Programmhinweis

(zdf.info)

    Killerspiele! Der Streit beginnt” (Teil 1/3), zdf.info – 06.02.2016, 23:10 Uhr.

    Beitrag vom WASD-Herausgeber Christian Schiffer, der u. a. bei wired.de, buffed.de, zeit.de und spiegel.de thematisiert wird. Hinweis am Rande: Bei der Zeit wird die erste Verwendung des Begriffs der “Killerspiele” auf den 20.12.1993 datiert. Wir haben den Begriff “Video-Killerspiele” schon bei einem Artikel vom 24.12.1982 gefunden – bei der Zeit. Bei wired.de wird der Gebrauch des Begriffs “Killerspiel” im Beitrag kritisiert, während bei SPON der Leser darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass der Begriff “auch in einigen älteren Artikeln von Spiegel und Spiegel Online verwendet wurde”.

    Zum Stream (Vorab – aber erst ab 20:00 Uhr – verfügbar.)

5 Gedanken zu “Programmhinweis

  1. Danke für diesen Hinweis. Doch zeigt auch wieder mal deutlich, wie einige Medien in unserer Gesellschaft absichtlich polarisieren wollen. Auch dann wenn es für andere geschäftsschädigend ist.

  2. Mir ist gar nicht aufgefallen dass wenigstens beim Spiegel, SPON (“Als Schiffe versenken eine Gefahr für die Jugend war”, Markus Böhm), auch etwas über die eigenen Verwicklungen stand. Ebenfalls abgesehen von der Verwendung dieses Begriffs: das Wort allein sagt schließlich nicht viel aus und könnte etwa auch eine ganz andere Konnotation aufweisen, siehe “Killerapp” und Co. Was meiner Meinung nach zählt ist der Leitgedanke, hier stört mich ganz allgemein ein Selbstverständnis das sich nur allzu gern ausnimmt und dementsprechend reduziert “Rückschau hält”. Eine “kritische” Rückschau, ja, aber immer nur in Bezug auf die anderen, außer es lässt sich etwas nicht ganz vermeiden ohne dabei aufzufallen.
    Gerade beim ZDF würde ich mir dabei etwa einen echten Diskurs nicht nur wünschen, sondern auch erwarten, fände ich entsprechende Konstellationen geradezu verlockend – zwischen einem Gunnar Lott und einem Claus Richter, oder wenigstens Rainer Fromm. Warum habe ich das Gefühl, dass sich so ein Dialog nicht einrichten lässt? Das hat mich zuletzt auch bei Alvar Freude, Daten- und Jugendschutz beim CCC gestört: der sonnenscheinliche Widerspruch in sich.

    Die Folge kommunikativen Handelns. Anders kann ich mir diesen Journalismus nicht mehr erklären. Nein: mich interessiert was zwischen Applaus, Gelächter und (darauf) am Fuß folgender Zustimmung sonst noch zu finden wäre.
    Das ist doch das Interessante. Ja, mich interessiert alles andere.

    Ansonsten sehe ich Ethik, Selbstreflexion eher als Charade um einen eigenen Antiintellektualismus mit vereinfachter Intellektualität samt Stehsätzen zu verbergen, und leider auch TäterInnen-Opfer-Umkehrungen, sowie neue Ab- und Ausgrenzungen. Verurteilungen.
    Doch die Schuldigkeit des Journalismus ist für mich damit nicht getan. Ganz im Gegenteil.

    Die WASD folgt in ihrer Programmatik da schlichten Agenden. Aus wissenschaftlicher Sicht erfahre ich dort ausschließlich Ablehnung, kann ich keine Bereitschaft feststellen auch andere Interpretationen über Inhalte, Sentimente, zulassen zu wollen.
    Störung des Selbstverständnisses? Unerwünscht! Das alles bestimmende Narrativ ist das eines überheblich-eingebildeten Fortschritts, einer lediglich vermeintlichen Inklusion. Videospiele sollen als Erfolgsgeschichte verkauft werden, die mit der Zeit (sic!) immer mehr Menschen betraf und alles andere wird als nebensächlich betrachtet, wenn schon nicht gleich (mit) als unerwünschte Störung abgestempelt. Die industriellen “Jugendschutzprogramme” der Branche sind so nur der Gipfel einer über alles thronenden Arroganz – was auch immer aus dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag noch wird.
    Die Betonung eines vereinnahmenden “wir” – hier Zielgruppen-orientiert. Das ist Zielgruppen-Fernsehen, nichts weiter.
    Vielfalt einfordern, öffentlich-rechtliche Qualität herstellen, hieße für mich etwa dass eine Sabine Schiffer mit einem Bundeswehr-Soldaten über “Militarisierung” spricht, der daneben vielleicht in einem E-Sport-Verein für “Battlefield” tätig ist, oder dass ein autosexueller Otaku mit einer sexnegativen Radfem sich über “Bilder” und Heteronormativität unterhalten, etwa darüber wie Körper real wahrgenommen werden.
    Das verstünde ich unter Demokratie. Auch als Auftrag.
    Und das würde einen “Sichtwechsel” erfordern, aber da das alles offenbar nicht vorgesehen ist, dauert der “Friede” leider vermutlich nur solange, bis mit einem weiteren “Amoklauf” die nächste “Killerspiel”-Debatte wieder von Vorne anfängt. In Zyklen.
    Beherrscht weiterhin normatives Denken das Bild jeglichen gesellschaftlichen Diskurses über solche Sachen und wird nachher von der “in der Mittel der Gesellschaft” aufgegebenen Randgruppe wieder nur eine exklusive Form von “Selbstkritik” eingefordert. Von einer Randgruppe die es in letzter Konsequenz, demselben normativen Gedankengut von “Videospiele für alle” zu folge, nicht einmal mehr geben sollte.

    Es ist für mich überhaupt keine Frage wie diese ZDF-Geschichte enden wird, denn etwa anderes als eine Erfolgsstory war wohl von Anfang an überhaupt nicht vorgesehen.
    Natürlich beginnt die Sendung (samt Botschaft) mit dem Ressentiment – über die anderen (Vorbehalte) reden “wir” nicht. Schon gar nicht über die eigenen.

    Doch ebenso selbstverständlich endet die Story mit einem Triumphzug durch die Haushalte und angeblichen Lebenswelten – dort wo Videospiele heute überall wären und sie früher nicht anzutreffen waren. Angeblich.
    Überall dort wo Aufgeschlossenheit eher eine Vorgabe ist. Ich sehe das naturgemäß ganz anders: zwischen Videospielen UND VideospielerInnen gibt es meiner Erfahrung als Analytiker nach heutzutage so wenig Gemeinsamkeiten wie noch nie.

    Unter “Videospielen” und anderem “digitalem” Spielen wird of nicht einmal mehr Ähnliches verstanden. Geschweige denn bezüglich Ästhetik, der Intention oder den Modalitäten der Meinungen darüber, also dessen (Gesamt-)Sinn.
    Und was die (ganz) alten Artikel angeht: ehrlich gesagt habe ich dafür Null Verständnis, würde das nicht einmal unter “Fähigkeit zur Selbstkritik” verorten: als Medium sollte dazwischen mittlerweile eigentlich doch mehr als genügend Distanz bestehen, immerhin reichen entsprechende Spiegel-Texte (nachweislich aus dem eigenen Archiv der Zeitschrift) bis in die frühen Achtziger zurück. Konkreter wird Böhm trotzdem nicht.

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