sicherheit unterstellt hat, dass die Teilnehmer der Umfrage sehr deutlich (30%) stärker auf Importkäufe setzen. (Der Anteil an Importkäufern in der Umfrage liegt bei über 70%.)
Dass Import nicht immer eine Lösung ist, zeigt eine andere Zahl: Knapp ein Viertel der Teilnehmenden gab an, bereits Schwierigkeiten damit gehabt zu haben, im Ausland erworbene Spiele in Deutschland aktivieren zu können. Grund hierfür ist, dass viele Publisher z.B. aufgrund bestehender Rechtsunsicherheit die Aktivierung aus Deutschland sperren (Beispeile zum „Region-Lock“ bei Stigma Videospiele).

Für die Publisher dürfte interessant sein, dass Nutzer sogar bereit wären, Kosten zu tragen, wenn Erwachsener dann (leichter) an Jugendgefährdende Inhalte gelangen würden. Eine einmalige Prüfgebühr von bis zu 10€ fand bei den deutschen Teilnehmern eine Zustimmung von 76,4%, während die Spieler aus dem Ausland tendenziell eine Abgabe pro Spiel (ca. 1€) bevorzugen.

Die Studie ist unter http://foruncut.com/surveyresults/ erhältlich und darf gemäß Creative-Commons-Lizenz (CC-by-nc-nd) verwendet werden.

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