ISIS-Exekutionen im Stile von „Call of Duty“ und „Tomb Raider“

(verfassungsschutz-bw.de, via mediengewalt.eu)

Ein besonders aufwändig inszeniertes Video veröffentlichten Terroristen vergangene Woche. Mehrere, um die zehn Jahre alte Jungs, sind darin zu sehen, die die als “Belohnung” für ihre Leistungen in der Koranschule gefesselte, in einer Ruine versteckte Gefangene suchen und aus nächster Nähe erschießen dürfen.

ntv

Dabei verwischt die Grenze zwischen physischer und virtueller Realität. Besonders eindrücklich zeigt dies ein Video, in dem Kinder mit der Waffe im Anschlag die Gänge einer Kreuzfahrerburg erkunden, um einen in den Gewölben versteckten Soldaten der syrischen Regierung zu finden und zu töten. Die Darstellung lehnt sich offensichtlich und explizit an Computerspiele im Stile von „Call of Duty“ oder „Tomb Raider“ an. Dabei wechseln sich erneut schnelle Schnitte und eine verwackelte Kameraführung während der Suche mit Szenen einer professionell inszenierten Hinrichtung ab. Dass die ganze Episode für die Kinder als Belohnung in einem Wettbewerb komponiert ist, macht die Pervertierung dieser Situation vollkommen.

Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg

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5 Gedanken zu “ISIS-Exekutionen im Stile von „Call of Duty“ und „Tomb Raider“

  1. Ha, der „tolle“ Verfassungsschutz der die Linke beobachtet hat wärend der NSU ungestört morden konnte. Die selbe Landesabteilung die Klanleute in ihren eigenen Reihen hatte, und von weiteren Sympathisanten in der Polizei wusste aber nichts unternommen hat, was zu weiteren Toten geführt hat. Wenn der Verfassungsschutz seiner Aufgabe nachkommen würde, müsste sich die Organisation als erstes selbst auflösen. Demokratieverächter die sich nicht von den Leuten die bekämpfen sollen groß unterscheiden.

  2. Bei twitter wurde die Frage gestellt, ob es in den aktuellen Titeln der genannten Videospiele Szenen geben würde, die dem Beschriebenen nahe kämen. Weiß da jemand etwas genaueres? Ich habe beide Titel nicht gespielt, hatte die Aussage aber auch eher so verstanden, dass bloß allgemeine Parallelen behauptet werden würden („im Stile von“). Also das die im IS-Propagandovideo vorhandene Kameraführung an die bei einem First Person Shooter oder die bei Tomb Raider erinnern würde. Ich habe das nicht weiter geprüft, da ich mich sicherlich nicht das IS-Video ansehen werde.

  3. Ziemlich egal, Videospiele können Erschießungen im Kontext einer Handlung darstellen. Na, und? So wie jedes andere Medium auch. Und Medien bilden die Realität ab entweder realistisch oder abstrakt. Die Aussagen zur Tomb Raider oder Call of Duty Serie sind absichtlich zu ungenau, als das sie wahr sind. Dem Verfasser des Statements ist es nur wichtig seine eigenen kulturfasischtischen Ansichten weiterzugeben und die Videospielebranche zu diskreditieren in dem man sich hier bemüht ist eine Verbindung zwischen Computerspielen und dem IS zu konstruieren. Politische Günstlingswirtschaft, der Verfassungsschutz sieht sich als verlängerter Arm von CDU/CSU daher wird der politische Gegner „Die Linke“ beobachtet, egal wie viele Unschuldige durch den NSU Terror sterben müssen. Bei den Anschlägen durch Mitläufern und Sympathisanten des IS ist es das Gleiche. Onkel Schäuble hat Angst vor dem Pumukel aus dem Osten, Petra Pau und die Linken, daher müssen nun deutsche Bürger sterben weil der Verfassungsschutz generell politisch eingefärbt ist und keine richtigen Terroisten dedektiert oder aufhält.

  4. So etwas kann heutzutage leider ständig gehört oder gelesen werden. Immerhin geht das Narrativ (noch) derart, dass der Terror sich die Gewaltästhetik von den Games und Actionfilmen abgeguckt hätte, und (vorläufig) nicht umgekehrt…
    Ein frohes Fest wünsche ich.

    @Rey
    „Ich habe das nicht weiter geprüft, da ich mich sicherlich nicht das IS-Video ansehen werde.“ Dann sind wir schon 2! Bislang ist es mir gelungen von solchen Inhalten, abgesehen von editierten Fetzen davon in westlichen Nachrichtensendungen, verschont zu bleiben.
    Aber warum eigentlich: wenn Dienste wie dieser, nebst anderer selbstherrlicher „Kritik“ gegen „Fantum“, mich als Videospieler dermaßen gewaltverliebt ausweisen – unter dem Deckmantel von Statistik, Repräsentation und „Analyse“.
    Gebe zu ich sehe manchmal ganz gerne das englischsprachige RT, wo zuletzt im Zusammenhang mit Drohnen ähnlich über Games-Ästhetik hergezogen wurde (ich berichtete im Forum glaub ich darüber), aber seitdem in Russland Dutzende Menschen Kosmetika tranken und die weiterhin mit Vorliebe über ihre ach so arm ausgesperrten olympischen Athleten berichten, geht mir sogar deren Propaganda schon zu weit. Und ich verzichte auf Larry King.

    Der Hintergrund dieser Zuschreibung „Tomb Raider“ deutet jedoch auf etwas ganz anderes hin, nämlich versteckten Orientalismus. Auf das Setting und weniger die erst zu verifzierende Inszenierung oder Perspektive: der Verfassungsschutz meint offenbar, dass in „Tomb Raider“ immer orientalische Gräber geplündert werden – genauso wie dass „Call of Duty“ ständig im Nahen und MIttleren Osten spielen würde.
    Ausgehend von diesen Ruinen – also der war offensichtlich (auch) noch nie im Weltraum. Und so weist diese Assoziation zumindest ein fragwürdiges „Geschmäckle“ auf.

    @skully
    Das sollte eine Kolumne sein!

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