7 Gedanken zu “Fragen, bitte! (gamescom 2017)

  1. Eine Frage bezüglich § 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen), aus aktuellem Anlass (z.B. Wolfenstein II: The New Colossus): Ist die Anwendung auf Computer- und Videospiele noch zeitgemäß, wenn die in § 86a StGB referenzierte Ausnahme aus § 86 StGB (3) es „der Kunst“ explizit erlaubt diese Kennzeichen straffrei zu verwenden? Nicht zuletzt dank der staatlichen Würdigung von Computer- und Videospielen durch den Deutschen Computerspielepreis (so viele Probleme die Jury auch mit der Prämierung von Spielen für Erwachsene auch noch haben mag) haben Spiele ja auch „offiziell“ den Rang eines Kulturguts bzw. von Kunst erlangt. Gibt es Bestrebungen diese Ungleichbehandlung abzuschaffen. In anderen Medien wie z.B. Filmen (sowohl historisch (angelehnte) Werke wie z.B. Saving Private Ryan oder auch völlig fiktive Werke mit absolut keinem historischem Bezug wie z.B. Iron Sky (was vom Ton her sehr gut mit Wolfenstein vergleichbar wäre)) ist die Verwendung solcher Zeichen seit langem völlig normal und unkontrovers.
    Es wäre ja nicht einmal eine Gesetzesänderung nötig, da die bestehende Formulierung bereits auf Spiele angewendet werden könnte. Eine Aufnahme eine entsprechenden Verdeutlichung der Interpretationsabsicht des Gesetzgebers in eine Verwaltungsvorschrift (wie in vielen anderen Rechtsbereichen üblich) würde völlig ausreichen (und letztlich liegt die Entscheidung im Einzelfall ohnehin bei der -zumindest formal unabhängigen- Justiz).

      • Ich habe sie Petra Meier (BPjM) zugeordnet. (StGB ist ja Strafrecht und nicht Jugendschutz.) Wenn es anders gemeint war: Bitte melden! (Man kann die gleiche Frage natürlich auch mehrmals stellen…)

      • Angesichts der Tatsache, dass die Ausnahme für Kunst bereits im Gesetz vorhanden ist, kann die Frage auch gerne an Herrn Lorber als Vertreter der Publisher gerichtet werden, mit dem Zusatz, warum bisher keine rechtlichen Mittel angewendet wurden um Präzedenzfälle (auch wenn im deutschen Rechtswesen keine strikte Präzedenzfallregelung wie z.B. in den USA herrscht) zu schaffen oder bei Bedarf bis zu höheren Instanzen (letztlich wohl dem Bundesverfassungsgericht) zu klagen.

        Wie genau die Frage formuliert wird und an wen sie gerichtet wird ist natürlich euch überlassen. Man könnte das Ganze auch in den weiteren Kontext von Spielezensur und (mangelnder) Anerkennung als vollwertiges Kunst-/Kulturgut sehen und das neue Wolfenstein und den § 86a StGB als aktuellen Aufhänger verwenden.

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