20 Gedanken zu “Programmhinweis (Update)

  1. Es soll ja böse Rundfunksender geben, die Menschen dazu zwingen für ein lebenslanges überteuertes Abonent zu bezahlen.

  2. Oh, ein öffentlich rechtlicher Rundfunksender der CDU nahe ist bringt wiedereinmal Hetze gegen Computerspiele und deren Industrie, was für eine “Überraschung”. Der Umstand das man sich noch die Breitlauch als Kapo dazugeladen hat ist irrelevant.

    @Diavid, Zwangsstörung (OCD) ist ein bekannte und dokumentierte Krankheit, hier wird wiedermal Wissenschaft ignoriert um den parawissenschaftlichen Begriff “Computerspielesucht” zu etablieren, es wird einfach dazu benutzt Vorurteile zu schüren und alle Videospieler und -innen als Süchtige darzustellen. Ist aber auch nichts Neues im ZDF.

  3. Die entscheidende Frage ist doch, würden diese Menschen ohne den Computer/Computerspiele nicht einfach eine Ersatzsucht haben?
    Ich würde mal eher fragen, was im Leben und Umfeld der Leute so schlimm ist, das man sich komplett in die Spielewelt hineinflüchtet.

    Ein paar Ansatzpunkte nennt der Beitrag ja selbst, auch wenn das teilweise nur zwischen den Zeilen geschieht.

    Depression: etwa die hälfte der Patienten leidet darunter, jetzt fragt sich nur was zuerst da war, die Sucht oder die Depression.Ich tippe da auf letzteres.

    Leistungsdruck: Im Video wird ja gesagt, “die Leistungsträger von Morgen”.
    Das der stetig steigende Leistungsdruck, gepaart mit Zukunftsängsten und einer Gesellschaft in der sich jeder selbst der Nächste ist, bei manch einem auch zu psychischen Problemen führt, kann man durchaus nachvollziehen.

    Aber es ist ja einfacher die Spiele verantwortlich zu machen, als die gesellschaftlichen Misstände anzuprangern.

    Da hat der einzelne dann eben versagt, weil er süchtig nach Computerspielen ist und nicht weil er mit dem Druck der Leistungsgesellschaft nicht klar kommt.

    Was den Verlußt des Tagesrythmus angeht, den hab ich auch als Schichtarbeiter im 12h rollende Woche Schichtsystem.
    Und wie es ist ständig von Familie und Freunden getrennt zu sein, nur wegen nem Job der dann noch nichtmal dementsprechend gut bezahlt wird, fragt auch niemand.

  4. Dass die Gegenseite der “Spielebefürworter” auf derlei Kriminalisierung und Pathologisierung scheinbar keine Antwort hat, diesem ständigen Pochen auf “Leistung” offensichtlich nichts entgegen zu halten vermag außer einer ihrerseitigen Vorstellung von Nützlichkeit und Intelligenz”wirkung”, stimmt mich sehr sehr traurig. Die Frage ist nicht ob Videospiele “krank” oder “intelligenter” machen, sondern was in dieser Gesellschaft überhaupt als “Krankheit” oder “Intelligenz” gilt.
    Über ihre Verbandelungen in den Fachhochschulen scheint die betroffene Branche einerseits unfähig zur Selbstkritik zu sein, etwa wie Monetarisierung und teilweise an Glücksspiel anknüpfendes anderes Design Zwangsstörungen verstärken oder gar erst hervorbringen. Auf der anderen Seite dominiert dafür jedoch moralische Gewalt jedweder Form – in Richtung einer normierten, “funktionierenden” Ordnung, welche Videospiele überhaupt nicht als vielfältigen Ausdruck wahrnimmt, sondern wenn dann selbst bloß für ihre eigenen ideologischen Zwecke in Hinblick auf vermeintlich “Gutes”, “Schönes” oder “Anständiges” missbrauchen will.

  5. Mich stört es halt, dass man sich bei der Berichterstattung immer auf das negative konzentrieren muss. Und das Thema Sucht muss ganz klar angesprochen werden, wenn dies tatsächlich so ein großes Problem ist. Aber es scheint ja nur eine Minderheit zu sein und es wird den Menschen immer suggeriert, dass Videospiele grundsätzlich süchtig machen würden. Man kann ja überhaupt nicht mehr sagen, dass man sich für Videospiele interressiert, ohne gleich als süchtig oder suchtgefährdet angesehen wird.
    Mich persönlich nerven auch so manche Geschäftsmodelle, die auf Abzocke ausgerichtet sind , diese muss man kritisieren, aber deswegen sind nicht alle Spiele schlecht.
    Die Industrie ist extrem vielseitig, sodass man sehr ausgewogen darüber berichten könnte. Es wird ja irgendwie nur über MMORPG und FPS berichtet. Andere Genres scheinen irgendwie nicht berücksichtigt zu werden. Nicht das diese Genres schlecht sind, aber gerade bei diesen findet man mehr Material für eine negative Berichterstattung.

    Ich

  6. Computerspielesucht… jaja… Früher waren es die Bücher die einen verdummen würden, von denen man abhängig würde usw. Aber die meisten Menschen lernen nicht aus der Vergangenheit. Einfach aus Prinzip.

  7. Hat sich de letzten Jahre nichts getan? Immer wieder das gleiche. Op und Video von Diavid: “Versagensängste und Depressionen => Computerspiele sind Schuld” man kann ja auch nicht die Gesellschaft die Schuld geben oder? Wieso haben viele Versagensängste weil die Gesellscahft einfach “kälter” wird hire und fire mehr Leistungsdruck usw. wenn man diese Gründe für die Probleme ansprechen würde müsste man auch Lösen versuchen… für viele ist es mal wieder einfacher Videospiele die schuld zu geben…

  8. “Ich möchte nicht an “Todesschreie aus dem Kinderzimmer: So gefährlich sind Computerspiele für unsere Kinder” teilnehmen. Danke!

    Bild zeigt die Einladung (oben) und meine Antwort (unten). Anbei als Text, falls Bild schlecht lesbar.

    EINLADUNG:
    Sehr geehrter Herr Gürnth,

    mein Name ist xxxx und ich arbeite für xxxx an dem Talk-Format xxx. Derzeit sind wir auf der Suche nach geeigneten Gästen für eine Sendung über Computerspiele. Die Ausgabe läuft unter dem Titel “Todesschreie aus dem Kinderzimmer: So gefährlich sind Computerspiele für unsere Kinder”. Auf Sie als passenden Gast kamen wir innerhalb unserer Redaktionskonferenz. Wir suchen Leute mit Kameraerfahrung, die bereits seit Jahren aktiv als Redakteur im Computerspiel-Sektor arbeiten.

    Ebenfalls angefragt sind Psychologen, Sozialarbeiter sowie Politiker. Sie stellen also voraussichtlich die Gegenseite der Gesprächsrunde, wenn wir von klassischer Pro- und Contra-Argumentation ausgehen. Die Aufnahme wäre am xxxx. Ich würde mich über Interesse und eine positive Antwort Ihrerseits freuen. Details würden wir dann besprechen.

    MEINE ANTWORT:
    Sehr geehrte Frau xxxxx,

    vielen Dank für ihre freundliche Mail. Leider muss ich Ihnen sagen, dass ich kein Interesse habe eine “Gegenseite der Gesprächsrunde” zu sein, wenn durch den reißerischen Titel “Todesschreie aus dem Kinderzimmer: So gefährlich sind Computerspiele für unsere Kinder” die Ausrichtung der Sendung bereits im Vorfeld festgelegt ist. Mit einem “Wie gefährlich sind Computerspiele für unsere Kinder?” hätte ich leben können – dann hätten Sie zwar kein Feingefühl, würden aber zumindest eine Grundlage für eine Diskussion schaffen.

    Bei dem Titel der Sendung ist davon auszugehen, dass eine neutrale Diskussion über das Thema Computerspiele oder soziale Kontakte durch Mehrspieler-Titel nicht möglich sein wird. Sollten Sie eine Sendung planen, die versucht wirklich(!) auf Hintergründe einzugehen, dann stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung. Dann reden wir gerne über Computerspiele, ihre Bedeutung für Jugendliche (auch in sozial schwachen Familien) oder positive Aspekte und Auswirkungen von Videospielen auf Heranwachsende.

    Um als “Gegenseite” zu versuchen gegen zwei, drei oder vier Leute zu argumentieren und mir aus jeder Kleinigkeit einen Strick drehen zu lassen, ist mir das Thema und die damit verbundene Szene zu wichtig. Videospiele sind schon lange nicht mehr nur Gewalt und Krieg, Videospiele und deren Konsumenten sind bereits im 21. Jahrhundert angekommen. Sie sind selbstkritisch, selbstreflektierend und stellenweise sehr erwachsen im Umgang mit schwierigen Themen – anders als viele Talk-Runden über das Thema.

    Lieber Gruß,
    Christian Gürnth

    PS: Ich freue mich, dass mein Rundfunkbeitrag scheinbar sehr gut angelegt ist.”

    Quelle:
    https://www.facebook.com/onlinegott/photos/a.109139829278223.1073741826.108625755996297/244732745718930/?type=1&theater

  9. “Todesschreie aus dem Kinderzimmer” – man möchte meinen dass das Satire wäre… Und dabei behauptet gerade die Branchenvertretung, dass Videospiele in der Mitte einer Gesellschaft angekommen wären, längst akzeptiert usw. Nein: der Gruntenor ist doch, dass Computerspiele in solchen Sendungen immer als “Leistungskiller” angeprangert werden. Gerade die “Killerspiele” mit ihren “Todesschreien”: und wenn sich da dann angeblich über “Versagensängste und Depressionen” unterhalten gewollt wird, können diese Vorwürfe praktisch gar nicht mehr auf eben diesen Leistungsdruck zurückgeführt werden, welchen jene Sendungsprogramme, nicht Computerspiele, erst (mit) erzeugt haben.

  10. Die Leistungsgesellschaft widert mich auch nur noch an.

    Bei mir läuft es im Moment genauso: 2 hrs zur Arbeit pendeln, 10 hrs arbeiten, unterwegs was essen, abends um 20 Uhr ins Bett fallen, um am nächsten Morgen um 6 wieder auf den Beinen zu sein.

    Jeder Tag ein einziger Fluch, ich zerreibe mich in einer undankbaren Sandwich-Position, komme als erste, gehe als letzte (weil mir kann man das zumuten, ich habe ja keine Familie, die mich zu Hause erwartet), zu Kräften komme ich höchstens an den Wochenenden, an denen ich öfters 2 Tage am Stück durchschlafe. Bin dauererschöpft, so richtig regenerieren tue ich schon lange nicht mehr. Und das traurigste an allem: all diesen Scheiß ohne mitmenschlichen Rückhalt durchstehen zu müssen.

    Wenn die Kollegin erzählt, dass ihr Mann ihr zum Geburtstag nur Parfüm geschenkt hat, muss ich die Tränen unterdrücken. Oder der Kollege meint, er müsse schon um 16 Uhr heim, weil seine Frau spontan zwei Konzertkarten ergattert habe.

    Ich erzähle schon gar nichts mehr, weil unsere Erfahrungs- und Lebenshorizonte so dermaßen unterschiedlich sind, dass es wie eine fremde Sprache klingen würde. Könnte eine Frau, die seit ihrem 16. immer in Beziehung war, überhaupt verstehen, warum ich die Parfüm-Geschenkproblematik als äußert banal empfinde?

  11. Anstatt, was eigentlich öffentlich-rechtlicher Auftrag wäre, einer Vielfalt an Lebensweisen und Lebensentwürfen Rechnung zu tragen, werden halt immer nur diese überaus einseitigen Normen vorgestellt, wobei anderes Leben so erfahrungsgemäß bisweilen auch schon zu einer anderen “Lebensform” wird. Und die eigenen Kinder werden da etwa wie eine Monstranz vor sich hergetragen.
    Für andere Fremde, welche das angeblich “anthropologische Defizit” im anderen zum Ausdruck bringen sollen. Ein zumindest schlechtes Gewissen. Sie dienen so als primärer Ausschlusscharakter, eigentliche Instanz für Diskriminierung und gewissermaßen bereits auch Form struktureller Gewalt, wobei ich schon länger der Meinung bin, dass gerade Kinderlose, Menschen die nicht in traditionellen sozialen Bindungen und Beziehungen leben (wollen), sich politisch konstituieren sollten um sich gesellschaftlich diesbezüglich Gehör zu schaffen – jenseits von Pathologisierungen und Co.

  12. Todesschreie aus der Gesellschaft – So gefährlich ist Leistungsdruck und Ausbeutung für unsere Gesellschaft, wäre ein deutlich besseres Thema gewesen.

  13. @Tina
    Geht mir ähnlich, ich habe diesen Monat gerade einmal eine nTag frei gehabt, wir haben aber mittlerweile den 19.05., der nächste freie Tag ist am 26.05. nach der Nachtschicht. Ich arbeite zwar nicht mehr so viel wie noch vor wenigen Jahren aber es sind immer noch mindetsns 260 Stunden im Monat und das für weniger wie 9€ Bruttostundenlohn, vor zwei Jahren waren es nicht mal 8€.

    PS: Ich bitte den Dreifachpost zu entschuldigen.

  14. So übel die einzelnen Beispiele sind, aber es wäre vielleicht mal Wert Leistungsdruck historisch anzuschauen. Könnt sich lohnen :-)

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