gamescom 2016: Martin Lorber (EA) zum Jugendschutz

Vom EA-Jugendschutzbeauftragten Martin Lorber wollten wir etwas über die Sicht der Industrie auf den deutschen Jugendschutz erfahren. Unter anderem wird immer wieder kritisiert, dass sich Videospielanbieter in Killerspieldebatten bisher immer zurück gehalten haben. Lorber meint dazu, dass Akzeptanz durch die Anbieter generell nicht gefördert werden könne. Auch im Bereich der Forschung könne man maximal beobachten und nicht unterstützen, da sonst der Anschein gekaufter Ergebnisse im Raum stünde. Auf die Evaluation möglicher Risiken neuer Märkte (z.B. bei VR), sollte nach einem Investment eine Gefährdung vermutet werden, ging er nicht ein. Für die Einschätzung von Risiken auf Jugendliche sei die USK zuständig und sie besitze die Mittel und die Kompetenz.

Bei Jugendgefährdung bestehe überdies ein gesellschaftlicher Lernprozess. Dass der Gesetzgeber das erkannt habe, zeige schon die Möglichkeit der (z.T. automatischen) De-Indizierung. Etwas, das vor zwanzig Jahren bedrohlich wirkte, ist es heute nicht mehr unbedingt. Er sieht den Fall von Dead Space als besonderen Meilenstein und erinnert sich gern an die überraschende Freigabe. In diesem Sinne sieht EA auch keinen Handlungsbedarf für eine Altersverifikation: Jugendgefährdende Spiele gibt es im Portfolio faktisch nicht (mehr). In der näheren Vergangenheit habe es keine Probleme mehr gegeben, die anvisierten Freigaben auch zu erhalten.

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