Umfrage zu Nutzungsverhalten und Ansichten von Videospielern

Auch dieses Jahr befragen wir wieder zusammen mit Stigma-Videospiele.de Gamer zu ihrer Videospielnutzung und zu ihren Ansichten. Es geht neben den allgemeinen Vorlieben auch um Daten- und Verbraucherschutz, Zensur und – aus aktuellem Anlass – Sexismus. Ein Ziel unserer Umfrage ist es, abweichend von den üblichen Verkaufscharts, auch das Spielverhalten der Teilnehmer zu untersuchen. Außerdem helfen uns die Ergebnisse natürlich dabei, die Meinung der Video- und Computerspieler möglichst gut zu vertreten.

Die Umfrage läuft vom 1. bis zum 31. Dezember 2014. Wir verlosen unter den Teilnehmern zwei Einkaufsgutscheine über je 50,00 € und fünf Einkaufsgutscheine über je 20,00 €. Die Beantwortung dauert etwa 15 Minuten.

An dieser Stelle auch vielen Dank an alle Helfer bei der Vorbereitung, insbesondere an die Steam-Gruppe „for UNCUT!“.

Veröffentlichung der Ergebnisse

Die Erhebung ist als Teil 2 unserer Umfrage vom Jahreswechsel 2013/2014 konzipiert. Die Ergebnisse des ersten Teils haben uns im laufenden Jahr schon sehr geholfen. Um unter anderem Trends erkennen zu können, werden die finalen Ergebnisse für beide Umfrageteile Anfang 2015 zusammen veröffentlicht (vorläufige Auswertung von Teil 1).

Statement: Spielen hat kein Geschlecht

In den letzten Monaten wurde deutlich, dass es unter Computer- und Videospielern scheinbar Menschen gibt, die es scheinbar als Angriff wahrnehmen, wenn Frauen Spiele spielen, über diese berichten, oder sie kritisieren. Deutlich wurde dies etwa durch die Angriffe männlicher Spieler auf Anita Sarkeesian und ihre Feminist Frequency-Videos, die in der kurzzeitigen Entfernung eines Videos auf YouTube gipfelten.

Seit einigen Tagen scheint eine Kontroverse um die Sendung Game One und deren YouTube-Format Rocket Beans TV zu geben. Diese hatte auf ihrer Webseite eine Stelle explizit für eine Moderatorin ausgeschrieben mit der Begründung, dass sie „nämlich endlich mal der Realität Rechnung tragen [wollen], dass Games, Serien, Comics, Filme und der ganze übrige Nerd-Kram längst keine reinen Männer-Themen mehr sind.“
Diese Entscheidung wird wohl von einigen männlichen Personen abgelehnt, die im Kommentarbereich, und anderswo im Internet, dagegen vorgehen.

Solche Verhaltensweisen von Spielern lehnen wir als Verband kategorisch ab und heißen sie auch nicht gut. Egal wie man etwa zu den Thesen von Frau Sarkeesian stehen mag, so sollte man sich auf eine zivile und vor allem erwachsene Weise mit ihnen auseinandersetzen. Auch mag einem die Stellenausschreibung von Rocket Beans nicht passen, doch auch hier sind Beleidigungen fehl am Platze.

Wir als Verband unterstützen sowohl Anita Sarkeesian, als auch Rocket Beans bei ihren Projekten, da sie letztendlich das Ziel verfolgen, Frauen sichtbarer zu machen. Tatsächlich ist es so, dass Frauen in Spielen unterrepräsentiert sind. Viele Spiele haben nur einen männlichen Protagonisten, ohne dass man etwa alternativ einen weiblichen aussuchen darf. Auch gehen die Rollen von weiblichen Charakteren in Spielen selten über das zu rettende Spielziel hinaus.

Aber auch in den Medien, die über Spiele berichten, kommen Frauen nur selten vor, auch wenn viele von ihnen etwa im Hintergrund an den Formaten mitarbeiten. Das finden wir schade, denn wie Rocket Beans richtig feststellt, sind Frauen Teil der Games-, Serien-, Comics-, Film- und Nerdkultur. Es ist somit auch ihr Recht in den Medien entsprechend repräsentiert zu werden, wie es ein nachvollziehbares Anliegen von Rocket Beans ist, explizit weibliche Moderatoren zu suchen.

Spielen kennt kein Geschlecht. Beim Spielen geht es um Spaß, um das Eintauchen in andere Welten, um spannende Geschichten und darum, mit Freunden oder auch völlig Fremden eine gute Zeit zu erleben. Einige Spiele können sogar zum Nachdenken anregen. Es ist dabei egal woher man kommt, welche Hautfarbe man hat, welches Geschlecht man hat und zu welchem man sich hingezogen fühlt. Denn letztendlich kann uns dies nur bereichern. Und je mehr Menschen Teil unserer Kultur sind, sie verstehen und sie nach Außen tragen, desto weiter kommen wir bei den echten Kontroversen, den Gewalt- und Suchtdebatten, sowie die Anerkennung als Kulturgut.