Lasst uns (weiter-) spielen!

Von jedem fünften 2014 gespielten Spiel lag die Veröffentlichung fünf Jahre oder länger zurück: Das ist ein Ergebnis der VDVC-Umfrage 2014. Neben stetig weiterentwickelten Titeln wie „Minecraft“ und „League of Legends“, finden sich hier auch Spiele wie „Lead 4 Dead 2“, „Dragon Age: Origins“ und „Borderlands“. Zu den ältesten genannten Spielen gehören die Klassiker „Ultima IV: Quest of the Avatar“, „Duke Nukem 3D“ und „Sid Meier’s Railroad Tycoon“.

Ein beachtliches Ergebnis, wo allein der Wille ein älteres Spiel zu zocken, oftmals nicht genügt: Viele Spiele werden nicht mehr verkauft und die Installation funktioniert oftmals auch nicht mehr, so dass etwas nachgeholfen werden muss, um das Spiel zum Laufen zu kriegen. Beinahe 20 % der Befragten gaben an, dass sie schon mehrfach mit der Nutzung eines Titels aufhören mussten, weil der Betrieb vom Hersteller eingestellt wurde – ca. 40 % konnten Spiele nicht mehr nutzen, weil sie auf neuen Betriebssystemen oder Plattformen nicht mehr liefen. Weiterlesen

Wahlprüfsteine: Positionen der Parteien zu Videospielen

Video- und Computerspiele sind nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch die Meinung der Parteien zu diesem Thema interessiert immer mehr Menschen. Bereits 2009 wurde vom Thema Videospiele mit unter dem Slogan „Ich wähle keine Spielekiller!“ ein direkter Bezug zur Bundestagswahl hergestellt. Nicht zuletzt die Schaffung des Deutschen Computerspielpreises und der Politiker-LAN im Bundestag zeigen, dass das öffentliche Interesse am Thema auch durch die Politik bereits erkannt wurde. Zur diesjährigen Bundestagswahl haben wir, der Computerspieler-Verbraucherverband (VDVC), erstmals direkt die Parteien zu Themen befragt, welche die Spielerschaft besonders bewegen. Weiterlesen

Mit Volldampf in die Unmündigkeit?

Steam kommt für Linux, Nutzer des alternativen Betriebssystems dürfen sich damit auf mehr Spiele freuen. Bisher müssen Spielefans vor allem neidisch auf Windowsrechner schielen oder sich eine Spielkonsole anschaffen. Einige Linuxuser werden somit gegen Ende des Jahres vielleicht ihre erste EULA zu Gesicht bekommen. Solche Softwarelizenzverträge kennen die Freunde freier Software bisher vor allem vom Höhrensagen. Weiterlesen

Origin: EA-Mitarbeiter hören zu und notieren Forderungen

EA hatte aufgrund anhaltender Kritik an seiner Online-Plattform Origin für heute Abend zu einem runden Tisch geladen. Man räumte Fehler ein, wenn auch von einer Entschuldigung kein Wort zu hören war. Und wie es sich für ein solches Treffen gehört, ließ man uns Gamern ausreden.

Ob unseren Worten auch die erhofften Taten auf Seiten von EA folgen werden, steht leider noch auf einem anderen Blatt: Die erste Ankündigung von EAs Deutschlandchef, Herrn Coenen, war, dass man an diesem Abend selbstverständlich keine Entscheidungen treffen könne. Das wir keine erwarten konnten, war uns insofern ohnehin vorher klar, als dass wir nicht mit den CEOs des Mutterkonzerns an einem Tisch saßen – so wichtig sind die Rechte deutscher Kunden dann doch nicht. Weiterlesen

Origin: Setup analysiert

Kurz nach dem Release von Battlefield 3 wurde bekannt, dass sich EA im Lizenzvertrag (EULA) zur benötigten Zusatzsoftware Origin das Recht zugestehen wollte, den Computer des Benutzers zu durchsuchen. Schnell wurden Belege gefunden, dass schon das Setup dem Spieler ausspioniert und als EA in einer ersten EULA-Änderung den Rechtsweg verbieten wollte, schien die Sache klar zu sein. Mittlerweile wurde die EULA entschärft, was die Software wirklich macht, ließ der Publisher aber unklar. Zwar gab es Dementis – man wolle nicht spionieren, doch was auf den Rechnern der Nutzer wirklich abgeht, wurde nicht erklärt.

Für klare Faktenlage wollen der Landesdatenschutzbeauftragte und der VDVC sorgen. Während erster sich auf rechtliche Fragestellungen und die Kommunikation des Clients konzentriert, haben wir die Festplattenzugriffe des Setups analysiert. Weiterlesen

Origin: Offener Brief an EA

Wir sind leidenschaftliche Computerspieler und beschäftigen uns einen beachtlichen Teil unserer Freizeit mit digitalen Medien. Einige von uns haben es sogar geschafft, auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wir sind große Fans Ihrer Spiele, insbesondere die Battlefield-Reihe hat es vielen von uns angetan. Nicht wenige haben sich schon seit Monaten auf das Erscheinen gefreut und jedwedes bekanntgegebene Detail zu Technik und Spielmechanik geradezu aufgesogen. Aber auch andere Titel wie zum Beispiel Fifa, Mass Effect oder Command and Conquer besitzen bei uns großes Ansehen.

Besorgnis über Datenschutz

Immer mehr Clans und eSport-Vereine sind in Sorge über die Privatsphäre und den Jugendschutz. Es kann nicht sein, dass Spielehersteller immer mehr Kontrolle über den privaten Rechner verlangen, sei es durch den Einsatz von Anti Cheat Tools, die den Rechner wärend des Spielens komplett scannen oder das Aktivieren des gekauften Spiels über das Internet. Gerade für Kinder und Jugendliche sind diese Methoden sehr intransparent, da ihnen oftmals gar nicht bewusst ist, worauf sie sich sowohl in Bezug auf rechtliche Folgen als auch auf technischer Ebene einlassen.
Durch die Installation der Software Origin ermöglicht man der Applikation einen freien Zugang auf die privaten Daten. Gerade in Zeiten großer Datenskandale sind immer mehr User verunsichert. Was wird genau gescannt mit der Software? Auf Portalen wie Youtube sind schon einige Belege aufgetaucht, dass Origin z.B. auch private Daten aufspührt. Unklar ist aber, was mit diesen Daten geschieht. Es wäre an dieser Stelle wichtig, dass die Software auch auf technischer Seite wirklich nur in dem Umfang Daten scannt und ggf. erfasst, in dem das für Betrieb, Wartung und Pflege Ihres Angebots unbedingt notwendig ist. Wir würden uns auch wünschen, dass dieses Vorgehen der Software offengelegt wird.

„Verfallsdatum“ für Software

Unter 7. erläutern Sie in der aktualisierten Fassung der EULA, dass Sie sich das Recht zugestehen, den Vertrag zu kündigen. Wir mussten bereits festellen, dass Sie von diesem auch Gebrauch machen, vom Nutzer erworbene Software somit unbrauchbar wird. So ist vor dem September 2009 im EA Store erworbene Software nicht mehr nutzbar. Dieses Vorgehen läuft Ihrem bisher kommunizierten Ziel, dass Origin in allen Punkten besser sein soll als die Plattformen der Konkurrenz, entgegen. Es ist üblich, der Community für den Fall einer Einstellung des Dienstes einen Patch in Aussicht zu stellen, der die Bindung der Spiele an die Plattform aufhebt. Damit stehen dem Kunden die Spiele auch weiterhin zur Verfügung.

Schlusswort

Wir haben mit Wohlwollen beobachtet, dass Sie bereits auf einige der Punkte eingegangen sind und an der Stelle nachgebessert haben. Diese Änderungen betreffen allerdings zum aktuellen Zeitpunkt ausschließlich die EULA. Es wäre wichtig, dass Sie sich ebenfalls der oben genannten Punke annehmen, damit wir Ihnen als Kunden wieder das nötige Vertrauen entgegenbringen können.


EA ändert Origin-EULA
–Nutzer werden nun gesiezt

Darauf, dass die Änderungen in der EULA zu Origin für den Nutzer nicht unbedingt etwas Gutes sind, haben wir ja schon in unserem letzten Blogeintrag hingewiesen. Da nun aber diverse Nachrichtenportale (unter anderem WinFuture und Gamestar) überwiegend positiv von den Änderungen in der EULA zu Origin berichten, sehe ich mich an dieser Stelle gezwungen, einmal gesondert auf die Einzelheiten einzugehen:

  • Inhaltlich hat sich kaum etwas geändert. Vorwiegend wurde eine höflichere Formulierung gewählt. So wurde das „Du“ im kompletten Text durch ein „Sie“ ersetzt. (Durch diese Änderungen sind auch automatische Textvergleiche schwieriger geworden.)
  • EA gesteht sich nach EULA immer noch das Recht zu, den Computer des Nutzers nach beliebiger Software zu durchsuchen. Auch nach Peripherie (wie z.B. Drucker) will der Konzern weiterhin scannen.
  • Die Software macht genau das laut Aussage diverser Nutzer auch. Es existieren diverse Videos auf Youtube, die das zu belegen versuchen. Was genau an Daten übermittelt wird, lässt sich z.B. mit unserem Musterbrief zur Auskunft gemäß Bundesdatenschutzgesetz erfragen.
  • Man nimmt sich nicht mehr heraus, die Kommunikation des Nutzers zu überwachen,
  • auf der anderen Seite will EA den Nutzer nun aber bei Streitigkeiten zu einem Schiedsgerichtsverfahren in Kalifornien zwingen.

[Update 16:49, via theorigin.de]Diese Einschätzung wird offenbar vom Rechtsanwalt Christian Solmecke geteilt. Dieser meint laut netzwelt.de: „Die Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger. (…) Außerdem kann EA die Vereinbarungen so oft ändern wie es will, so lange die Software die gleiche bleibt, wird dies an den grundsätzlichen Voraussetzungen nichts ändern“.[/Update]

Besonders deutlich wird die Lage, wenn man beide Versionen grafisch nebeneinander legt: Weiterlesen

Gamer protestieren gegen EA,
EULA-Änderung nur Makulatur

Mit dem Erscheinen von Battlefield 3 mussten viele Benutzer feststellen, dass zum Starten des Spiels das Zusatzprogrammm „Orgin“ benötigt wird. Dieses Programm greift gemäß Endbenutzer-Lizenzvertrag (End User License Agreement, EULA) massiv in die Rechte des Verbrauchers ein. Letztenendes holt sich der Benutzer eine Spionagesoftware auf seinen PC, welche die unterschiedlichsten Daten sammelt und an EA zurücksendet. So wird z.B. der komplette Inhalt der Festplatten erfasst und es werden ungefragt Lizenzen von EA-Produkten geprüft. Zudem behält sich EA vor, die gesammelten Daten u.a. „für Marketingzwecke“ an „seine Partner“ weiter zu geben. Die Datensammlung umfasst etwa IP-Adressen, Nutzungsdaten, sämtliche auf dem Computer installierte Software sowie deren Nutzung und vorhandene Hardware inklusive Peripherie wie Drucker. Dies alles geschieht aber auch schon bevor der Benutzer irgend etwas zugestimmt hat, den Orgin spioniert bereits während der Installation den Rechner aus.

Danneben hat das neue Verfahren auch einige Seiteneffekte. Nebst den üblichen Schwieigkeiten sich bei den Aktivierungsservern anzumelden (wie zuletzt bei Ubisoft), melden Spieler, dass ältere EA-Produkte nichtmehr funktionieren, sofern sie online erworden wurden. Dies umfasst alle vor dem September 2009 gekauften Spiele. Sofern man also nicht über einen zuvor erworbenen Datenträger verfügt, sind diese Spiele für den Kunden nichtmehr nutzbar. EA hat das inzwischen bestätigt.

Als diese umfassenden Eingriffe seitens EA bekannt wurden, berichteten unter anderem Spiegel-Online über den Sachverhalt. Das Thema schlug schnell größere Wellen. Dies veranlasste EA laut Informationen des Magazins Gamestar letztendlich die Orgin-EULA abzuändern. Dieses Manöver scheint allerdings vor allem Makulatur zu sein, denn die wirklich brisanten Stellen sind auch weiterhin noch enthalten. So wurde der Text insgesamt freundlicher formuliert und die Anrede des Nutzers von „du“ auf „Sie“ korrigiert. Zudem findet der Kunde nun eine detaillierte Anleitung, wie er sich im Falle eines Streits nach Auffassung des Publisher zu verhalten hat. Einzig die Anmaßung die Kommunikation des Nutzers zu überwachen und jegliche Information zu veröffentlichen, wenn es „EA für nötig hält“, um die eigenen Interessen zu schützen, wurde fallen gelassen. Überwacht wird aber weiterhin.

Datenschützer und Verbraucher laufen gegen diese Eingriffe in das Nutzungsverhalten und die Privatsspähre der Spieler Sturm. So häufen sich negative Bewertungen beim Onlineshop Amazon, eine Petition fordert gar das komplette Verkaufsverbot des Spiels – und zwar so lange bis sich der Publisher an geltendes Recht hält. Namenhafte Akteure des eSport arbeiten zur Zeit zusammen mit uns an einem offenen Brief, der die Meinung der Spieler auf den Punkt bringt, und EA endlich zu einer Stellungnahme bewegen soll. Da viele Nutzer nach dem Kauf eine negative Überraschung erleben mussten, sieht der VDVC zudem seine schon länger bestehende Forderung nach mehr Transparenz in Vertragstexten bestätigt und wird nun mit neuem Elan für dessen Umsetzung arbeiten. Um auch denen zu helfen, die bereits von der Spionage-Offensive betroffen sind, haben wir ein Musterschrieben vorbereitet. Dieses lässt sich nutzen, um von EA Auskunft (gemäß Bundesdatenschutzgesetz) verlangen, welche Daten sie über einen gespeichert haben.

Pläne für 2011

2011 in Minecraftblöcken geschriebenDas Jahr 2011 ist ja nun schon ein paar Tage alt und die ersten Termine stehen bereits vor der Tür: Das erste „Spiele(nd) verstehen“ des Jahres soll an einem Karlsruher Gymnasium stattfinden, zu einer Diskussion über Medienkompetenz hat Bundesfamilienministerin Schröder geladen und auch Auftritte auf Messen und LANs sind wieder fest vorgesehen. Wie auf der letzten Mitgliederversammlung besprochen, besitzt die Arbeit an der Basis dieses Jahr einen besonderen Fokus.

Nach dem Ende der letzten Verbotsdebatte übersehen leider auch viele Computerspieler die Probleme der vorherrschenden Sicht vieler Menschen auf unser Hobby. Computerspiele gelten weiterhin viel zu oft als Kinderspielzeug: Eltern geben ihren Sprösslingen für Kinder ungeeignete Programme und Behörden möchten verhindern, dass Spiele für Erwachsene überhaupt öffentlich angeboten werden dürfen. So erzwang erst kürzlich das bayrische Familienministerium eine sechste(!) USK-Prüfung von Dead Space 2, das nach Urteil des Prüfgremiums bereits ab 18 Jahren freigegeben werden sollte. Weil eine weitreichende Zensur verhindert wurde, stellt nun das Ministerium die USK in Frage.

Ein weiteres Feld falscher Gelassenheit hängt mit der vermeintliche Aufweichung des Onlinezwangs Ubi-Launcher zusammen: Ubisoft hat die Frequenz reduziert, mit der sich Spiele des Publishers beim Lizenzserver melden müssen. Statt alle paar Minuten muss sich z.B. Assassin’s Creed 2 nur noch beim Spielstart bei Ubisoft melden. Der Grund dafür dürfte aber wohl weniger Einsicht sein, dass ein Spielabbruch bei schwacher Internetverbindung den Spieler zur Installation eines Cracks bewegen könnte, als wirtschaftliche Überlegungen. Bedenkt man, dass das Spiel allein in der ersten Woche 1,6 Millionen Mal verkauft wurde, dürfte die Rückmeldung der Spieler im Minutentakt immer noch einiges an Ressourcen verbrauchen – und so Kosten verursachen. Nichtsdestotrotz greift der Publisher weiterhin unverhältnismäßig in die Rechte seiner Kunden zu, indem er sich die Möglichkeit offen hält, legal erworbene Programme aus der Ferne unbrauchbar zu machen.

PS: Wie es das Bild schon andeutet, wird das nächste Gamestorming „User Generated Content“ und den kreativen Umgang mit Computerspielen zum inhalt haben. Terminwünsche können im Wiki (Diskussionsseite) oder einfach als Kommentar auf diesen Beitrag abgegeben werden.

Mittwoch Gamestorming

Wir haben für Mittwoch, den 15. Dezember, ab 19:00 ein Gamestorming angesetzt. Es gibt momentan zwei sehr heiß diskutierte Themen, die nun gleich beide auf die Tagesordnung stehen: DRM wird Gesprächsthema sein, gespielt wird 1378(km). Zwar sind beide Themen recht komplex, doch scheint das gewählte Spiel nicht zu Actionreich zu sein, sodass intensive Gespräche möglich sein sollten.

Am Ende sollen ein erster gemeinsamer Entwurf unserer Position zum Thema DRM sowie ein individueller Eindruck zu 1378(km) stehen. Mit diesem Eindruck wird uns auch ein fundierter Bericht möglich werden. Dieser wird zusammen mit einer ausführlichen Zusammenfassung der Präsentation des Spiels Ende der Woche veröffentlicht werden.