gamescom 2016: Gespräch mit Felix Falk (USK)

Mit Felix Falk, dem Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK), haben Patrik und Marc auf der GamesCom ein Gespräch über die zukünftigen Entwicklungen im Jugendschutz geführt. Hier lest Ihr die Zusammenfassung des Gesprächs:

Das IARC-System sei sehr gut angelaufen und die Plattformbetreiber seien zufrieden mit der Möglichkeit, verlässliche Altersfreigaben für Online-Apps und Spiele erhalten zu können. Die Politik müsse dieses System jetzt möglichst rechtssicher auch in Gesetzesform gießen. Mit den alten Systemen könne man der Fülle an Content in Online-Stores nicht mehr Herr werden und verliere international Anschluss. Eltern gefielen vor allem auch die Inhaltsdeskriptoren, die den Inhalt der Spiele und zusätzliche Features neben der Freigabestufe genauer beschreiben.

Für User Generated Content scheint sich auch auf absehbare Zeit keine praktikable Möglichkeit abzuzeichnen, eine Kennzeichnung auf Elementbasis zu etablieren. Nach dem Telemediengesetz mache sich ein Anbieter bei jugendschutzrelevanten UGC-Inhalten dann haftbar, wenn auch nach erfolgtem Hinweis an den Jugendschutzbeauftragten keine Entfernung oder Maßnahme zur Verhinderung der Kenntnisnahme durch Heranwachsende vollzogen wird.

Die Entscheidung von Pro7Maxx, weltweit bekannten und zugkräftigen internationalen E-Sport nicht mehr zu senden, sei sehr bedauerlich und habe für viel Unverständnis gesorgt. Die Spiele welche gezeigt worden sind, wären allesamt freigegeben, sie seien rechtlich gesehen zu einer konformen Zeit gesendet worden und die Wirkungsforschung habe bisher keine belastbaren Daten für einen (mono-)kausalen Wirkungszusammenhang zwischen Gewalt darstellenden Spielen und echter Gewalt hervorbringen können.

Eine Juristenkommission für Spiele, um ihre strafrechtliche Relevanz oder schwer jugendgefährdende Wirkung auszuschließen sei zwar denkbar, aber bisher gäbe es keine Nachfrage der Anbieter von digitalen Spielen. Diese würden den fraglichen Titel in Deutschland eher nicht veröffentlicht, wenn er keine Freigabe erhalten hat. Allerdings läge die Zahl der Spiele, die ohne Kennzeichnung enden, schon seit längerer Zeit nur noch im Bereich 1-3 Verfahren pro Jahr.

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