Update (2016)

  • USK und Computerspielemuseum legen Sammlungen zusammen – langfristig ist geplant, diese „zur öffentlichen Nutzung frei[zu]geben“ (17.11.2016 – usk.de).
  • Dave Grossman („On Killing“) veröffentlicht „Assassination Generation: Video Games, Aggression, and the Psychology of Killing“ (15.11.2016 – amazon.com).
  • Psychologe Hans-Jürgen Rumpf meint, dass es „bei unter Dreijährigen […] gar keine Freigabe geben [sollte]“ (08.11.2016 – derwesten.de, via golem.de.).
  • Die kjm hat die usk auch für den Rundfunk als Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle anerkannt (03.11.2016 – usk.de.).

– November –

  • Die BPjM hat die zensierte dt. Version des 2001 veröffentlichten „Red Faction“ vorzeitig vom Index gestrichen (30.10.2016 – schnittberichte.com.).
  • Die KJM hat neue Kriterien für die Eignungsanforderungen für Jugendschutzprogramme festgelegt (13.10.2016 – kjm.de.).
  • Die USK erklärt, warum der Titel „Battlefield 1“ bereits „ab 16“ freigegeben wurde (07.10.2016 – gamespilot.de).
  • Programmhinweis: ABXO S1 über den Jugendschutz anlässlich von „Gears of War 4“ (04.10.2016 – youtube.com).

– Oktober –

  • GameTalk-Podcast „Killerspiele & Jugendschutz“ – zu Gast: Marc, Patrik und Thomas (14.09.2016 – gametalk.fm).
  • Zusammenfassung zu Jugendschutz-Diskussionen und -Gesprächen auf der gamescom (03.09.2016 – vdvc.de).

– September –

  • Mike Dirnt von „Green Day“ zeigt sich besorgt über den Einfluss von Videospielen (24.08.2016 – nme.com).
  • Am Freitag #NotAGame gegen Bundeswehr auf der Gamescom mit Michael Schulze von Glaßer. Kritik auch von den Piraten und bei twitter (17.08.2016).
  • Arbeitskreis der CSU für Netzpolitik fördert E-Sport als Sportart anzuerkennen (17.08.2016 – csu.de).
  • In dem Format #kurzerklärt widmet sich tagesschau.de der Frage, ob „Killerspiele“ gefährlich sind (16.08.2016 – tagesschau.de).
  • Das „Institut für Medienverantwortung“ macht Artikel „mit den üblichen Reflexen der Verharmlosung sog. Killerspiele“ aus (12.08.2016 – medienverantwortung.de).
  • Die FAS berichtet von mindestens drei Personen, die bei Youtube Videos von in „Half-Life²“ nachgestellten Amokläufen veröffentlichen (31.07.2016 – faz.net).
  • >

  • Der Psychologe Christopher J. Ferguson betont, „There’s no evidence to connect violent video games to violence in society“ (02.08.2016 – usnews.com).

– August –

  • Die FAS berichtet von mindestens drei Personen, die bei Youtube Videos von in „Half-Life²“ nachgestellten Amokläufen veröffentlichen (31.07.2016 – faz.net).
  • Die BPjM hat „Gears of War“ von dem Index der jugendgefährdenden Medien gestrichen (29.07.2016 – sb.com).
  • Potentieller Amokläufer wurde nach Recherchen des reddit-Nutzers „baudusau420“ festgenommen – die Presse berichtet (25.07.2016 – baudusau.tv).
  • Christian Füller erneuert seine Forderung, die staatliche Förderung von Videospielen zu überdenken (25.07.2016 – cicero.de).
  • Das ZDF kündigt den drittel Teil von Christian Schiffers „Killerspiele“-Doku für den September an (27.07.2016 – pcgames.de).
  • Das ARD-Morgenmagazin berichtet über die „ESL One Cologne“ – das Turnier sei „ein faszinierendes Paralleluniversum“ (12.07.2016 – tagesschau.de).
  • Christian Füller wirft der Politik vor, mit der „Stiftung Digitale Spielekultur“ Lobbyarbeit zu betreiben, da sie „Risiken […] unter den Tisch fallen“ lasse (20.07.2016 – freitag.de).

– Juli –

  • OVG Münster: Die BPjM ist nicht verpflichtet, Kopien archivierter Medien an Bürger herauszugeben (30.06.2016 – bundespruefstelle.de).
  • Die Super-Nintendo-Fassung von „Killer Instinct“ (1995) wurde vorzeitig vom Index gestrichten (29.06.2016 – schnittberichte.com).
  • Geiselnehmer von Viernheim habe nach Sicherheitskreisen eine „Vorliebe für Ballerspiele“ gehabt (25.06.2016 – rnz.de).
  • Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) gründet eSports-Vereinigung „eSports.BIU“ (24.06.2016 – biu-online.de, via spielkultur.ea.de.).
  • „Carmageddon: Max Damage“ wurde USK-Kennzeichnung verweigert – es droht nun eine Indizierung (16.06.2016 – facebook.com, via steamcommunity.com).
  • Wirklichkeit erreicht Realitätsgrad von Videospielen: „Die Waffe liegt ruhig im Arm. Ein Dreh nach links, einer nach rechts. Wie im Ego-Shooter.“ (16.06.2016 – spiegel.de).
  • „for UNCUT!“ über Steam-Purge: „It does not only look helpless, it is also unprofessional.“ (14.06.2016 – steamcommunity.com).
  • Schwerpunkt des „Drogen- und Suchtberichts“ ist u. a. Computerspielabhängigkeit. Auch von Tilo Jung bei der BPK (09.06.2016 – drogenbeauftragte.de/youtube.com).
  • Rechtsanwalt Sebastian Schwiddessen klärt bei der GameStar auf, welche Probleme verfassungswidrige Kennzeichen mit sich bringen (07.06.2016 – gamestar.de).
  • Relaunch des Internetauftritts von JusProg (06.06.2016 – jugendschutzprogramm.de, via spielkultur.ea.de).
  • Dom Schott schreibt über emotionale Videospiele und warum sich die AAA-Industrie damit schwer tut (05.06.2016 – standard.at).
  • Bei LaserTag-Spielern unter 16 bestehe eine „hinreichende Wahrscheinlichkeit […], dass die Persönlichkeitsentwicklung […] Schaden nehmen kann“ (01.06.2016 – kfn.de).

– Juni –

  • Shane Fenton, der seit 2009 die „Killerspieldebatte“ in Deutschland beobachtet hat, zieht ein Fazit (31.05.2016 – gamingsince198x.fr).
  • Die BPjM hat das Videospiel „Hatred“ am 20.04.2016 nach Antrag der kjm auf den Listenteil B D gesetzt (31.05.2016 – sb.com).
  • Extra Credits fragt, ob Spieler ein Recht darauf haben ein Spiel in dem Zustand zu nutzen, in dem es ursprünglich erschien (25.05.2016 – youtube.com).
  • Extra Credits beklagt den Zustand der Forschung um Videospiele: Es fehle an praktischen Arbeiten, einschlägigen Magazinen und Auszeichnungen (18.05.2016 – youtube.com).
  • Manfred Spitzer in hartaberfair: „Die Folgen der Digitalära sind weit schlimmer für die Menschheit, als es Nikotin je war“ (23.05.2016 – wdr.de).
  • Manuela Schwesig: BPjM „umbauen zu einer Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz“ (22.05.2016 – welt.de, via computerbase.de).
  • Paradox schwärzt in „Hearts of Iron IV“ Portraits von Nazigrößen – „uncut“-Geschenkcodes sind gesperrt (20.05.2016 – paradoxplaza.com, via golem.de).
  • Dr. Ludwig Geiger über Killerspiele: „Nach allem, was die Hirnforschung weiß, gehören die verboten“ (19.05.2016 – ovb-online.de).
  • Dorothee Bär übernimmt die Schirmherrschaft für Gaming-Aid e.V. (18.05.2016 – gaming-aid.de, via spielkultur.ea.de).
  • Zeit-Fragen kritisiert die Stiftung Digitale Spielekultur, in der eine „enge Verflechtung von ­Politik und Spieleindustrie gegeben“ sei (10.05.2016 – zeit-fragen.ch).
  • Christian Schiffer erklärt bei „GameStar TV“, wie die ZDFinfo-Doku „Killerspiele“ zu stande gekommen ist (18.05.2016 – gamestar.de, via spielkultur.ea.de).
  • Michael Förtsch nimmt den Release von Doom zum Anlass, die Evolution des „Ego-Shooters“ nachzuzeichnen (18.05.2016 – gamona.de).
  • Berliner Piratenfraktion setzt sich für die Anerkennung von eSport „als gemeinnützige Sportart“ ein (11.05.2016 – golem.de, via 3dcenter.org).
  • Franziska Storz befragt bei Bayern 2 Christian Schiffer zur „Killerspieldebatte“ (13.05.2016 – br.de).
  • Martina Hannak-Meinke löste zum 1. April Elke Monssen-Engberding als Vorsitzende der BPjM ab (31.03.2016 – bpjm.de).
  • Am 14./15. Mai überträgt sky die Virtuelle Bundesliga – ProSieben MAXX zeigt im Juni über 10 Wochen „Counter-Strike: GO“ (06.05.2016 – presseportal.de/sky.de).
  • Gerald Wurm (Schnittberichte.com) im Gespräch mit den drei Vogonen (08.04.2016 – die-drei-vogonen.de).
  • KFN-Mitarbeiter kommen zum Ergebnis, dass zwischen kriminellen Verhalten und einer bloßen suchtartige Mediennutzung kein Zusammenhang besteht (NK, 2016 S. 32 – 47.).
  • Deef Pirmasens und Christian Schiffer hielten einen staatstragenden Vortrag „Zur Lage der Gameskultur 2016“ (03.05.2016 – re-publica.de/tagesspiegel.de).
  • „What’s in a Game?“- Eine Einführung ins Computerspielen für interessierte Nichtspieler (02.05.2016 – re-publica.de).
  • Christian Schiffer warnt, dass „Virtual Reality“ eine neue „Gewaltdebatte“ provozieren könnte (02.05.2016 – ardmediathek.de).
  • Tobias Miller und Anne Sauer betrachten auf der re:publica Spiele als politisches Medium (02.05.2016 – deutschlandradiokultur.de/re-publica.de).
  • Arte widmet sich bei „Mädels am Controller“ in 6 Folgen weiblichen Gamern und Entwicklern (02.05.2016 – arte.tv, via spielkultur.ea.de).

– Mai –

  • Die „konservative“ Blaue Narzisse warnt vor „Virtual Reality“-Brillen: „Das ISIS Terror-​Camp findet morgen digital statt“ (29.04.2016 – blauenarzisse.de).
  • Die Indizierung von Capcoms „Resident Evil 4“ wurde vorzeitig gestrichen
    (27.04.2016 – schnittberichte.com).
  • Abdeslam sei „das Paradebeispiel für die Generation GTA, die glaubt, in einem Videospiel zu leben“ (26.04.2016 – liberation.fr, via metronews.fr, gameblog.fr).
  • Markus Böhm setzt sich bei SPON mit Bedenken gegen „Virtual Reality“ auseinandern (09.04.2016 – spiegel.de).
  • DCP: „Anno 2205“ ist „Bestes Deutsches Spiel“, das laut der tagesschau anders als „sogenannte Killerspiele“ sei. Nach Dirk Riegert „wird nicht geschossen“, was in den Kommentarenzu recht – bezweifelt wird (08.04.2016 – dcp).
  • GamePolitics wird am 18.04.2016 den Betrieb einstellen (03.04.2016 – gamepolitics.com, via gamingsince198x.fr).

– April –

  • Programmhinweis: Christian Schiffers „Killerspiele! Der Streit eskaliert“ am 13. Mai 2016 um 11.15 Uhr bei ZDFinfo (31.03.2016 – zdf.de).
  • Christian Huberts vermisst bei deutschen Entwicklern „Mut zum kreativen Risiko“ und beklagt, dass „der DCP nach wie vor nicht“ Akzente setze (31.03.2016 – zeit.de).
  • Jürgen Schmieder schreibt in „Mehr als nur Daddeln“ über die (finanzielle) Dimensionen des eSports (31.03.2016 – süddeutsche.de).
  • BIU, USK und Deutsches Kinderhilfswerk werben für einen übersichtlicheren Jugendschutz – unabhängig vom Vertriebsweg (31.03.2016 – biu).
  • Tobias Nowak stellt beim WDR 5 „Anti-Kriegs-Spiele“ vor (16.03.2016 – wdr.de).
  • Stephan Dörner fragt bei welt.de, warum „Deutschland […] zunehmend keine Rolle mehr im internationalen Wachstumsmarkt der Computer- und Videospiele“ spielt (16.03.2016 – welt.de).
  • Eröffnung des „BINARIUM – Deutsches Museum der digitalen Kultur“ in Dortmund ist für das Früjahr 2016 geplant (13.03.2016 – retrobude.de, via spielkultur.ea.de).
  • Der „Spieleratgeber-NRW“ feiert mit einer Veranstaltung am 5. April 2016 seinen 10. Geburtstag (13.03.2016 – spieleratgeber-nrw.de, via spielkultur.ea.de).
  • Christian Füller (vorbelastet) kritisiert den DCP, da auch „Killerspiele“ und Spiele für Kinder ausgezeichnet werden könnten, die „nicht mehr ‚pädagogisch wertvoll'“ sondern schlicht „technisch gut gemacht sind und Spaß bereiten“ (13.03.2016 – welt.de).
  • Die „Turbine Media Group“ lotet Chancen für ein Crowdfunding aus, um gegen die Beschlagnahme von Filmen vorzugehen (12.03.2016 – Schnittberichte.com).
  • Landesjugendämter Bayern und Rheinland-Pfalz fordern Lasertag erst „ab 16“ (11.03.2016 – haz.de).

– März –

26 Gedanken zu “Update (2016)

  1. Dass in Deutschland vor allem Start-ups gefördert werden, auch ein Electronic Arts in Köln nur seine Verwaltung unterhält, hat viel damit zu tun, dass vorgebliche „Indies“ in der Berichterstattung bevorzugt und kommerziell größere Spiele weiterhin eher schief angeschaut werden – sich die politisch negative Einstellung diesen gegenüber vielfach keineswegs geändert hat, im Gegenteil praktische Vorbehalte vielfach noch verstärkt, ausgebaut und über etwa die Gewaltdarstellung hinaus mit anderen Facetten und Themen kombiniert wurden. Siehe auch die ganzen Artikel, welche heute über Games etwa bei der ZEIT erscheinen, oder wie reduziert die SPON-Stories mittlerweile sind.
    Es hat meiner Meinung nach auch nicht dazu beigetragen, dass größere Games besser wurden, sondern dort wird derselbe Unrat einfach weiterproduziert – weil er sich eben (gut) verkauft. Insofern hat der Artikel von Stephan Dörner viel mit dem von Tobias Nowak gemeinsam. Wenn anderen ein Dafürhalten von Krieg unterstellt wird, kleineren dafür ihre Abstraktion selbst von Massenvernichtung systematisch und historisch zu Gute gehalten werden möchte: ein „Spec Ops – The Line“ wurde zwar von einem großen Konzern damals (THQ) produziert, aber auch von einem eher kleinen Unternehmen in Berlin entwickelt – kommerziell erfolgreich war es trotzdem nicht wirklich (Nachfolge hat es jedenfalls keine gefunden).

  2. Teil 2 der Killerspiele Serie auf ZDFinfo läuft am 13.05. und es wird lustig, denn es gibt einen ganz besonderen Gast.

    Günther Beckstein :D

    “ Verbieten oder nicht verbieten? In den Nullerjahren kommt es in Deutschland zu einer Reihe von Amokläufen und in deren Folge eskaliert auch der Streit um sogenannte „Killerspiele“.

    Der zweite Teil der dreiteiligen Doku-Reihe „Killerspiele“ blickt zurück auf die intensive deutsche Debatte. Erfurt, Emsdetten, Winnenden. Orte, an denen Schulamokläufe begangen wurden und die dadurch bundesweit traurige Bekanntheit erlangt haben.

    In den Nullerjahren schockieren gleich mehrere dieser Verbrechen die Republik und Schuldige sind schnell gefunden: Es sind gewalthaltige Computerspiele, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass junge Männer unschuldige Menschen erschießen. Schnell fordern Politiker ein Verbot für sogenannte „Killerspiele“, Ego-Shooter wie etwa „Counter Strike“ sollen auch die Erwachsenen nicht mehr spielen dürfen. Doch die Gamer wehren sich, beginnen sich für ihr Hobby zu engagieren, und sie haben Erfolg: Das Killerspielverbot scheitert – auch, weil Computerspiele irgendwann sogar zum Kulturgut erklärt werden.

    Unter anderem berichten der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, und der Fernsehmoderator Budi Budiman darüber, wie sie die Debatte erlebt haben. “

    https://presseportal.zdf.de/pm/killerspiele-der-streit-beginnt/

  3. Diese Preispolitik ist allerdings bedenklich: zusammen mit „Lords of the Fallen“ letztes Jahr lässt sich da schon ein gewisser Trend feststellen – es wird nicht das beste, sondern das jeweils größte deuitsche Spiel in einem Jahr ausgezeichnet.
    2015 ein extrem epigonales Werk, das aber als praktisch einziger „Souls“-Klon von Rang international trotzdem reüssieren konnte, der funktionalistischen Presse sei Dank. Heuer einer der wenigen verbliebenen Windows-Blockbuster, obwohl er in der Publikumswertung weitgehend durchfiel, die andere Resonanz – das positive Presseecho wie inhaltliche Zuschreibungen – jenseits von Korruption erstmal begründet werden bräuchten: da hätte fast genauso gut „Might & Magic Heroes VII“ gewinnen können – wärs kein unliebsamer Fantasy-„Kitsch“ gewesen…
    Es geht eben nicht um Anerkennung, sondern um Repräsentation – und da will vor allem „die Wirtschaft“ repräsentiert werden: der DCP ist und bleibt ein kommerzieller Preis.
    Als Grund sehe ich auch hier in erster Linie die nicht nur partiell vorherrschende, sondern alles dominierende Empire: während die kulturell versierten Leute dort ohnehin nur eine „kritische Distanz“ zum Medium pflegen – zwischen wohlfeil kalkuliertem „Indy“ und utilitaristischem „Serious“.
    Wenns weiter so geht hat das noch nicht angekündigte „X4“ so auch noch Chancen: auch kein „Ego-Shooter“, also ebenfalls im Sinne von ARD, Dirk Riegert und Co., aber dafür von Egosoft.
    Auch wenn darin zweifellos geschossen werden wird. Und ja: „Akzente“ werden so, ohne jegliches Kulturverständnis, jedenfalls sicher nicht gesetzt – auch in den kommenden Jahren nicht. Die welche das „kritisieren“ sind mit ihrer fundamentalen Ab- und Ausgrenzungspolitik sämtlicher Andersdenkender aber schon selbst Schuld an der Misere. Denn wer bei aller oberflächlichen Polemik und farbenprächtig ablehenden Urteilsblödsinn, paternalistisch ach so „sozialethisch“ legitim orientiertem Unrat, zwischen den Zeilen liest merkt schnell, dass dort überall noch immer dieselben „Killerspiel“-Ressentiments vorherrschen, zwischen „lazy design“ und „ludo-narrativer Differenz“, jedenfalls dann wenn es darauf ankommt – nicht wenn es darum geht ein „Killerspiel“ repräsentativ zu prämieren…

  4. Ich finde die offiziellen Begründungen auch etwas ernüchternd. Der andererorts oftmals geäußerten Kritik an der Spielmechanik der „Anno“-Teile muss ich mich anschliessen: Imho geht es mit der Spielmechanik im Sinne von „fordernderner“ Simulation seit „Anno 1602“ nur noch bergab. Was ich dagegen interessant finde ist, wie z. B. in „Anno 2070“ Dinge wie Massenmedien in orwellschen Dimensionen thematisiert wurden, oder erneuerbare Energien, etc. Doch das wird vom DCP offenbar nur bedingt gewürdigt. Auch ich habe den Eindruck, dass in der Kategorie des Besten Deutschen Spiels vielleicht nicht die wirtschaftlich erfolgreichsten aber zumindest die am „kommerziellsten“, das heißt am „professionellsten“ entwickelten und vermarkteten Spiele prämiert werden. Wobei ich zugeben muss, dass mir auch nicht viele Alterantiven einfallen.

  5. Das Problem sind einerseits Förderungen nach dem Gießkannenprinzip, andererseits kategoriale Verdrängungen. Soll heißen: um gute Spiele auszeichnen zu können, müssen selbige erstmal hergestellt werden.
    Und einerseits wurden Daedalic-Produktionen in den Kinder/Jugendbereich aussortiert, andererseits hatten innovative Entwicklungen wie „Trauma“ deshalb wohl keine Chance auf den Hauptpreis. Erwünscht ist in erster Linie was kommerziell erfolgreich ist, oder repräsentativ – wie letztes Jahr das Mobilspiel von der Nemetscheck-Stiftung.

    2012 hätte ich etwa auch eher „Anno 2070“ aus genau dem Grund den Preis gegeben, und nicht „Crysis 2“ – in beiden Fällen stellte ich 0 inhaltliche Beschäftigung mit den Preisträgern fest, wobei „2070“ deshalb zu mehrdeutig und ambivalent ausgefallen ist – die Diskussion hatten wir ja schonmal. 2016 wäre ich dafür nicht einmal auf die Idee mit „2205“ gekommen – wie ich schon schrieb: da hätten sie auch das neue „Heroes“ prämieren können, von dem unter den Nominierten jede Spur fehlt – obwohl es hier im hessischen Langen entstand http://www.limbic-entertainment.de . Wenn kein Spiel wirklich preiswürdig ist, dann sollen sie das auch zugeben: so sieht es aber aus, als ob selbst die Nominierungen der größeren Spiele Konzernangelegenheiten wären – wo etwa zwei Sachen von Ubisoft einfach nicht drin wären. Während bei den kleineren, den „Indies“, dann wieder andere Institutionen das sagen hätten – sich alles so aufzuteilen. Ginge es jedoch um die Spiele, wäre es egal wer was gemacht hat: in unserer globalisierten Welt ist die kreative Herkunft eines Mediums oft ohnehin nicht genau zu lokalisieren.
    Sowie… „Deponia“ „2“ dürfte im darauffolgenden Jahr ebenfalls nur gewonnen haben, weil „Deponia“ erfolgreich gewesen ist – obwohl es als Fortsetzung nur mäßig originell gewesen sein dürfte. Dass „A New Beginning“ als einziger Daedalic-Originaltitel bislang den Hauptreis gewonnen hat, hing zweifellos auch mit dessen plakativem Umwelt-Topic zusammen. Obwohl die „Edna“-Spiele oder „Night of the Rabbit“ mit einiger Begründung künstlerisch hochwertigerer Ausdruck waren. Doch sobald etwas nur ansatzweise zu unangepasst ist, das heißt auch abseits von Oberflächlichkeiten wie Gewaltdarstellungen, scheint es einfach schon keine Chance mehr zu haben.

  6. „Die BPjM hat das Videospiel „Hatred“ am 20.04.2016 nach Antrag der kjm auf den Listenteil B gesetzt“

    Müsste wohl Listenteil D heißen.

  7. Wurde denn die Retail-Version nicht indiziert?? Es existiert davon doch auch eine solche http://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=96551 Der Hinweis auf den Listenteil D ist ebenfalls dort (OGDB) bestenfalls fragwürdig, wahrscheinlich aber eher einfach falsch.
    Zumal der betreffende Satz aus dem Gesetz wie folgt lautet: „Von der Bekanntmachung ist abzusehen, wenn das Trägermedium lediglich durch Telemedien verbreitet wird oder wenn anzunehmen ist, dass die Bekanntmachung der Wahrung des Jugendschutzes schaden würde.“ Woher stammen überhaupt die Informationen. Dann… Gab es etwa (schon) wieder einen Leak? Also die Meldung von SB.com kann ich einmal mehr nur kurios nennen…

  8. @pyri
    In der neusten bpjm-aktuell soll ein Artikel über die Entscheidung erschienen sein. Das ist die Quelle. Die frage mit der retailversion liesse sich wohl mit dem Artikel beantworten, doch ich werde frühestens am Wochenende in die uni bib kommen

  9. @rey
    Aha. Danke – sollte auf SB.com demnach doch besser auch die Kommentare lesen :-)
    Im Rahmen eines edierten (wissenschaftlichen) Artikels ist die Bekanntgabe eines Titels auf Liste D demnach erlaubt – selbst durch die BPjM!? Auch bemerkenswert.

  10. https://www.reddit.com/r/de/comments/4uv7bg/jugendlicher_wegen_m%C3%B6glicher_vorbereitung_eines/

    Ich habe hier einen Reddit Thread verlinkt. Der Reddit Nutzer und Gamer „Baudusau“ hat der Polizei Informationen geliefert die er im Internet selbst gesammelt hat und damit beigetragen einen potenziellen Amokläufer frühzeitig aufzudecken. Es ist wichtig zu bedenken das der Gamer in der Berichterstattung nicht erwähnt wird. Ein Gamer der einen Amokläufer enttarnt wird hier von der deutschen Presselandschaft bewusst verschwiegen, da er nicht deren Weltbild passt. Ich bitte den VDVC auf die Verlogenheit der deutschen Presse hinzuweisen und eine entsprechende Pressemeldung herauszugeben. Solcher Mut muss belohnt werden.

  11. Vielen dank für den Hinweis. Bei der Welt wird darauf hingewiesen, dass die Festnahme auf den Tipp eines zeugen aus einem ego-shooter forum zurückgeht:
    -http://m.welt.de/vermischtes/article157344380/Jugendlicher-wegen-moeglicher-Amok-Planung-festgenommen.html

    Bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart habe ich leider keine Pressemitteilung gefunden.

    Wegen ner news hier werde ich mir aber frühestens nach Feierabend ein Bild machen können, falls das kein anderer über nimmt.

  12. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/amoklauf-kult-im-internet-wie-junge-menschen-amoklaeufern-huldigen-a-1105693.html

    Die Spiegel(eier)reporter können es wieder einmal nicht lassen und dichten CS Spieler in Amokkultisten um. Obendrein auch noch Zensurforderungen an Steam bei CS Karten die von den CS Spielern selbst angefertigt werden. Weil natürlich jeder der einmal in CS seine Schule nachbaut, automatisch natürlich Amoktaten plant und auch ausführen will, so deren Scheuklappendenken. Ich nehme an wenn ein Modelleisenbahnbauer seinen nahegelegenen Bahnhof im Hobbykeller nachbaut plant er wohl auch das eine oder andere Zugunglück? Und wenn die Spiegeleier weitere Recherchen betreiben finden sie sicher auch noch heraus das der kleine Osama bin Laden 9/11 schon mit LEGO im Kinderzimmer geplant hat.

  13. @skully
    Allen Unzulänglichkeiten im Einstieg zum Trotz: Markus Böhm hat sich in in der Vergangenheit keineswegs wirklich mit völlig unüberlegten Texten präsentiert. So hier:
    ‚Erwähnen sollte man auch, dass die von der „FAS“ porträtierte Videonische kein Massenphänomen ist: Die teils Jahre oder Monate alten Videos haben mitunter nur Dutzende Klicks, viele dubiose Steam-Gruppen haben nur eine Handvoll Mitglieder. Auf Steam gibt es sogar zahlreiche Gruppen gegen Amokläufe.‘
    So ein Absatz steht mittendrin da. Einfach so – „muss“ auch nicht sein, ist dafür lobenswert.

    Dieses reflexartige „nur ein Spiel“, oder diese Reduktion auf materielle Kultur wie Modelleisenbahnen, deshalb mindestens so übel wie Games pauschalisierend bei Gewaltverbrechen mit Schuldzuweisungen zu belasten, oder Gamer gleich als Verbrecher zu verallgemeinern: Gewaltfantasien fiktional auszudrücken mag für einzelne Personen durchaus befreiend sein ohne dass dabei jemand zu schaden kommt – öffentlich kommuniziert werden sie aber schnell zu einem Problem. Dann kann die häufig negativ gedachte Gefahr wahrhaftig im Verzug sein.

    Und das wurde schon in anderen Medienbereichen bemerkt, deshalb dort auch weitgehend abgestellt: Games sind hier noch jungfräulich, doch da etwa Mods zunehmend auch in den Konsolensektor drängen, wird dieses Problem (im Unterschied zu den Games selbst) in Richtung Massenmarkt wohl auch akuter. Und einer Öffentlichkeit die vielfach leider ohnehin schon ganze Genres als Gewaltfantasien wahrnimmt, sollte genau dieser Unterschied bestenfalls auch beigebracht werden.
    Meiner Erfahrung nach beschreibt dieser Artikel höchstens die Spitze eines Eisberges und ich bin dafür auch dankbar – hier im Forum wurde diese Situation, vor allem in Hinblick auf tendenziell rechtsextreme Zirkel, im Ansatz ebenfalls bereits diskutiert https://vdvc.de/forum/viewtopic.php?f=78&t=2064 Ich finde es sehr bedauerlich, dass ein „kritischer“ Journalismus sonst eher nur nach einfachen Feindbildern, wie in der Vergangenheit etwa GamerGate, suchte und diese dann einer Ressentiment-beladenen Öffentlichkeit, deren Vorurteile bestätigend, vorstellte.

    Hier ginge es jedoch darum tiefer zu bohren und auch Verstrickungen von Firmen wie Valve in diese Angelegenheiten endlich einmal zu beleuchten, ich behaupte: es hat einen Grund weshalb sich Videospiele (auch) mit Gewalt auseinander setzen – und keinen unbedingt negativen.
    Ansonsten, wenn es sich damit tatsächlich so verhalten würde wie etwa mit Modelleisenbahnen, könnten sie sich ja auch mit anderen Themen beschäftigen – dieser Vergleich ist also bestenfalls kontraproduktiv und verhindert (oder verlagert) erst den öffentlichen Umgang zu Ungunsten ihrer vorhandenen Inhalte.

  14. Danke für den Hinweis – den Inhalt der Beschreibung finde ich aber teilweise überzogen, z. B. „Sie sind die neue, leicht konsumierbare Massenkultur“.

  15. Ich habs einer Fernsehzeitschrift des Springer-Verlages entnommen: TV DIGITAL, Österreich-Ausgabe Jahrgang 2016 Nr. 23 20f. Ein dreiseitiges Feature, ähnlich wie im Spiegel Anfang 2014, nur dass nicht auf Wirkung oder Nutzen abgestellt wird – dafür teilweise mit WissenschafterInnen die ich gar nicht kannte: und noch überzogener in Richtung Bedeutung (wie „Siegeszug der Games“). Werbe-blabla halt.

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