Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Falschdarstellungen und Vorurteile
Rey Alp
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Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Rey Alp » Mi 26. Okt 2016, 11:33

In den letzten Tagen sind Artikel erschienen, die mir teilweise aus der Seele sprechen:

- GameStar: "Klartext zu Spiele-Brutalität - Schluss mit Splatter!"
(Gegen Brutalität, Fokus auf brutalen Nahkampf).

- Der Standard.at: "Mafia 3" erschienen: Sprechen wir über extreme Gewalt, Rassenkämpfe und Liebe" ebenfalls auch zur Gewalt in Mafia.

- heise.de ""This is for the players." Ein Abschied von der Playstation." - Das viele Geballer stört.

- Spiegel Online: Darf der Erste Weltkrieg echt Spaß machen? - Selbsterklärend.

Ich finde die auch in den ganzen Trailern präsentierten blutigen Nahkampfmoves ziemlich abstoßend (spiele derartige Titel aber ohnehin nicht) und als Mehrspielerspieler auch unpraktisch da, da teilweise recht zeitintensiv. Wenn es da eine Zielgruppe gibt soll es mir recht sein - es ist jedenfalls nichts für mich.

Was mich im Fall von "Battlefield 1" ziemlich verstört ist das Selbstverständnis, wie hier manche Journalisten von einer annährend realistischen Darstellung des 1. Weltkrieges sprechen (Ich halte das nicht für annährend realistisch, war zugegeben aber auch nicht dabei)

Durch neue Erfindungen der Militärtechnik wie Giftgas, Maschinengewehre und Flammenwerfer wurde dieser Krieg mit nie dagewesener Brutalität geführt. "Battlefield 1" versucht dies abzubilden. Das gelingt dem Spiel über weite Strecken erstaunlich gut, auch wenn ein Videospiel der Tragik eines Weltkriegs natürlich nur schwer gerecht werden kann. Beim Spielen fragt man sich ohnehin manchmal, ob es nicht makaber ist, Geschichte auf diese Art und Weise "nachzuerleben" (Süddeutsche).


und die immer noch strunzdumme bzw. hilflose KI. Ich habe mir ein paar Let's Plays angesehen und diese Schießbudenballerei ist der Grund, weshalb ich schon seit mehr als 10 Jahren kaum noch Einzelspielerspiele spiele. Hierbei stelle ich mir die Frage, inwieweit Journalisten und Menschen allgemein ihr Bild von Kriegen Videospielen (und Filmen) entnehmen. Als Beispiel: Bei der ersten Flandernschlacht im 2. WK sind innerhalb von 40 Tagen 8.050 Soldaten auf deutscher Seite gestorben. Das macht 201,25 Tote pro Tag bei einer Schlacht, an der auf Seiten der Alliierten 4.400.000 Mann und auf Seiten der Deutschen 5.400.000 beteiligt waren. Ich habe die Zahlen leider nicht prüfen können, nehme aber an, dass 201,25 Tote in Battlefield 1 bereits durch 36 Spieler innerhalb von 30 Minuten regelmäßig produziert werden.

Noch beeindruckender ist es, wenn man in der Geschichte weiter zurückgeht - in der Battle of Gettysburg starben von den 104,256 beteiligten Soldaten der Nordstaaten 3.155. Da die Schlacht "nur" 3 Tage ging sind es mit 1.051 Toten pro Tag sogar noch mehr als bei der 1. Flandernschlacht.

Dabei finde ich den hohen Bodycount bei Kriegsspielen nur unhistorisch, bei Einzelspielerspielen wie GTA IV dagegen wirklich störend. Bei GTA IV - einer der wenigen Einzelspielerspiele, die ich gespielt habe - war ich der Ballerei schon recht früh überdrüssig und habe mich mehr auf interessante Nebenmissionen als auf die eigentliche Story gefreut. Für mich sieht es hier so aus, als ob die Entwickler es immer noch nicht gefunden haben einen eigenen Erzählstil für Action-Videospiele zu entwickeln udn einfach den von Filmen übernehmen. Und wenn man das Konzept einen 90-Minuten Actionsfilms auf 1.440 Minuten streckt muss man sich nicht wundern wenn man am Ende einen Bodycount vorweisen kann, auf denen nicht einmal Kriegsfilme kommen.

In Kurz:

Ich habe den Eindruck, dass Videospielentwicklern bei Actionspielen außer mehr Brualiät nichts einfällt, obwohl seit mehr als 10 Jahren es angebracht wäre, mal eine KI und ein Gameplay zu entwicklen, um Einzelspielerspiele nicht zur Schießbude verkommen zu lassen und einen grotesken Bodycount zu produzieren, der alle anderen interessanten Inhalte in den Hintergrund treten lässt. Und - in Richtung Michi - es sieht tatsächlich so aus, als ob Leute ihre Vorstellungen von realen Kriegen anhand der Inhalte von Videospielen konstruieren.

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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Patrik » Mi 26. Okt 2016, 14:25

Hatte auf Twitter mal rumgefragt, aber nicht viele Antworten bekommen: https://twitter.com/vdvc_de/status/789907508508913664

Fände das Thema aber in jedem Fall spannend für einen Hintergrundartikel.
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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Vicarocha » Mi 26. Okt 2016, 14:32

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, worauf du hinaus willst, aber wohl auch, weil ich die Dinge dahingehend anders sehe als du:

Ich habe den Eindruck, dass Videospielentwicklern bei Actionspielen außer mehr Brualiät nichts einfällt, obwohl seit mehr als 10 Jahren es angebracht wäre, mal eine KI und ein Gameplay zu entwicklen, um Einzelspielerspiele nicht zur Schießbude verkommen zu lassen und einen grotesken Bodycount zu produzieren, der alle anderen interessanten Inhalte in den Hintergrund treten lässt.


Diese Äußerung halte ich bspw. für das Ergebnis einer doch sehr selektiven Wahrnehmung, nicht nur hinsichtlich der konkret genannten Spiele, sondern auch angesichts der Tatsache, dass wir, wenn zig neue Spiele pro Jahr veröffentlicht werden, unser Urteil wohl kaum plausibel auf der Betrachtung nur einzelner Titel ruhen lassen können; wollte ich es wissenschfatlich ausdrücken, würde ich an dieser Stelle von einem Empiriedefizit sprechen. Da störe ich mich insb. an der pauschalen Rede von "Einzelspielerspielen", die zur Schießbude verkämen (ungeachtet dessen, dass es diesen Zuschnitt fvon "Actionspielen" quasi schon immer gibt).

Ich sehe auch nicht, wie die Brutalität "alle anderen interessanten Inhalte in den Hintergrund treten" lassen könnte, für mich wird dgl. jedenfalls nicht zum derart starken Stimulanz. Erinnert mich tatsächlich an den "pornographischen Blick", den ich in meiner Diss. erwähne.

Ungeachtet dessen würde ich aber nciht in Abrede stellen, dass bspw. Trailer oft eine recht verzerrte Erwartungshaltung generieren (s. Dishonored 2, welches - wenn es dem Erstling nahekommt - ein ausgesprochen schlechtes Bsp. für die vermeintl. Brutalisirung darstellt). Das hat mit dem eigtl. "Problem" aber nichts zu tun (außer dass hier eine Rusache dafür liegen könnte, vermeintl. Entwicklungen wahrnehmen zu können... man sollte dann vielleicht die Spiele doch selbst spielen bzw. sich angucken).

M.M.n. krankt die Beobachtung aber auch schon daran, dass "Brutalität" ein derart subjektiver Begriff ist, dass die Rede von "mehr Brutalität" normalerweise zur inhaltlosen Phrase verkommt; will heißen: Das Brutalitätsniveau, das du bei einem konkreten Titel wahrnimmst, kann diametral von dem Brutalitätsniveau abweichen, welches ich bei demselben Spiel wahrnehme. Mithin ist diese Wahrnehmung auch nicht statisch, d.h. derselbe Titel kann von derselben Person zu unterschiedlichen Zeiten unerschiedlich eingeschätzt werden (z.B. dank Habitualisierungen, Erweiterung des Verständnis horizontaler u./o. vertiakler Referenzen, Lebenserfahrungen etc.). Insofern verpuffen m.E. auch Reden von einer Brutalisierung immer wieder.

Aus bestimmten Gründen fand ich bspw. damals, dass ein Batman: Arkham Asylum ziemlich brutal, brutaler noch, als so manches Spiel mit explz. splatter- u./o. gore-Effekten.

EDIT: Mithin ist Brutalität resp. Gewalt durchaus ein Stilmittel etc., dass ein ganzes Sammelsurium an unterschiedlichen Funktionen erfüllen kann... hier bloße Effekthascherei o.ä. zu unterstellen, ist lediglich die Rede von "Selbstzweckhaftigkeit" (und dazu habe ich mich auch bereits umfassend in meiner Diss. geäußert).

Und - in Richtung Michi - es sieht tatsächlich so aus, als ob Leute ihre Vorstellungen von realen Kriegen anhand der Inhalte von Videospielen konstruieren.

Woran willst du das festmachen? An vereinzelten Aussagen irgendwelcher Journalisten? Also bitte... ein engatives Menschenbild in allen Ehren, aber da sind wir ganz schnell beim Ausgangspunkt dessen, was uns damals die "Killerspiele"-Diskussion und die ganze Bewahrpädagogik vor ihr eingebracht hat. :(
Zuletzt geändert von Vicarocha am Mi 26. Okt 2016, 16:36, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Rey Alp » Mi 26. Okt 2016, 15:34

Mir war erst im nachhineingekommen, dass man die Überschrift auch hinsichtlich eines Artikelvorschlags begreifen kann - hätte ich auch nichts gegen.

@Vica
Ich weiß, dass ich hier sehr pauschalisiert habe - für eine statistische Auswertung der Titel fehlen mir jedoch die Mittel, weshalb es bloß mein Eindruck ist. Auch wenn ich weiter weiß, dass Brutalität und Gewalt höchst subjektiv sein können, habe ich für mich einfach den Eindruck, dass in manchen Videospielen die Gewaltdarstellungen sowohl hinsichtlich der Intensität als auch bzgl. Gameplayanteils zu dominant sind, als es für das Spiel gut ist.

Bei einem Doom, Max Payne, Bulletstorm ete. würde ich mich nie darüber beschweren - dort ist Gewalt in verschiedener Hinsicht ein Stilmittel und in manchen Spielen ist es auch durchaus gewollt und begrüßenswert, dass Gewalt abstoßend wirken soll. Und ein UT oder Quake möchte ich mir ohne die Gewalt gar nicht vorstellen.

Für mich sind es eben persönlich die beiden Erfahrungen "Schießbude" in "Call of Duty"/"Battlefield" im Einzelspielermodus sowie der hohe Bodycount in "GTA IV" die mich dazu gebracht haben, mich mit solchen Spielen auch weiterhin nicht näher zu befassen. Hier ist für mich auch bereits das Problem, dass die Spielewelten nicht als glaubwürdig erscheinen, wenn dort immer nur strunzdumme Gegner-KI durch die gegen irrt oder bei beinahe jeden Auftrag Dutzende Gegner und Polizisten ins Gras beißen. Ich finde es schade, dass hier jeder "Job" gleich in einen Bandenkrieg ausarten muss.

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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Vicarocha » Mi 26. Okt 2016, 16:35

Aber gerade weil ja die Stigmatisierung von Videospielen auch insb. ein Resultat von Bauchgefühlen u./o. Gusto entgegen einer sachlichen, nüchternen Betrachtungsweise sind, sollten wir diesen Bauchgefühlen und diesem Gusto nicht auch noch Vorschub leisten; mithin sind wir dann bei diesem unsäglichen Notwendigkeitsdiskurs ("Wer braucht dies und jenes?"), dem nicht nur inne ist, dass Erwachsene Rezipienten letztlich Rechtfertigungen für ihre Geschmäcker leisten sollen (was ich in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft für unsäglich halte), sondern der auch mit (mehr oder weniger impliziten) Vorwürfen an die Kreativen arbeitet, speziell den Vorwürfen der vermeintl. Effekthascherei, der Selbstzweckhaftigkeit, wie auch dem Vorwurf der Brutalisierung der Branche(nerzeugnisse), was ohne Empirie gleich noch gewagter ist.

Was die Vorwürfe an die Kreativen betrifft, geht das sogar noch weiter:
Bei einem Doom, Max Payne, Bulletstorm ete. würde ich mich nie darüber beschweren - dort ist Gewalt in verschiedener Hinsicht ein Stilmittel und in manchen Spielen ist es auch durchaus gewollt und begrüßenswert, dass Gewalt abstoßend wirken soll. Und ein UT oder Quake möchte ich mir ohne die Gewalt gar nicht vorstellen.

Und warum ist das kein legitimes Stilmittel bei den anderen Spielen? Ich sehe hier eher einen Konflikt zwischen der Realität der konkreten Spiele und der eigenen Erwartungserwartung. Da schwingt auch immer mit, zu Behaupten, die Kreativen hinter eiem konkreten Werk hätten dies und jenes intendiert, aber dank dieser und jender Elemente (in dem Fall die Brutalität) nicht erreicht, wo ich dann entgegnen würde, dass es anmaßend ist, die Urpsrungsintentionen der Kreativen als objektiv gegeben zu setzen.

Auch wenn ich weiter weiß, dass Brutalität und Gewalt höchst subjektiv sein können, habe ich für mich einfach den Eindruck, dass in manchen Videospielen die Gewaltdarstellungen sowohl hinsichtlich der Intensität als auch bzgl. Gameplayanteils zu dominant sind, als es für das Spiel gut ist.

Und ich habe diesen Eidnruck eben nicht... und jmd. anderes hat einen ganz anderen Eindruck etc.; unsere Wahrnehmung wird schlichtweg von unserem Gusto etc. beeinflusst, von dem Zuschnitt an Spielen, die wir spielen, präferieren und damit üpberhaupt erst ins Auge fassen. Die unzähligen Spiele links und rechts dieses Wahrnehmungsweges, die unser Bauchgefühl u.U. Lügen strafen (so denn Rutalität etc. überhaupt erst - als Grundbedingung - objektiv gegeben wäre), nehmen wir doch gar nicht wahr; Stichwort: Wahrnehmungsverzerrung. Ich jedenfalls ärgere mich immer über Kommentare, die in die RIchtung gehen, Spiele würden sich brutalisieren, die Gewaltdarstellungen dominierten etc. und dgl. sei eine Gesamttendenz. Ungeachtet dessen, dass ich auch Werken, wo dies im Einzelfall - subjektiv gesehen - der Fall sein mag, die Berechtigung nicht abspreche, ganz im Gegenteil... so ein Anzweifeln ist den hier problematisierten Äußerungen aber auch zangsläufig inhärent (sonst könnte es ja dameit getan sein, die Titel, die einen nicht ansprechen, einfach zu ignorieren).

Ob du all das mit einem etwaigen Kommentar (keinem Artikel) in diese Richtung mittransportieren willst oder nicht, spielt da auch weniger eine Rolle, es ist schlichtweg damit konnotiert, schwingt immer mit. Ich spreche mich deshalb ganz klar dafür aus, jede Diskussion in diese Richtung - auch aufgrund der Sensibilität des Themas - ganz bewußt nicht mir Bauchgefühlen u./o. Gustoäußerungen u.ä. zu führen.

Für mich sind es eben persönlich die beiden Erfahrungen "Schießbude" in "Call of Duty"/"Battlefield" im Einzelspielermodus sowie der hohe Bodycount in "GTA IV" die mich dazu gebracht haben, mich mit solchen Spielen auch weiterhin nicht näher zu befassen.

Und ich habe dies nicht als derartiges Stimulanz wahrgenommen, im Gegenteil, ich erwarte das bei Spielen dieses konkreten Subgenres quasi, m.E. ist das gegenwärtig gar genrekonstitutiv (ohne jetzt in die Niederungen der Genretheorie einsteigen zu wollen). Das soll dir vor allem verdeutlichen, wie wacklig solche Aussagen sind, ohne dir deine geschmacklichen Präferenzen nehmen zu wollen. Ich finde nur, du würdest dich mit einem entsprechenden Kommentar auf dünnes Eis bewegen

Hier ist für mich auch bereits das Problem, dass die Spielewelten nicht als glaubwürdig erscheinen, wenn dort immer nur strunzdumme Gegner-KI durch die gegen irrt oder bei beinahe jeden Auftrag Dutzende Gegner und Polizisten ins Gras beißen. Ich finde es schade, dass hier jeder "Job" gleich in einen Bandenkrieg ausarten muss.

Ich denke, das hat mit dem eigtl. Fass, das hier im Begriff ist, geöffnet zu werden, nur am Rande zu tun. Hier geht es um eine rein geschmackliche Präferenz, um das subjektive Fehlen des Gefühls einer hinreichenden Immersion (u.U. dank falscher Erwartungshaltung) u.ä.
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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Rey Alp » Mi 26. Okt 2016, 16:51

Ich hatte die eingangs zitierten Artikel angeführt, weil dort eine ähnliche Einschätzung geäußert wurde. Und allgemein bin ich nicht der Meinung, dass man nicht mehr (enttäuschte) Erwartungen artikulieren können dürfte, nur weil es auch andere Meinungen gibt. Nur weil jemand anderer Gefallen an etwas findet sehe ich mich nicht dazu gehalten nicht sagen zu dürfen, dass ich keinen Gefallen daran finde. Das hat weder etwas mit Stigmatisierung etc. zu tun, sondern - in meinem Fall - schlicht mit der von dir angesprochenen Immersion:

In einem Kriegsspiel erwarte ich für die Glaubwürdigkeit, dass gegnerische Soldaten auch zurückschießen, die eine ernstzunehmende Wahrscheinlichkeit haben zu treffen und dass meine Figur MG-Salven nicht wie Schüsse aus einem Luftgewehr wegsteckt. Deswegen spiele ich solche Titel nur gegen Menschen.

Und ebenfalls erwarte ich bei einem Spiel, in dem kriminelle Gangs dargestellt werden, ein Konzept mit der Auseinandersetzung mit der Polizei, die nur einen Blutzoll erfordert, den die Spielwelt irgendwie glaubwürdig verkraften kann.

Ich denke, das hat mit dem eigtl. Fass, das hier im Begriff ist, geöffnet zu werden, nur am Rande zu tun. Hier geht es um eine rein geschmackliche Präferenz, um das subjektive Fehlen des Gefühls einer hinreichenden Immersion (u.U. dank falscher Erwartungshaltung) u.ä.


Der Punkt der Immersion bzw. der Glaubwürdigkeit ist genau der, auf den ich hinaus möchte. Wenn andere Spieler mit dem Bodycount in GTA kein Problem haben, ist das gut. Meine Spielfreude wird dadurch aber getrübt und ich würde mir entweder ein zu dem Bodycount passendes Setting (vielleicht irgend eine Dystopie wie Dredd) oder ein diesem Setting angemessenes Missionsdesign mit entsprechend glaubwürdigeren Bodycount wünschen.

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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Vicarocha » Mi 26. Okt 2016, 17:10

Rey Alp hat geschrieben:Ich hatte die eingangs zitierten Artikel angeführt, weil dort eine ähnliche Einschätzung geäußert wurde. Und allgemein bin ich nicht der Meinung, dass man nicht mehr (enttäuschte) Erwartungen artikulieren können dürfte, nur weil es auch andere Meinungen gibt. Nur weil jemand anderer Gefallen an etwas findet sehe ich mich nicht dazu gehalten nicht sagen zu dürfen, dass ich keinen Gefallen daran finde.

Du verstehst mich falsch: Ob du, ich oder sonst irgendwer persönlich dieses oder jenes mag oder nicht mag und ggf. sein entsprechendes Gefallen oder Missfallen artikuliert, ist nicht das Problem: Auch ich tue bisweilen meinen Unmut kund, wenn mir bspw. Designoption A vorgesetzt wird, m.E. Designoption B aber die bessere Entscheidung darstellen würde (wobei ich aber meist darauf bedacht bin, klarzustellen, dass mein Geschmack natürlich nicht absolut ist), wenngleich ich versuche, mir meinen Senf zumidnest bei ästhetischen Entscheidungen zu verkneifen (z.T. auch aus den genannten Gründen, muss hier aber nicht vertieft werden). Das Problem ist vielmehr bei diesem konkreten Thema aus den bereits genannten Gründen gegeben, wenn dgl. in Form eines Vorwurfs artikuliert wird. Die Probleme schwimmen dabei automatisch mit.

Das hat weder etwas mit Stigmatisierung etc. zu tun, sondern - in meinem Fall - schlicht mit der von dir angesprochenen Immersion:

In einem Kriegsspiel erwarte ich für die Glaubwürdigkeit, dass gegnerische Soldaten auch zurückschießen, die eine ernstzunehmende Wahrscheinlichkeit haben zu treffen und dass meine Figur MG-Salven nicht wie Schüsse aus einem Luftgewehr wegsteckt. Deswegen spiele ich solche Titel nur gegen Menschen.

Du hast mir schneller geantwortet, als ich meine Eiditierung in meinem vorangegangenen Beitrag vornehmen konnte. Da wolle ich dich darauf hinweisen, dass das Problem ja zumidnest bei Call of Duty auch selbst gemacht ist: Zugegeben, der letzte Teil, den ich aus dieser Reihe aktiv gespielt habe, war Call of Duty: World at War auf dem PC, ich habe aber nun die Eigenart, meine Spiele für gewöhnlich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad zu spielen und gerade auch bei den Titeln dieser Spielereihe ist es m.E. so, dass sich das Spielgefühl mit den Schwierigkeitsgraden enorm verändert; kann ich auf der einfachsten Stufe quasi im Alleingang die komplette Wehrmacht des 3. Reichs ohne große Gegenwehr massakrieren, hauche ich auf der hönchsten Stufe sofort mein Leben aus, wenn ich mein Haupt nur für eine Sekunde im falschen Moment aus der Deckung erhebe... da ist genau das gegeben, was du von einem "Kriegsspiel" erwartest. Tatsächlich habe ich - wenngleich nicht hier - gerade diesen Titel u.a. aufgrund seiner Immersion und den raschen Toden, die man dort stirbt, immer als Antikriegsspiel verstanden und dargestellt.

Wenn nun aber dasselbe Spiel in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen ggf. unterschiedlich zu wirken resp. erscheinen vermag, was bedeutet dies dann für deine Wahrnehmung?

Und ebenfalls erwarte ich bei einem Spiel, in dem kriminelle Gangs dargestellt werden, ein Konzept mit der Auseinandersetzung mit der Polizei, die nur einen Blutzoll erfordert, den die Spielwelt irgendwie glaubwürdig verkraften kann.[/quote]
Das war es, was ich mit m.E. falscher Erwartungshaltung meinte. Zumindest ich erwarte bei einem GTA das von dir erwartete gerade nicht (wobei ich den letzten Teil nicht gespielt habe).

Der Punkt der Immersion bzw. der Glaubwürdigkeit ist genau der, auf den ich hinaus möchte. Wenn andere Spieler mit dem Bodycount in GTA kein Problem haben, ist das gut. Meine Spielfreude wird dadurch aber getrübt und ich würde mir entweder ein zu dem Bodycount passendes Setting (vielleicht irgend eine Dystopie wie Dredd) oder ein diesem Setting angemessenes Missionsdesign mit entsprechend glaubwürdigeren Bodycount wünschen.

Jetzt ist die Frage: Willst du dich über die dir nicht hinreichende Immersion beklagen oder willst du dich über "zu viel Gewalt/Brutalität" beschweren, was sich ja noch in Qualität und Quantität unterscheiden ließe (wobei ich nicht sehe, wie die Qualität in den genannten Fällen nach deinen Maßstäben - so sie mir denn transparent geworden sind - einen Einfluss auf die Immersion haben können sollte... da scheint es ja an der Quantität zu hapern, die ja aber gerade wieder bei GTA sehr vom SPielstil etc. abhängt)? Bei ersterem sehe ich nicht, wie das in das Konzept der Seite hier passt, außer vielelicht auf Reaktion auf die Gamestar-Meinung.
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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Rey Alp » Mi 26. Okt 2016, 17:51

Auch wenn der Schwierigkeitsgrad manches rettet kann - bei manchen Designentscheidungen hilft es nicht weiter. Ich fand es bei Battlefield-1 Let's Plays z. B. schon recht absonderlich, wie da aufeinmal Flammenwerfer allein aus dem Nichts auftauchen und mitten auf dem Schlachtfeld vor sich rum funzeln. Da erscheinen mir die Szene aus Die Abenteuer des jungen Indiana Jones schon glaubwürdiger.

Das neuset GTA habe ich ebenfalls nicht gespielt - Story habe ich nur bei GTA IV durch.

Ich habe ja eingangs auch angemerkt, dass in den gesammelten Titeln verschiedene Aspekte angesprochen werden: Explizität einzelner Nahkampfszenen, "Ballern" als andere Spielelemente dominierender Spielinhalt etc.

Ich hatte dazu ergänzt, dass für mich persönlich das größte Ärgernis ist, wenn die Immersion dadurch gebrochen wird, dass die Höhe des Bodycounts nicht zur Spielwelt passt oder die Gegner-KI sich einfach abschießen lässt. Das hat weniger als die angeführten Artikel etwas damit zu tun, wie explizit Gewalt darfestellt wird, sondern eher mit dem Missionsdesign, dem gameplay. Ich wünsche mir - in Anlehnung in der im einem Artikel zu Tomb Raider geäußerten Kritik - für Spiele wie GTA eine glaubwürdige Erzählstruktur/ein gmeplay, dass nicht im Widerspruich zur Glaubwürdigkeit der Spielwelt steht.

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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Pyri » Mi 26. Okt 2016, 20:52

Rey Alp hat geschrieben:- Spiegel Online: Darf der Erste Weltkrieg echt Spaß machen? - Selbsterklärend.


Das finde ich etwa schonmal keineswegs "selbsterklärend". Ich frage mich dabei im Gegenteil warum ein Spiel wie "Battlefield" überhaupt "Spaß" machen soll?
Was ist gar die Alternative dazu - wann wäre ein Spiel über den "Ersten Weltkrieg" demnach nicht geschmacklos, oder würde zumindest weniger problematisiert werden: ich denke die letzten Jahre haben auf all diese Fragen bereits mehr als genügend Antworten gegeben - gefordert sind Kriegs-"Spiele" die Betroffenheit lukrieren, betroffen machen sollen, am besten noch indem sie in Opferrollen drängen. Erst dann wird diesen das Präfix "Anti-" vorausgestellt und alles ist gesetzt "gut", oder zumindest "besser" - weniger geschmacklos.
Die ökonomische Ideologie um angebliche "Indies" trägt (sozial und medial - in Hinblick auf Repräsentationen aller Art) ihr Übriges dazu bei. Trotzdem finde ich diese Entwicklung nicht mehr glaubhaft als wenn einem Film wie "Apocalypse Now" das Attribut "kritisch" zugeschrieben wird, oder dieser nicht als "Prokriegsfilm" gilt: wenn ich Francis Ford Coppola und seine Frau hinter den Kulissen beobachte, wofür es gerade bei dem Film viele Gelegenheiten in Form von Dokumentationen gibt, dann schwelgten die förmlich im kinematischen Modus sozusagen. Da kann ich weder "Kritik" noch irgendeine Form von Friedensbewegtheit feststellen - tut mir leid. Bei den Games hat ein "Valiant Hearts" von Ubisoft dafür ganz andere, aber nicht unbedingt weniger stereotype Videospielmechaniken als Schießen und Co. Von anderen Titeln, bei denen "Spaß" vorgeblich nicht als Erstes ins Auge fallen würde, ganz zu schweigen.

Andere Fragen werden erst nicht einmal gestellt. Fragen wie: warum soll etwas "brutaler" sein je mehr die Verletzlichkeit von Körpern sichtbar wird? Was ist das überhaupt für ein Körperbild?
Welche Vorstellung von Leben und Welt liegt dieser Idee über Brutalität eigentlich zugrunde: auch auf die Gefahr hin dass mir hier wieder "Godwin's Law" vorgehalten wird, aber warum soll "Ich klage an" von Wolfgang Liebeneiner weniger problematisch sein als andere Vorbehaltsfilme, nur weil er äußerst subtil daherkommt. Ich denke die meiste Brutalität kommt heute "differenziert" daher, sogar "inklusiv" mit Samtpfoten sowie entsprechenden Ausreden. Ihre "Diversität" ist trotzdem überaus ausgrenzend - sie strotzt oft nur vor dennoch erfolgenden Verallgemeinerungen, Gruppenbildern usw. Und ich würde da bei den Videospielen noch wesentlich weiter gehen als Vicarocha: die "Batman Arkham"-Spiele haben seit jeher eine Menschenverachtung ausgedrückt die ich relativ beispiellos nennen würde. Wie darin über "kriminelle Elemente" gesprochen wird, deren Therapierbarkeit, ihre Fähigkeiten oder deren Lebenswert, ist streckenweise unsagbar, ganz abgesehen von den "brutalen" Kämpfen. Und dass Batman ja angeblich niemand umbringt, danach alle nur "bewusstlos" am Boden liegen, würde ich sogar noch als den perfiden Gipfel dieser Heuchelei bezeichnen. Darüber wie das Spiel das alles wirklich meint würde ich mir persönlich jedoch kein Urteil erlauben - deshalb mag ich die Batman-Spiele und werde sie auch weiter verwenden: aus meiner Sicht drücken sie eher aus, ob beabsichtigt oder nicht, wie fürchterlich das im Kino und den Comics so eher noch beschönigte Batman-Universum eigentlich ist.

Ich denke Brutalität, Menschenverachtung und "Hass" sind heutzutage eher Sachverhalte die zwischen den Zeilen gesucht werden sollten, und dort auch gefunden werden können. Gerade auch in den diversen plakativen Wertungen, Meinungen und Zuschreibungen von und über "Brutalität" & Co.
Wobei das menschenverachtendste Spiel dass sich momentan, völlig problemlos, am Markt befindet, aus meiner Sicht ganz eindeutig "Prison Architect" ist: das ist ein Spiel das europäische Grundwerte beständig mit den Füßen tritt, doch das kritisiert überhaupt niemand. Und das wird vielleicht höchstens von "Hatred" oder "IS Defense" noch getoppt, doch dabei bin ich mir nicht einmal so sicher. Doch darüber spricht eben niemand - das sehen "alle" ganz "anders" und das war schon zu Zeiten eines "Defcon" (aus meiner Sicht leider) genau so.

Wobei meine Deutungen naturgemäß keinen Hoheitsanspruch inne haben: als Nicht-"Reichsbürger" bin ich keine Hoheit und mögen andere das alles ganz anders sehen. Heute Nachmittag sah ich mir die erste Folge der siebenten Staffel von "The Walking Dead" an: wenn die FSF solche Inhalte freigibt, wird sich die USK in Deutschland (fast) auch nicht anders verhalten (können).
Statt darüber ob eine Welt "glaubwürdig" ist könnte sich auch unterhalten werden inwiefern Inhalte heutzutage normiert sind: dass die USK jetzt scheinbar fast alle "Gewaltinhalte" (ohne sexuelle Komponente) freigibt könnte einer ästhetischen Analyse etwa ebenfalls nicht standhalten, da der Ton(fall) vieler Videospiele weit weniger viszeral ist als früher. Die Ausdrucksweise in einem älteren "Unreal Tournament" würde etwa schon als sexistisch abgelehnt werden, das neue "Doom" ist keineswegs mehr so düster wie früher - die "Mortal Kombat"-Spiele haben sich seit den Tagen von 1-3 diesbezüglich auch gewandelt - und insgesamt mögen heute zwar auch in Echtzeit-3D die Eingeweide durch die Luft fliegen, ähnlich wie früher unzensiert in Deutschland nur in einem "Baldur's Gate" aus isometrischer Perspektive, die Spiele gehen dennoch weniger an diese, nicht weil die Leute heute "verrohter" oder "abgestumpfter" wären, sondern weil weniger von diesen Inhalten ernst genommen werden braucht - was etwa allein schon über eine bunte Farbgebung oder eine leichtherzige Sprache geschieht, die diese Bilder abschwächt - von der "Realität", den Lebenswirklichkeiten, trennt. Und das berücksichtigt in zunehmendem Maße offenbar auch die USK.
Schließlich ist die etwa dreiminütige "Kitchen"-VR-Demo von "Resident Evil 7" auch nur die ersten anderthalb Minuten lang konsistent, die restlichen wird sich auf zwei billige Schockeffekte verlassen und hat die den Spieler, die Spielerin, bedrohende Figur ihre Welt animationstechnisch eigentlich schon längst verlassen. Manchmal scheitert es auch einfach am (Demonstrations-)Budget und die vorbeiziehenden Kulissen sind in "Call of Duty" und Co. seit jeher keineswegs überzeugend: ich kann mich darauf aber auch einlassen, so wie darauf dass im Musiktheater plötzlich jemand zu Singen beginnt, und sie haben - immer noch - durchaus nachvollziehbar technische Gründe. Im Grunde sind das ebenfalls Genrekonventionen welche eine bestimmte Dramaturgie erst bedingen: ok, ich bin auch alles andere als ein Realist - "Battlefield 1" ist, vergleichbar mit einem Kinofilm wie "300", ein impressionistisches Werk. Es drückt sich zum Ersten Weltkrieg praktisch überhaupt nicht aus, sondern will diesbezüglich eher "nur" ein bestimmtes Gefühl vermitteln, nur die Presse geht auf diesen Umstand zum Beispiel überhaupt nicht ein - ich kann das was das Spiel damit transportiert zwar unangemesssen, lächerlich, oder sonst wie negativ empfinden - ein Vergleich mit "Verdun" drängt sich mir aber nicht auf, das fände ich unpassend und einfach nur (zum Fremdschämen) daneben. Wenn die Maßstäbe immer nur "Realität" und ein bestimmter, normierter Geschmack sind.
Zuletzt geändert von Pyri am Fr 28. Okt 2016, 01:31, insgesamt 1-mal geändert.
Gamertag: Pyri80 PSN: Pyri Steam: pyri "Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'." Thomas Bernhard

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Re: Artikel - zu viel Gewalt/Brutalität?

Beitragvon Rey Alp » Mi 26. Okt 2016, 21:55

@Pyri
Mit "selbsterklärend" wollte ich keine Zustimmung ausdrücken sondern sagen, dass der Titel schon den Inhalt gut zusammenfasst.

Inhaltlich teile ich deine Meinung größtenteils:

- Ich finde es auch fraglich, ob Kriegsspiele überhaupt Spaß machen sollen wobei - wie ich ja schon ausgeführt habe - der Inhalt wohl wenig mit dem 1. WK gemein haben dürfte.

- Ob mit der expliziteren Darstellung von Gewalt automatisch auch eine größere Affirmation derselbigen bezweckt ist, ist ein guter Einwurf - ich würde annehmen, dass der Zweck eine spektakulärere Darstellung/"Effekthascherrei" ist.

- Ich selbst brauche nicht unbedingt an die Realität angelehnte Spiele - doch wenn Spiele es tun, ist die Glaubwürdigkeit der Spielwelt für mich schon ein Kriterium, das Einfluss auf die Immersion hat.

- Inwieweit sich Spielereihen gewandelt haben ist auch ein Thema, das mich äußerst interessiert.

- Ich bin auch 100%ig deiner Meinung, dass bei der Bewertung viel zu viel Gewicht auf die visuelle und zu wenig auf die inhaltliche Eebene gelegt wird. Mein Interview zu "Anno 2070" finde ich da immer noch sehr gelungen (bei ; )) - ich weiß wirklich nicht, ob beim DCP auch diese Dimensionen diksutiert werden.

Verzeich mir, dass ich das jetzt nur so stichpunktartig abhandel: Ijm Moment habe ich nicht Zeit für eine detaillierte Antwort, wollte deinen Kommentar aber auch nicht ignorieren.


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