Nintendo-Briefkasten eingestellt

Nintendo pflegt seinen Ruf als kinderfreundlicher Anbieter. Schon zu N64-Zeiten galt die Konkurrenz (allen voran die Playstation) als erwachsener, doch meist ist es ein Fehler, Kinderfreundlichkeit als Nachteil für Erwachsene zu verstehen: Wo Mario und Pokémon zu hause sind, kann es ja trotzdem Metroid Prime, ZombiU und andere (z.B. düstere) Titel für Erwachsene geben. Dass es tatsächlich mal Konflikte geben kann, beweist der Nintendo-Briefkasten:

Nintendo hat davon erfahren, dass einige Kunden, darunter auch Minderjährige, Freundescodes über Internet-Foren ausgetauscht und daraufhin „Nintendo-Briefkasten“ dazu genutzt haben, anstößiges Material auszutauschen. Nintendo hat verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie dies zu verhindern ist, und sich dazu entschieden, diesen Service einzustellen, da er den direkten Austausch von Fotos ermöglicht und bewusst missbräuchlich verwendet wurde.

Man stelle sich nun vor, Google würde seinen E-Mail-Dienst einstellen, weil Minderjährige damit „anstößiges Material“ austauschen können – undenkbar. Nintendo aber ist der Ruf als kinderfreundlicher Anbieter wichtiger, als die erbrachte Leistung. Fast schon ist zu befürchten, dass Nintendo auch den Webbrowser einstellt, sobald öffentlich thematisiert wird, dass man damit Porno-Seiten anzeigen kann. Nintendos Strategie, Problemen aus dem Weg zu gehen, mag zwar populär sein, der pädagogische Nutzen ist aber zweifelhaft: Auch vor einer Nintendo-Konsole sollten Eltern ihre Kinder nicht einfach abladen – egal wie kinderfreundlich sie wirkt.

Wahlprüfsteine: Positionen der Parteien zu Videospielen

Video- und Computerspiele sind nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch die Meinung der Parteien zu diesem Thema interessiert immer mehr Menschen. Bereits 2009 wurde vom Thema Videospiele mit unter dem Slogan „Ich wähle keine Spielekiller!“ ein direkter Bezug zur Bundestagswahl hergestellt. Nicht zuletzt die Schaffung des Deutschen Computerspielpreises und der Politiker-LAN im Bundestag zeigen, dass das öffentliche Interesse am Thema auch durch die Politik bereits erkannt wurde. Zur diesjährigen Bundestagswahl haben wir, der Computerspieler-Verbraucherverband (VDVC), erstmals direkt die Parteien zu Themen befragt, welche die Spielerschaft besonders bewegen. Weiterlesen

Steam als Sicherheitslücke

Wie jede andere Software können auch Computerspiele Sicherheitslücken beinhalten. Besonders von Titeln mit Onlineanbindung und solchen, die sich (zum Beispiel als Kopierschutz) sehr tief ins System eingraben, geht hier eine Gefahr aus. Problematisch ist, dass sich Spieleentwickler kaum mit Systemsicherheit auseinandersetzen. Für Steam gibt es nun mindestens einen Hack, der in größerer Zahl ausgenutzt wird. Dieser allerdings dürfte den Nutzern gefallen.

Die Plattform Steam von Valve Software bietet Sicherheitstechnisch ein absolutes Desaster. Sie ist selber kein Spiel, sondern vielmehr eine Kombination aus Shop, Kopierschutz und Community. Allerdings hat Steam Kontrolle über eine Vielzahl an Spielen – damit lässt sich leider auch die gesammelte Angriffsfläche der installierten Spiele nutzen. Bereits vor einem knappen Monat hat Packet Storm Security eine Analyse zur Unsicherheit des Steam Browser Protokolls veröffentlicht. Mit diesem Protokoll lässt sich unter anderem lokal installierte Software mit wählbaren Parametern starten. Dem Bericht zufolge kann man auf einer Webseite einen Link platzieren, der ein Spiel mit Source-Engine nutzt, um eine ausführbare Datei auf dem Rechner des Opfers erzeugt. Auf diese Weise können schlussendlich auch Viren auf das angegriffene System gelangen.

Beweis: Steam lädt manipulierte Daten

Aber es ist nicht nur möglich, Dateien anzulegen. Mit dem Steam-Befehl retailinstall lässt sich sogar ferngesteuert beliebige Software zu installieren:

One of its parameter is path that is used to specify this local directory but obviously this directory can be a Windows network folder available on a remote host.

Zwar fragt Steam nach Bestätigung, ob eine Installation vorgenommen werden soll, allerdings wird der Nutzer vermutlich sofort OK klicken, wenn ihm die vertraute Software (scheinbar) ein Spiel schenken möchte.

Nun aber die gute Nachricht: Der bisher einzige verbreitete „Hack“ richtet sich nicht gegen den Benutzer, sondern gegen Plattformbetreiber Valve selbst. So ist es möglich, durch das Klicken eines Steam-Links Zugriff zum „geschlossenen“ Test von Steam für Linux zu erhalten. Eigentlich ist die Version bisher 1000 ausgewählten Testern vorbehalten.

Steam: Würden Nutzer AGB-Änderung ablehnen?

In der vergangenen Woche hat die Verbraucherzentrale Valve abgemahnt. Grund hierfür ist die Änderung der Steam-AGB im August. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Inhalt der neuen Vertrags, sondern die Art, mit der die Änderung durchgeführt wird. Auch wir haben diese damals kritisiert:

Valve, die Firma hinter Steam, [hat] vor einigen Tagen das „Steam Subscriber Agreement“ geändert. Zumindest wird hier im Gegensatz zur Konkurrenz, die eine solche „Vertragsanpassungen“ auch mal heimlich unterschiebt, um Zustimmung gebeten. Eine harte Entscheidung, hat man doch die Wahl zwischen:

  • „Ja, ich bin einverstanden.“ und
  • „Nehmt mir alle meine Spiele weg!“

Doch was wäre, wenn man sich wirklich zwischen der alten und neuen Version entscheiden könnte? Wirklich gelesen und verglichen hat die Vertragswerke wohl kaum jemand. In den Medien wurde inhaltlich vor allem der Ausschluss von US-Sammelklagen betont. Zudem wurde erwähnt, dass einige neue Entwicklungen (Valve-Geschäftsstelle in Luxemburg, Item-Handel, Cloud, etc.) die Anpassungen nötig machten. Das klingt für den Europäer eher uninteressant.

Faktisch gibt es aber eine bisher kaum erwähnte Änderung, die vor allem für deutsche Nutzer wichtig ist: Die neuen Vertragsbedingungen verbieten den Einsatz von Proxy-Servern, um die „geographischen Beschränkungen hinsichtlich der Inhalte von Spielen“ zu umgehen. Nötig sind solche Server, da einige Programme in Deutschland nicht erhältlich oder stark zensiert sind. Es gäbe also durchaus einen Grund, die neuen AGB abzulehnen.

Gamescom? Ohne uns.

Aktuell schaut die komplette Gamesbranche nach Köln. Dort veranstaltet der Verband der großen Publisher (BIU) die gamescom. Für viele Gamer ist es das Paradies, doch wir gehen dieses Jahr gar nicht hin[1]. Nachdem wir die letzten Jahre sogar unseren Platz im Rahmenprogramm des Events gefunden haben, wird dieses Jahr niemand für den VDVC am Start sein. Weiterlesen

  1. [1]Ich war sogar in Köln, bin aber am Abend vor Eröffnung der Messe wieder weg.

„spiel-gekauft.de“ online

„Spiel gekauft?“ – Wenn diese Frage dem Besitzer einer just ergatterten DVD an der Kasse eines Geschäfts gestellt wird, fällt eine präzise Antwort eigentlich schwer. Bevor man das Spiel nutzen kann, muss zunächst ein Benutzungsvertrag abgenickt werden, der vielerlei Bestimmungen enthält. Zudem befindet sich auf dem Datenträger oft gar kein Spiel mehr. Manchmal erhält man lediglich einen Client zur Teilnahme an einem Spiel, welches in Wirklichkeit auf einem Server irgendwo im Internet abläuft.

Steam Store vs. EULA

Selbst Anbieter wissen es nicht: Was wird verkauft?

Doch nicht erst seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 3. Juli 2012 oder dem Skandal um EAs Origin ist bekannt: Nicht alles, was Softwareanbieter einem erzählen, ist juristisch einwandfrei. Selbst wenn immer wieder das Urheberrecht betont wird, auch Nutzer haben Rechte – unter anderem Eigentumsrechte und Datenschutzrechte. Welche das sind, und was einem als Nutzer nicht verboten werden darf, haben wir auf unserer neuen Webseite spiel-gekauft.de zusammengefasst.

Linuxnutzer aus Diablo 3 verbannt

Erste Gerüchte Blizzard sperre Diablo-3-Accounts von Nutzern des Betriebssystems Linux, haben sich nun bestätigt. Zwar werden die Fälle offiziell weiter bestritten. Das Unternehmen schildert sogar, aktiv gegen die Fehlerkennung vorzugehen. Nichtsdestotrotz wird laut Holarse sehr aktuelle Versionen der Software Wine fälschlicherweise als Cheat erkannt. Diese Software ist nötig, um für Windows entwickelte Programme unter Linux auszuführen.

So war es bereits 2006. Auch damals hatte Blizzard Linuxuser fälschlicherweise für Cheater gehalten. Nach massiven Beschwerden entschuldigte sich Blizzard damals bei den Nutzern der kommerziellen Wine-Variante Cedega. Die Accounts der Spieler wurden wieder freigeschaltet. Teyro, Moderator des Playing Penguin Podcasts, war ebenfalls betroffen. Er berichtet, sein Account wurde mittlerweile nach einem mehrstündigen Telefonat wieder entsperrt.

Urheberrechtsdialog am 9.6.

Der VDVC wird am Samstag, den 9.6., am Urheberrechtsdialog der Piratenpartei teilnehmen. Hierbei versuchen wir die Sicht der Video- und Computerspieler in die Diskussion einzubringen. Eine vorläufe Position findet man in unserem Wiki. Ein Stream der Veranstaltung wird über Piratorama erfolgen.

VDVC-Mitgliedspost Mai 2012

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es einige Umbauten im VDVC, die die Zusammenarbeit im Verein verbessern und unsere Schlagkraft erhöhen sollen. Außerdem freuen wir uns, die Lange Nacht der Spielkultur 2012 (5.-7. Oktober) ankündigen zu dürfen.

Stigma-Videospiele.de gehört zum VDVC

Nachdem wir mittlerweile schon echt lange mit Stigma Videospiele zusammengearbeitet haben, gehört die Webseite nun offiziell zum VDVC. Ursprünglich war geplant, dass wir uns vor allem um die technischen Aspekte kümmern, mittlerweile kommt aber schon fast jeder zweite Artikel von Leuten, die erst seit dem Umzug für die Seite schreiben. Matthias, Gründer und bisher Hauptverantwortlicher der Seite, hat in Zukunft voraussichtlich leider weniger Zeit. Wir würden uns daher sehr über zusätzliche Unterstützung freuen.

Webseite zum Verbraucherschutz in Planung

Um Überblick im Dschungel aus DRM, Urheberrecht, Onlinezwang, On-Disk-DLCs und so weiter zu ermöglichen, arbeiten wir an einer Seite, die Computerspieler über ihre Rechte aufklärt. Das bisherige Material erläutert vor allem den Unterschied zwischen der Intuition des Käufers und dem, was in der EULA steht. Außerdem sollen verschiedene Vertriebswege miteinander verglichen werden (z.B. Steam vs. Origin vs. Ladengeschäft). Der Auftritt wird unter dem noch nicht unbedingt endgültigen Titel spiel-gekauft.de vorbereitet. Wer Anregungen hat oder mithelfen möchte, ist herzlich eingeladen. Augenscheinlich fehlt noch ein echtes Layout für die Webseite und den Inhalten kann natürlich auch gerne mitgewirkt werden.

Zeigt Vielseitigkeit: Planet VDVC

Lange Zeit war unser Blog Hauptseite des VDVC. Das hat sich nun nicht nur aufgrund der Eingliederung von Stigma-Videospiele geändert. Unsere neue Startseite, der Planet VDVC, soll Einblick in die sprichwörtliche Vielseitigkeit unseres Verbands erlauben. Dabei handelt es sich um eine Übersicht von Artikeln, die auf Seiten aus dem Umfeld des VDVC veröffentlicht wurden. Es ist jeweils ein Auszug zu lesen, der vollständige Artikel ist verlinkt. Falls du eine Webseite oder ein Blog betreibst, wo regelmäßig passende Inhalte erscheinen, können wir dich gerne auch einbinden. Voraussetzung ist, dass die Qualität deiner Texte stimmt und alle relevanten Artikel über einen Feed abrufbar sind.

Diskussionsstruktur und Hierarchie (Forum, Vorstand)

Lange Zeit gab es in unserem Forum doppelte und dreifache Strukturen: Öffentlicher, Mitglieder- und Teambereich. Damit ist jetzt Schluss, wir haben ordentlich aufgeräumt und uns von allen Mehrfachstrukturen getrennt. Faktisch heißt das, dass jetzt (fast) das gesamte Forum öffentlich ist. Zudem wurden Prestigemerkmale wie Postcounts versteckt. Auf diese Weise flachen wir die gefühlte Hierarchie ab und laden auch Nichtmitglieder verstärkt zu Diskussionen ein.

Zudem möchten wir, dass die Mitgliederversammlung künftig unmittelbar den Vorstand wählt – bisher gibt es ja den Umweg über den Aufsichtsrat. Hierdurch soll zum einen die Legitimation des Vorstands erhöht, zum anderen aber auch die Diskussionskultur gestärkt werden: Verschiedene Kandidaten stehen für unterschiedliche Schwerpunkte. Außerdem würde eine direkte Wahl die Mitgliederversammlung deutlich aufwerten. Bis zur offiziellen Einladung kann über Entwürfe für nötige Satzungsänderungen diskutiert werden. Formell eingeladen wird voraussichtlich im August, das Datum steht mit der LNS12 bereits fest.

Lange Nacht der Spielkultur 2012

Vom 5. bis zum 7. Oktober 2012 findet in Karlsruhe die Lange Nacht der Spielkultur 2012 statt. Wie schon im letzten Jahr wird es dabei in der Hochschule für Gestaltung eine LAN-Party sowie von uns organisierte Diskussionen, Workshops und Vorträge geben. Das Gesamtprogramm soll dabei deutlich größer ausfallen als im letzten Jahr, in dem die Veranstaltung ja sehr spontan zustande kam. Unter anderem wird an einer Retrobörse mit klassischen Konsolen gearbeitet. Für den VDVC ist die LNS insbesondere deshalb wichtig, weil sie auch den Ort unserer jährlichen Mitgliederversammlung darstellt.

Origin: EA-Mitarbeiter hören zu und notieren Forderungen

EA hatte aufgrund anhaltender Kritik an seiner Online-Plattform Origin für heute Abend zu einem runden Tisch geladen. Man räumte Fehler ein, wenn auch von einer Entschuldigung kein Wort zu hören war. Und wie es sich für ein solches Treffen gehört, ließ man uns Gamern ausreden.

Ob unseren Worten auch die erhofften Taten auf Seiten von EA folgen werden, steht leider noch auf einem anderen Blatt: Die erste Ankündigung von EAs Deutschlandchef, Herrn Coenen, war, dass man an diesem Abend selbstverständlich keine Entscheidungen treffen könne. Das wir keine erwarten konnten, war uns insofern ohnehin vorher klar, als dass wir nicht mit den CEOs des Mutterkonzerns an einem Tisch saßen – so wichtig sind die Rechte deutscher Kunden dann doch nicht. Weiterlesen