Let’s-Play-Werbeeinnahmen teilweise an Nintendo

(heise) Publisher haben erkannt, dass mit Let’s Plays Geld verdient werden kann – und möchten an diesen verdienen. Hierbei stellen sich die Unternehmen unterschiedlich geschickt an: So schaltete Ubisoft 2011 schlicht Werbung vor Youtube-Videos mit eigenem Content, so dass die Einnahmen allein an den Publisher flossen. Nintendo zeigt sich jetzt generöser: Mit dem Nintendo Creators-Programm sollen die Ersteller von Let’s Plays einen Teil der Werbeeinnahmen ihrer Videos zurückbekommen. Dankbar zeigt sich deswegen aber nicht jeder: Felix Kjellberg kritisiert allgemein, dass Let’s Player geschröpft werden, da die Videos kostenlose Werbung seien, die zum wirtschaftlichen Erfolg der Spiele erheblich beitragen würden. Hier zeigen sich Parallelen zum Leistungsschutzrecht der Verleger, die Newsaggregatoren dafür zu Kasse bitten, dass diese die Reichweite des eigenen Angebots steigern. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass die Unternehmen in beiden Fällen im Recht sind. Während für die Verleger der § 87f UrhG noch geschaffen werden musste, besagte der § 15 UrhG schon bisher, dass der Urheber “das ausschließliche Recht [hat], sein Werk […] öffentlich wiederzugeben”. Welcher Rechte Käufer von Videospielen (nicht) haben, erläutert der VDVC auf spiel-gekauft.de – ob diese Regelungen zeitgemäß sind, ist eine andere Frage.

An dieser Stelle sei noch der Hinweis gestattet, dass die EU gerade das Urheberrecht reformieren will. An der öffentlichen Befragung im letzten Jahr haben sich die großen Publisher allerdings nicht (oder nur anonym) beteiligt, sodass wir unsere Antworten leider nicht mit denen der Publisher vergleichen konnten.

2 Gedanken zu “Let’s-Play-Werbeeinnahmen teilweise an Nintendo

  1. Ich hab das jetzt mehrmals durchgelesen, um sicher zu gehen, dass ich es richtig verstanden habe. Ich hoffe, ich hab es richtig verstanden – was da geschrieben wurde, wohlgemerkt. Denn in der Praxis gibt es Publisher die, genau wie den Spieleredaktionen, den LPern Vorabversionen und Hintergrundmaterial zur Verfügung stellen, da sie die Videos als Werbung begreifen, die im Sinne des Unternehmens wirkt. Im Artikel werden nun zwei geldgierige (stadtbekannte) Profitgeier nebeneinander gestellt, der eine generös, der andere generöser…
    Aus diesem Grund habe ich mich nach der PS3 und der XBOX360 von den Spielen verabschiedet. Wenn ich nicht mehr Herr des Spiels sein kann, will ich dafür auch kein Geld mehr ausgeben.

  2. Die Wertung in dem Artikel ist relativ zur Rechtslage zu sehen. Diese ist – wie erwähnt – nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Mit Blick auf große LPer, die viel Geld mit den Videos umsetzen, lässt sich sicherlich streiten, ob der Werbeeffekt nicht genug ist. Mit Blick auf kleine LPer, die nicht unbedingt Rezensionsexemplare und Werbeverträge von den Publishern bekommen, schafft Nintendo Rechtssicherheit im Tausch gegen Werbepflicht. Ehrlich gesagt, stört mich letzteres mehr, da es nicht-kommerzielle Nutzung faktisch ausschließt.

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