hartaberfair

Falschdarstellungen und Vorurteile
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gordon-creAtive.com
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Re: hartaberfair

Post by gordon-creAtive.com »

Stimmt, hatte ich nicht auf dem Schirm.
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Patrik
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Re: hartaberfair

Post by Patrik »

Das schreiben hat es gar nicht mehr gebraucht, es gibt schon eine Antwort: Antwort WDR-Intendantin. Leider wird (erwartungsgemäß) abgestritten, dass es irgendwelche Intentionen gegeben hätte, eine Tendenz zu erzeugen.
Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Vielen Dank fürs hochladen. Damit ist unser Problem natürlich "gelöst" und es ist immer wieder befriedigend zu sehen, wie verlässlich die Gremien ihre Ansichten hochhalten.

Da die Intendantin unser Schreiben als formelle Programmbeschwerde anerkannt hat hätten wir jetzt aber afaik noch die Möglichkeit zu erreichen, dass der Rundfunkrat sich damit beschäftigt. Ich glaube nicht, dass der eine andere Ansicht vertreten wird, doch ich meine, dass wenn wir es unterlassen, man uns ggf. - wenn wir das Beispiel zukünftig bringen - eine Mitschuld an dem Unterbleiben einer Rüge durch den Rundfunkrat einräumen könnte, weil wir ja eben gar nicht erst versucht habe zu erreichen, dass er sich damit auseinandersetzt.

Ich schau mal, ob ich morgen eine News für stigma zusammenkriege.
Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Als News (In Bearbeitung):
a) Die Intendantin meint, dass die Anmoderation des Zitat Harrys keine falsche Tatsachenbehauptung enthalte, da Plasberg nicht behauptet habe, dass das Spielen im beim Kampfeinsatz helfe, sondern allein danach gefragt habe.

Hier wird bei zwei Punkten verschleiert:

Zum eine geht es beim dargestellten Zitat Harrys nicht darum, dass irgendwelche Computerspiele im kampfeinsatz hilfreich sein könnten, sondern um die Frage, ob die Nutzung von "FIFA" das Wesen eines Menschens verändert.

Zum anderen der Verweis auf das Beispiel und nicht die Frage Plasbergs unserer Kritikpunkt: Wir haben nicht bezweifelt, dass Plasberg die Frage, ob Videospiele das Wesen eines Menschens verändern könnten, gestellt hat. Wir haben kritisiert, das Plasberg angeführt hat, dass sich am Beispiels Harrys die Frage stelle, ob Videospiele das Wesen eines Menschens verändern könnten. Denn unserer Meinung ist die Nutzung von "FIFA" kein Fall, aus dem sich eine psychische Abstumpfung von Soldaten ableiten ließe.

Im Übrigen verweist die Intendatin darauf, dass "FIFA" weggelassen wurde, weil man es den Zuschauern ansonsten hätte erklären müssen, was von der debatte abgelengt hätte.

b) Die Intendantin meint, dass es der "hart aber fair"-Redaktion nicht darum gegangen sei den Eindruck zu erwecken, dass Harry "Killer-Spiele" gespielt habe.

Darauf kommt es - wie von uns bereits in der Beschwerde angeführt - nicht an. Es ist nicht die Intention der Autoren, sondern der Eindruck, den ein Dritter gewinnen musste, maßgeblich. Und wie auch die Studiogäste musste jeder Zuschauer annehmen, dass die Aussage Harrys "Killerspielen" gegolten hatte.

c) Die Intendantin meint, dass das Zitat dadurch, dass man Harry seine Kameraden nicht als Beleg für seine Gaming Skills, sondern für seine Kampfhandlungen anführte, verkürzt aber nicht verfälscht worden sei, da seine "schnellen Daumen" ihn auch beim Kampfeinsatz nutzen würden.

Auch hier wurde unser Vorwurf ignoriert: Dagegen, dass "hart aber fair" das Zitat Harrys so zurecht gekürzt hat, dass er auf seine Kameraden nicht mehr wegen seinem Können an der Spielkonsole, sondern wegen der seiner Fertigkeiten im Kampfeinsatz verweist, hat die Intendatin nichts vorgebracht. Dass er seine Kameraden auch als Beleg für seine Leistung im Kampfeinsatz hätte anführen können stimmt, doch eben das hat er nicht getan.

d) + e) Die Intendantin meint, dass "hart aber fair" für die Äußerungen der Gäste nicht verantwortlich und ein Pflicht zur Distanzierung/Richtigstellung nur bei eklatanten Rechtsverletzungen bestehe.

/

f) Zitat sei gekürzt, aber nicht sinnentstellt gewesen.

S.o.
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Pyri
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Re: hartaberfair

Post by Pyri »

korrigiertes Zitat wrote:Als News (...):
a) Die Intendantin meint, dass die Anmoderation des Zitat Harrys keine falsche Tatsachenbehauptung enthalte, da Plasberg nicht behauptet habe, dass das Spielen ihm beim Kampfeinsatz helfe, sondern allein danach gefragt habe.

Hier wird bei zwei Punkten verschleiert:

Zum eine geht es beim dargestellten Zitat Harrys nicht darum, dass irgendwelche Computerspiele im Kampfeinsatz hilfreich sein könnten, sondern um die Frage, ob die Nutzung von "FIFA" das Wesen eines Menschens verändert.

Zum anderen war der Verweis auf das Beispiel und nicht die Frage Plasbergs unser Kritikpunkt: wir haben nicht bezweifelt, dass Plasberg die Frage, ob Videospiele das Wesen eines Menschens verändern könnten, gestellt hat. Wir haben kritisiert, das Plasberg angeführt hat, dass sich am Beispiels Harrys die Frage stelle, ob Videospiele das Wesen eines Menschens verändern könnten. Denn unserer Meinung ist die Nutzung von "FIFA" kein Fall, aus dem sich eine psychische Abstumpfung von Soldaten ableiten ließe.

Im Übrigen verweist die Intendatin darauf, dass "FIFA" weggelassen wurde, weil man es den Zuschauern ansonsten hätte erklären müssen, was von der Debatte abgelenkt hätte.

b) Die Intendantin meint, dass es der "hart aber fair"-Redaktion nicht darum gegangen sei den Eindruck zu erwecken, dass Harry "Killer-Spiele" gespielt habe.

Darauf kommt es - wie von uns bereits in der Beschwerde angeführt - nicht an. Es ist nicht die Intention der Autoren, sondern der Eindruck, den ein Dritter gewinnen musste, maßgeblich. Und wie auch die Studiogäste musste jeder Zuschauer annehmen, dass die Aussage Harrys "Killerspielen" gegolten hatte.

c) Die Intendantin meint, dass das Zitat dadurch, dass man Harry seine Kameraden nicht als Beleg für seine Gaming Skills, sondern für seine Kampfhandlungen anführte, verkürzt aber nicht verfälscht worden sei, da seine "schnellen Daumen" ihn auch beim Kampfeinsatz nutzen würden.

Auch hier wurde unser Vorwurf ignoriert: dagegen, dass "hart aber fair" das Zitat Harrys so zurecht gekürzt hat, dass er auf seine Kameraden nicht mehr wegen seinem Können an der Spielkonsole, sondern wegen dem seiner Fertigkeiten im Kampfeinsatz verweist, hat die Intendatin nichts vorgebracht. Dass er seine Kameraden auch als Beleg für seine Leistung im Kampfeinsatz hätte anführen können stimmt, doch eben das hat er nicht getan.

d) + e) Die Intendantin meint, dass "hart aber fair" für die Äußerungen der Gäste nicht verantwortlich und eine Pflicht zur Distanzierung/Richtigstellung nur bei eklatanten Rechtsverletzungen bestehe.

(...)
Ich würde noch herausstellen welcher Eindruck von Videospielen dadurch etwa entstehen sollte: es ist eine Sache zu meinen "FIFA" nicht erklären zu brauchen, eine andere hingegen so gewöhnlich für problematisch befundene Inhalte dann gar nicht zu nennen, nichts zu erwähnen.
Die Frage welche aus meiner Sicht dabei vor allem bleibt ist die, welche Videospiele darüber eigentlich problematisiert hätten werden sollen...
Und die Antwort kann demnach eigentlich nur lauten: alle Videospiele - unabhängig von deren Inhalt.
Es geht also um die Folgen dieser Verkürzung(en).
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Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

http://stigma-videospiele.de/wordpress/ ... t-gegeben/

Um die Mitteilung von Rechtschreibfehlern wird gebeten.
Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Der Beschwerde wurde ja nicht abgeholfen - wir hätten jetzt die Möglichkeit binnen eines Monats dem Rundfunkrat zu schreiben, wie es auch im Bescheid heißt. Ist zu richten an: WDR Köln, Geschäftsstelle des Rundfunkrats oder Intendanz, 50600 Köln.

Gesetz:
Wird der Programmbeschwerde nicht oder innerhalb der Frist nach Satz 1 nicht abgeholfen, so kann die Beschwerdeführerin oder der Be-schwerdeführer innerhalb eines weiteren Monats den Rundfunkrat anrufen. Im Be-schwerdebescheid hat die Intendantin oder der Intendant auf diese Möglichkeit hinzuweisen.
Entwurf (Schreiben ist vom 11.04.2013: Binnen Monatsfrist nach Zugang, alop frühstens bis zum 11.05.2013 - müssten wird den Rundfunkrat angerufen haben.)
Betreff: Anrufung des Rundfunkrates
Bezug: Programmbeschwerde vom 04.03.2013 zu "hart aber fair"

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte hiermit in der angegebenen Sache gemäß § 10 Abs. 2 WDR-Gesetz den Rundfunkrat anrufen.

I. Zum einen hat die Intendantin im Rahmen ihrer Stellungnahme die maßgeblichen rechtlichen Anforderungen verkannt.

In der Programmbeschwerde wurde die Verletzung von zwei sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag und von zwei sich aus dem WDR-Gesetz ergebenden Programmgrundsätzen gerügt.

Die allgemeinen Programmgrundsätze sind die Einhaltung der anerkannten journalistischen Grundsätze sowie die Pflicht, Inhalte vor ihrer Veröffentlichung auf Wahrheit zu prüfen:
  • 1. "Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen [...] zu entsprechen." (§ 10 Abs. 1 S. 1 RStV)
  • 2. "Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen." (§ 10 Abs. 1 S. 3 RStV)
Die Programmgrundsätze des WDR-Gesetzes umfassen ein allgemeines Wahrheitsgebot sowie eine Wiederholung der Pflicht, Inhalte vor ihrer Verbreitung zu prüfen:
  • 3. "Der WDR soll [...] der Wahrheit verpflichtet sein." (§ 5 Abs. 4 WDR-Gesetz)
  • 4. "Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf [...] Wahrheit zu prüfen." (§ 5 Abs. 6 S. 2 WDR-Gesetz)
Die Intendantin hat hinsichtlich der Prüfung nicht auch die sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag ergebenden Programmgrundsätze herangezogen, sondern sich auf die in § 5 WDR-Gesetz normierten beschränkt. Darüber hinaus ist sie der Ansicht, dass sich die Pflicht, Nachrichten vor der Veröffentlichung auf Wahrheit zu prüfen, nicht auf Unterhaltungssendungen erstreckt:
  • "Prüfungsmaßstab im Rahmen des Programmbeschwerdeverfahrens sind die in § 5 WDR-Gesetz normierten Programmgrundsätze. Die von Ihnen in Hinblick auf § 10 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 RStV vorgetragenen Aspekte werden daher nachfolgend in Hinblick auf eine mögliche Verletzung von § 5 Abs. 4 WDR-Gesetz (Wahrheitsgebot) überprüft. Der in § 5 Abs. 6 Satz 2 WDR-Gesetz normierte Programmgrundsatz bezieht sich dagegen auf reine Nachrichten, d.h. Sendungen zur Informationsvermittlung wie Tagesschau und Tagesthemen. Auf eine Gesprächssendung wie ‚hart aber fair‘ ist dieser Programmgrundsatz nicht anwendbar."
Diese Ausführungen sind mit der einschlägigen Kommentierung nicht zu vereinbaren.

Die im Rundfunkstaatsvertrag normierten Programmgrundsätze gelten auch für das WDR und dahingehende Verletzungen können im Rahmen der Beschwerde geltend gemacht werden:
  • "§ 10 Abs. 1 greift die bisher für private Veranstalter in § 43 Abs. 3 geltende Regelung zur Berichterstattung und zu Informarionssendungen auf, fügt sie in § 10 ein und erstreckt diese Bestimmung dabei zugleich auf sämtliche öffentlich-rechtliche Veranstalter [...]. Eine Programmbeschwerde kommt auch in den Fällen der Verletzung des § 10 durch öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter in Betracht, wie die Gesetze über die Landesrundfunkveranstalten ausdrücklich vorsehen ([...] § 10 WDR-G)." (Flechsig, in: Beck'schen Kommentar zum Rundfunkrecht, 3. Aufl. (2012), § 10 Rn. 3, 79)."
Auch beschränkt sich die sowohl dem Rundfunkstaatsvertrag als auch dem WDR-Gesetz zu entnehmende Pflicht, Nachrichten vor ihrer Verbreitung auf Wahrheit zu prüfen, entgegen dem Wortlaut nicht auf Nachrichtensendungen. Anders, als von der Intendantin ausgeführt, trifft diese Pflicht auch Unterhaltungssendungen:
  • "Unter Nachrichten im hier erwähnten Sinn sind nicht nur Informationen der Nachrichtensendungen zu verstehen, sondern sämtliche Äußerungen des Rundfunks auch in Unterhaltungssendungen u.a. Denn § 10 Abs. 1 ist Grundnorm für die journalistische Berichterstattung und gilt damit schrankenlos für alle Sendungsinhalte. (Flechsig, in: Beck'schen Kommentar zum Rundfunkrecht, 3. Aufl. (2012), § 10 Rn. 22)."
II. Zum anderen hat sich die Intendantin in ihrer Stellungnahme vom 11.04.2013 in keinem Punkt mit der geäußerten Kritik auseinandergesetzt, sondern ist ausnahmslos auf Punkte eingegangen, die nicht Gegenstand des Vorwurfs waren:

Bei a) hat die Intendantin nicht auf die kritisierte Tatsachenbehauptung (“Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel.”), sondern auf die Frage abgestellt, ob "die Videospielnutzung [...] das Wesen eines Menschens" verändern könne. Bei b) geht sie auf die Intention der “hart aber fair”-Redaktion ("Es ging der Redaktion von ‘hart aber fair’ auch nicht darum den Eindruck zu erwecken.") und nicht auf den allein maßgeblichen bei den Zuschauern erweckten Eindruck ein (BVerfG, Beschl. v. 11.03.2011 – 1 BvR 462/02). Bei c) stellt sie nicht darauf auf ab, was durch das gekürzte Zitat wiedergegeben wird (Bzgl. der Leistungen von Prinz Harry als Schütze könne man "die Jungs fragen".), sondern beschäftigt sich damit, was dem Zitat Harrys entnommen werden kann ("Dieser Nutzen [...] bezieht sich aber nicht nur auf das gemeinsame Computer-Spielen, sondern auch auf den militärischen Einsatz."). Bei d) und e) wird allein verteidigt, dass der Moderator “live” nicht eingeschritten worden ist ("In einer Live-Sendung von 75 Minuten Länge werden sehr viele Aussagen getroffen, so dass der Moderator nicht jedes Statement abklopfen und kommentieren kann."), obwohl das Fehlen einer nachträglichen Korrektur - beispielsweise im Rahmen des "Faktenschecks" - moniert werden sollte. Zu f): Die Intendantin sieht nach ihren Ausführungen folgerichtig eine Verletzung der Wahrheitspflicht nicht dadurch begründet, dass Plasberg das Zitat als "nicht ausgedacht" bezeichnete (Es sei zwar "verkürzt" aber nicht "sinnentstellend" wiedergegeben worden". Wir sehen das - vgl. die Kritikpunkte in der anliegenden Beschwerde - naturgemäß anders.

Im Einzelnen:

a) Es wird behauptet, das sich beim Zitat Harrys die Frage nach einer Wesensänderung stelle

Von Plasberg wurde behauptet, dass der Fall Prinz Harrys die Frage aufwerfe, ob sich “durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens” verändere. Vor dem Hintergrund, dass Prinz Harry in dem gezeigten Ausschnitt über das Videospiel “FIFA” spricht, erscheint das als wenig glaubwürdig: Dass die Nutzung von “FIFA” tatsächlich “das Wesen eines Menschens” so verändere, dass man zum “Killer” wird, dürfte nicht ernsthaft behaupten werden können.

Die Intendantin knüpft in ihrer Stellungnahme an einer anderen Aussage an:
  • “Wörtlich sagt Frank Plasberg: ‘Die Frage ist doch: Verändert sich durchs Daddeln nur die Virtuosität des Daumens, verändert sich der Hirnbereich, der den Daumen steuert oder verändert sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschen? Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel.’ Indem der Moderator zweimal das Wort ‘Frage’ benutzt, macht er deutlich, dass dies nicht erwiesen ist. Er stellt also keine Tatsachenbehauptung auf, sondern wirft eine Frage auf und spricht Aspekte an, die dann von der Runde diskutiert wurden. Dies halte ich angesichts der Tatsache, dass Prinz Harry [...] klar zum Ausdruck bringt, ihm habe das Computerspielen bei seinen Kriegseinsätzen geholfen, für nachvollziehbar.”
Zum einen führt Plasberg das Zitat Harrys nicht mit dem Verweis darauf an, dass Computerspiele ihm im Kampfeinsatz irgendwie “geholfen” haben, sondern hinsichtlich der Frage, ob die Nutzung “das Wesen eines Menschens” verändert habe: Es wurde explizit der Einfluss auf die Psyche thematisiert, den Prinz Harry im Interview nicht angesprochen hat. Zum anderen erweckt die Intendantin den Eindruck, dass die Kritik darauf abzielen würde, dass Plasberg die Frage nach dem Einfluss auf die Psyche aufgeworfen hat. Tatsächlich galt die Kritik des VDVC dem anlässlich der Frage erfolgten Verweis auf das Beispiel und nicht der Frage selbst. Die Äußerung Plasbergs – “Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel.” – ist gerade keine Frage, sondern eine Tatsachenbehauptung: Nämlich die, dass die Interviewaussage Prinz Harrys als Beleg dafür tauge, dass Videospiele “das Wesen eines Menschens” verändern könnten. Vor dem Hintergrund, dass die zitierte Äußerung “FIFA” und keinen “First Person Shooter” betraf, muss diese Unterstellung als unwahr angesehen werden.

b) Es wird der Eindruck erweckt, dass Harry von einem “Killerspiel” spricht

Durch die Kürzung und den Kontext, in den das Zitat Harrys durch Plasberg eingebunden wurde, glaubten Zuschauer wie Studiogäste, dass Gegenstand des Zitats “Killerspiele” und nicht ein Fußballspiel war. So wies ein Gast unmittelbar nach dem Einspieler darauf hin, dass “viele dieser Shooter-Spiele [...] ja für militärische Übungszwecke entwickelt worden” seien, während andere vor einer “Killerspieldiskussion” warnten und auch Plasberg von “Ballerspielen” sprach und den falschen Eindruck damit noch verfestigte.

Die Intendantin geht auf diesen Vorwurf nicht ein:
  • “Es ging der Redaktion von ‘hart aber fair’ auch nicht darum den Eindruck zu erwecken, die Aussage von Prinz Harry habe Killer-Spielen gegolten.”
Die Intention der “hart aber fair”-Redaktion ist rechtlich gesehen unerheblich. Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung sind Äußerungen objektiv anhand des Empfängerhorizonts des durchschnittlichen Rezipienten auszulegen. Demnach ist es unerheblich, wie eine Aussage gemeint ist und ob es theoretisch abweichende Deutungsalternativen gibt. Maßgeblich ist, wie sie verstanden werden muss (BVerfG, Beschl. v. 11.03.2011 – 1 BvR 462/02). Und vorliegend ist die wiedergegebene Äußerung so, wie sie aufgefasst wird, unwahr.

c) Das Zitat ist so verkürzt, dass er nun wegen seiner Kampfleistungen auf die Jungs verweist

Im Original sagt Harry: “You can ask the guys: I thrash them at Fifa the whole time.”. Er verweist auf die Aussage seiner Kameraden also wegen der Aussage, dass er sie immer bei “FIFA” – also beim Videospielen – fertig machen würde. Die “hart aber fair”-Redaktion bricht die Widergabe des Zitats nach “You can ask the guys.” ab. Dort heißt es nun hinsichtlich seiner Fertigkeiten als Bordschütze eines Kampfhubschraubers: “Und ich liebe den Gedanken, dass ich mit meinen schnellen Daumen ziemlich nützlich bin. Da können Sie die Jungs fragen.”.

Auch hier setzt sich die Intendantin nicht mit dem kritisierten Punkt auseinander:
  • “Tatsächlich weist Prinz Harry in dem Zitat darauf hin, dass seine Kameraden seinen ‘schnellen Daumen’ vom FIFA-Spielen kennen würden und daher wüssten, dass er mit diesem ‘nützlich sein kann’. Dieser Nutzen, das zeigt der aufgezeigte Kontext des Interviews eindeutig [...], bezieht sich aber nicht nur auf das gemeinsame Computer-Spielen, sondern auch auf den militärischen Einsatz. Die Weglassung des FIFA-Satzes hat das Zitat damit zwar verkürzt, aber nicht verfälscht.”
An andere Stelle heißt es hierzu:
  • “Mit dem Weglassen des Verweises auf das Computerspiel ‘FIFA’ wurde weder der Tenor der Aussage des Prinzens verfälscht, noch wurden seine Worte ‘neukomposiniert’, denn der Kontext des Zitats, der Tenor des gesamten Interviews, ist eindeutig. Darin zieht der Prinz einen Zusammenhang zwischen seiner Leidenschaft für Computerspiele und seinen Leistungen als Soldat bzw. als Schütze.”
Dagegen, dass die “hart aber fair”-Redaktion das Zitat Harrys so zurecht gekürzt hat, dass er auf seine Kameraden nicht mehr wegen seinem Können an der Spielkonsole, sondern wegen seiner Fertigkeiten im Kampfeinsatz verweist, hat die Intendantin nichts vorgebracht. Es mag sein, dass der angesprochene Nutzen seiner “schnellen Daumen” sich nicht nur auf Videospiele, sondern auch auf den Kampfeinsatz bezog, doch auf das Zeugnis seine Kameraden hat er allein bezüglich seiner Leistungen an der Konsole verwiesen. Der dem verkürzten Zitat zu entnehmender Inhalt ist damit unwahr.

d) und e) Die Äußerungen des Gastes Josef Kraus’ über “Killerspiele”

In der Sendung hatte der Gast Josef Kraus über “Killerspiele” ausgeführt, dass diese “Shooter-Spiele [...] ja für militärische Übungszwecke entwickelt worden [...]” wären und das “[...] alle Amoktäter, die wir hatten in Deutschland und Amerika [...] exzessive Shooter-Spieler” gewesen wären. Diese Äußerungen entsprechen nicht der Wahrheit. Nichtsdestotrotz wurden diese Äußerungen des “Experten” im “Faktencheck” weder angesprochen noch berichtigt. Der VDVC meint, dass die “hart aber fair”-Redaktion nach den anerkannten journalistischen Grundsätzen dazu verpflichtet gewesen war auch die unwahren Äußerungen über “Killerspiele” zu korrigieren. Schließlich erweckt “hart aber fair” auch nach der Eigendarstellung den Eindruck, dass das Format besonderen Wert auf Fakten lege.

Die Intendantin versteht hier den Votwurf so, dass noch eine Richtigstellung während der Sendung verlangt werde:
  • “In einer Live-Sendung von 75 Minuten Länge werden sehr viele Aussagen getroffen, so dass der Moderator nicht jedes Statement abklopfen und kommentieren kann.”
Dies soll - das sei an dieser Stelle klargestellt - jedoh nicht der Vorwurf sein: Die Kritik des VDVCs zielte nicht darauf ab, “live” eine Korrektur zu verlangen. Diese kann – vielleicht ist dies nicht ganz klar geworden – vielmehr nachträglich erfolgen. Beispielsweise im Rahmen des “Faktenchecks” oder anlässlich einer neuen Folge von “hart aber fair”.

Mit freundlichen Grüßen
Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Pyri wrote:Ich würde noch herausstellen welcher Eindruck von Videospielen dadurch etwa entstehen sollte: es ist eine Sache zu meinen "FIFA" nicht erklären zu brauchen, eine andere hingegen so gewöhnlich für problematisch befundene Inhalte dann gar nicht zu nennen, nichts zu erwähnen.
Die Frage welche aus meiner Sicht dabei vor allem bleibt ist die, welche Videospiele darüber eigentlich problematisiert hätten werden sollen...
Und die Antwort kann demnach eigentlich nur lauten: alle Videospiele - unabhängig von deren Inhalt.
Es geht also um die Folgen dieser Verkürzung(en).
Ich denke "problematisch" wäre es, wenn HAB keine Bedenken hätte, FIFA für eine Psychische Verändeurng anzuführen. Tatsächlich meint man ja aber gar keine Auswirkungen auf die Psyche, sondern allein die motorische Komponente angesprochen zu haben. In der Sendung wurde das zwar in letzer Konsequenz so dargestellt, doch ich denke nicht, dass HAB eine Eignung von FIFA zur Abstumpfung wirklich annimmt, sondern hier einfach bewusst ein Zitat aus den Zusammenhang gerissen hat.
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Patrik
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Re: hartaberfair

Post by Patrik »

Habe den Text formatiert und auch schon ausgedruckt: http://vdvc.de/wiki/Datei:2013-04-27_Be ... unkrat.pdf

In dem Text befinden sich zudem zwei kleine Änderungen:
  1. Die Reihenfolge der Punkte I und II wurde umgekehrt.
  2. Der erste Satz in a) ist präziser formuliert.
Abgeschickt wird dann am Montag.
Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Vielen Dank!

edit:

- Ich bin mir nicht sicher, ob die Adresse so richtig ist. Also ob das wirklich eine Adresse ist, oder ob man entweder an die "Geschäftsstelle des Rundfunkrats" oder die "Intendenz" schreiben soll.

- Dass mit dem I. und II. austauschen ist ok. Doch das "Im einzelnen bzeihet sich auf II. (Jetzt I.). Die Reihenfolge ist daher jetzt etwas verwirrend: I. - II. - III. (Detailliert zu I.). Ich würde der besseren Überisicht halber dann auch III. vor II. packen, weil es sich auf I. bezieht.

edit2:

Also die "echte" Adresse des Rundfunkrats ist wohl ohne "oder Intendanz":

- http://www.wdr.de/unternehmen/gremien/r ... ontakt.jsp
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